Freitag, 17. April 2015

Sonne am 17.04.2015

Wenn der Tag mal nicht ganz so sonnig beginnt, wie erhofft, ist das im Urlaub kein Problem, anders, als wenn man Termine hat oder arbeitsbedingt gerade in dem Moment zu Hause ankommt, wenn das letzte Wolkenloch verschwindet.

Ein einzelner, von West nach Ost verlaufender Wolkenstreifen musste erst abziehen, damit ich mit der Beobachtung beginnen konnte. Dafür war das Seeing teilweise sehr gut und ließ viele Details in den Fleckengruppen erkennen. Im Weißlicht war auf der Südhalbkugel am Ostrand eine neue Gruppe zu sehen, die ich als J1 einstufte. 

Ansonsten war diese Hemisphäre fleckenfrei, während alle anderen Aktiven Regionen im Norden zu sehen waren. Angefangen mit der AR 12325, die ich für eine C4 hielt. Die AR 12324, schräg darüber, war eine D14, die in der mittleren Penumbra eine schöne Lichtbrücke aufwies. Die schon gestern von mir beobachtete Abspaltung von der AR 12321 hatte nun auch eine eigene NOAA-Nummer bekommen (12326) und war eine C11. Zur Klasse F (mit 20 Flecken) zählte die AR 12321 aber trotz der Teilung weiterhin, wenn auch nur aufgrund ihrer Längsausdehnung, denn die Penumbren der Gruppe waren inzwischen deutlich kleiner geworden. Sie zeigte überdies ebenfalls einige Lichtbrücken, was als Hinweis auf eine trotz der Abnahme der Penumbrengröße immer noch hohe magnetische Aktivität des lokalen Magnetfeldes gedeutet werden konnte.

Von der gestern noch schwach zu sehenden AR 12322 sah ich indes ebenso wenig, wie von der nummernlosen A1. Beide hatten sich aufgelöst.

Bis zur H-alpha-Beobachtung musste ich danach eine Pause einlegen, weil erneut ein Wolkenfeld durchzog. Einzelne Wolkenfetzen störten in der Folgezeit weiter die Erkennbarkeit der einzelnen Strukturen, dabei waren diese weiter sehr interessant. Am nordöstlichen Sonnenrand stand immer noch die große Protuberanz von gestern, die aber ihr Aussehen und ihre Ausdehnung verändert hatte. Außer dieser gab es aber nur noch drei weitere Protuberanzen, die wenig spektakulär waren.

Auf der Oberfläche dominierte die Region um die 12321 weiter die Aktivität und umgab sich mit einen ausgedehnten Flaregebiet und das der im Weißlicht verschwundenen AR 12322 war auch immer noch vorhanden. Just zur Beobachtungszeit zeigte sich in der AR 12325 ein Flare, der spannend zu verfolgen war. Beim Zählen, was insbesondere rund um die AR 12321 sehr schwierig war, kam ich auf 7 flareträchtige Bereiche. Von den Filamenten war aber nur wenig zu sehen. Insgesamt 8 Stück waren zu finden, aber nur etwa die Hälfte wirklich groß und auffällig. Weite Teile der Südhalbkugel waren zudem wieder völlig erscheinungsfrei. 

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