Montag, 13. April 2015

Sonne am 13.04.2015

Thüringen sollte am heutigen Vormittag eigentlich einen völlig bedeckten Himmel über sich haben. Glücklicherweise sah es nach dem morgendlichen Duschen etwas anders aus, sodass ich gleich mit einer Beobachtung starten konnte. Das Seeing war angesichts der spontanen Wolkenlücke ausgesprochen gut. Gespannt war ich auf die Weiterentwicklung der neuen großen Gruppe und wurde nicht enttäuscht: Die AR 12321 war nun zur Gänze sichtbar und wies eine Art kreuzförmige Struktur auf, sodass ich sie als eine einzelne Gruppe ansah, die ich nicht weiter unterteilte und sie als F 25 klassifizierte. 

Problematisch dabei war ihre wirre Struktur, die keinen wirklichen p- und keinen f-Teil erkennen ließ. Daher wäre die Unterteilung in weitere Gruppen ebenfalls ein großes Problem und vor allem reichlich willkürlich. Ohnehin ist die Klassifikation eher Geschmacksache des jeweiligen Beobachters. Für die Bildung der Sonnenfleckenrelativzahl ist vor allem die richtige Gruppeneinteilung wichtig und nur für Parameter wie die Becksche Relativzahl oder den norwegischen CV-Index entscheidend.

Die AR 12322 davor war eine D2 und hatte einige ihrer Flecken verloren. Beide Gruppen gehörten zur Nordhalbkugel, während im Süden die schon sehr randnahen Regionen 12323 als D8 und die AR 12320 als C5 zu sehen waren. 

Kaum erschienen, machte die Region 12321 auch im H-alpha auf sich aufmerksam. Ihre gesamte Fläche war von hellen Flaregebiete umrahmt und genau zu meiner Beobachtungszeit ging in der AR 12322 ein Flare hoch. In der vergangenen Nacht 

Gestern hatte es hier mit Höhepunkt um 9:49 UT einen M1.1-Flare gegeben und vorgestern um 2:41 UT einen C4.7-FlareWie wir im März gelernt haben, muss es ja nicht immer ein X-Flare sein, um hierzulande Polarlichter zu sehen. Allerdings hatten bis dato die Ausbrüche der neuen Gruppe noch keine erdwärtsgerichtete Komponente, oder gar einen CME im Gepäcke, was sich aber in den nächsten Tagen ändern wird, wenn sie weiter auf die Sonnenscheibenmitte zurotiert.

Nicht übersehen wurden bei der Beobachtung die 10, zumeist kleinen Protuberanzen am Sonnenrand - je eine am Ost- und eine am Westrand waren etwas größer - und die 9 Filamente, die einige interessante Strukturen aufwiesen.

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