Donnerstag, 30. April 2015

Sonne am 30.04.2015

Sommerzeit und Aprilwetter war am letzten Tag des April eine ideale Kombination, um auch am frühen Abend nach spätem Feierabend kurz nach 18:30 Uhr noch eine Beobachtung hinzubekommen. Das Seeing war zwar nur mittelmäßig, da es aber keine großen Flecken mehr auf der Sonne gab, war es beliebig schwierig mit dem Auge den richtigen Fokus für die eisige verbliebene Fleckengruppe zu finden.

Von der AR 12333 war nichts mehr zu sehen, dafür aber eine B5 ohne NOAA-Nummer auf der Südhalbkugel. Auch das Absuchen des Sonnenrandes, der ohnehin in leichter Bewegung war, nützte nichts, um noch Reste der alten oder möglich Anfänge von neuen Gruppen zu sehen.

Um noch im H-alpha zu beobachten, musste ich mich vor der nächsten Regenfront ein wenig beeilen. Enttäuschend war das praktisch fast vollständige Fehlen von Protuberanzen. Erst nach einiger Beobachtungszeit kam ich auf magere 7 Protübchen, lediglich zwei Mini-Flaregebiete und 10 Filamente, von denen aber auch nur 2 wirklich größer waren. Der gesamte Nordosten der Sonne war erscheinungsfrei. Binnen einer Woche war beinahe die gesamte Sonnenaktivität zusammengebrochen. Wie es weitergeht, kann man nur durch Beobachtungen in den kommenden Tagen verifizieren … und ausgerechnet da soll das Wetter wieder schlechter werden.

Mittwoch, 29. April 2015

Sonne am 29.04.2015

Extrem schwer war sie, die heutige Beobachtung. Erst saß ich während allerbestem Sonnenschein auf der Arbeit und bei spätem Feierabend war der Himmel weitgehend abgesypht. Dennoch versuchte ich noch, irgendwas von diesem Tag zu retten. Es war fast vergebens. Der erste Blick durch das Teleskop zeigte mir nur einen hellen Lichtfleck ohne Konturen und ohne Sonnenrand. Zwischendurch besserte sich das zwar zeitweise ein wenig und wurde einmal für etw eine Minute etwas besser, doch wirklich gut war die Sicht während der Beobachtung nie, wobei das Seeing weniger das Problem war, sofern der seit mittag hereinziehenden Syph.

Am Rand entdeckte ich noch einen kümmerlichen erst der AR 12327 in Form eine J1, die Ar 12331 war eine A1 und während einer sehr kurzen Phase etwas besserer Durchsicht sah ich noch schemenhaft eine weitere A1 auf der Südhalbkugel.

Unter den gegebenen Umständen machte die H-alpha-Beobachtung eigentlich keinen wirklichen Sinn. Ich probierte es zwar dennoch und war auch ein wenig überrascht, dass ich 8 Protuberanzen am Rand sowie zwei Flaregebiete und -mehr geschätzt als gezählte - 8 Filamente finden konnte. Details wie das chromosphärische Netzwerk und kleinere Filamente waren nicht mehr zu finden. In einigen Momenten sah ich nur eine rote Scheibe ohne Kontrast und Details und im Grunde sind die Zahlen auch mehr geraten als wirklich gezählt. Aber was soll man machen, wenn man als Arbeitnehmer nach Feierabend nur noch einen schmierigen Himmel hat und den guten am Vormittag nicht nutzen kann? 

Dienstag, 28. April 2015

Sonne am 28.04.2015

Um vor der herannahende Wolkenfront noch kurz die Sonne zu beobachten, musste ich mich schon sehr beeilen und es ging auch nur, weil ich mir noch Arbeit mit nach Hause genommen hatte. Das kleine Teleskop landete schnell auf der Fensterbank und der erste Eindruck von der Weißlichtsonne war mehr als enttäuschend. Ich konnte zunächst keine Gruppen finden, weil auch das Seeing nicht das allerbeste war. Erst nach einiger Zeit entdeckte ich die nur schwach wahrzunehmende AR 12333 als B3 und die sehr randnah stehenden Regionen 12327 und 12331 als J1 und H1.

Über die GvA-Mailingliste konnte ich tagsüber zeitweise auf dem iPhone lesen, dass das große Filament der letzten Tage gerade am Abheben war. Tolle Sache, wenn man bei so einem Ereignis im Büro sitzt und nur ab und an verstohlen aufs Telefon schauen kann. Als ich mein PST endlich aufstellen konnte, war das Filament weg und nur noch ein breit auffächernder Rest war oberhalb des nordöstlichen Sonnenrandes zu sehen. Durch die Arbeit hatte ich dieses sehenswerte Ereignis verpasst und fragte mich neidisch, wie es viele Leute immer wieder schaffen, die Sonne auch zu fotografieren, während mir solche Ereignisse mit steter Regelmäßigkeit durch die Lappen gingen und ich es, wenn überhaupt, nur durch das Web mitbekomme.

Neben dem Restfilament, das zur Protube geworden war, sah ich noch zwei weitere, die strichförmig nahe des Sonnenäquators lagen sowie 6 kleine Erscheinungen dieser Art. Kurz bevor Wolken die Beobachtung kurzzeitig beendeten, zählte ich noch insgesamt 12 Filamente und 4 schwach leuchtende Flaregebiete. Danach hatte ich auch nicht mehr viel Zeit, denn die mit nach Hause genommene Arbeit musste noch irgendwie erledigt werden.

Montag, 27. April 2015

Sonne am 27.04.2015

Einfach war sie nicht, die heutige Sonnenbeobachtung. Zwar zeichnete sich nachmittags eine Auflockerung der dichten Bewölkung ab, aber sie nützte mir wegen zweier Überstunden erst einmal nichts. Als ich zu Hause ankam, war der Himmel schon reichlich zugeschleimt und ich sah ein schönes und fast vollständiges Halo rund um die Sonne. Danach besserte sich die Sicht ein wenig und ich konnte bei relativ gutem Seeing noch einigermaßen was erkennen.

Im Weißlicht war die Aktivität extrem zurückgegangen und ich konnte gerade noch drei Gruppen sehen: die AR 12331 als D6 hart am Westrand und gleich dahinter die AR 12327 als J1. Bei der AR 12333 hatte ich schon große Schwierigkeiten, sie überhaupt zu finden und dann gelang es mir auch nur blickweise. Ich klassifizierte sie - geschätzt, weil nicht richtig gesehen - als B4.

Schnell noch das PST auf die Fensterbank gehievt und als erstes fiel mir selbst bei mäßiger Sicht das nach wie vor vorhandene Riesenfilament auf, das sehr viel Struktur zeigte. Ansonsten bereitete der verschmierte Himmel viele Probleme bei der Detailerkennbarkeit. So zählte ich am Sonnenrand zwar 8 Protuberanzen und auf der Oberfläche 10 Filamente und 3 Flaregebiete, das letzte Quentchen Sicherheit fehlte aber bei der Ermittlung der diversen Relativzahlen.

Sonntag, 26. April 2015

Sonne am 25.04.2015

Winzig genug waren sie, die Wolkenlücken, die mir zur Beobachtung zur Verfügung standen, aber sie reichten bei doch relativ gutem Seeing vollkommen aus für eine Relativzahlbestimmung. Mehr war heute nicht drin.

Im Weißlicht zeigten sich ganze vier Gruppen, denn die Aktivität war wieder stark am Abflauen. Im Norden stand die AR 12325 ganz am westlichen Sonnenrand und war nur noch als A1 zu sehen, während weiter im Osten die neue AR 12333 als B4 zu finden war. Auf der südlichen Hemisphäre der Sonne war die AR 12327 als H1 und die AR 12331 als D8 zu beobachten.

Im H-alpha war die große Protuberanz von vor einigen Tagen mittlerweile als dickes, fettes Filament zu sehen, mit viel Struktur und von dem ein Teil noch über den nordöstlichen Sonnenrand hinüber schaute. Dennoch kam ich insgesamt nur auf 5 Protuberanzen, 3 helle Flaregebiete und 10 Filamente - die restlichen 9 waren überschaubar klein. 

Wenn man träumen dürfte, könnte man, wenn das Riesenfilament richtig positioniert wäre und eruptieren würde, mit einem Mega-Polarlicht rechnen, wenn es dann auch einen passenden CME mit auf den Weg geben würde. Abwarten, was in den kommenden Tagen in der Region so alles passiert, von der im Weißlicht bis dato nichts zu sehen war.

Freitag, 24. April 2015

Sonne am 24.04.2015

Geduld hieß das Gebot der zwei Stunden, die ich ausharren musste, um endlich mit der Beobachtung loslegen zu können. Nach der ersten Auflockerung kurz nach 10 Uhr - ich hatte wegen eines Rauchmeldertauschtermins einen Tag Urlaub nehmen müssen - zeigte sich die Sonne erstmals für länger, nur konnte ich nicht beobachten, weil die Sonne hinter hohen Bäumen entlang wanderte. 

Kurz nach 12 Uhr tauchten im Nordwesten die ersten Wolken auf und schoben sich mit mit jeder Minute, die ich darauf wartete, dass unser Tagesgestirn endlich weit genug von der Hauskante entfernt war, ein Stückchen näher. Es wurde zu einem Wettrennen mit der Zeit, denn zwischenzeitlich waren schon einige kleine Wölkchen durchgezogen. Und so musste ich die Weißlichtbeobachtung in der Tat bei mittelmäßigem Seeing mehrfach unterbrechen, um endlich eine vollständige Relativzahl zu bekommen.

Der Komplex aus mehreren Fleckengruppen hatte sich weiter dem Westrand angenähert und die noch gestern zu beobachtenden viele A-Flecken waren heute verschwunden. In Norden fand ich nahe des Westrandes die AR 12324 als B2 und die AR 12325 als H1, Richtung Osten die AR 12333 als B3 und schräg darunter ohne Nummer eine B4. Im Süden konnte ich von der AR 12332 nun nichts mehr finden, während die AR 12331 als D10 die derzeit größte Gruppe auf der Sonne war. Dahinter stand noch die AR 12327 als J1. Insgesamt kam ich auf nur noch 6 Fleckengruppen.

Im H-alpha blieb der Ostrand spannend, denn die große Protuberanz von gestern hatte sich nochmals vergrößert. Eine weitere etwas größere gab es im Nordwesten und eine schräg von der Sonne weggehende genau am Westrand. Am Ende waren es 8 Protuberanzen sowie auf der Oberfläche 14 Filamente und 11 (!) Flaregebiete, die meisten davon rund um die Aktivitätsgebiete im Westen und zwei im Osten. Dann schlug Murphy gnadenlos zu. Erst kamen Wolken, die die Beobachtung beendeten und dann schlug das Fenster von plötzlichem Gegenwind getragen zu und schleuderte das kleine Tischstativ aus dem Fenster im 2. Stock. Gottseidank hatte ich das PST gerade abgebaut und das Stativ landete weich in einem Gebüsch. Danach trat die Zugluft dann trotz weiter geöffnetem Fenster nicht mehr auf …

Donnerstag, 23. April 2015

Sonne am 23.04.2015

Davon ausgehend, dass - wie von der Wettervorhersage angekündigt - die über Mittag beginnende Wolkenauflockerung nur für ein paar Stunden anhalten würde, hoffte ich nicht mehr, am heutigen Tage noch die Sonne nach einen späteren Feierabend beobachten zu können. Es kam aber alles anders, denn die aus Nordwesten heranziehende Wolkenschicht löste sich vor den Toren der Stadt auf, sorgte aber in den höheren und mittleren Luftschichten davor für ein nur mäßiges Seeing. 

Diese vermochte allerdings die Weißlichtbeobachtung nicht durchgängig zu stören, sondern führte nur ab und zu wellenartig für eine schlechte bis sehr schlechte Sicht. Dazwischen kamen aber immer wieder mal gute Momente. Sie waren wichtig für das Erkennen der vielen kleinen Gruppen, die heute in großer Zahl die Sonnenoberfläche bevölkerten. Der Norden zeigte eine höhere Aktivität als der Süden und schickte die AR 12321 als A1, die AR 12325 als H3, die AR 12324 als C8 und davor eine J1 am Westrand ins Rennen, während westlich des Sonnenmeridians eine weitere A1 stand und im Osten die AR 12333 als A1 erschienen war. Der Süden präsentierte sich hingegen mit der 12332 als A1, der AR 12331 als D8, der AR 12327 als H1 und der AR 12329 knapp am westlichen Sonnenrand als vierte A1.

Aufregend wurde danach die Beobachtung im H-alpha, wo man am Ostrand eine sehr große Protuberanz beobachten konnte, die beim GONG H-alpha Network Monitor locker über den Bildrand hinausging. Die beiden etwas größeren Protuberanzen am Westrand waren demgegenüber schon beinahe unscheinbar. Viele kleine Materieerhebungen führten schließlich zur Zahl von 12 dieser Erscheinungen am Sonnenrand. Die Oberfläche wies zudem 16 (!) oft nur sehr kleine Filamente und 10 helle Flaregebiete auf. Nach dem zwischenzeitlichen Tiefpunkt Mitte März ist die Sonnenaktivität wieder in erstaunliche Höhen geklettert.

Mittwoch, 22. April 2015

Sonne am 22.04.2015

Nerven zerrend kann es sein, wenn man tagsüber auf der Arbeit sitzt und hofft, nach Feierabend noch beobachten zu können. Oft genug ist es nur vormittags klar und man hat als Arbeitnehmer schlechte Karten gegenüber anderen Beobachtern. Der Tag begann zwar bewölkt, doch nach und nach lockerte die Wolkendecke auf und nachmittags war der Himmel sogar völlig klar. Das Seeing allerdings war eher schlechte. Heftig wallender Sonnenrand paarte sich mit mitunter verschwindenden Strukturen in den Penumbren.

Gegenüber gestern hatte sich nur wenig verändert. Im Norden war noch ein kleiner Rest der AR 12321 als A1 direkt am westlichen Sonnenrand zu sehen. Dahinter standen die AR 12324 als C9 und die AR 12325 als C5. Von der AR 12330 sah ich indes immer noch nichts. Der Süden zeigte am Westrand die AR 12329 als weitere A1, die AR 12332 ebenfalls. Die ehemals einzelne AR 12331 war nunmehr eingeteilt in die AR 12331 (D8) und die AR 12327 (H1). Direkt am Ostrand erkannte ich dann noch eine A1 mitten in einem Fackelfeld.

Während es im Weißlicht kaum großer Veränderungen gab, tobte im H-alpha das Leben. Am Ostrand war eine sehr große Protuberanz zu sehen, die den Flammen eines Waldbrandes nicht unähnlich sah. Im Nordwesten sah man eine büschelartige und genau im Westen eine schräg aufspritzende Protuberanz sowie fünf weitere, die aber nur sehr klein waren. Die Oberfläche hingegen war gesprenkelt mit Flaregebieten (8 Stück) und 20 Filamenten unterschiedlichster Größe und Form. Das langegroße Filament im Nordosten bestand noch immer. Am faszinierendsten blieb aber die dicke Protuberanz im Nordosten und man durfte gespannt sein, wie die Fleckengruppe darunter aussehen würde, die in den nächsten Tagen um den Ostrand herum kommen sollte.

Dienstag, 21. April 2015

Die Sonne im März 2015

Im März ist die Sonnenaktivität gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen, was sich vor allem an der Zahl der neuen Fleckengruppen ablesen lässt: im Februar waren es nur 15, im März hingegen 22. Unabhängig von der Zahl gewann man aber dennoch den Eindruck, dass die Fleckentätigkeit rückläufig war. Das lag vor allem daran, dass von den 22 neuen Gruppen ein großer Teil auf die kleinen A- und B-Gruppen entfielen. Ansonsten bot sich das gewohnte Bild, das man schon seit mehr als zwei Jahren kennt: Nach Abzug größerer Gruppen geht die Aktivität erst einmal fast auf den Nullpunkt zurück, bevor sich wieder neue Aktivitätszentren bilden. 

So war es auch Anfang März, als in den ersten Tagen konstant jeweils 4 bis 5 Gruppen zu sehen waren, am 5. dann plötzlich aber nur noch zwei. Am 6. waren es dann wieder drei und am 7. nur noch eine. Mit dem Auftauchen der AR 12297 am 7. änderte sich das erst einmal noch nicht. Sie war an diesem Tag noch als recht große H-Gruppe am Ostrand zu sehen gewesen, entpuppte sich danach aber zunächst als eine Region der Waldmeierklasse D mit einer großen Penumbra im hinteren Teil, die später sogar mit Sofibrille auch mit bloßem Auge zu sehen war. Erstaunlicherweise blieb die AR 12297 erst einmal die einzige auf der Sonne sichtbare Fleckengruppe, die sich von Tag zu Tag weiter entwickelte. Am 11. bekam sie zwei Begleiter in Form einer A- und einer B-Gruppe und ab dem 12. nahm die Zahl der Gruppen insgesamt wieder leicht bis auf 6 am 14. zu. 

Am 15., als sie zur Waldmeierklasse E aufstieg, verringerte sich die Gruppenzahl wieder auf 4, um am 16. wieder auf drei abzufallen. Am 18. kletterte die AR 12297 für einen Tag auf die Stufe F und am Tag der Sonnenfinsternis am 20. März war sie bereits um den Westrand herum wegrotiert. Gleichzeitig ging die Zahl der Gruppen insgesamt für ein paar Tage drastisch zurück. Zwar weist die Zeichnung des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe für diesen Tag 5 Gruppen auf, während die NOAA und das SDO-Foto vom gleichen Tag nur drei Gruppen zeigten. Dieser Unterschied ist dem Autor nach eigenen Beobachtungen nicht erklärlich. Während der Sonnenfinsternis waren mir auch nur die noch verbliebene AR 12303 und die AR 12304 sowie eine ganz kleine A-Gruppe aufgefallen. Danach stieg die Aktivität aber rasant an und erreichte am 25. mit 9 Aktivitätszentren ihren Höhepunkt. Am 22. betrat mit der AR 12305 ein würdiger Nachfolger für die AR 12297 die Bühne und wurde zur dominantesten in ihrer Zeit. Schon einen Tag später gehörte sie zur Klasse E, ab dem 27./28. kurzfristig zur Klasse F, um sich danach relativ schnell zurück zu bilden. Am Monatsletzten war sie dann auch nur noch eine einfache D-Gruppe. 

Gegenüber dem Februar lag die Aktivität im Hα diesem Wellenlängenbereich deutlich höher, was aber ausschließlich einem einzigen großen Aktivitätsgebiet zu verdanken war. Am 2. Um 6:39 UT verabschiedete sich die AR 12290 mit einem M1.0- und um 9:48 UT mit einem M1.1-Flare am Westrand. Halb um den Rand herum rotiert schickte sie am dann noch um 15:28 UT einen M3.7 samt CME hinterher. Und so erstaunlich es klingen mag, es war nicht das letzte Lebenszeichen dieser Aktiven Region, denn als sie schon knapp hinter dem westlichen Sonnenrand lag, produzierte sie am 3. um 1:35 UT einen M8.2-Flare. 

Zwei Tage später registrierte das Solar Dynamics Observatory (SDO) um 18:11 UT hinter dem östlichen Rand einen M1.2-Flare, der zur neuen AR 12297 gehörte, die am 8. um 4:57 UT einen M3 erzeugte. Sie sollte zur aktivsten Region des ganzen Monats werden. Am 7. stieg hier ein M9.2-Flare mit Höhepunkt um 22:22 UT samt Typ II (21:57 UT), Typ IV (22:04 UT) und CME auf. So ging es in den nächsten Tagen weiter. Es folgten M-Flares zu Hauf:

09.: 14:33 UT, M4.5
09.: 23:53 UT, M5.8
10.: 03:24 UT, M5.1
11.: 00:02 UT, M2.9
11.: 07:18 UT, M1.8
11.: 07:57 UT, M2.6.

Höhepunkt der Aktivität war jedoch der X2.2-Flare am 11. mit Höhepunkt um 16:22 UT, der verbunden war mit einer Typ II-Radioemission und einem CME, dessen Teilchengeschwindigkeit 1461 km/s erreichte. Dem folgten eine ganze Reihe weiterer M-Flares in großer Zahl. Bedeutsamer war aber ein relativ unscheinbarer C9.2-Flare vom 15.3., der um 2:13 UT aufstieg. Dieser war erdwärts gerichtet und mit einem CME samt sich auflösendem Filament verbunden. Am 17. registrierte der ACE-Satellit im L1 kurz nach 4 Uhr UT einen deutlichen Anstieg der Teilchengeschwindigkeit auf über 500 km/s, die binnen Stunden auf über 600 km/s anstiegen. Das Erdmagnetfeld erhielt einen Volltreffer des Schauers und am Abend gab es kurz nach Mitternacht am 18. das kräftigste Polarlicht seit vielen Jahren zu sehen, das bis weit nach Süden reichte. Pech für Arbeitnehmer, die am nächsten morgen früh raus mussten – wie der Autor – und Glück für Urlauber und diejenigen, die sich die Nacht um die Ohren schlagen konnten. Sie erlebten eine wirklich brillante Polarlichtshow.

Unterdessen ging es im H-alpha munter weiter, denn auch nach diesem Paukenschlag gab die AR 12297 noch keine Ruhe, denn bis zu ihrem Verschwinden am 19. konnten hier noch 9 weitere M-Flares beobachtet werden. Selbst am 20., als sie schon längst über den Westrand der Sonne rotiert war, gab es um 1:33 UT einen C7.9-Flare mit einer Eruption, die locker Sonnendurchmesser erreichte, aber westlich angefeuert wurde und das Erdmagntefeld nicht beeinflusste. 

Vier Tage später entlud sich an der Stelle der AR 12297 noch ein CME, der dieses Mal sogar einen Durchmesser von deutlich mehr als 1,4 Mio. km erreichte. Am Morgen des 27. wurde nahe des Ostrandes noch eine sehr große Eruption bemerkt, die zumindest in den Polargebieten bzw. rund um den in Kanada liegenden geomagnetischen Pol der Erde für eindrucksvolle Polarlichter sorgte. Darüber hinaus wurden am 22. und am 29. mehrere Koronalöcher registriert, die ebenfalls für einen Anstieg von Teilchendichte und –intensität sorgten.

Sonne am 21.04.2015

Es ist schon eine gewaltige Umstellung, nach nur einer Woche Urlaub erst wieder nach Feierabend beobachten zu können, mit dem Risiko, am Ende keine Beobachtung zu bekommen, weil man auf der Arbeit war. Der erste Tage endete dann aufgrund von Überstunden auch relativ späte, sodass ich das Beste des Tages natürlich wieder verpasste, weil ich nicht beobachten konnte.

Im Weißlicht hatte sich das Geschehen weitgehend an den Westrand verlagert. Die AR 12322 stand im Norden genau an diesem Sonnenrand und war als J1 zu sehen, von der AR 12321 nur eine J1 übrig, über der die AR 12326 als A1 zu finden war. Die AR 12324 war eine D8 und die AR 12325 eine C6. Laut NOAA wurde noch eine AR 12330 gesehen, von der ich aber nichts fand. Auf der Südhalbkugel stand die AR 12327, die ich als zwei Gruppen ansah: eine H1 und eine D6. Dazu kam eine B2 ohne NOAA-Nummer und am Westrand die AR 12329 als dritte J1. 

War ich den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein im Büro und machte Überstunden, kamen zu meiner Beobachtungszeit erst einmal wieder Wolken und störten die H-alpha-Beobachtung. Verpasst hatte ich am Ostrand eine große, eruptive Protuberanz und sah nur noch die kümmerlichen Reste in schwer definierbarer Form, aber immerhin 5 mehr oder weniger kleine Materieansammlungen am gesamten Sonnenrand. Auf der Oberfläche zählte ich 7 Flaregebiete und 10 Filamente, darunter ein großes im Nordosten. Dann kamen wieder Wolken und ich gab, genervt vom ersten Arbeitstag, auf.

Montag, 20. April 2015

Sonne am 19. und 20.04.2015

Am Abreisetag noch eine letzte Sonnenbeobachtung auf der Sternwarte Kirchheim, wieder bei allerbestem Wetter und exzellentem Seeing.

Im Weißlicht hatte sich die Zahl der Flecken schon gestern deutlich erhöht. Von der AR 12322 war nichts mehr zu sehen, dafür unterhalb davon eine B5 entstanden. Die AR 12321 hatte jetzt fast alle Penumbren verloren, war aber weiterhin eine F-Gruppe, nunmehr mit 27 Flecken, wahren die AR 12326 nur noch eine A1 war. Die AR 12324 gehörte auch heute zur Klasse C mit 9 Flecken und die AR 12325 war eine C6, während die AR 12327 weiter eine J1 war. Dazu kamen unter der AR 12325 eine nummernlose A1 und eine neue B5 ohne Nummer unter der AR 12321.

Im H-alpha fand ich am Sonnenrand lediglich drei Protuberanzen, dafür 10 helle Flaregebiete, die schön entlang des Sonnenäquators positioniert waren (sowie einige außerhalb davon) und 9 Filamente, die aber meiste nur klein und unauffällig, waren. Nur drei waren größer und eines ragte über den Sonnenbrand hinaus.

Wieder zu Hause angekommen, konnte ich zwar auf dem Dachboden durch ein kleines Fensterluk beobachten, aber der Unterschied war schon dramatisch. In Kirchheim einen völlig freien Himmel über sich zu haben, zu Hause aber nur kleine Himmelsabschnitte, wo ich mich mit umliegenden Häusern und Bäumen auseinander setzen muss, wenn mir eine Beobachtung gelingen soll.

Sehr unterschiedlich war denn auch das Seeing: in Kirchheim sehr gut, hier wieder mies, nach der Kiepenheuer-Skala Ruhe 4 und Schärfe zwischen 3 und 4 (entschied mich für 3, weil es Momente etwas besserer Luft gab).

Überdies gab es beinahe schon dramatische Unterschiede. Die AR 12321 war binnen zweier Tage völlig in sich zusammengebrochen und in zwei Teile zerfallen, die ich als J1 und B4 klassifizierte. Die AR 12322 war nur noch eine B5, die AR 12324 eine C10 und die AR 12325 schräg darunter eine C6, dazu kam noch eine nummernlose B2. Soweit das Geschehen im Norden. Im Süden standen die AR 12327 als J1 und die AR 12329 als B5.

Das schlechte Seeing störte die H-alpha-Beobachtung ganz empfindliche und ich hatte große Mühe, die drei kleinen Protuberanzen am Sonnenrand zu erkennen. Besser lief es mit den 8 Flaregebieten und den 8 Filamenten. Durch das Urlaubende werden nun die Beobachtungen wieder rarer, weil ich nicht mehr jede sich bietende Gelegenheit nutzen kann, vor allem nicht am frühen Morgen.

Samstag, 18. April 2015

Sonne am 18.04.2015

Frührmorgendliche Sonnenbeobachtungen haben viele Vorteile. Einer besteht darin, dass nach einer kühlen Nacht das Seeing ausgesprochen gut sein kann, so wie an diesem Tag. Sonnenrand und Oberfläche waren sehr ruhig und viele Details in den Gruppen wurden sichtbar.

Die AR 12321 war im Zerfallen begriffen. Von der Gesamtausdehnung her immer noch zur Waldmeierklasse F gehörend (oder war es doch eher eine E?) hatte sie ihre Penumbren weitgehend verloren, wies aber immer noch 23 Einzelflecke auf. Die AR 12326 hingegen war nur noch ein trauriger Rest und als solcher als B5 zu klassifizieren. Dahinter war immer noch die AR 12324 mit ihrer faszinierenden penumbralen Doppelstruktur zu sehen und eine C11. Die AR 12325 hatte ein paar ihrer kleineren Flecken verloren, war aber weiter eine C-Gruppe mit nunmehr 5 Flecken, wobei sich zwei davon innerhalb einer Penumbra aufhielten. Die AR 12327 am Ostrand war auch heute eine J1. Interessant wurde es erst, als ich den Sonnenrand nach Fackelfeldern absuchte und dabei noch zwei kleine Grüppchen am Westrand fand: eine A1 und eine B5. Sozusagen mit dem letzten Blick entdeckte ich dann vor der AR 12321 eine B3. Hier machte sich das sehr gute Seeing an diesem Morgen bemerkbar, die kleinen Gruppen wären mir sonst entgangen. Alle Gruppen gehörten übrigens zur Nordhalbkugel, der Süden war fleckenfrei.

Im H-alpha kamen die Strukturen auch sehr gut heraus. Im Nordwesten konnte man sehen, dass dort ein Filament direkt in eine Protuberanz überging, die die Form eines kleinen Busches hatte. Am Ostrand gab es ebenfalls ein Filament, dass in seiner Fortsetzung zu einer Protuberanz wurde, was wenig verwundert, denn es handelt sich in beiden Fällen um die gleiche Erscheinung. Insgesamt zählte ich 7, vorwiegend kleine, Protuberanzen am Sonnenrand. Die Oberfläche schien mit Flargebieten gesprenkelt zu sein. Ich kam auf 9 Stück, die meisten nach wie vor rund um die AR 12321, wo sich auch einige der interessantestes Filamente in Form kleiner Bögen gebildet hatten. Außer diesen konnte ich nur im Norden ein etwas größeres Filament erkennen, deren Zahl heuer 8 betrug. Weite Teile der Südhalbkugel waren - analog zur Aktivität im Weißlicht -vollkommen erscheinungsfrei.

Freitag, 17. April 2015

Sonne am 17.04.2015

Wenn der Tag mal nicht ganz so sonnig beginnt, wie erhofft, ist das im Urlaub kein Problem, anders, als wenn man Termine hat oder arbeitsbedingt gerade in dem Moment zu Hause ankommt, wenn das letzte Wolkenloch verschwindet.

Ein einzelner, von West nach Ost verlaufender Wolkenstreifen musste erst abziehen, damit ich mit der Beobachtung beginnen konnte. Dafür war das Seeing teilweise sehr gut und ließ viele Details in den Fleckengruppen erkennen. Im Weißlicht war auf der Südhalbkugel am Ostrand eine neue Gruppe zu sehen, die ich als J1 einstufte. 

Ansonsten war diese Hemisphäre fleckenfrei, während alle anderen Aktiven Regionen im Norden zu sehen waren. Angefangen mit der AR 12325, die ich für eine C4 hielt. Die AR 12324, schräg darüber, war eine D14, die in der mittleren Penumbra eine schöne Lichtbrücke aufwies. Die schon gestern von mir beobachtete Abspaltung von der AR 12321 hatte nun auch eine eigene NOAA-Nummer bekommen (12326) und war eine C11. Zur Klasse F (mit 20 Flecken) zählte die AR 12321 aber trotz der Teilung weiterhin, wenn auch nur aufgrund ihrer Längsausdehnung, denn die Penumbren der Gruppe waren inzwischen deutlich kleiner geworden. Sie zeigte überdies ebenfalls einige Lichtbrücken, was als Hinweis auf eine trotz der Abnahme der Penumbrengröße immer noch hohe magnetische Aktivität des lokalen Magnetfeldes gedeutet werden konnte.

Von der gestern noch schwach zu sehenden AR 12322 sah ich indes ebenso wenig, wie von der nummernlosen A1. Beide hatten sich aufgelöst.

Bis zur H-alpha-Beobachtung musste ich danach eine Pause einlegen, weil erneut ein Wolkenfeld durchzog. Einzelne Wolkenfetzen störten in der Folgezeit weiter die Erkennbarkeit der einzelnen Strukturen, dabei waren diese weiter sehr interessant. Am nordöstlichen Sonnenrand stand immer noch die große Protuberanz von gestern, die aber ihr Aussehen und ihre Ausdehnung verändert hatte. Außer dieser gab es aber nur noch drei weitere Protuberanzen, die wenig spektakulär waren.

Auf der Oberfläche dominierte die Region um die 12321 weiter die Aktivität und umgab sich mit einen ausgedehnten Flaregebiet und das der im Weißlicht verschwundenen AR 12322 war auch immer noch vorhanden. Just zur Beobachtungszeit zeigte sich in der AR 12325 ein Flare, der spannend zu verfolgen war. Beim Zählen, was insbesondere rund um die AR 12321 sehr schwierig war, kam ich auf 7 flareträchtige Bereiche. Von den Filamenten war aber nur wenig zu sehen. Insgesamt 8 Stück waren zu finden, aber nur etwa die Hälfte wirklich groß und auffällig. Weite Teile der Südhalbkugel waren zudem wieder völlig erscheinungsfrei. 

Donnerstag, 16. April 2015

Sonne am 16.04.2015

Ein weiterer sonniger Tagesbeginn im Thüringer Land und ein weiteres Mal konnte ich direkt nach dem Aufwachen mit der Sonnenbeobachtung beginnen, die wieder ein paar Veränderungen brachte. An der Wettersituation hatte sich nicht viel verändert, nördlich von uns zog ein Wolkenband durch, deren südliche Ausläufer auch über der Sternwarte zu sehen waren, die Beobachtung aber nur teilweise wirklich zu stören vermochten. Das Seeing war nicht ganz so gut, wie in den vergangenen Tagen, aber für einige wenige wirklich gute Momente reichte es vollkommen aus.

Der erste Blick im Weißlicht fiel natürlich auf die AR 12321. Von ihr hatte sich seit der letzten Beobachtung Teil im nachfolgenden Bereich abgespalten, den ich als C5 klassifizierte, sie selbst war eine F20. Die AR 12324 zeigte ebenfalls deutliche Veränderungen und war nunmehr eine D8. Endlich hatte sie eine NOAA-Nummer erhalten, wie auch die zweite „Neue“, die nun die AR 2325 war. Ein Fackelfeld genau am Ostrand täuschte das Vorhandensein eines kleinen Flecks vor, den ich aber auch auf SDO-Aufnahmen nicht finden konnte. Schwierig zu erkennen war - wie schon gestern - die AR 12322, die ich noch als B2 einstufen konnte. Von der AR 12323 meinte ich exakt am Westrand noch einen Weinfleck zu sehen, den ich als A1 wertete. Schräg darüber erkannte ich dann noch mehrmals blickweise eine zweite A1. Da ich sie stets wieder fand, konnte ich davon ausgehen, dass sie real war.

Inzwischen stand die Sonne in einem größeren, wolkenfreien Bereich am Himmel, sodass eine H-alpha-Beobachtung Sinn ergab. Zeitweise waren sogar hochgenaue Beobachtungen der Details möglich und die hatten es wahrlich in sich. Genau am Ostrand in Verlängerung der Position der AR 12321 und der 12322 gab es eine große Protuberanz, südlich davon zwei weitere. Neben vielen kleinen Materieerhebungen kam ich auf 10 dieser Erscheinungen. Fünf helle Flaregebiete - drei davon, die zwischen der AR 12321 und der 12322 wie an einer Kette aufgereiht waren - und 8 Filamente zierten die ansonsten erscheinungsarme Oberfläche der Sonne. Eine deutliche Aufhellung in der AR 12321 zeigte an, dass hier gerade ein Flare am Wirken war. Während sich das alles auf der Nordhalbkugel der Sonne abspielte, war der Süden bis auf zwei Filamente völlig inaktiv.

Mittwoch, 15. April 2015

Sonne am 15.04.2015

Der vorgeblich wärmste Tag der Woche begann mit strahlendem Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und mittelmäßigem Seeing, was die Beobachtbarkeit von Details in den Fleckengruppen am heutigen Tage aber nicht allzu sehr störte. Lediglich die randnahen Regionen zeigten sich aufblähende und wieder zusammenfallende Flecken.

Das Weißlicht zeigte heute nur wenige Veränderungen zu gestern. Die AR 12321 war weiter DIE dominierende Fleckengruppe, allerdings schien sie einen Teil ihrer Flecken ohne Penumbra verloren zu haben. Dennoch kam ich bei ihr auf 21 Einzelflecke,; die Zugehörigkeit zur Waldmeierklasse F galt auch weiterhin. Die beiden randnahen Gruppen hatten seltsamerweise immer noch keine NOAA-Nummer erhalten und so war die auf gleicher Linie hinter der AR 12321 liegende Gruppe eine H11, die eine interessante Doppelstruktur aufwies. Darunter stand die zweite Gruppe ohne Nummer, die seit der letzten Beobachtung einen winzigen Fleck dazubekommen hatte und nun eine C2 war. Die AR 12322 war schwer auszumachen und weitgehend in sich zusammengefallen. Sie war nur noch eine B4 und am Westrand stand die AR 12323 als A1 mitten in einem Fackelfeld.


Eine große Protuberanz im Nordosten war das erste, was ich im H-alpha zu Gesicht bekam, sie wirkte fast wie ein kleines Haus, das man an den Sonnenrand gesetzt hatte. Beim Absuchen des Sonnenrandes fand ich noch eine weitere größere Erhebung im Südosten, während die restlichen 7 entweder kaum über den Rand kam oder eher mittelprächtig groß waren und am Westrand standen. Auf der Oberfläche war die Aktivität ein wenig zurück gegangen. Zwar gab es im Bereich der AR 12321 gleich mehrere hochaktive Flaregebiete und auch die AR 12322 - von der im Weißlicht so gut wie nichts mehr zu sehen war - umgab noch eines und ich kam beim Zählen am Ende auf 8 helle Bereiche, aber nur auf 5 Filamente (zwei davon waren aber durchaus beeindruckend). Weite Teile des südöstlichen Quadranten der Sonne und die beiden Polregionen waren völlig erscheinungsfrei. Die Aktivität konzentrierte sich in der Hauptsache auf den Bereich, wo die drei nun nicht mehr ganz so neuen Gruppen standen. Insbesondere was die großen Gruppen angeht, so besteht die berechtigte Hoffnung auf Eruptionen und CMEs und ein damit verbundenes Polarlicht. Aber da muss man wie immer erst einmal die weitere Entwicklung abwarten, schließlich gab es schon mehrere große Regionen in diesem Zyklus, die im H-alpha nahezu inaktiv waren. 

Dienstag, 14. April 2015

Sonne am 14.04.2015

Spannend wird es derzeit mit der Sonnenaktivität und just an diesem Morgen war es nach dem Aufwachen nicht sonnig. Anfangs war der Syph dominierend, dann kamen aus Westen Wolken heran. Zumindest konnte ich aber das Geschehen im Weißlicht erfassen. 

Die AR 12321 hatte sich etwas verändert. Die Anordnung ihrer Flecken war nicht mehr kreuz-, sondern pfeilförmig mit einer nach Westen ausgerichteten Spitze. Zurück gegangen war dabei auch die Zahl ihrer EInzelflecke, von denen ich heute nur noch 14 vorfand.  Dahinter war eine neue Gruppe um den Ostrand herumgekommen, die ich als H2 klassifizierte, südwestlich davon stand eine H1 direkt am Rand. Mit Sicherheit waren das noch nicht die letzen Gruppen, die wir in diesen Tagen zu Gesicht bekommen werden. Vor der AR 12321 stand weiter die AR 12322, die ich als C2 klassifizierte. Von den beiden Aktiven Regionen 12323 und 12320 hieß es nun, Abschied zu nehmen. Erstere war noch eine C2, letztere eine A1. Genauere Beobachtungen waren zunächst nicht mehr möglich, denn jetzt schlugen die Wolken endgültig zu und ließen keinen Blick auf die Sonne mehr zu.

Rund anderthalb Stunden später war die störende Wolkenschicht wieder abgezogen und ich konnte meine bisherigen Beobachtungen verifizieren. Eine Nachbeobachtung, wenn man sich nicht sicher ist, kann immer sinnvoll sein. So erging es mir heute, als ich bei freier Sicht auf die Sonne plötzlich bemerkte, eine Fleckengruppe übersehen oder zumindest nicht richtig beobachtet zu haben: die AR 12321 wies jetzt 19 Flecken auf, die AR 12322 nunmehr 7 und die vormals als H2 definierte randnahe Gruppe war in Wirklichkeit eine H 6. Bei den anderen Gruppen registrierte ich keine anderen Parameter als bei der ersten Beobachtung.

Die H-alpha-Beobachtung wurde durch ein neuerliches Wolkenfeld stark beeinträchtigt und ich musste geraume Zeit ausharren, bis ich endlich auch in dieser Wellenlänge beobachten konnte. Quasi über Nacht gab einen kleinen Aktivitätsschub, vor allem am Ostrand, wo ich die meisten der insgesamt 15 Protuberanzen fand. Auf der Oberfläche dominierte vor allem die 12321, die gleich mehrere Flargebiete an sich gebunden hatte. Ein weiteres umgab immer noch die AR 12322, während am Westrand und nahe des Sonnenmeridians  nur wenige zu sehen waren. Drei große und 9 kleine Filamente rundeten ein etwas zweifelhaftes Bild ab. Was sich nach höherer Aktivität anhörte, konzentrierte sich lediglich auf ein paar Aktivitätsgebiete. Weite Teile der Sonne waren - abgesehen von diesen Zentren - erscheinungsfrei!


Montag, 13. April 2015

Sonne am 13.04.2015

Thüringen sollte am heutigen Vormittag eigentlich einen völlig bedeckten Himmel über sich haben. Glücklicherweise sah es nach dem morgendlichen Duschen etwas anders aus, sodass ich gleich mit einer Beobachtung starten konnte. Das Seeing war angesichts der spontanen Wolkenlücke ausgesprochen gut. Gespannt war ich auf die Weiterentwicklung der neuen großen Gruppe und wurde nicht enttäuscht: Die AR 12321 war nun zur Gänze sichtbar und wies eine Art kreuzförmige Struktur auf, sodass ich sie als eine einzelne Gruppe ansah, die ich nicht weiter unterteilte und sie als F 25 klassifizierte. 

Problematisch dabei war ihre wirre Struktur, die keinen wirklichen p- und keinen f-Teil erkennen ließ. Daher wäre die Unterteilung in weitere Gruppen ebenfalls ein großes Problem und vor allem reichlich willkürlich. Ohnehin ist die Klassifikation eher Geschmacksache des jeweiligen Beobachters. Für die Bildung der Sonnenfleckenrelativzahl ist vor allem die richtige Gruppeneinteilung wichtig und nur für Parameter wie die Becksche Relativzahl oder den norwegischen CV-Index entscheidend.

Die AR 12322 davor war eine D2 und hatte einige ihrer Flecken verloren. Beide Gruppen gehörten zur Nordhalbkugel, während im Süden die schon sehr randnahen Regionen 12323 als D8 und die AR 12320 als C5 zu sehen waren. 

Kaum erschienen, machte die Region 12321 auch im H-alpha auf sich aufmerksam. Ihre gesamte Fläche war von hellen Flaregebiete umrahmt und genau zu meiner Beobachtungszeit ging in der AR 12322 ein Flare hoch. In der vergangenen Nacht 

Gestern hatte es hier mit Höhepunkt um 9:49 UT einen M1.1-Flare gegeben und vorgestern um 2:41 UT einen C4.7-FlareWie wir im März gelernt haben, muss es ja nicht immer ein X-Flare sein, um hierzulande Polarlichter zu sehen. Allerdings hatten bis dato die Ausbrüche der neuen Gruppe noch keine erdwärtsgerichtete Komponente, oder gar einen CME im Gepäcke, was sich aber in den nächsten Tagen ändern wird, wenn sie weiter auf die Sonnenscheibenmitte zurotiert.

Nicht übersehen wurden bei der Beobachtung die 10, zumeist kleinen Protuberanzen am Sonnenrand - je eine am Ost- und eine am Westrand waren etwas größer - und die 9 Filamente, die einige interessante Strukturen aufwiesen.

Sonntag, 12. April 2015

Sonne am 12.04.2015

Nach der ersten - bewölkten - Nacht auf der Kirchheimer Sternwarte startete der Tag stark dunstig, was in meinem klieinen 80/400er Refraktor zu einem sehr ruhigen und kontrastreichen Bild führte. Im Gegensatz zu den üblichen Hamburger Bedingungen hatte der Dunst hier eine deutliche Bildverbesserung zur Folge.

Bereits gestern hatte sich ein Wiederanstieg der Sonnenaktivität im Weißlicht abgezeichnet. Dieser - natürlich kurzfristige - Trend setzte sich heute fort. Im Norden konnte ich die AR 12318 zwar nicht mehr finden, dafür war die neue AR 12321 etwas weiter herumgekommen und offenbarte eine ulkige Struktur, die schwer zu beschreiben war und aus einem langen Strich mit Flecken in der Umgebung zu bestehen schien. Ich klassifizierte sie als D8, weil die wahre Größe der Gruppe aufgrund ihrer randnahen Position noch nicht vernünftig abschätzbar war. 

Aus guten Grund werden Fleckengruppen, die weniger als 10° Abstand zum Sonnenrand haben, bei der Positionsbestimmung nicht berücksichtigt. Randverdunklung, aber mehr noch die perspektivische Verkürzung, führen an dieser Stelle oft zu Fehlinterpretationen, weswegen man meist eine einigermaßen sinnvoll erscheinende Gruppeneinteilung wählt. Ziel dabei ist, die jeweilige Gruppe bei der Bestimmung der Wolfschen Relativzahl trotz der noch unklaren Situation trotzdem zu erfassen.

Auf den hochaufgelösten Satellitenaufnahmen von SOHO konnte man erahnen, dass bei dieser Gruppe das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht war und es noch einiges hinter dem Ostrand gab, das sich in den nächsten Tagen zeigen würde. Den südlich davon abgesetzten einpoligen Fleck sah ich getrennt von der Gruppe und stufte sie als J1 ein. Vor der AR 12321 lag noch die - ebenfalls gestern erstmals sichtbare - AR 12322, eine B3.

Im Süden war von der AR 12320 nurmehr ein kläglicher Rest übrig geblieben, den ich als C7 klassifizierte. Die in sie gesteckte Erwartung, zu einer weiteren großen Gruppe zu werden, hatte sie nicht erfüllt. Dahinter hatte sich in den Stunden seit der letzten Beobachtung eine weitere kleine Gruppe gebildet, die AR 12323, die ich ebenfalls für eine B3 hielt.

Notleidend war dagegen die Beobachtung im H-alpha. Das PST zeigte anfangs nur ein sehr flaues und kontrastarmes Bild, das sich erst im Laufe der Zeit etwas verbesserte. Beeinträchtigend wirkte hier vor allem der starke Dunst, der erst nach und nach Details offenbarte. So entdeckte ich am Sonnenrand gerade mal 4 magere Protübchen sowie auf der Oberfläche 6 Flaregebiete, und 10 Filamente. Viel Kleinkram, zwei strichförmige und zwei etwas dickere Filamente waren darunter, aber auch zwei aktivere Gebiete in den Regionen 12321 und 12322, wo gerade zwei Flares zu sehen waren. Besonders erstaunlich war der Flare in der AR 12322, die im Weißlicht nur als B3 zu sehen war, hier aber eine deutlich höhere, lokale, Aktivität zeigte. Und schon jetzt zeigte auch die neue große Gruppe sehr helle und komplizierte Strukturen. Von dieser Gruppe ist derzeit für die nächsten Tage einiges zu erwarten, obwohl sie vor ihrem Erscheinen keine von ihrem Magnetfeld gestützte Protuberanz gezeigt hatte.

Samstag, 11. April 2015

Sonne am 11.04.2015

Am heutigen Morgen ging es mal wieder auf eine Astroreise nach Kirchheim, sodass ich zunächst nicht am angestammten Ort beobachten konnte. Je weiter wir Thüringen kamen, desto schlechter wurde zunächst das Wetter. Auf der Sternwarte angekommen war der Himmel weitgehend bewölkt, aber es zeigten sich in Richtung Norden schon mal große, wolkenfreie Gebiete. Daher ging es nach dem Auspacken erst einmal zum Einkauf nach Rudisleben. Wieder zurück auf der Sternwarte war der Himmel zwar weitgehend klar, aber aus Richtung Südwesten kam eine dicke Wolkenfront heran.

Schnell das Fernrohr aufgebaut und mit dem üblichen Objektivsonnenfilter versehen, musste ich mich mit der Beobachtung schon sehr beeilen. Das Seeing war ausgesprochen gut. Im weißlicht zeigte sich als erstes die AR 12320 als D9 - sie hatte weitere Flecken verloren. Die AR 12318 war wieder nur als schwer zu findende Ansammlung von kleinen Flecken zu finden. Ich stufte sie wieder nur als B5 ein. Hinter der AR 12320 lag eine kleine B3 ohne NOAA-Nummer.

Neues gab es dagegen am Ostrand: Zwei anscheinend größere Fleckengruppen waren hier teilweise aufgetaucht, eine D11 und eine J1. Hier dürften die kommenden Tage spannend werden. Kurz bevor die Wolkenfront heran war, entdeckte ich vor der großen neuen D-Gruppe noch eine B3. Leider war danach keine Beobachtung im H-alpha mehr möglich.

PS: Gegen Abend kam die Sonne doch noch mal aus dem Gewölkes heraus und ich konnte einen kurzen Blick auf die H-alpha-Sonne werfen. Diese war aber fast erscheinungsfrei. Am Westrand gab es zwei Protuberanzen und eine am Ostrand, wo ein Filament über den Rand hinaus ragte. Außer 5 Flaregebieten -  zwei Flares waren gerade direkt am östlichen Sonnenrand bzw. an der Position der kleinen B-Gruppe aktiv - sah ich noch 8 Filamente inkl. eines im Nordwesten, das dreidimensional daherkam. Das Seeing war während der Beobachtung ziemlich gut. Leider beendeten dann sehr bald weitere Wolkenbänke die Beobachtung.

Freitag, 10. April 2015

Sonne am 10.04.2015

Der Morgen begann sehr dunstig, was eine sehr ruhige Luft nach sich zog, ähnlich der Sonnenfinsternis am 20.03.2015, und die Beobachtung feinster Details ermöglichte, wenn auch die Helligkeit der Sonne im Okular durch den Dunst stark herabgesetzt war.

Wenige Stunden nach der letzten Beobachtung hatte sich die AR 12320 im Süden stark verändert und den östlichen Teil der Gruppe fast völlig verloren. Durch ihre nunmehr gebogen erscheinende Form mit zwei mehr oder weniger deutlich voneinander getrennten Zentren - es war aber eigentlich nur der übrig gebliebene f-Teil - klassifizierte ich sie als D14. Die AR 12318 war kaum noch zu erkennen. Erst mit dem zweiten Blick erkannte ich an der Stelle, wo sie sein müsste, eine Anhäufung von irgendwas, das ich als B5 einstufte. Aber auch nur, um einen halbwegs vernünftigen Wert ermitteln zu können. Im Grunde war es ein reiner Schätzwert. Die auf einigen Satellitenbildern des SDO oder von STEREO erkennbaren kleinen Flecken im Osten, die bislang auch keine NOAA-Nummern erhalten haben, konnte ich nichts erkennen.

Im H-alpha hatte die Zahl der Protuberanzen zwar abgenommen, doch noch immer stand die dicke Ansammlung von gestern sowie vier weitere stoisch am Westrand, während ich im Osten nur noch drei weitere fand, eine davon mit dem Aussehen einer Pyramide. Fünf helle Flaregebiete - eines gerade aktiv im Einflussbereich der AR 12320 - und 11 zumeist wenig beeindruckende Filamente zierten die Oberfläche der Sonne, wobei die Polregionen abermals völlig erscheinungsfrei waren.

Donnerstag, 9. April 2015

Sonne am 09.04.2015

Obwohl die Wettervorhersage einen bewölkten Nachmittag prognostiziert hatte, schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel herab. Gut für eine Sonnenbeobachtung, wenn das Seeing nicht so schlechte gewesen wäre. Der Rand war in ständiger, aber nicht unbedingt heftiger, Bewegung, Oberflächendetails aber nur sehr schwer auszumachen.

Im Weißlicht zeigte sich die AR 12318 im Norden stark gerupft. Eine Penumbra war nicht mehr zu erkennen, weswegen ich sie als B5 klassifizierte. Ebenfalls Federn lassen musste die AR 12320 im Süden. Aufgrund ihrer Längsausdehnung war sie zwar immer noch der Waldmeierklasse E zuzuordnen, doch hatten ihre Penumbren klar an Volumen verloren. Die Hoffnung, einen Teil der Gruppe auch mit Sofibrille und bloßem Auge zu erkennen, erfüllte sich nicht. Nur noch die Penumbra im f-Teil war ein wenig größer als der Rest, aber das genügte nicht für eine A-Beobachtung.

Im totalen Gegensatz dazu befand sich die Aktivität im H-alpha. Hier waren am Sonnenrand 11 Protuberanzen zu finden. Am Westrand standen gleich ein ganzes Konglomerat an Bögen, die doch ziemlich stark an das Geflecht von Büschen erinnerte, und eine weitere, pyramidenförmige, Erhebung, während am Ostrand gleich 5 Protuberanzen gezählt werden konnten. Eine von ihnen hatte eine etwas wirre Struktur während eine andere hier direkt am Übergang zwischen Filament und Protuberanz zu sehen war. Neben fünf eher schwächlich wirkenden Flaregebieten, fand dich hier noch 12 Filamente, wobei eines nahe des Westrandes dreidimensional wirkte. Weiterhin waren die beiden Polgebiete der ohne auch am heutigen Tage erscheinungsfrei. 

Mittwoch, 8. April 2015

Sonne am 08.04.2015

Nach einem Ausfalltag aufgrund des Durchzugs eines Tiefdruckgebietes ist die Sonnenaktivität wieder übersichtlicher geworden. Leichtes Gewölk störte zwar die Beobachtung, dafür war das Seeing nicht berauschend, aber man konnte problemlos die beiden einzigen Gruppen im Weißlicht finden. Im Norden war die AR 12318 als C9 zu finden, im Süden die AR 12320 als E22. Sie hatte sich gegenüber der letzten Beobachtung ein wenig verändert, war länger geworden und hatte ein paar zusätzliche Penumbren erhalten. Weitere Gruppen waren nicht zu sehen.

Etwas lebhafter war dagegen die Sonne im H-alpha: am Westrand stand nur eine längere Protuberanz, im Osten dagegen drei helle, eine büschelartige und sowie drei kleine Erhebungen. Vier helle Flaregebiete, von denen zwei mit den beiden Aktiven Regionen assoziiert waren und 12 Filamente bildeten das Zählergebnis in dieser Wellenlänge. Das zweite große Filament war verschwunden, das erste hatte sich am 5. mit einer spektakulären Eruption verabschiedet. Erwähnenswert wäre noch ein schönes Bogenfilament inmitten der AR 12320. Ansonsten waren auch heute wieder die beiden Polgebiete völlig erscheinungsfrei.

Montag, 6. April 2015

Sonne am 06.04.2015

Gegenüber der gestrigen Beobachtung zeigten sich heute nur geringe Veränderungen. Vor allem das Seeing war um Längen besser geworden, der Rand wallte nicht mehr so heftig und auch auf der Oberfläche traten feine Details in den Gruppen besser hervor. Bestenfalls verharrte die Aktivität an diesem Ostermontag auf dem gleichen Niveau wie am Vortag. Noch immer war der Himmel zum Beobachtungszeitpunkt wolkenlos, doch kurz danach kamen aus Richtung Norden wieder die bekannten Störenfriede heran.

Im Weißlicht waren 4 Gruppen zu sehen. Die AR 12317 am Westrand als A1, auf der Osthälfte im Norden die AR 12318 aus sehr langgezogene C5 und im Sünden die AR 12320 als D 14. Sie hatte sich merklich vergrößert, ein paar kleinere Flecken dazubekommen und die hintere Penumbra sah aus wie ein Haken. Bei der AR 12319 wurde es spannend. Richtig „sehen“ konnte ich sie immer noch nicht, allerdings fand ich an ihrer Position „etwas“. Auch bei mehrmaligem hin-, weg- und wieder hingucken. Die Gruppe lag knallhart an der Auflösungsgrenze meines Refraktors. Da dort erkennbar war zu sehen war, klassifizierte ich sie als B2, auch wenn das vielleicht nicht ganz richtig war, aber so konnte ich die Gruppen „irgendwie“ mit in meine Relativzahl einfließen lassen. Es war das schlechte Seeing, das gestern eine Erfassung der Gruppe unmöglich machte.

Im H-alpha war zwar ein wenig mehr los, als im Weißlicht, berauschend war es aber auch nicht. Am Ostrand fand ich drei nette Protuberanzen sowie eine klitzekleine im Westen. Flaregebiete gab es nur rund um die beiden Aktivitätsgebiete AR 12318 und 12320 - bei letzterer wesentlich ausgedehnter als die Gruppe im Weißlicht erschien - sowie 10 Filamente. Das eine große hatte sich weit dem Westrand genähert und dürfte in ein bis zwei Tagen eine schöne Protuberanz abgeben. Die restlichen waren eher von mittlerer Größe, nett anzusehen, aber nicht wirklich spektakulär. Überdies waren auch heute wieder die beiden Polregionen der Sonne erscheinungsfrei. 

Sonntag, 5. April 2015

Sonne am 05.04.2015

Für einen Ostersonntag ungewöhnlich früh wach geworden, begab ich mich schon kurz vor 8 Uhr auf den Dachboden und musste feststellen, dass die Sonne noch gar nicht hinter dem Nachbarhaus aufgegangen war. So konnte ich nach dem Aufbau meiner Gerätschaften langsam die Sonne hinter den Dachziegeln des Hauses hervorkriechen und dabei auch die aktuellen Fleckengruppen auftauchen sehen. Anfangs mit fürchterlichem, danach mit relativ miesem Seeing. Der Rand war in ständiger Bewegung und die Oberflächendetails blubberten so vor sich hin. Erst einige Minuten später legte sich das weitgehend.

Im Unterschied zu gestern hatten nun alle Gruppen eine NOAA-Nummer erhalten, es waren aber nicht mehr alle zu erkennen. Die AR 12317 stand auf der Nordhalbkugel nah am Westrand in einem Fackelfeld und war nur noch eine J1. Ebenfalls im Norden zu finden war die AR 12318, eine aus drei Teilen bestehende D-Gruppe mit 7 Flecken. Schräg darunter, auf der Südhalbkugel, war die AR 12320 zu finden, eine ganz nette D8. Von der AR 12319, gestern noch als B2 zu erkennen, fand ich heute nichts mehr. Das mag auch am Blubberseeing gelegen haben, aber auch mehrmaliges Anfahren der Position mit dem Auge brachte keinen Erfolg. Vielleicht würde was bei ruhigerer Luft gehen, aber nicht bei den Bedingungen zu früher Stunde.

Erschreckend schwach war nun auch die Aktivität im H-alpha: lediglich am Ostrand gab es zwei etwas größere und eine kleine Protuberanz. Nur 5 kleine Flaregebiete, drei davon in der Umgebung der Aktiven Regionen und 7 Filamente konnte ich finden. Von den beiden langen Strukturen hatte sich eines aufgelöst und das andere wirkte wie ein auf die Seite gelegtes Viadukt. Der Rest war eher klein und unscheinbar. 

Samstag, 4. April 2015

Sonne am 04.04.2015

Eine Sonnenbeobachtung noch vor dem Frühstück hatte ich lange nicht mehr. Die derzeitige Hochdruckwetterlage und der höhere Sonnenstand machten es möglich, dass ich unser Tagesgestirn wieder vom Dachboden aus zu früher Stunde erreichen konnte. Dafür war angesichts der -2° Außentemperatur das Seeing nur zeitweise wirklich gut. Dummerweise lief die Sonne auch noch über einen Schornstein hinweg, dessen Ausdünstungen minutenlang keine sinnvolle Beobachtung mehr ermöglichte.

Im Weißlicht machte sich das durch wellenartige Strömungen bemerkbar, die quer durch das Bild liefen. Nach uns nach konnte ich alle Gruppen erfassen, die  zu dieser Zeit (6:10 UT) zu beobachten waren. Da war zunächst wieder die AR 12317, die weiter gen Westen gerückt war und ihre Penumbra im voranschreitenden Teil verloren hatte, weshalb ich sie nur noch als C5 klassifizieren konnte. Fast mittig traf ich ohne Schwierigkeiten auf eine D6, die noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte, wie die namenlose B2 in Richtung Ostrand. Auffällig auch die AR 12318, etwa auf gleicher Höhe der AR 12317, nur genau am Ostrand stehend, die ich als C4 klassifizierte. In der Nähe der B2 gab es ein großes Fackelfeld am Ostrand, das ich versuchte, sorgfältig abzusuchen, was angesichts kleinerer Wolken und dem aufsteigenden Rauch aus dem Schornstein nicht einfach war. Ich konnte allerdings nicht genau erkenne, ob sich da noch eine kleine Gruppe „versteckte“. Wenn, dann lag sie unterhalb des Auflösungsvermögens meines kleinen 80/400er Refraktors oder knapp darüber. Das Seeing verhinderte jedoch eine einwandfreie Sichtung.

Der Anblick im H-alpha erschreckte mich zunächst ein wenig, denn außer einer hellen, vermatschten Scheibe sah ich nichts. Grund war wieder der Rauch aus dem Schornstein, der leicht abdriftete und immer wieder ins Bildfeld geriet. Nun hieß es, Geduld zu bewahren, denn gleichzeitig zogen - die einzigen am Himmel zu sehenden - Wolken vor der Sonne vorüber. Als die endlich weg waren, konnte ich mit einer nahezu störungsfreien Beobachtung beginnen. Leider hatte sich die Protuberanz im Südwesten weitgehend aufgelöst, es stand dort nur noch ein erst in Form eines angespitzten Bleistiftes. Im Nordwesten war denn auch noch eine kleine Protuberanz erkennbar sowie vier kleinere am Ostrand. Auf der Oberfläche konnte ich drei schwache Flaregebiete sowie immerhin noch 12 Filamente zählen, wobei die beiden im rechten Winkel zueinander stehenden sich langsam auf den Westrand zubewegen. Ein großes, geschwungenes und bis fast an den Ostrand reichendes lag noch im Südosten, während auch heute die Polgebiete wieder erscheinungsfrei waren.

Freitag, 3. April 2015

Sonne am 03.04.2015

Meine Karfreitags-Sonnenbeobachtung konnte ich - erstmals in diesem Jahr - wieder auf dem Dachboden durchführen, da der Tagbogen der Sonne nun wieder lang genug und der Sonnenstand zum Beobachtungszeitpunkt hoch genug lag (7:00 UT). Damit konnte ich auch endlich wieder den nervigen Baum in südöstlicher Richtung umgehen. Der Dachboden wiest zwar nur ein kleines Fenster auf, aber zum richtigen Zeitpunkt passt es, um dadurch auf die Sonne zu schauen. Das Seeing war gut, nur zitterte das Teleskop leicht, bedingt durch die allgemeinen und üblichen, geringfügigen, Gebäudeerschütterungen.

Im Weißlicht gab es leider nicht viel zu sehen, denn nur noch die AR 12317 war zu sehen, alle anderen Gruppen waren um den Westrand herum wegdotiert oder hatten sich aufgelöst. Es stellt sich zum wiederholten Male die bange Frage, ob wir bald den ersten fleckenlosen Tag des Jahres erleben werden.

Im H-alpha hingegen tobte das Leben. Die große, stabförmige Protuberanz am Westrand war dabei, abzuheben. Ein Teil hatte sich bereits gelöst und schwebte scheinbar frei im Weltraum. Abgesehen von einer noch etwas größeren, pyramidenartigen Erhebung im Nordwesten sah ich nur viele, ganz kleine Spitzen über dem Sonnenrand aufragen, die man auch leicht mit Spiculen oder Sprays verwechseln könnte. Die Zahl der Protuberanzen betrug heute 10, gefolgt von 6 eher unauffälligen Flaregebieten und 10 Filamenten auf der Oberfläche. Von letzteren bildeten zwei lange, schmale einen rechten Winkel. Viele Filamente waren allerdings klein und könnten bei falscher Filtereinstellung am PST auch übersehen werden. Zudem waren auch heute die Polgebiete der Sonne wieder erscheinungsfrei. 

Donnerstag, 2. April 2015

Sonne am 02.04.2015

Dank der Sommerzeit bin ich nun wieder in die Lage versetzt - entsprechend gutes Wetter vorausgesetzt - auch bei einem späteren Feierabend noch beobachten zu können, was ich heute genüsslich ausnutzte. Zwar war der Wind immer noch nicht ganz abgeklungen, aber es gab mittlerweile auch wieder etwas längere, ruhige Phasen, in denen ich bei erstaunlich gutem Seeing mir die Sonnenaktivität betrachten konnte.

Im Weißlicht war sie skurriler Weise leicht angestiegen, was aber zum wiederholten Male vielen kleinen Gruppen zu verdanken war. Insgesamt hatte sich das Geschehen weiter nach Westen verlagert, während die gesamte Osthälfte der Sonne fleckenfrei war. Als erstes fiel mir die AR 12317 auf der Nordhalbkugel auf, die heute eindeutig eine D10 war. Gestern war sie noch schwer einzuteilen, weil nicht eindeutig zu erkennen war, ob sie Penumbren ausgebildet hatte oder nicht. Die ersetzlichen Gruppen fand ich eher durch Zufall als durch sofortige direkte Beobachtung. Dadurch fiel mir im die AR 12316 als B2 auf. Sie war hart an der Auflösungsgrenze meines kleinen 80/400er Refraktors und konnte nur ab und zu wirklich gesehen und gehalten werden. Leicht besser sah es da mit den sehr nah am Westrand stehenden restlichen Gruppen aus. Von der AR 12305 war nurmehr nur noch ein Teil der bereits weitgehend um den Sonnenrand herum gewanderten großen Penumbra zu sehen, die ich deshalb als H1 einstufte. Nördlich davon stand die AR 12312 als A2, südlich die AR 12315 als B5. Weitere, auch noch nummernlose, Aktivitätsgebiete vermochte ich nicht zu sehen.

Richtig spannend wurde es dann mit dem PST im H-alpha: am Rand stach die aufrecht stehende Protuberanz im Südosten sofort ins Auge. Nördlich davon befanden sich zwei weitere große, klassisch geformte Materiebögen. Im Osten sah ich zwar nur eine größere Protuberanz, dazu aber viele kleine Erhebungen, sodass ich letztlich auf eine Zahl von 14 kam, selbst bei der Nachzählung, weil mir der Wert anfangs zu hoch erschien. Die Oberfläche zierten 8 Filamente, zwei davon sehr lang und strichförmig sowie 4 mehr oder weniger helle Flaregebiete. Die Polgebiete der Sonne waren dafür auch heute wieder frei von jeglichen Erscheinungen der nun wohl wieder abflauenden Sonnenaktivität.

Mittwoch, 1. April 2015

Sonne am 01.04.2015

Das Phänomen ist nicht neu: einen Tag nach Abzug des Orkantiefs Niklas wehte der Wind heute immer noch in Böen sehr heftig und das war in der Tat auch das größte Problem bei der Beobachtung. Ein bereitgelegter Zettel wurde von der Fensterbank weggepustet, ein Bleistift flog hinterher sowie zwei Plastikkappen und eine meiner Sofibrillen.

Als sich der Wind ein wenig gelegt hatte, konnte ich endlich - bei durchschnittlichem Seeing - mit der Beobachtung beginnen. Im Weißlicht war nur wenig zu sehen. Die AR 12305 stand am Westrand und war eine H1. Südöstlich davon stand die AR 12315 als B4, nordöstlich die AR 12313 als schwach wahrnehmbare A1. Von der AR 12316 war indes nichts zu sehen.

Im H-alpha war die Aktivität viel höher als im Weißlicht. Am Rand sah ich 7 zum Teil recht großflächige Protuberanzen, auf der Oberfläche nur zwei kleine Flaregebiet, dafür aber auch nur 6 Filamente. Eines im Osten war beinahe einen halben Sonnendurchmesser lang und sah auch wie ein Strich, während die beiden Polregionen der Sonne erscheinungsfrei waren.