Donnerstag, 16. April 2015

Sonne am 16.04.2015

Ein weiterer sonniger Tagesbeginn im Thüringer Land und ein weiteres Mal konnte ich direkt nach dem Aufwachen mit der Sonnenbeobachtung beginnen, die wieder ein paar Veränderungen brachte. An der Wettersituation hatte sich nicht viel verändert, nördlich von uns zog ein Wolkenband durch, deren südliche Ausläufer auch über der Sternwarte zu sehen waren, die Beobachtung aber nur teilweise wirklich zu stören vermochten. Das Seeing war nicht ganz so gut, wie in den vergangenen Tagen, aber für einige wenige wirklich gute Momente reichte es vollkommen aus.

Der erste Blick im Weißlicht fiel natürlich auf die AR 12321. Von ihr hatte sich seit der letzten Beobachtung Teil im nachfolgenden Bereich abgespalten, den ich als C5 klassifizierte, sie selbst war eine F20. Die AR 12324 zeigte ebenfalls deutliche Veränderungen und war nunmehr eine D8. Endlich hatte sie eine NOAA-Nummer erhalten, wie auch die zweite „Neue“, die nun die AR 2325 war. Ein Fackelfeld genau am Ostrand täuschte das Vorhandensein eines kleinen Flecks vor, den ich aber auch auf SDO-Aufnahmen nicht finden konnte. Schwierig zu erkennen war - wie schon gestern - die AR 12322, die ich noch als B2 einstufen konnte. Von der AR 12323 meinte ich exakt am Westrand noch einen Weinfleck zu sehen, den ich als A1 wertete. Schräg darüber erkannte ich dann noch mehrmals blickweise eine zweite A1. Da ich sie stets wieder fand, konnte ich davon ausgehen, dass sie real war.

Inzwischen stand die Sonne in einem größeren, wolkenfreien Bereich am Himmel, sodass eine H-alpha-Beobachtung Sinn ergab. Zeitweise waren sogar hochgenaue Beobachtungen der Details möglich und die hatten es wahrlich in sich. Genau am Ostrand in Verlängerung der Position der AR 12321 und der 12322 gab es eine große Protuberanz, südlich davon zwei weitere. Neben vielen kleinen Materieerhebungen kam ich auf 10 dieser Erscheinungen. Fünf helle Flaregebiete - drei davon, die zwischen der AR 12321 und der 12322 wie an einer Kette aufgereiht waren - und 8 Filamente zierten die ansonsten erscheinungsarme Oberfläche der Sonne. Eine deutliche Aufhellung in der AR 12321 zeigte an, dass hier gerade ein Flare am Wirken war. Während sich das alles auf der Nordhalbkugel der Sonne abspielte, war der Süden bis auf zwei Filamente völlig inaktiv.

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