Sonntag, 3. Mai 2015

Sonne am 03.05.2015

Mehrfach hatte ich an dieser Stelle bereits erwähnt, dass ein strahlend blauer Himmel nicht unbedingt ein Garant für ein gutes Seeing sein muss. Genau das zeigte sich an diesem Morgen. Der Himmel war richtig gut blau und das Seeing - ich beobachtete kurz vor 8 Uhr MESZ wieder vom Dachboden aus - gelinde gesagt, eine mittelschwere Katastrophe. Der Rand war ständig am Wallen und die einzige Fleckengruppe, die auf der Sonne zu sehen war, verschwand teilweise ganz aus meinem Blickfeld. Kleine A- und B-Gruppen hatten da nicht die geringste Chance, wahrgenommen zu werden.

Begleitet von dem aggressiven Summen einer Wespenkönigin, die seit Tagen auf meinem Dachboden herumschwirrt, fiel mir die Konzentration auf die Beobachtung sehr schwer. Die AR 12335 war denn auch die einzige Fleckengruppe, die ich erkannte. Die besaß 10 Flecken, die allesamt inmitten von Penumbren steckten. Wie sich später auf Satellitenaufnahmen zeigte, hatten sich die beiden kleinen Gruppen, die ich gestern nur mit sehr großer Mühe sehen konnte, nunmehr aufgelöst, weitere Gruppen, die auf den Aufnahmen zu sehen waren, gingen im Blubberseeing gnadenlos unter.

Von der H-alpha-Beobachtung erwartete ich nicht viel und war ein wenig überrascht, dass dann doch noch was ging. Ich fand 6 unscheinbare Protuberanzen, drei Flaregebiete - eines davon im Bereich der AR 12335 - im aktiven Stadium und 7 Filamente, alle wie bei einer Perlenkette aufgereiht auf der Südhalbkugel. Der Norden hingegen war auch heute erscheinungsfrei.

Der Grund für das überaus schlechte Seeing zeigte sich eine Stunde später: Von Westen dran Syph heran und beendete vorläufig alle Hoffnungen auf eine weitere Beobachtungsmöglichkeit.

PS: Erstaunlicherweise hielt sich das Wetter bis zum Mittag und so konnte ich kurz nach 13 Uhr MESZ noch einmal beobachten, als die Sonne endlich weit genug von der Hauskante entfernt war. Prompt zeigten sich bei deutlich besserem Seeing zwei kleine Gruppen, die auch auf Satellitenaufnahmen zu sehen waren: eine kleine A1 hinter der AR 12335 und eine B5 nahe des Sonnenmeridians. Im H-alpha waren die Details jetzt wesentlich besser zu erkennen, Unterschiede zum frühen Vormittag ergaben sich aber keine.

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