Samstag, 4. April 2015

Sonne am 04.04.2015

Eine Sonnenbeobachtung noch vor dem Frühstück hatte ich lange nicht mehr. Die derzeitige Hochdruckwetterlage und der höhere Sonnenstand machten es möglich, dass ich unser Tagesgestirn wieder vom Dachboden aus zu früher Stunde erreichen konnte. Dafür war angesichts der -2° Außentemperatur das Seeing nur zeitweise wirklich gut. Dummerweise lief die Sonne auch noch über einen Schornstein hinweg, dessen Ausdünstungen minutenlang keine sinnvolle Beobachtung mehr ermöglichte.

Im Weißlicht machte sich das durch wellenartige Strömungen bemerkbar, die quer durch das Bild liefen. Nach uns nach konnte ich alle Gruppen erfassen, die  zu dieser Zeit (6:10 UT) zu beobachten waren. Da war zunächst wieder die AR 12317, die weiter gen Westen gerückt war und ihre Penumbra im voranschreitenden Teil verloren hatte, weshalb ich sie nur noch als C5 klassifizieren konnte. Fast mittig traf ich ohne Schwierigkeiten auf eine D6, die noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte, wie die namenlose B2 in Richtung Ostrand. Auffällig auch die AR 12318, etwa auf gleicher Höhe der AR 12317, nur genau am Ostrand stehend, die ich als C4 klassifizierte. In der Nähe der B2 gab es ein großes Fackelfeld am Ostrand, das ich versuchte, sorgfältig abzusuchen, was angesichts kleinerer Wolken und dem aufsteigenden Rauch aus dem Schornstein nicht einfach war. Ich konnte allerdings nicht genau erkenne, ob sich da noch eine kleine Gruppe „versteckte“. Wenn, dann lag sie unterhalb des Auflösungsvermögens meines kleinen 80/400er Refraktors oder knapp darüber. Das Seeing verhinderte jedoch eine einwandfreie Sichtung.

Der Anblick im H-alpha erschreckte mich zunächst ein wenig, denn außer einer hellen, vermatschten Scheibe sah ich nichts. Grund war wieder der Rauch aus dem Schornstein, der leicht abdriftete und immer wieder ins Bildfeld geriet. Nun hieß es, Geduld zu bewahren, denn gleichzeitig zogen - die einzigen am Himmel zu sehenden - Wolken vor der Sonne vorüber. Als die endlich weg waren, konnte ich mit einer nahezu störungsfreien Beobachtung beginnen. Leider hatte sich die Protuberanz im Südwesten weitgehend aufgelöst, es stand dort nur noch ein erst in Form eines angespitzten Bleistiftes. Im Nordwesten war denn auch noch eine kleine Protuberanz erkennbar sowie vier kleinere am Ostrand. Auf der Oberfläche konnte ich drei schwache Flaregebiete sowie immerhin noch 12 Filamente zählen, wobei die beiden im rechten Winkel zueinander stehenden sich langsam auf den Westrand zubewegen. Ein großes, geschwungenes und bis fast an den Ostrand reichendes lag noch im Südosten, während auch heute die Polgebiete wieder erscheinungsfrei waren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen