Mittwoch, 6. Mai 2015

Sonne am 06.05.2015

Keine 24 Stunden nach Durchzug einer heftigen Gewitterfront, die bei mir einen Baum entwurzelte - leider nicht den störenden vor dem Haus - und viele Äste in der Gegend verteilte, lag die Stadt wieder unter Hochdruckeinfluss, der mir eine weitere Beobachtung gewährte. Zu Hause angekommen, konnte ich sogleich mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war gut und im Weißlicht zeigten sich einige interessante Veränderungen, insbesondere bei einer Fleckengruppe. Offenbar gibt es gerade wieder mal einen Aktivitätsschub, der hoffentlich noch ein paar Tage anhält.

Die auf der Nordhälfte frisch um den Sonnenrand rotierte AR 12339 erschien mir aufgrund ihrer randnahen Position als E18 und bestand fast ausschließlich aus Penumbren, die ihr ein sehr kompaktes Aussehen verliehen. Nur wenige Einzelflecken lagen außerhalb davon und waren nicht leicht zu finden. Die weiter westlich gelegene AR 12338 war eine D6 und die AR 12336 eine C9. Der Süden hingegen wurde von der anscheinend in Auflösung begriffenen AR 12336 dominiert, die ich aufgrund ihrer Ausdehnung als F25 klassifizierte. In Richtung Osten fand ich noch die AR 12337 als B3.
Aufregend wurde es bei der PST-Beobachtung im H-alpha, weil hier die AR 12339 gestern Abend mit mehreren M-Flare aufwartete und um 22:11 UTC, als ich beim GvA-Sonnenworkshop saß, einen X2.7-Flare samt CME und Typ II-Radiosturm (TenFlare, 590 sfu) ins All schickte, dessen Teilchen auf 1163km/s beschleunigt wurden. Eine erdgerichtete Komponente gab es wegen der Randlage der Gruppe jedoch zum Zeitpunkt des Aufbruchs nicht, man darf aber auf weitere Aktivität gespannt sein.
Das gute Seeing erlaubte mir ein ganz gutes Erkennen der Details am Rand und auf der Oberfläche der Sonne. Ganze 8 Protuberanzen waren es am Ende, von denen die meisten am westlichen Sonnenrand saßen. Zwei der insgesamt 6 Flaregebiete befanden sich im Bereich der beiden großen Aktivitätsgebiete  AR 12336 und 12339 und zeigten bei meiner Beobachtung einige kleine, sehr helle Punkte: hier waren mindestens zwei Flares in der Entstehung begriffen. Ob es hier tatsächlich zu Ausbrüchen kam, war während der Beobachtung nicht  auszuschließen. Die Oberfläche zeigte überdies 14 Filamente, wobei sich die Kette im Süden aufzulösen schien, aber immer noch beeindruckend aussah.

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