Samstag, 2. Mai 2015

Sonne am 02.05.2015

Dachbodenbeobachtungen haben den Vorteil, dass man quasi in einem leicht abgedunkelten Raum sitzt und so weniger Umgebungslicht aufnimmt, was zu einer Kontrasterhöhung bei der Beobachtung führt. Leider kann ich das nur viel zu selten ausnutzen. Da es nach den gestern noch sehr guten Wetteraussichten heute morgen eher nach einem weitgehend bedeckten Himmel aussah, war ich froh, beobachten zu können. Allerdings war der Himmel nicht mehr ganz so blau wie noch eine Stunde zuvor, als die Sonne schon die umliegenden Häuser in der Dachkrone anleuchtete, ich aber noch warten musste, bis sie erst über dem Nachbarhaus stand und dann endlich aus den Bäumen raus war.

Das Seeing war gar nicht mal so schlecht, dafür sorgte der allgemeine Syph in Sonnenrichtung für einen stark herabgesetzten Kontrast und einem milchigen Himmelshintergrund. Auf Anhieb fand ich im Weißlicht die AR 12335 als D8. Weitaus schwieriger wurde es mit der AR 12334, die ich schließlich nur wie durch eine Art Nebelfilter sehen konnte und wieder als B5 einstufte. Dazwischen befand sich noch eine kleine A1, die ich aber nur nach sehr langer Beobachtungszeit gerade 2x aufblitzen sah und daher für real hielt. Alles außer der AR 12334 war nur extrem schwer zu finden. Es ging nur, wenn man vorher ein Satellitenbild zu Rate gezogen hatte und genau die Stelle auf der Sonne absuchte, wo der Fleck auf dem Bild zu sehen war. Und dann kam die Frage hinzu, ob die Sichtung real oder nur Einbildung war, weil ich wusste, dass die Gruppe existierte.

War die Beobachtung im Weißlicht schon schwierig genug, wurde es im H-alpha zu einem regelrechten Vabanque-Spiel. Die Sonnenoberfläche erschien zunächst hellorange und der Hintergrund ebenso. Da war zunächst kaum was zu machen. Erst als der Syph an einer Stelle etwas dünner wurde, tauchten die ersten Protuberanzen am Rand aus der grellen Suppe auf. Filtereinstellungen zu verändern brachte in der Phase nur wenig. Im ersten Versuch erkannte ich 5, später 6 Protuberanzen, wobei sich die meisten am Westrand befanden und eine einem Torbogen glich. Auf der Oberfläche zählte ich nur 2 Flaregebiete und 7 zumeist größere Filamente. Die kleineren entgingen mir. 

Auffällig erschien mir auch bei diesen schlechten Bedingungen, dass fast die komplette Nordhälfte der Sonne wieder erscheinungsfrei war, abgesehen von den Protuberanzen am Westrand. Das aktuelle Aktivitätsminimum schien weiter anhalten zu wollen.

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