Mittwoch, 13. Mai 2015

Sonne am 13.05.2015

Was mittlerweile wie eine Binsenweisheit klingt und in diesem Blog schon mehrfach thematisiert wurde, ist die Tatsache, dass gutes Wetter nicht gleichbedeutend mit guten Beobachtungsbedingungen sein muss. Schönwetterwolken und teilweise heftiger böiger Wind - auch in höheren Lagen - sorgte für einen schnellen Durchzug der Wolken und gleichzeitig schlechtes Seeing. Nur ab und zu war ein wirklich klares Bild der Sonnenoberfläche zu bekommen, während der Sonnenrand teilweise eine starke Bewegung zeigte. In der Folge waren kleine Gruppen erneut nur sehr schwer zu sehen.

Die AR 12339 auf der Nordhalbkugel zeigte von allen Gruppen die stärkste Veränderung: sie hatte sich offenbar geteilt, die Achsenneigung der Gruppen hatten bereits gestern neue Ausrichtungen gezeigt und während gestern noch Flecken zwischen den beiden Hauptteilen vorhanden waren, waren diese heute nicht mehr zu sehen. Zumindest nicht unter den gegebenen Umständen. Daher teilte ich diese Gruppe in drei Teile: die AR 12339 in D8, den hinteren Teil in D16 und die nördlich davon stehende Gruppe in C8. Der einzelne Fleck hinter der Gruppe hatte sich aufgelöst und war nicht mehr zu sehen. Die AR 12343 war nicht mehr zu sehen und die AR 12342 eine C5. Ganz nah dem Sonnenäquator stand noch die AR 12347 als A1. In Richtung Nordosten befand sich eine weitere, allerdings nummernlose, A1.

Im Süden war eine neue, nummernlose J1 am Ostrand aufgetaucht, davor standen die AR 12346 als C4 und die AR 12344 als H1, während die AR 12341 eine H1 blieb.

Die H-alpha-Beobachtung litt stark unter dem Wind, der am PST zerrte und dem mittelprächtigen Seeing. Zwar war die große Protuberanz im Nordosten nach wie vor vorhanden und beeindruckend groß, während die übrigen 6 Materiebögen eher klein und beschaulich wirkten. Die Kette der Aktivitätsgebiete auf der Nordhalbkugel von der AR 12342 bis zur AR 12339 wies im H-alpha mehrere, ineinander übergehende Flaregebiete auf, zu denen sich weitere im Süden gesellten, sodass ich am Ende beim Zählen auf 8 Stück kam. Die Zahl der Filamente von 6 Exemplaren fiel dagegen recht bescheiden aus, es waren aber einige sehr sehenswerte darunter.

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