Mittwoch, 22. April 2015

Sonne am 22.04.2015

Nerven zerrend kann es sein, wenn man tagsüber auf der Arbeit sitzt und hofft, nach Feierabend noch beobachten zu können. Oft genug ist es nur vormittags klar und man hat als Arbeitnehmer schlechte Karten gegenüber anderen Beobachtern. Der Tag begann zwar bewölkt, doch nach und nach lockerte die Wolkendecke auf und nachmittags war der Himmel sogar völlig klar. Das Seeing allerdings war eher schlechte. Heftig wallender Sonnenrand paarte sich mit mitunter verschwindenden Strukturen in den Penumbren.

Gegenüber gestern hatte sich nur wenig verändert. Im Norden war noch ein kleiner Rest der AR 12321 als A1 direkt am westlichen Sonnenrand zu sehen. Dahinter standen die AR 12324 als C9 und die AR 12325 als C5. Von der AR 12330 sah ich indes immer noch nichts. Der Süden zeigte am Westrand die AR 12329 als weitere A1, die AR 12332 ebenfalls. Die ehemals einzelne AR 12331 war nunmehr eingeteilt in die AR 12331 (D8) und die AR 12327 (H1). Direkt am Ostrand erkannte ich dann noch eine A1 mitten in einem Fackelfeld.

Während es im Weißlicht kaum großer Veränderungen gab, tobte im H-alpha das Leben. Am Ostrand war eine sehr große Protuberanz zu sehen, die den Flammen eines Waldbrandes nicht unähnlich sah. Im Nordwesten sah man eine büschelartige und genau im Westen eine schräg aufspritzende Protuberanz sowie fünf weitere, die aber nur sehr klein waren. Die Oberfläche hingegen war gesprenkelt mit Flaregebieten (8 Stück) und 20 Filamenten unterschiedlichster Größe und Form. Das langegroße Filament im Nordosten bestand noch immer. Am faszinierendsten blieb aber die dicke Protuberanz im Nordosten und man durfte gespannt sein, wie die Fleckengruppe darunter aussehen würde, die in den nächsten Tagen um den Ostrand herum kommen sollte.

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