Donnerstag, 2. April 2015

Sonne am 02.04.2015

Dank der Sommerzeit bin ich nun wieder in die Lage versetzt - entsprechend gutes Wetter vorausgesetzt - auch bei einem späteren Feierabend noch beobachten zu können, was ich heute genüsslich ausnutzte. Zwar war der Wind immer noch nicht ganz abgeklungen, aber es gab mittlerweile auch wieder etwas längere, ruhige Phasen, in denen ich bei erstaunlich gutem Seeing mir die Sonnenaktivität betrachten konnte.

Im Weißlicht war sie skurriler Weise leicht angestiegen, was aber zum wiederholten Male vielen kleinen Gruppen zu verdanken war. Insgesamt hatte sich das Geschehen weiter nach Westen verlagert, während die gesamte Osthälfte der Sonne fleckenfrei war. Als erstes fiel mir die AR 12317 auf der Nordhalbkugel auf, die heute eindeutig eine D10 war. Gestern war sie noch schwer einzuteilen, weil nicht eindeutig zu erkennen war, ob sie Penumbren ausgebildet hatte oder nicht. Die ersetzlichen Gruppen fand ich eher durch Zufall als durch sofortige direkte Beobachtung. Dadurch fiel mir im die AR 12316 als B2 auf. Sie war hart an der Auflösungsgrenze meines kleinen 80/400er Refraktors und konnte nur ab und zu wirklich gesehen und gehalten werden. Leicht besser sah es da mit den sehr nah am Westrand stehenden restlichen Gruppen aus. Von der AR 12305 war nurmehr nur noch ein Teil der bereits weitgehend um den Sonnenrand herum gewanderten großen Penumbra zu sehen, die ich deshalb als H1 einstufte. Nördlich davon stand die AR 12312 als A2, südlich die AR 12315 als B5. Weitere, auch noch nummernlose, Aktivitätsgebiete vermochte ich nicht zu sehen.

Richtig spannend wurde es dann mit dem PST im H-alpha: am Rand stach die aufrecht stehende Protuberanz im Südosten sofort ins Auge. Nördlich davon befanden sich zwei weitere große, klassisch geformte Materiebögen. Im Osten sah ich zwar nur eine größere Protuberanz, dazu aber viele kleine Erhebungen, sodass ich letztlich auf eine Zahl von 14 kam, selbst bei der Nachzählung, weil mir der Wert anfangs zu hoch erschien. Die Oberfläche zierten 8 Filamente, zwei davon sehr lang und strichförmig sowie 4 mehr oder weniger helle Flaregebiete. Die Polgebiete der Sonne waren dafür auch heute wieder frei von jeglichen Erscheinungen der nun wohl wieder abflauenden Sonnenaktivität.

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