Freitag, 27. März 2015

Sonne am 27.03.2015

In der Wettervorhersage war die Chance auf Sonnenschein für die Region Hamburg für heute als sehr gering eingestuft worden und in der Tat hingen den ganzen Tag über dicke Regenwolken über der Stadt, aus denen es den ganzen Tag mehr oder weniger heftig regnete bzw. tröpfelte. Gleichzeitig hatte sich über der Nordsee eine wolkenfreie Zone gebildet, die sehr beständig blieb und langsam in Richtung Hamburg driftete. Gegen Mittag hatte sie bereits die Nordseeküste und Cuxhaven erreicht und so hoffte ich, dieses Gebiet angesichts der üblichen Freitagseinkäufe auf dem Wochen- und dem Supermarkt zu erreichen. Mit jedem Schritt in Richtung meiner Wohnung lichtete sich der Himmel und die Wolken verzogen sich.

Zuhause angekommen, wurde erst einmal das Teleskop auf die Fensterbank am natürlich geöffneten Fenster einsatzbereit gemacht und danach wenigen Minuten war es dann tatsächlich soweit: ich erwischte die Wolkenlücke, die allerdings noch mit reichlich Syph erfüllt war. Dann aber verschwand auch dieser Schleim kurzfristig und ich konnte mit der Beobachtung beginnen. 

Im Weißlicht zog die sehr zentral stehende AR 12305 den Blick auf sich. Ich stufte sie als E-Gruppe mit 22 Flecken ein. Herausragendes Merkmal war die große Penumbra im p-Teil, die ich aber trotz aller Bemühungen mit der Sofibrille nicht mit bloßem Auge sehen konnte. Die vielen kleineren Gruppen fielen mit erst nach und nach auf. So bemerkte ich die AR 12313 (eine J1) im Norden noch relativ schnell, bei der AR 12312 (A1) und der AR 2310 (B2) wurde es schon sehr viel schwieriger. Die beiden hätte ich fast übersehen, weil sie sehr kontrastarm, sehr klein und das Seeing dann doch nicht so gut war. Teilweise verschwammen die Flecken regelrecht in der Seeingsuppe. Schuld waren dünne Cirren vor der Sonne. Als die endlich abgezogen waren, fand ich die kleinen Gruppen wieder und noch ein paar mehr. So hielt die die randnahe AR 12303 für zwei J1-Gruppen und die im Süden vor der AR 12305 liegende AR 12307 für eine A2. Zum Schluss fand ich noch die AR 12314 als weitere A1.

Die Beobachtung mit dem PST litt denn auch stark unter dem Seeing und wieder auftauchenden Cirren. So waren am Rand noch 4 Protuberanzen - eine größere am Ostrand - zu sehen. Bei den Flaregebieten auf der Oberfläche haperte es dagegen gewaltig: hiervon erkannte ich nur schwach eines im Umfeld der AR 12305. Bei den Filamenten sah es nicht viel besser aus, hier erkannte ich auch nur 5 Stück, wobei das bemerkenswerteste nahe des Nordrandes stand und quasi von der Seite her zu sehen war. 

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