Montag, 20. April 2015

Sonne am 19. und 20.04.2015

Am Abreisetag noch eine letzte Sonnenbeobachtung auf der Sternwarte Kirchheim, wieder bei allerbestem Wetter und exzellentem Seeing.

Im Weißlicht hatte sich die Zahl der Flecken schon gestern deutlich erhöht. Von der AR 12322 war nichts mehr zu sehen, dafür unterhalb davon eine B5 entstanden. Die AR 12321 hatte jetzt fast alle Penumbren verloren, war aber weiterhin eine F-Gruppe, nunmehr mit 27 Flecken, wahren die AR 12326 nur noch eine A1 war. Die AR 12324 gehörte auch heute zur Klasse C mit 9 Flecken und die AR 12325 war eine C6, während die AR 12327 weiter eine J1 war. Dazu kamen unter der AR 12325 eine nummernlose A1 und eine neue B5 ohne Nummer unter der AR 12321.

Im H-alpha fand ich am Sonnenrand lediglich drei Protuberanzen, dafür 10 helle Flaregebiete, die schön entlang des Sonnenäquators positioniert waren (sowie einige außerhalb davon) und 9 Filamente, die aber meiste nur klein und unauffällig, waren. Nur drei waren größer und eines ragte über den Sonnenbrand hinaus.

Wieder zu Hause angekommen, konnte ich zwar auf dem Dachboden durch ein kleines Fensterluk beobachten, aber der Unterschied war schon dramatisch. In Kirchheim einen völlig freien Himmel über sich zu haben, zu Hause aber nur kleine Himmelsabschnitte, wo ich mich mit umliegenden Häusern und Bäumen auseinander setzen muss, wenn mir eine Beobachtung gelingen soll.

Sehr unterschiedlich war denn auch das Seeing: in Kirchheim sehr gut, hier wieder mies, nach der Kiepenheuer-Skala Ruhe 4 und Schärfe zwischen 3 und 4 (entschied mich für 3, weil es Momente etwas besserer Luft gab).

Überdies gab es beinahe schon dramatische Unterschiede. Die AR 12321 war binnen zweier Tage völlig in sich zusammengebrochen und in zwei Teile zerfallen, die ich als J1 und B4 klassifizierte. Die AR 12322 war nur noch eine B5, die AR 12324 eine C10 und die AR 12325 schräg darunter eine C6, dazu kam noch eine nummernlose B2. Soweit das Geschehen im Norden. Im Süden standen die AR 12327 als J1 und die AR 12329 als B5.

Das schlechte Seeing störte die H-alpha-Beobachtung ganz empfindliche und ich hatte große Mühe, die drei kleinen Protuberanzen am Sonnenrand zu erkennen. Besser lief es mit den 8 Flaregebieten und den 8 Filamenten. Durch das Urlaubende werden nun die Beobachtungen wieder rarer, weil ich nicht mehr jede sich bietende Gelegenheit nutzen kann, vor allem nicht am frühen Morgen.

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