Dienstag, 28. April 2015

Sonne am 28.04.2015

Um vor der herannahende Wolkenfront noch kurz die Sonne zu beobachten, musste ich mich schon sehr beeilen und es ging auch nur, weil ich mir noch Arbeit mit nach Hause genommen hatte. Das kleine Teleskop landete schnell auf der Fensterbank und der erste Eindruck von der Weißlichtsonne war mehr als enttäuschend. Ich konnte zunächst keine Gruppen finden, weil auch das Seeing nicht das allerbeste war. Erst nach einiger Zeit entdeckte ich die nur schwach wahrzunehmende AR 12333 als B3 und die sehr randnah stehenden Regionen 12327 und 12331 als J1 und H1.

Über die GvA-Mailingliste konnte ich tagsüber zeitweise auf dem iPhone lesen, dass das große Filament der letzten Tage gerade am Abheben war. Tolle Sache, wenn man bei so einem Ereignis im Büro sitzt und nur ab und an verstohlen aufs Telefon schauen kann. Als ich mein PST endlich aufstellen konnte, war das Filament weg und nur noch ein breit auffächernder Rest war oberhalb des nordöstlichen Sonnenrandes zu sehen. Durch die Arbeit hatte ich dieses sehenswerte Ereignis verpasst und fragte mich neidisch, wie es viele Leute immer wieder schaffen, die Sonne auch zu fotografieren, während mir solche Ereignisse mit steter Regelmäßigkeit durch die Lappen gingen und ich es, wenn überhaupt, nur durch das Web mitbekomme.

Neben dem Restfilament, das zur Protube geworden war, sah ich noch zwei weitere, die strichförmig nahe des Sonnenäquators lagen sowie 6 kleine Erscheinungen dieser Art. Kurz bevor Wolken die Beobachtung kurzzeitig beendeten, zählte ich noch insgesamt 12 Filamente und 4 schwach leuchtende Flaregebiete. Danach hatte ich auch nicht mehr viel Zeit, denn die mit nach Hause genommene Arbeit musste noch irgendwie erledigt werden.

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