Freitag, 3. April 2015

Sonne am 03.04.2015

Meine Karfreitags-Sonnenbeobachtung konnte ich - erstmals in diesem Jahr - wieder auf dem Dachboden durchführen, da der Tagbogen der Sonne nun wieder lang genug und der Sonnenstand zum Beobachtungszeitpunkt hoch genug lag (7:00 UT). Damit konnte ich auch endlich wieder den nervigen Baum in südöstlicher Richtung umgehen. Der Dachboden wiest zwar nur ein kleines Fenster auf, aber zum richtigen Zeitpunkt passt es, um dadurch auf die Sonne zu schauen. Das Seeing war gut, nur zitterte das Teleskop leicht, bedingt durch die allgemeinen und üblichen, geringfügigen, Gebäudeerschütterungen.

Im Weißlicht gab es leider nicht viel zu sehen, denn nur noch die AR 12317 war zu sehen, alle anderen Gruppen waren um den Westrand herum wegdotiert oder hatten sich aufgelöst. Es stellt sich zum wiederholten Male die bange Frage, ob wir bald den ersten fleckenlosen Tag des Jahres erleben werden.

Im H-alpha hingegen tobte das Leben. Die große, stabförmige Protuberanz am Westrand war dabei, abzuheben. Ein Teil hatte sich bereits gelöst und schwebte scheinbar frei im Weltraum. Abgesehen von einer noch etwas größeren, pyramidenartigen Erhebung im Nordwesten sah ich nur viele, ganz kleine Spitzen über dem Sonnenrand aufragen, die man auch leicht mit Spiculen oder Sprays verwechseln könnte. Die Zahl der Protuberanzen betrug heute 10, gefolgt von 6 eher unauffälligen Flaregebieten und 10 Filamenten auf der Oberfläche. Von letzteren bildeten zwei lange, schmale einen rechten Winkel. Viele Filamente waren allerdings klein und könnten bei falscher Filtereinstellung am PST auch übersehen werden. Zudem waren auch heute die Polgebiete der Sonne wieder erscheinungsfrei. 

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