Freitag, 29. Mai 2015

Sonne am 29.05.2015

Heute nur Kurzgebloggtes, da ich morgen auf der ATT in Essen bin und heute und Sonntag noch berufliche Wochenendarbeit erledigen muss. Der Himmel riss erstaunlicherweise auf, als ich zu Hause ankam und ermöglichte mir so eine kurze Beobachtung.

Im Weißlicht war die Aktivität fast zum Erliegen gekommen, denn nur noch 2 Gruppen waren zu sehen. Die AR 12356 als J1 im Süden und eine A2 ohne Nummer im Norden. Im H-alpha zeigte sich ebenfalls eine abnehmende Aktivität: Ich fand am Rand 6 kleine Protuberanzen und auf der Oberfläche 3 kleine Flaregebiete und nur noch 8 Filamente. Von den langen Ketten waren auch nur noch zwei vorhanden.

Kurz nach der Beobachtung schmierte der Himmel wieder zu und ich „durfte“ mich an meine Wochenendarbeit setzen. Man gönnt sich ja sonst nichts … 

Donnerstag, 28. Mai 2015

Sonne am 28.05.2015

Der Volksmund sagt: „Abends wir der Faule fleißig“. Zum Glück, denn sonst hätte ich heute nach viel Regen, Gewitter und dicken, tiefhängenden Wolken die Sonne nicht mehr gesehen. So kam sie zwar erst sehr spät raus, zeigte sich dann aber bei stetig besser werdendem Seeing, das sich positiv auf die Beobachtung auswirkte.

Nur brachte das insofern nicht viel, weil es auf der Sonne nicht mehr viel zu sehen gab. Von den 6 gestrigen Gruppen waren nur noch zwei übrig geblieben: die AR 12354 als A1 und eine neue C5 am Ostrand ohne Nummer. Beide Gruppen waren auf der Südhalbkugel zu sehen, der Norden war fleckenfrei.

Das Seeing animierte zur H-alpha-Beobachtung, wo sich allerdings die nun fast zum Erliegen kommende Sonnenaktivität auch eine Pause gönnte. 9 Protuberanzen zählte ich am Rand, wovon die meisten am Westrand standen und wo im Südwesten gerade eines der drei langen Filament-Ketten in eine Protuberanz überging. Das dürfte in den nächsten Tagen noch spannend werden. Im Nordosten gab es noch eine kleine schwebende Protuberanz, sonst aber viel Kleinkram.

Auf der Oberfläche erfasste ich 12 Filamente (inkl. der über den Rand hinausragenden und dreidimensional erscheinende) und 4 kleine Flaregebiete. Und so waren die langen Filamente auch die Hauptmerkmale der heutigen Aktivität. 

Mittwoch, 27. Mai 2015

Sonne am 27.05.2015

Es war die schwierigste Beobachtung seit langer Zeit: Nach verspätetem Feierabend zu Hause angekommen, verschwand die Sonne erst einmal wieder hinter Wolken, dieses Mal schaffte ich es noch nicht mal mehr bis in meine Wohnung. Danach zogen alle Wolkenlücken links oder rechts an der Sonne vorbei oder es gab erst gar keine. Später kam noch mal eine kleine Lücke, in der ich, gerade mit einem Freund aus Bergedorf telefonierend, mein Teleskop auf der Fensterbank aufstellte und erst einmal gar nichts sah.

Das Seeing war erstaunlich gut, doch auf der Oberfläche sah ich keine Flecken. Auch der Rand schien fleckenfrei zu sein. Erst nach längerer Beobachtung erkannte ich am Ostrand „irgendwas“. Es war die AR 12353 als J1 im Norden und die AR 12353 als A1, beide genau am Westrand, beide mitten in Fackelfeldern. Dann zog es wieder zu, um kurz danach wieder kurz aufzuklaren. So fand ich eine J1 und eine A1 am Ostrand im Süden und zwei A1 im Norden nur aufgrund der Randverdunklung. 

Obwohl ich auch hier nur sah, dass da „was“ war, aber nicht konkret nicht hätte sagen können was. Daher definierte ich es einfach als A1, um überhaupt etwas zu bestimmen. Unter den gegebenen Umständen war an eine H-alpha-Beobachtung nicht einmal zu denken.

Dienstag, 26. Mai 2015

Sonne am 26.05.2015

Täglich grüßt das Murmeltier und weckt den Murphy: Ich weiß nicht wie oft mir das schon passiert ist, aber es gehört anscheinend zum Standardrepertoire. Zum x-ten Mal schien die Sonne, als ich auf Arbeit war und als ich nach Hause kam, zog es just in dem Moment zu, als ich mit der Beobachtung beginnen wollte. Kann mir mal wer verraten, warum mir das fast immer passiert???

Bis zur nächsten Wolkenlücke dauerte es nicht lang, dachte ich, denn tiefer liegende und schnell herankommende Wolken schlossen die Lücke wieder. Also weiter warten, kurz in den Keller gehen und was raufholen. Ach nee, jetzt ist es klar. Schnell zurück in den 2. Stock gehetzt und schwupp war die Sonne wieder weg. Auch gut, Fenster zu, Teleskop abbauen. Umdrehen. Nicht schon wieder. Sonne kommt doch noch raus. Alles wieder aufbauen, fertig, Sonne wieder weg. Nun Sachen stehen lassen und schwupp entschwindet der zurecht gelegte Beobachtungszettel in den Lüften und ward nimmer mehr gesehen. 

Endlich schien es besser zu werden, doch kaum hatte ich das Teleskop ausgerichtet, war die Lücke wieder dicht. Doch es schob sich ein neues, wolkenfreies Gebiet rein. In dem Moment weht mir der Wind den Bleistift davon. Ersatz suchen, Teleskop ausrichten, durchgucken und fort war sie, die Wolkenlücke. Nun hab es eine längere Pause, doch mit einem Mal schien Murphy ein Einsehen zu haben. Schnell gucken war aber trotzdem nicht, denn ich sah zunächst mal gar keinen Fleck. Der Sonnenrand war zwar ein wenig in Bewegung, doch die Oberfläche erschien verschmiert. Erst nach einer geschätzten Ewigkeit entdeckte ich im Norden die AR 12353 als J2, quer darunter im Süden die AR 12349 als B2 und, allerdings nur sehr schwer zu sehen, die AR 12354 als A1. Sauschwer war die AR 12355 zu erkennen, weil die Oberfläche immer noch sehr kontrastarm und schmierig erschien. Ich sah sie nur ab und zu und stufte sie als A3 ein.

Zur H-alpha-Beobachtung hatte ich wegen der Witterungsbedingungen am Anfang auch keine große Motivation und die Begeisterung ließ angesichts ziemlich schwieriger Beobachtungsbedingungen rasch nach. Ich zählte mit Mühe 6 Protuberanzen, 10 Filamente und 4 mäßig helle Flaregebiete. Ich sah noch die drei großen Filamentketten, dann ließ der Kontrast endgültig nach und es störten wieder Wolken. Und in dem Moment, wo ich mühsam alle Parameter für die Relativzahlen zusammen hatte, riss die Bewölkung flächendeckend auf, doch nun hatte ich keine Lust mehr und bloggte prompt bei strahlendem Sonnenschein …

Montag, 25. Mai 2015

Sonne am 25.05.2015

Glaubte man der Wettervorhersage, so hätte es heute keinen Sonnenschein und viel Regen in Hamburg gegeben. Glücklicherweise kam es anders. Zwar blieb der ganze Tag weitgehend bedeckt, doch um die Mittagszeit riss die dichte Wolkendecke zeitweise auf. Nervig waren nur die zwischendurch immer wieder, tiefer liegenden, Wolken, die durch das Bildfled zogen. So musste ich mit bei durchschnittlichem Seeing ein wenig beeilen, wollte ich die sich bietende Gelegenheit nutzen.

Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern nur wenig verändert, die Aktivität verharrte weiter auf niedrigem Niveau. Der Norden zeigte weiter nur eine Gruppe, die AR 12353 als C5. Im Süden hatte die ganz im Osten befindliche AR J2 die Nummer 12355 bekommen. Am Westrand stand die AR 12348 (die ich gestern mit einer anderen Gruppe verwechselt hatte und so randnah stand, dass sie im Seeinggeblubber unterging) als A1, gefolgt von der AR 12349 als C7 und der AR 12354 als J1. Somit kam ich heute auf 5 Gruppen.

Das PST war dann schnell auf dem kleinen Tischstativ befestigt, denn die Wolkenlücke wurde wieder kleiner, bedroht durch dunkle Wolken aus Nordwesten, die tiefer lagen. So erfasste ich am Rand 6 Protuberanzen und auf der Oberfläche 15 Filamente und 4 helle Flaregebiete. Ich bekam noch mit, dass sich die beiden Filamentketten noch mehr ausgebreitet hatten und sich eine dritte zu bilden schien, dann waren die Wolken heran und beendeten die Beobachtung vorzeitig. Zumindest noch knapp was gesehen, sonst hätte es den nächsten Ausfalltag gegeben. Davon wird es bis zum Monatsende wohl noch eine ganze Reihe geben, wenn man der Wettervorhersage Glauben schenkte.

Sonntag, 24. Mai 2015

Sonne am 24.05.2015

Der Tag sollte vollkommen ohne Wolken sein, doch er begann anders als vorhergesagt, wie so oft. Just zu der Zeit, als ich hätte vom Dachboden aus beobachten können, kamen Quellwolken auf, die sich hartnäckig hielten, bis sich das etwas einstündige Beobachtungsfenster schloss, die Sonne im zu steilen Winkel durch das kleine Fenster hereinschien. Kurz danach verschwanden die Wolken und ich konnte weiterhin nicht beobachten, weil sie dann hinter Bäumen und meiner Hauskante stand. Verfluchte Botanik. Erst 5 Stunden später, als die Sonne auf der anderen Seite des Hauses wieder rauskam, konnte ich endlich mit der Beobachtung beginnen, das kleine Teleskop halb über die Fensterbank hinausgeschwenkt und festgehalten, damit es nicht herunterfiel.

Der erste Blick offenbarte ziemlich mieses Seeing, das die kleinen Flecken verschwinden ließ. Erst nach und nach konnte ich sie im allgemeinen Seeinggeblubber bei wallendem Sonnenrand sehen. Seit der letzten Beobachtung hatte sich denn auch nicht sehr viel verändert. Im Norden war nur noch eine Gruppe zu finden, die AR 12353 als C6. Von der AR 12352 war nichts mehr zu sehen, ebenso wenig wie von der AR 12354 auf der Südhalbkugel der Sonne. Dort standen, weiter nach Westen gerückt, die AR 12348 als J1 und die 12349 als D8. Weit im Osten stieß ich noch auf eine einsam dort stehende C3 ohne NOAA-Nummer.

Wie schon in den letzten Tagen zu beobachten, war auch heuer die Aktivität im H-alpha wieder deutlich größer als im Weißlicht. Das PST zeigte 10 Protuberanzen am Sonnenrand, wobei zwei das Prädikat groß trugen und eine davon fast über das Bildfeld bei den GONG-Teleskopen hinausragte. Die Oberfläche war weiter geprägt durch zwei lange Filament-Ketten sowie eine Vielzahl kleinerer Materiebögen - ich zählte insgesamt 20 Exemplare - und 5 wenig helle Flaregebiete. Allerdings störte das schlechte Seeing die Beobachtung schon sehr und der Hintergrund war - wohl bedingt durch Pollenflug - leicht orange eingefärbt. Trotz scheinbar tiefblauem Himmel keine guten Beobachtungsbedingungen.

Samstag, 23. Mai 2015

Sonne am 23.05.2015

Der Freitag brachte mir überraschend einen Ausfalltag, obwohl es den ganzen Tag über durchaus sonnig war. Da ich aber auf der Arbeit nicht beobachten kann und erst am späten Nachmittag zu Hause war, wurde ich mal wieder voll gelinkt, denn genau in dem Moment, als ich den Schlüssel für die Haustür im Schloss drehte, verschwand die letzte Wolkenlücke … und die nächste kam erst, als die Sonne tief am Horizont hinter einem Baum stand.

Heute sah es zunächst nicht viel anders aus. Lt. Wetterbericht sollte es gegen 11:30 Uhr aufklaren, dann gegen 12, gegen 12:30, gegen 13 Uhr. Erst kurz nach 13:30 Uhr zeigte sich die erste Lücke, die ich auch gleich nutzte, denn man kennt ja den Grundsatz: Wer die erste Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, bekommt keine zweite! Und wer die erste Gelegenheit nutzt, kann später weiter beobachten.

Dabei war die Sonnenaktivität noch immer auf einem eher niedrigen Niveau, zumindest im Weißlicht. Das Seeing war nicht berauschend, aber noch ganz annehmbar. Im Norden war die AR 12353 als D7 zu sehen, die AR 12352 dahinter war mehr zu raten, als zu beobachten, daher klassifizierte ich sie pauschal als B2. Im Süden standen hintereinander aufgereiht die AR 12348 als J1, die AR 12349 als C7 und dahinter eine A1 ohne NOAA-Nummer. Interessant war, dass fast die komplette Osthälfte der Sonne mal wieder fleckenfrei war: das monatliche Minimum war mal wieder erreicht.

Ganz anders hingegen die Sonne im H-alpha: Gleich 9 Protuberanzen säumten ihren Rand, 4 im Westen, 5 im Osten. Die größte befand sich amOstrand und wies eine verwirrende Struktur auf. Hier könnte in den kommenden Tagen durchaus eine Fleckengruppe herumkommen, die möglicherweise auch im Weißlucht zu sehen sein werden. Das Bild der Oberfläche kennzeichnete sich heute durch zwei auffällige „Bahnen“ von Filamenten aus, die von NO nach SW und von SO nach NW ausgerichtet waren. Dazu kam ein ähnliches Gebilde im Nordwesten, sodass die Zahl der Filamente auf 16 anstieg, während die der Flaregebiete lediglich 4 betrug. Fazit: Momentan ist die Beobachtung im H-alpha deutlich lohnenswerter als im Weißlicht.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Sonne am 21.05.2014

An einen frühen Feierabend war heute nicht zu denken und so dankte ich zum wiederholten Male der Einführung der Mitteleuropäischen Sommerzeit, die mir Beobachtungen nach späterem Feierabend ermöglicht. Da ich noch auf eine passende Wolkenlücke warten musste, verging noch einige Zeit. Als es dann aber aufklarte, stürzte ich mich auf mein Lieblingsbeobachtungsobjekt und stellte erstmal fest, dass anscheinend nur noch eine Gruppe auf der Sonne vorhanden war. Erst in der nächsten Wolkenlücke erkannte ich die restlichen drei Grüppchen, mit denen wirklich kein Staat mehr zu machen war. Überdies war das Seeing nur durchschnittlich und machte Probleme beim Erkennen kleiner Flecken und -gruppen.

Auf der Nordhälfte erkannte ich keine Flecken mehr; die AR 12351 war verschwunden, während im Süden auf der Ostseite eine B4 und eine A1 ohne NOAA-Nummern zu sehen war. Die AR 12348 war eine J1 und zum Rand hin stand die AR 12346 als B4 in einem Fackelfeld, die AR 12344 war am Westrand nicht mehr zu finden oder ging im Seeinggeblubber und dem zweitweise gezackten Sonnenrand unter.

Die H-alpha-Beobachtung war ob der Beobachtungsbedingungen auch nicht gerade berauschend.Am Rand standen 7 Protuberanzen (4 im Westen, 3 im Osten), hatten zwar noch ganz ansehnliche Formen, waren aber mit den gestrigen nicht mehr zu vergleichen. Die Oberfläche zeigte 4 helle Flaregebiete und 11 Filamente, die dafür aber besonders interessant waren. Im Osten schlängelten sich zwei viaduktähnliche Gebilde entlang, währen weiter nordwestlich davon eines wie ein Tintenklecks aussah. Der Rest hatte normale Formen. Nach der Aktivität im Weißlicht scheint auch die im H-alpha gerade mal wieder ein wenig einzuschlafen.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Die Sonne im April 2015

Der kurzfristige, aber kräftige Anstieg der Sonnenaktivität ist nur einigen wenigen großen Gruppen zu verdanken, die in diesem Monat zu sehen waren. Dabei sah es am Anfang nicht wesentlich günstiger aus, als Ende März. Lediglich zwei kleine Fleckengruppen am Westrand, die AR 12305 als H1 und die AR 12317 als D-Gruppe waren zunächst zu finden. Ab dem 4. stieg die Anzahl der Fleckengruppen für einen Tag an, um danach gleich wieder abzufallen. Vom 5. bis zum 11. waren mit den beiden Regionen 12318 und 12320 zwar zwei recht ansehnliche, aber doch wenig spektakuläre Gruppen auf der Sonne zu sehen, auch wenn letztgenannte zur Waldmeierklasse E gezählt werden konnte. 

Mit dem 11. änderte sich das schlagartig. Die AR 12318 war verschwunden und die AR 12320 hatte abgebaut, doch am Ostrand kam eine sehr groß erscheinendes Aktivitätsgebiet um den Sonnenrand herumrotiert, das die Nummer 12321 erhielt. Davor war mit der AR 12322 eine weitere, jedoch deutlich kleiner, Gruppe entstanden. Das Aussehen der Gruppe erinnerte zunächst an ein großes, österliches, Kreuz, das später Pfeilform annahm. Anfangs war nicht ganz klar, ob es sich dabei um eine ganz große E-, bzw, F-Gruppe handelte oder ob die leicht südlich stehende H eine unabhängige Region war. Das sahen die NOAA und das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe auch sehr unterschiedlich. Und hinter der AR 12321 ging es noch weiter, denn dort rotierten die AR 123254 und südlich davon die AR 12325 in das Blickfeld der Beobachter hinein und schienen – ein gutes Jahr nach dem Hauptmaximum - das Nebenmaximum einläuten zu wollen. 

In dieser Zeit verlagerte sich die gesamte Aktivität der Sonne auf die Nordhälfte. Die AR 12321 wurde beständig länger, überschritt dabei aber nie die Grenze zur Klasse F. Ab dem 16. spalteten sich bereits einige Teile ab und bildeten eine eigene Gruppe. Die AR 12324 und die AR 12325, beide zur Klasse C bzw. D gehörend, zeigten nur wenig Neigung zu Veränderungen. Nach dem 16. allerdings stieg die Zahl kleinerer Regionen wieder an, während gleichzeitig bei der AR 12321 die Penumbren geschrumpft wurden, wenn sie sich nicht gleich ganz verlor. 

Auch die abgespaltete Gruppe löste sich nach ein paar Tagen auf und der südlich stehende H-Fleck war spätestens ab dem 18. nicht mehr zu sehen. Zeitgleich nahm die Zahl der kleinen Gruppen weiter zu und trieben die Relativzahlen nach oben, sodass sie in jenen Tagen mehrfach die 100.0 überschritten. Ab dem 23. wurde es dann wieder spürbar ruhiger auf der Sonne. Bis zum Monatsende reduzierte sich die Zahl der Aktivitätsgebiete immer mehr, ein fleckenfreier Tag war aber nicht dabei. Das wurde durch eine kleine B- und eine H-Gruppe am Monatsletzten verhindert.

Als H-alpha-Beobachter musste man lange auf wirklich spannende Zeiten warten. In den ersten Tagen des April waren lediglich einige sehr lange Filamente zu sehen, gepaart mit schönen, aber nicht besonders hoch aufragenden Protuberanzen. Flares bekam man auch nur selten zu Gesicht und wenn, gehörten sie den unteren Klassen b und c an. Am 4. gab es um 23:13 UTC im Zusammenhang mit einem eruptierenden Filament einen schönen C3-Flare samt CME und einer Typ II-Radioemission und am 5. 

Auf der erdabgewandten Seite der Sonne einen kräftigen CME, dessen Material um mehr als in Sonnendurchmesser weit in den Weltraum hinausgeschleudert wurde, was man aber nur mit Hilfe von Satelliten beobachten konnte. Die AR 12321 brachte auch im H-alpha einen Aktivitätsanstieg, denn schon am 12. war um 9:49 UTC einen M1.1-Flare zu sehen, während die 12320 gleichzeitig mehrere C-Flare hervorbrachte. Am 14. registrierten Sonnensonden einen weiteren, sehr ausgeprägten CME auf der erdabgewandten Seite der Sonne, der ebenfalls sein Material um mehrere Sonnendurchmesser ins All pustete. In den Nächten zwischen 14. und 17. April konnte in einigen Regionen Norddeutschlands mehrmals fotografische und schwach visuelle Polarlichter beobachtet werden. 

Am 20. wurde aus einem Koronaloch eine erhöhte Menge an solarer Strahlung in Richtung Erde geschickt und am 21. aktivierte sich plötzlich die AR 12322, die bis dahin weitgehend unauffällig geblieben war. Binnen weniger Stunden erzeugte sie gleich drei M-Flares: einen M1.0 um 7:20 UTC, einen M2.2 um 11:57 UTC und einen M4.0 um 15:45 UTC. Am 23. schickte sie um 10:07 UTC noch einen M1.1 hinterher, der mit einem Typ II-Radiosturm verbunden war, dessen Teilchen mit 664 km/s durchs Sonnensystem flogen. Zwei Tage später wurde abermals ein großer koronaler Massenauswurf „hinter“ der Sonne registriert, dessen Ausmaße wieder über mehrere Sonnendurchmesser ging. Ein eruptierendes Filament war am 28. für das nächste Großereignis verantwortlich, dieses Mal jedoch ohne CME und am 29. waren gleich vier Koronalöcher zu sehen, deren Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld gering ausfielen.

Sonne am 20.05.2015

Aprillaunigem Wetter verdankte ich, dass ich überhaupt etwas von der Sonne zu sehen bekam, nachdem der Vormittag sehr sonnig war, es dann aber ab Mittag zuzog und sogar ein paar kleinere, lokale Gewitter auftraten. Ein damit verbundener Schauer musste erst abziehen, bevor ich mein kleines Teleskop auf der Fensterbank aufstellen konnte.

Bei gar nicht mal so schlechtem Seeing war die Beobachtung aufgrund der nicht ganz so guten Durchsicht schwierig. Hauptsächlich lag dies daran, dass es nur eine einzige größere Fleckengruppe und einiges an Kleinkram gab. Auf der Nordhälfte fand ich erst nach längerem Suchen die AR 12351 als B5, die immer wieder dem mangelnden Kontrast zum Opfer fiel. Mit der AR 12348 hatte ich es im Süden schon leichter. Für mich war sie eine J1, ihre auf SDO-Aufnahmen zu sehenden kleinen Fleckenanhängsel waren indes nicht zu erkennen. Ebenfalls erfolglos blieb auch die Suche nach der AR 12349 und der AR 12350. Lediglich die AR 12344 als B4 und eine schräg davor in Richtung Westen stehende A1  erkannte ich noch.

Kein Vergleich dazu die Aktivität im H-alpha, wo ich gleich mehrere große Protuberanzen unterschiedlichster Couleur am Ost- und am Westrand fand. Die Formen reichten von Spritzern über Bögen bis hin zu einen schwach leuchtenden, aber anscheinend aufsteigenden Teil im Nordwesten. Der geringe Kontrast störte heute nicht so sehr wie in den vergangenen Tagen und so fand ich am Rand insgesamt 11 Materiebögen und auf der Oberfläche 3 helle Flaregebiete und 12 Filamente, wobei aber nur eines wirklich lang war.

Dienstag, 19. Mai 2015

Sonne am 19.05.2015

Zwei kurze Wolkenlücken genügten, um nach einem weiteren Ausfalltag wieder die Sonne beobachten zu können. Das Seeing war zwar nur durchschnittlich, dennoch reichte die Luftqualität für die Bestimmung der Relativzahlen aus.

Im Norden gab es mit dem am Westrand verschwindenden hinteren Teil der AR 12339 als J1 und einer nummernlosen B5 nahe des Ostrandes nur noch zwei Aktive Region zu sehen. Besonders üppig wirkte die Aktivität aber auch auf der Südhälfte nicht aus und man musste schon sehr genau hinschauen, um überhaupt etwas zu sehen. Genau am Westrand stand die AR 12341 als J1, gefolgt von der AR 12344 als A1. Etwas weiter zum Sonnenmeridian hin stand die AR 12348 als C8 und etwas schräg östlich davon die AR 12349 als B3. Dazwischen lag die AR 12350 als A1. Weitere kleine Gruppen, die auf Satellitenaufnahmen zu sehen waren, konnte ich nicht beobachten.

Die zweite Lücke wurde für die H-alpha-Beobachtung genutzt, wobei ich mich aber wegen einer weiteren, heranrückenden Regenfront sehr beeilen musste. Rasch erfasste ich 10 Protuberanzen - die beiden hellsten am Ostrand -, 3 helle Flaregebiete und 14 Filamente, von denen nur zwei etwas größer waren, während der Rest eher klein und mickrig blieb. Zu der Zeit, als dieser Blogbeitrag entstand, ging ein erneuter Regenguss hernieder, was nun nach Erreichen des Tageszieles nicht mehr störte.

Sonntag, 17. Mai 2015

Sonne am 17.05.2015

Nach einem weiteren - in meinen Augen unnötigen - Ausfalltag aufgrund einer Schlechtwetterfront, die den Norden gegenüber dem Süden mal wieder benachteiligte, war heute Morgen der Himmel blau. Da dies aber kein Garant für ein gutes Seeing ist, war dieses prompt schlecht.

Ich konnte endlich wieder morgens auf dem Dachboden beobachten und fand als erstes im Okular eine munter vor sich hin blubbernde Sonne. Der Rand war gezackt und umlief in Wellen das Bild der Sonne und eigentlich hätte ich an dieser Stelle abbrechen können. Dennoch wartete ich noch ab. Außer dem Summen der Wespen vor dem Fenster und dem Rauschen der Bäume war noch nicht viel zu hören und auch die Wespen auf dem Dachboden waren noch nicht zu vernehmen.

Ganz allmählich wurde das Sonnenbild besser und so schälten sich zunächst viele Penumbren heraus und am Rand sah ich im Norden die AR 12339 als dicht am Rand stehende D5. Dahinter kam die AR 12342 als H1, ansonsten war diese Hemisphäre leer. Nur unwesentlich besser war der Süden dran: die AR 12348 war eine H1, die 12346 eine B6, die 12344 eine J1 und die 12341 eine H2 mit zwei Umbren innerhalb einer Penumbra. In einem Fackelfeld am Ostrand meinte ich zeitweise eine kleine A-Gruppe zu sehen, konnte das aber nicht verifizieren, d.h. weder bei direktem noch bei indirektem Blick war ich mir sicher, an der Stelle wirklich etwas zu sehen. Dunklere Stellen innerhalb eines Fackelfeldes können durchaus auch Flecken vortäuschen.

Mit wenig Hoffnung startete ich danach meine H-alpha-Beobachtung mit dem PST. Diese wurde auch nicht enttäuscht, denn der Hintergrund war deutlich orange gefärbt, trotz immer noch schön blauem Himmel. Eine Ursache könnte der frühjahrsübliche Streulicht aufgrund von Blütenstaub sein, der jetzt überreichlich vorhanden ist und sich durch verminderten Kontrast im H-alpha-Bild bemerkbar macht. Dadurch übersah ich fast den dreiteiligen Protuberanzenkomplex im Nordwesten, die Tannenbaumprotuberanz im Nordosten und den kleinen Bogen im Südosten. Acht dieser Materieerhebungen schmückten während der Beobachtung den Sonnenrand. Die Oberfläche zeigte 6 entlang des Sonnenäquators aufgereihte, großflächige, Flaregebiete und 10 ziemlich regellos verteilte Filamente. Trotz des schlechten Seeings ein schöner Anblick.

Freitag, 15. Mai 2015

Sonne am 15.05.2015

Die 13. Beobachtung des Monats gestaltete sich sehr schwierig. Erst hatten verschiedene Quellen einen sonnigen Vormittag vorhergesagt, der nicht kam, bzw. erst, als die Sonne hinter meinem Haus stand. Als ich unterwegs war, schien immer wieder mal die Sonne, dann war es wieder für längere Zeit bedeckt und für den Mai relativ kühl. Eine erste große Wolkenlücke kam, als die Sonne nur knapp über der Hauskant stand, von meiner Fensterbank aus aber nicht zu erreichen war. Dann zog es völlig zu und ich rechnete nicht mehr mit einer Beobachtung, aber gut 45 Minuten später ruß die Bewölkung abermals ein wenig auf und ich riskierte eine Beobachtung.

Belohnt wurde ich für den Einsatz nicht, denn das Seeing war katastrophal schlecht, der Rand in ständiger, gezackter Bewegung und die Penumbren der vielen Flecken pumpten ständig vor sich hin. Kleine Gruppen oder Teile von Gruppen waren nicht zu sehen, im Gegenteil, die wenigen, die man sah, verschwanden immer wieder im Seeing-Geblubber. Zum Glück waren die Wolkenlücken dann doch ein wenig größer, sonst wäre die Beobachtung an dieser Stelle zu Ende gewesen.

Doch das Seeing veränderte sich nur wenig, nur ab und zu blitzen kleine Gruppen für Sekundenbruchteile auf. Dadurch erkannte ich auf der Nordhemisphäre die nördlich der AR 12339 stehende B5 immer nur für kurze Momente. Die 12339 war für mich eine D8 und der hintere Teil der ehemaligen F-Gruppen hatte nun keine NOAA-Nummer mehr, war aber eine D7. Die AR 12343 konnte ich nicht erkennen und die AR 12342 war eine H1, gefolgt von der AR 12347 als A1. Im Süden stand weit im Osten die AR 12348 als H1, die 12346 als C5 und die 12344 als H1. Die neunte Gruppe des Tages war die AR 12341 als weitere H1. Kleinere Gruppen waren ob des Seeings nicht zu finden.

Auch die H-alpha-Beobachtung brachte nur wenig Freude. In Nordosten stand immer noch eine, heuer nur schwer zu sehende, große Protuberanz, die hier in ein Filament überging. Am Ostrand fand ich noch zwei weitere Materieerhebungen, die allerdings wegen dem Seeing nur sehr schwer zu sehen waren. So entging mir auch weitgehend eine schwebende Protuberanz im Nordwesten, von der ich kaum etwas sah. Der Himmelshintergrund war im PST zwar vergleichbar dunkel, doch ein Kontrast kaum vorhanden. Mit großer Mühe erwischte ich 8 Protuberanzen, auf der Oberfläche aber nur 5 Flaregebiete und 5 Filamente, sofern sie einigermaßen über die blubbrige Seeingschwelle herüber kamen. Die langsam hereindringende Schlechtwetterfront schien sich schon bemerkbar zu machen, die eine ganze Reihe von Ausfalltagen generieren dürfte.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Sonne am 13.05.2015

Was mittlerweile wie eine Binsenweisheit klingt und in diesem Blog schon mehrfach thematisiert wurde, ist die Tatsache, dass gutes Wetter nicht gleichbedeutend mit guten Beobachtungsbedingungen sein muss. Schönwetterwolken und teilweise heftiger böiger Wind - auch in höheren Lagen - sorgte für einen schnellen Durchzug der Wolken und gleichzeitig schlechtes Seeing. Nur ab und zu war ein wirklich klares Bild der Sonnenoberfläche zu bekommen, während der Sonnenrand teilweise eine starke Bewegung zeigte. In der Folge waren kleine Gruppen erneut nur sehr schwer zu sehen.

Die AR 12339 auf der Nordhalbkugel zeigte von allen Gruppen die stärkste Veränderung: sie hatte sich offenbar geteilt, die Achsenneigung der Gruppen hatten bereits gestern neue Ausrichtungen gezeigt und während gestern noch Flecken zwischen den beiden Hauptteilen vorhanden waren, waren diese heute nicht mehr zu sehen. Zumindest nicht unter den gegebenen Umständen. Daher teilte ich diese Gruppe in drei Teile: die AR 12339 in D8, den hinteren Teil in D16 und die nördlich davon stehende Gruppe in C8. Der einzelne Fleck hinter der Gruppe hatte sich aufgelöst und war nicht mehr zu sehen. Die AR 12343 war nicht mehr zu sehen und die AR 12342 eine C5. Ganz nah dem Sonnenäquator stand noch die AR 12347 als A1. In Richtung Nordosten befand sich eine weitere, allerdings nummernlose, A1.

Im Süden war eine neue, nummernlose J1 am Ostrand aufgetaucht, davor standen die AR 12346 als C4 und die AR 12344 als H1, während die AR 12341 eine H1 blieb.

Die H-alpha-Beobachtung litt stark unter dem Wind, der am PST zerrte und dem mittelprächtigen Seeing. Zwar war die große Protuberanz im Nordosten nach wie vor vorhanden und beeindruckend groß, während die übrigen 6 Materiebögen eher klein und beschaulich wirkten. Die Kette der Aktivitätsgebiete auf der Nordhalbkugel von der AR 12342 bis zur AR 12339 wies im H-alpha mehrere, ineinander übergehende Flaregebiete auf, zu denen sich weitere im Süden gesellten, sodass ich am Ende beim Zählen auf 8 Stück kam. Die Zahl der Filamente von 6 Exemplaren fiel dagegen recht bescheiden aus, es waren aber einige sehr sehenswerte darunter.

Dienstag, 12. Mai 2015

Sonne am 12.05.2015

Wieder sah es nach einem ganz dicken Murph aus. Nachdem die Bewölkung ab dem Nachmittag immer auflockerte, zog es just in dem Moment zu, als ich zu Hause ankam. Zeitweise sah es nach Gewitter aus und es regnete ein wenig. Fast zwei Stunden später genau das Gegenteil: aus Richtung Nordwesten - eigentlich sollte eine Wolkenlücke aus Südwesten hereinkommen - riss die dichte Bewölkung auf und der Himmel war richtig blau. Das Seeing erreichte aber trotzdem keine Spitzenwerte, der Sonnenrand wallte recht ordentlich und auf der Oberfläche waren die kleinsten Gruppen nicht immer zu sehen. Und davon gab es eine ganze Menge.

Rund um die AR 12339 hatte sich einiges getan: die Gruppe selbst war anscheinend noch länger geworden und eine F55. Nördlich davon hatte sich die AR 12345 als D9 gebildet. Etwas abgesetzt in Richtung Osten stand eine nummernlose A1, dahinter die AR 12343 als A2 und de AR 12342 als D8. Schräg darunter stand die AR 12347 als nächste A1. Im Süden standen am Ostrand die AR 12344 als D2 und die AR 12346 als J1. Nahe des Sonnenmeridians standen dann noch die AR 12340 als A1 und die AR 12341 als H1 und ganz am Westrand fand ich noch Reste der AR 12335, die ich ebenfalls als A1 klassifizierte. Mit meiner Sofibrille konnte ich auch heute die AR 12339 wieder als zwei eigenständige Flecken sehen.

Eine kleine Wolkenschicht musste ich noch abwarten, bevor ich mit der H-alpha-Beobachtung im PST loslegen konnte. Besonders beeindruckend war eine große Büschelprotuberanz am nordöstlichen Sonnenrand sowie 9 weitere, die aber ziemlich klein waren. Auf der Oberfläche verteilte sich die Aktivität fast ausschließlich auf die Nordhemisphäre. Hier waren die meisten der insgesamt 16 Filamente und 8 Flaregebiete zu finden. Das zum Ende der Beobachtung hin immer stärker schwankende Seeing beeinträchtigte die Erkennbarkeit von Details ebenso wie der zunehmend böiger werdende Wind. Zum Glück waren da alle Parameter für die Relativzahlen schon ermittelt.

Montag, 11. Mai 2015

Sonne am 11.05.2015

Erst als ich in der Mittagspause unterwegs war, zeigte sich zum ersten Mal die Sonne für einen längeren Zeitraum. Zuvor war der Himmel extrem vercirrt und auch zum Feierabend gab es nur sehr wenige Abschnitte, die frei waren von Gewölk und Geschmodder. Das erschwerte die Beobachtung in starkem Maße, wenn auch das Seeing ganz gut war.

Vor allem die kleinen Gruppen waren im Weißlicht am Anfang nicht zu sehen. Der erste Blick fiel ohnehin auf die auf dem Sonnenmeridian liegende AR 12339, die ich heuer als F58 klassifizierte. Davon abgegrenzt und ohne Nummer eine A2, die genau dahinter lag. Die AR 12342 war eine C5, die neue AR 12343 eine B4. Damit war die Betrachtung der Nordhemisphäre abgeschlossen, denn die übrigen Flecken befanden sich allesamt im Süden. Ganz am Ostrand stand eine J1 ohne Nummer, knapp davor die AR 12344, ebenfalls als J1. Die AR 12341 sah wie eine J2 aus - möglicherweise nur durch das eigentlich recht gute Seeing - und die AR 12340 war eine A2. Am Westrand stand die AR 12335 als A1 und die AR 12337 als B4, sie war aber nur sehr schwer zu finden. Zum Glück hatte ich mittags, bei etwas besserer Sicht, die AR 12339 als zwei deutlich voneinander getrennte Punkte mit Sofibrille mit bloßem Auge gesehen, im Syph hatte ich keine Chance.

Darunter litt denn auch die H-alpha-Beobachtung. Am Rand erkannte ich nur 5 Protuberanzen und auf der Oberfläche 6 kleine Filamente und 7 Flaregebiete. Leider sah ich kaum Einzelheiten, weil die schlechte Sicht den Kontrast extrem herabsetzte. So blieb es bei einer Kurzbetrachtung zum Erstellen diverser Relativzahlen. 

Sonntag, 10. Mai 2015

Sonne am 10.05.2015

Nach einem durch die Teilnahme am Norddeutschen Astrofotografentreffen bedingten Ausfalltag - am Vormittag war es entgegen der Wettervorhersage bedeckt - sollte der Sonntag sehr sonnig werden. Wurde er aber nicht, denn die ersten Wolkenlücken kamen, als ich beim Mittagessen saß, die zweiten, als ich mit dem Abwasch beschäftigt war, der dann aber unterbrochen wurde. Eigentlich sollte es ab Mittag völlig aufklaren, aber hinter der aus Nordwesten herankommenden Wolkenschicht bildete sich immer wieder neues Ungemach, sodass die klare Zone kurz vor Hamburg hängen blieb und ich nur in Wolkenlücken beobachten konnte. Das Seeing war nur mittelmäßig, aber noch einigermaßen brauchbar.

Im Weißlicht gab es offenbar einen richtigen Aktivitätsschub. Die dominanteste Gruppe war die AR 12339, von der ich mit dem Glassonnenfilter vor den Augen zwei Flecken mit bloßem Auge sehen konnte. Ich stufte sie als F42 ein. Kurz dahinter in Richtung Osten war eine nummernlose B4 und nahe des Ostrandes die AR 12342 als J1. Schräg darunter gab es eine weitere nummernlose A1, schräg dahinter stand noch eine J1 genau am östlichen Sonnenrand. Die AR 12338 war indes nicht mehr zu sehen. Auf der Südhälfte tummelten sich im Osten die AR 12340 als D4 und die AR 12341 als J1. Die AR 12337 war eine B6 und die AR 12335 eine A1.

Im PST zeigte sich im H-alpha eine etwas übersichtlichere Aktivität ab. Sieben Protuberanzen am Rand, sechs Flaregebiete und acht Filamente zeigten ein etwas ruhigeres Bild der Sonnenaktivität. Das hellste Gebiet war dabei rund um die AR 12339 zu finden. Leider wurde diese Beobachtung immer wieder von Wolken unterbrochen, sodass sich das Auge kaum auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren konnte. Überdies zeigte sich das Seeing im H-alpha wenig gnädig, sodass ich entnervt aufgab, auch wenn es später dann noch mal richtig aufklarte, als ich alles abgebaut hatte …

Freitag, 8. Mai 2015

Sonne am 08.05.2015

Nach den Wettervorhersagen hätte ich heute eigentlich gar keine Chance auf eine Beobachtung haben sollen. Zum Glück kam es anders, wenn auch dafür der Himmel reichlich abgesypht war und man Probleme beim Erkennen feiner Details oder kleiner Gruppen bekam. Das betraf natürlich nicht die AR 12339 auf der Nordhälfte, die gestern noch relativ kompakt aussah und binnen eines Tages enorm an Länge gewonnen hatte, weshalb ich sie als F45 einstufte. Mithilfe meines Sonnenglasfilters konnte ich zumindest eine der drei Penumbren in dieser Gruppe schwach auch mit dem bloßen Auge sehen und halten.

In Richtung auf den Ostrand der Sonne stand noch eine neue, noch nummernlose, A1. Die nun genau auf dem Sonnenmeridian stehende AR 12338 war noch eine D4, die weit nach Westen gerückte AR 12336 eine A1, die angesichts des Syphs nur sehr schwer zu finden war. Erst als die Schmierschicht weg war, wurde die Sicht für kurze Zeit besser. Der kurze Zeitraum genügte allerdings, um die kleine Gruppe sehen zu können.

Im Süden gelang dies bei der AR 12340 und der 12341 wesentlich einfacher, sie waren jeweils eine J1. Die ebenfalls auf dem Meridian stehende AR 12337 war eine B4 und die AR 12335 eine F25, wobei sie ihre Einteilung ausschließlich der Längenausdehnung verdankte, denn ihre Penumbren waren weitgehend verschwunden oder geschrumpft.

Der Syph wirkte sich extrem auf die H-alpha-Beobachtung aus, denn außer einer orangenen Sonne und einem fast rötlichen Hintergrund war am Anfangs nichts zu sehen. Erst, als sich stellenweise wieder blauer Himmel durchsetzte, kamen die Einzelheiten heraus. Die Zählung ergab 4 Protuberanzen, 6 Flaregebiete und 11 Filamente, kein Vergleich mit der Aktivität von vor ein paar Tagen. Abermals waren die hellsten Flächen in fern Regionen 12239 und 12335 zu finden. Dank Syph war aber die Genauigkeit beim Erkennen der Details ein Glücksspiel. Meist gelang es nicht, für die Bestimmung diverser Relativzahlen reichte es aber aus.

Donnerstag, 7. Mai 2015

Sonne am 07.05.2015

An das Abbauen von Überstunden kann man sich gewöhnen und so konnte ich schon am frühen Nachmittag mit der Beobachtung beginnen. Der aprilhafte Wechsel zwischen Sonne und Wolken störte dabei weniger als die bisweilen auftretenden Windböen, die drohten, den auf der Fensterbank liegenden Beobachtungszettel in die Lüfte zu entreißen.

Im Weißlicht bestand die einzige größere Veränderung darin, dass im Süden zwei J1-Gruppen um den Sonnenrand herumgewandert kamen. Um den Sonnenmeridian herum standen die AR 12337 als C5 und die AR 12335 als F18. Diese zeigte mittlerweile wieder ein paar mehr Protuberanzen, war aber ansonsten eher umspektakulär und nur ein wenig lang geraten. Auf der Nordhälfte wirkte die große AR 12339 weiter sehr kompakt und war nach meiner Einschätzung eine E20. Sie wies drei kurz hintereinander stehende Zentren mit ausgeprägten Penumbren auf und zeigte im mittleren und hinteren Teil zwei auffällige Lichtbrücken. Die AR 12338 war bloß eine eigentlich kaum erwähnenswerte D6 und die AR 12336 nur noch eine A2.

Die anschließende H-alpha-Beobachtung mit dem PST wurde wegen wieder aufziehender Wolken zunächst behindert und in den klaren Phasen waren zunächst nur wenig Details wahrzunehmen. Das besserte sich erst marginal, als die nächste größere Wolkenlücke den Blick auf die Sonne freigab. Protuberanzen fand ich 8 Stücke, wobei im Südwesten ein Filament in eine Protuberanz überging und genau gegenüber im Nordosten ein Teil frei über dem Sonnenrand schwebte. Sechs helle Flaregebiete - eines war bei der AR 12339 gerade aktiv - und 12 Filamente, die ziemlich regellos verteilt waren (die Kette im Süden hatte sich jetzt fast vollständig aufgelöst) waren auf der Oberfläche zu finden. So bot die Sonne im H-alpha mal wieder einen sehr schönen Anblick.  

Mittwoch, 6. Mai 2015

Sonne am 06.05.2015

Keine 24 Stunden nach Durchzug einer heftigen Gewitterfront, die bei mir einen Baum entwurzelte - leider nicht den störenden vor dem Haus - und viele Äste in der Gegend verteilte, lag die Stadt wieder unter Hochdruckeinfluss, der mir eine weitere Beobachtung gewährte. Zu Hause angekommen, konnte ich sogleich mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war gut und im Weißlicht zeigten sich einige interessante Veränderungen, insbesondere bei einer Fleckengruppe. Offenbar gibt es gerade wieder mal einen Aktivitätsschub, der hoffentlich noch ein paar Tage anhält.

Die auf der Nordhälfte frisch um den Sonnenrand rotierte AR 12339 erschien mir aufgrund ihrer randnahen Position als E18 und bestand fast ausschließlich aus Penumbren, die ihr ein sehr kompaktes Aussehen verliehen. Nur wenige Einzelflecken lagen außerhalb davon und waren nicht leicht zu finden. Die weiter westlich gelegene AR 12338 war eine D6 und die AR 12336 eine C9. Der Süden hingegen wurde von der anscheinend in Auflösung begriffenen AR 12336 dominiert, die ich aufgrund ihrer Ausdehnung als F25 klassifizierte. In Richtung Osten fand ich noch die AR 12337 als B3.
Aufregend wurde es bei der PST-Beobachtung im H-alpha, weil hier die AR 12339 gestern Abend mit mehreren M-Flare aufwartete und um 22:11 UTC, als ich beim GvA-Sonnenworkshop saß, einen X2.7-Flare samt CME und Typ II-Radiosturm (TenFlare, 590 sfu) ins All schickte, dessen Teilchen auf 1163km/s beschleunigt wurden. Eine erdgerichtete Komponente gab es wegen der Randlage der Gruppe jedoch zum Zeitpunkt des Aufbruchs nicht, man darf aber auf weitere Aktivität gespannt sein.
Das gute Seeing erlaubte mir ein ganz gutes Erkennen der Details am Rand und auf der Oberfläche der Sonne. Ganze 8 Protuberanzen waren es am Ende, von denen die meisten am westlichen Sonnenrand saßen. Zwei der insgesamt 6 Flaregebiete befanden sich im Bereich der beiden großen Aktivitätsgebiete  AR 12336 und 12339 und zeigten bei meiner Beobachtung einige kleine, sehr helle Punkte: hier waren mindestens zwei Flares in der Entstehung begriffen. Ob es hier tatsächlich zu Ausbrüchen kam, war während der Beobachtung nicht  auszuschließen. Die Oberfläche zeigte überdies 14 Filamente, wobei sich die Kette im Süden aufzulösen schien, aber immer noch beeindruckend aussah.

Dienstag, 5. Mai 2015

Sonne am 05.05.2015

Ein seit dem frühen Nachmittag von Hamburg bis nach Bremen reichendes Wolkenloch ermöglichte mir nach einem - endlich mal - früheren Feierabend eine fast entspannte Sonnenbeobachtung. Aber eben nur fast, denn kaum hatte ich das Teleskop aufgestellt, zögen wieder sehr schnell Wolken heran und versuchten meine Beobachtungstätigkeit zu torpedieren, was ihnen aber nicht gelang. Das Seeing war ganz brauchbar und nicht ganz so schlecht, wie in den letzten Tagen.

Im Weißlicht war die AR 12335 als E22 weiter die dominierende Gruppe auf der Südhalbkugel. Sie zeigte sehr viele kleine Penumbren und war die größte Gruppe des Tages. Dennoch konnte ich sie nicht mit der Sofibrille mit bloßem Auge sehen. Ihr folgte unmittelbar die AR 12337, eine kleine B2. Im Norden stand westlich des Sonnenmeridians die AR 12336 als D7 und weiter östlich die AR 12338 als D11. Ganz am Ostrand offenbarten sich erste Ausläufer der AR 12339, die ich als C5 klassifizierte. Die Aktivität war also wieder leicht angestiegen.

Das bestätigte auch die Beobachtung im H-alpha, wo ich am Rand zwar nur 8 überwiegend kleinere (inkl. einer gerade abgehobenen) Protuberanzen sah, dafür aber die Oberfläche 5 helle Flaregebiete und 9 Filamente aufwies. Beeindruckend war wieder die Filament-Kette im Süden, die sich nun aber aufzulösen schien. Und während ich beobachtete, zeigte ein Bereich südlich der neuen AR 12339 als Ostrand ein kleines, fadenförmiges, sich steil nach oben erhebendes Flare. Live-Aktivität im H-alpha!

Montag, 4. Mai 2015

Sonne am 04.05.2015

Fast anderthalb Tage waren seit der letzten Beobachtung vergangen und das machte sich bemerkbar. Bei relativ gutem Seeing und nur wenig Gewölk ging die Beobachtung schnell von der Hand. Im Weißlicht war die AR 12335 die dominierende Gruppe und sie lief über die Südhalbkugel. Ich klassifizierte sie als E20. Sie hatte binnen eines Tages deutlich an Volumen und Fleckenzahl zugelegt und verfügte nunmehr über etliche, ineinander übergreifende Hofgebiete.

Davor, in Richtung auf den Sonnenmeridian, befand sich eine unkatalogisierte B5-Gruppe, die allerdings relativ schwer zu sehen war. Hinter der AR 12335 lag die AR 12337 als B4. Im Norden waren dagegen die AR 12336 als C8 und die AR 12338 als D7 zu finden, während ganz nah am Ostrand eine nummernlose A1 mitten in einem Fackelfeld stand.

Das PST zeigte im H-alpha am Sonnenrand 10 Protuberanzen, die aber alle relativ bescheiden aussahen und kaum mit den großen Exemplaren der letzten Wochen zu vergleichen waren. Auf der Oberfläche waren weiterhin die wie an einer Schnur aufgehängten, langen Filamente zu sehen, die über die Südhälfte der Sonne schwebten. Ein paar quer dazu stehende waren neu hinzu gekommen, genau wie einige kleinere, sodass die Nordhemisphäre heuer nicht mehr so leer aussah und ich 8 davon erkannte. Dazu kamen 5 helle Flaregebiete, wobei das im Bereich der AR 12335 am aktivsten erschien. Der regelmäßige Einbruch in der Sonnenaktivität schien damit erst einmal überwunden zu sein.

Sonntag, 3. Mai 2015

Sonne am 03.05.2015

Mehrfach hatte ich an dieser Stelle bereits erwähnt, dass ein strahlend blauer Himmel nicht unbedingt ein Garant für ein gutes Seeing sein muss. Genau das zeigte sich an diesem Morgen. Der Himmel war richtig gut blau und das Seeing - ich beobachtete kurz vor 8 Uhr MESZ wieder vom Dachboden aus - gelinde gesagt, eine mittelschwere Katastrophe. Der Rand war ständig am Wallen und die einzige Fleckengruppe, die auf der Sonne zu sehen war, verschwand teilweise ganz aus meinem Blickfeld. Kleine A- und B-Gruppen hatten da nicht die geringste Chance, wahrgenommen zu werden.

Begleitet von dem aggressiven Summen einer Wespenkönigin, die seit Tagen auf meinem Dachboden herumschwirrt, fiel mir die Konzentration auf die Beobachtung sehr schwer. Die AR 12335 war denn auch die einzige Fleckengruppe, die ich erkannte. Die besaß 10 Flecken, die allesamt inmitten von Penumbren steckten. Wie sich später auf Satellitenaufnahmen zeigte, hatten sich die beiden kleinen Gruppen, die ich gestern nur mit sehr großer Mühe sehen konnte, nunmehr aufgelöst, weitere Gruppen, die auf den Aufnahmen zu sehen waren, gingen im Blubberseeing gnadenlos unter.

Von der H-alpha-Beobachtung erwartete ich nicht viel und war ein wenig überrascht, dass dann doch noch was ging. Ich fand 6 unscheinbare Protuberanzen, drei Flaregebiete - eines davon im Bereich der AR 12335 - im aktiven Stadium und 7 Filamente, alle wie bei einer Perlenkette aufgereiht auf der Südhalbkugel. Der Norden hingegen war auch heute erscheinungsfrei.

Der Grund für das überaus schlechte Seeing zeigte sich eine Stunde später: Von Westen dran Syph heran und beendete vorläufig alle Hoffnungen auf eine weitere Beobachtungsmöglichkeit.

PS: Erstaunlicherweise hielt sich das Wetter bis zum Mittag und so konnte ich kurz nach 13 Uhr MESZ noch einmal beobachten, als die Sonne endlich weit genug von der Hauskante entfernt war. Prompt zeigten sich bei deutlich besserem Seeing zwei kleine Gruppen, die auch auf Satellitenaufnahmen zu sehen waren: eine kleine A1 hinter der AR 12335 und eine B5 nahe des Sonnenmeridians. Im H-alpha waren die Details jetzt wesentlich besser zu erkennen, Unterschiede zum frühen Vormittag ergaben sich aber keine.

Samstag, 2. Mai 2015

Sonne am 02.05.2015

Dachbodenbeobachtungen haben den Vorteil, dass man quasi in einem leicht abgedunkelten Raum sitzt und so weniger Umgebungslicht aufnimmt, was zu einer Kontrasterhöhung bei der Beobachtung führt. Leider kann ich das nur viel zu selten ausnutzen. Da es nach den gestern noch sehr guten Wetteraussichten heute morgen eher nach einem weitgehend bedeckten Himmel aussah, war ich froh, beobachten zu können. Allerdings war der Himmel nicht mehr ganz so blau wie noch eine Stunde zuvor, als die Sonne schon die umliegenden Häuser in der Dachkrone anleuchtete, ich aber noch warten musste, bis sie erst über dem Nachbarhaus stand und dann endlich aus den Bäumen raus war.

Das Seeing war gar nicht mal so schlecht, dafür sorgte der allgemeine Syph in Sonnenrichtung für einen stark herabgesetzten Kontrast und einem milchigen Himmelshintergrund. Auf Anhieb fand ich im Weißlicht die AR 12335 als D8. Weitaus schwieriger wurde es mit der AR 12334, die ich schließlich nur wie durch eine Art Nebelfilter sehen konnte und wieder als B5 einstufte. Dazwischen befand sich noch eine kleine A1, die ich aber nur nach sehr langer Beobachtungszeit gerade 2x aufblitzen sah und daher für real hielt. Alles außer der AR 12334 war nur extrem schwer zu finden. Es ging nur, wenn man vorher ein Satellitenbild zu Rate gezogen hatte und genau die Stelle auf der Sonne absuchte, wo der Fleck auf dem Bild zu sehen war. Und dann kam die Frage hinzu, ob die Sichtung real oder nur Einbildung war, weil ich wusste, dass die Gruppe existierte.

War die Beobachtung im Weißlicht schon schwierig genug, wurde es im H-alpha zu einem regelrechten Vabanque-Spiel. Die Sonnenoberfläche erschien zunächst hellorange und der Hintergrund ebenso. Da war zunächst kaum was zu machen. Erst als der Syph an einer Stelle etwas dünner wurde, tauchten die ersten Protuberanzen am Rand aus der grellen Suppe auf. Filtereinstellungen zu verändern brachte in der Phase nur wenig. Im ersten Versuch erkannte ich 5, später 6 Protuberanzen, wobei sich die meisten am Westrand befanden und eine einem Torbogen glich. Auf der Oberfläche zählte ich nur 2 Flaregebiete und 7 zumeist größere Filamente. Die kleineren entgingen mir. 

Auffällig erschien mir auch bei diesen schlechten Bedingungen, dass fast die komplette Nordhälfte der Sonne wieder erscheinungsfrei war, abgesehen von den Protuberanzen am Westrand. Das aktuelle Aktivitätsminimum schien weiter anhalten zu wollen.

Freitag, 1. Mai 2015

Sonne am 01.05.2015

Eine gehörige Portion Geduld war erforderlich, um heute eine Beobachtung zu bekommen. Zwar hatte es auf wetteronline.de so ausgesehen, als ob es bis 9 Uhr in Hamburg wolkenfrei sein würde, doch schon der erste Blick aus dem Fenster verriet etwas anderes. Tief hängende Wolken ließen jede Hoffnung im Kein ersticken. Erste Wolkenlücken zeigten sich, als die Sonne unerreichbar hinter einem Baum stand. 

War es doch schön, als man im Urlaub ohne störende Bäume oder Häuser beobachten konnte. Und so scheiterte auch der Versuch, die Sonne durch das dichter werdende Blätterwerk des vermaledeiten Baumes hindurchschauen zu wollen. Für einen Standortwechsel hätte ich mich ins Auto setzen müssen, oder warten und hoffen auf eine zweite Gelegenheit.

Die kam kurz nach dem Mittagessen in Form einer respektablen Lücke in der ansonsten dichten Wolkenschicht. Das Seeing war zwar nur mittelmäßig bis schlecht, aber in den wenigen, kurzen Momenten ruhiger Luft war denn doch noch was zu sehen. So hatte die B5, die gestern schon zu sehen war, die Nummer 12334 erhalten, während am Ostrand die AR 12335 als C5 erschienen war. Mehr Gruppen waren denn auch im Weißlicht nicht zu sehen.

Trotz streckenweise richtig blauem Himmel, was die Sicht im PST schlecht. Nur mit Mühe konnte ich 4 Protuberanzen am Westrand und eine am Ostrand erkennen, dazu 3 Flaregebiete und 8 Filamente, wobei mir einige der kleineren wahrscheinlich entgangen sind. Während der ganzen Beobachtungszeit war ein richtig gutes Bild im H-alpha nicht hinzubekommen, aber es war auch nicht wirklich viel zu sehen: fast die ganze Nordhälfte war frei von irgendwelchen Erscheinungen der Sonnenaktivität, die sich dieser Tage wieder mal auf dem monatlichen Tiefpunkt befand.