Freitag, 24. April 2015

Sonne am 24.04.2015

Geduld hieß das Gebot der zwei Stunden, die ich ausharren musste, um endlich mit der Beobachtung loslegen zu können. Nach der ersten Auflockerung kurz nach 10 Uhr - ich hatte wegen eines Rauchmeldertauschtermins einen Tag Urlaub nehmen müssen - zeigte sich die Sonne erstmals für länger, nur konnte ich nicht beobachten, weil die Sonne hinter hohen Bäumen entlang wanderte. 

Kurz nach 12 Uhr tauchten im Nordwesten die ersten Wolken auf und schoben sich mit mit jeder Minute, die ich darauf wartete, dass unser Tagesgestirn endlich weit genug von der Hauskante entfernt war, ein Stückchen näher. Es wurde zu einem Wettrennen mit der Zeit, denn zwischenzeitlich waren schon einige kleine Wölkchen durchgezogen. Und so musste ich die Weißlichtbeobachtung in der Tat bei mittelmäßigem Seeing mehrfach unterbrechen, um endlich eine vollständige Relativzahl zu bekommen.

Der Komplex aus mehreren Fleckengruppen hatte sich weiter dem Westrand angenähert und die noch gestern zu beobachtenden viele A-Flecken waren heute verschwunden. In Norden fand ich nahe des Westrandes die AR 12324 als B2 und die AR 12325 als H1, Richtung Osten die AR 12333 als B3 und schräg darunter ohne Nummer eine B4. Im Süden konnte ich von der AR 12332 nun nichts mehr finden, während die AR 12331 als D10 die derzeit größte Gruppe auf der Sonne war. Dahinter stand noch die AR 12327 als J1. Insgesamt kam ich auf nur noch 6 Fleckengruppen.

Im H-alpha blieb der Ostrand spannend, denn die große Protuberanz von gestern hatte sich nochmals vergrößert. Eine weitere etwas größere gab es im Nordwesten und eine schräg von der Sonne weggehende genau am Westrand. Am Ende waren es 8 Protuberanzen sowie auf der Oberfläche 14 Filamente und 11 (!) Flaregebiete, die meisten davon rund um die Aktivitätsgebiete im Westen und zwei im Osten. Dann schlug Murphy gnadenlos zu. Erst kamen Wolken, die die Beobachtung beendeten und dann schlug das Fenster von plötzlichem Gegenwind getragen zu und schleuderte das kleine Tischstativ aus dem Fenster im 2. Stock. Gottseidank hatte ich das PST gerade abgebaut und das Stativ landete weich in einem Gebüsch. Danach trat die Zugluft dann trotz weiter geöffnetem Fenster nicht mehr auf …

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