Donnerstag, 7. Mai 2015

Sonne am 07.05.2015

An das Abbauen von Überstunden kann man sich gewöhnen und so konnte ich schon am frühen Nachmittag mit der Beobachtung beginnen. Der aprilhafte Wechsel zwischen Sonne und Wolken störte dabei weniger als die bisweilen auftretenden Windböen, die drohten, den auf der Fensterbank liegenden Beobachtungszettel in die Lüfte zu entreißen.

Im Weißlicht bestand die einzige größere Veränderung darin, dass im Süden zwei J1-Gruppen um den Sonnenrand herumgewandert kamen. Um den Sonnenmeridian herum standen die AR 12337 als C5 und die AR 12335 als F18. Diese zeigte mittlerweile wieder ein paar mehr Protuberanzen, war aber ansonsten eher umspektakulär und nur ein wenig lang geraten. Auf der Nordhälfte wirkte die große AR 12339 weiter sehr kompakt und war nach meiner Einschätzung eine E20. Sie wies drei kurz hintereinander stehende Zentren mit ausgeprägten Penumbren auf und zeigte im mittleren und hinteren Teil zwei auffällige Lichtbrücken. Die AR 12338 war bloß eine eigentlich kaum erwähnenswerte D6 und die AR 12336 nur noch eine A2.

Die anschließende H-alpha-Beobachtung mit dem PST wurde wegen wieder aufziehender Wolken zunächst behindert und in den klaren Phasen waren zunächst nur wenig Details wahrzunehmen. Das besserte sich erst marginal, als die nächste größere Wolkenlücke den Blick auf die Sonne freigab. Protuberanzen fand ich 8 Stücke, wobei im Südwesten ein Filament in eine Protuberanz überging und genau gegenüber im Nordosten ein Teil frei über dem Sonnenrand schwebte. Sechs helle Flaregebiete - eines war bei der AR 12339 gerade aktiv - und 12 Filamente, die ziemlich regellos verteilt waren (die Kette im Süden hatte sich jetzt fast vollständig aufgelöst) waren auf der Oberfläche zu finden. So bot die Sonne im H-alpha mal wieder einen sehr schönen Anblick.  

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