Samstag, 18. April 2015

Sonne am 18.04.2015

Frührmorgendliche Sonnenbeobachtungen haben viele Vorteile. Einer besteht darin, dass nach einer kühlen Nacht das Seeing ausgesprochen gut sein kann, so wie an diesem Tag. Sonnenrand und Oberfläche waren sehr ruhig und viele Details in den Gruppen wurden sichtbar.

Die AR 12321 war im Zerfallen begriffen. Von der Gesamtausdehnung her immer noch zur Waldmeierklasse F gehörend (oder war es doch eher eine E?) hatte sie ihre Penumbren weitgehend verloren, wies aber immer noch 23 Einzelflecke auf. Die AR 12326 hingegen war nur noch ein trauriger Rest und als solcher als B5 zu klassifizieren. Dahinter war immer noch die AR 12324 mit ihrer faszinierenden penumbralen Doppelstruktur zu sehen und eine C11. Die AR 12325 hatte ein paar ihrer kleineren Flecken verloren, war aber weiter eine C-Gruppe mit nunmehr 5 Flecken, wobei sich zwei davon innerhalb einer Penumbra aufhielten. Die AR 12327 am Ostrand war auch heute eine J1. Interessant wurde es erst, als ich den Sonnenrand nach Fackelfeldern absuchte und dabei noch zwei kleine Grüppchen am Westrand fand: eine A1 und eine B5. Sozusagen mit dem letzten Blick entdeckte ich dann vor der AR 12321 eine B3. Hier machte sich das sehr gute Seeing an diesem Morgen bemerkbar, die kleinen Gruppen wären mir sonst entgangen. Alle Gruppen gehörten übrigens zur Nordhalbkugel, der Süden war fleckenfrei.

Im H-alpha kamen die Strukturen auch sehr gut heraus. Im Nordwesten konnte man sehen, dass dort ein Filament direkt in eine Protuberanz überging, die die Form eines kleinen Busches hatte. Am Ostrand gab es ebenfalls ein Filament, dass in seiner Fortsetzung zu einer Protuberanz wurde, was wenig verwundert, denn es handelt sich in beiden Fällen um die gleiche Erscheinung. Insgesamt zählte ich 7, vorwiegend kleine, Protuberanzen am Sonnenrand. Die Oberfläche schien mit Flargebieten gesprenkelt zu sein. Ich kam auf 9 Stück, die meisten nach wie vor rund um die AR 12321, wo sich auch einige der interessantestes Filamente in Form kleiner Bögen gebildet hatten. Außer diesen konnte ich nur im Norden ein etwas größeres Filament erkennen, deren Zahl heuer 8 betrug. Weite Teile der Südhalbkugel waren - analog zur Aktivität im Weißlicht -vollkommen erscheinungsfrei.

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