Freitag, 15. Mai 2015

Sonne am 15.05.2015

Die 13. Beobachtung des Monats gestaltete sich sehr schwierig. Erst hatten verschiedene Quellen einen sonnigen Vormittag vorhergesagt, der nicht kam, bzw. erst, als die Sonne hinter meinem Haus stand. Als ich unterwegs war, schien immer wieder mal die Sonne, dann war es wieder für längere Zeit bedeckt und für den Mai relativ kühl. Eine erste große Wolkenlücke kam, als die Sonne nur knapp über der Hauskant stand, von meiner Fensterbank aus aber nicht zu erreichen war. Dann zog es völlig zu und ich rechnete nicht mehr mit einer Beobachtung, aber gut 45 Minuten später ruß die Bewölkung abermals ein wenig auf und ich riskierte eine Beobachtung.

Belohnt wurde ich für den Einsatz nicht, denn das Seeing war katastrophal schlecht, der Rand in ständiger, gezackter Bewegung und die Penumbren der vielen Flecken pumpten ständig vor sich hin. Kleine Gruppen oder Teile von Gruppen waren nicht zu sehen, im Gegenteil, die wenigen, die man sah, verschwanden immer wieder im Seeing-Geblubber. Zum Glück waren die Wolkenlücken dann doch ein wenig größer, sonst wäre die Beobachtung an dieser Stelle zu Ende gewesen.

Doch das Seeing veränderte sich nur wenig, nur ab und zu blitzen kleine Gruppen für Sekundenbruchteile auf. Dadurch erkannte ich auf der Nordhemisphäre die nördlich der AR 12339 stehende B5 immer nur für kurze Momente. Die 12339 war für mich eine D8 und der hintere Teil der ehemaligen F-Gruppen hatte nun keine NOAA-Nummer mehr, war aber eine D7. Die AR 12343 konnte ich nicht erkennen und die AR 12342 war eine H1, gefolgt von der AR 12347 als A1. Im Süden stand weit im Osten die AR 12348 als H1, die 12346 als C5 und die 12344 als H1. Die neunte Gruppe des Tages war die AR 12341 als weitere H1. Kleinere Gruppen waren ob des Seeings nicht zu finden.

Auch die H-alpha-Beobachtung brachte nur wenig Freude. In Nordosten stand immer noch eine, heuer nur schwer zu sehende, große Protuberanz, die hier in ein Filament überging. Am Ostrand fand ich noch zwei weitere Materieerhebungen, die allerdings wegen dem Seeing nur sehr schwer zu sehen waren. So entging mir auch weitgehend eine schwebende Protuberanz im Nordwesten, von der ich kaum etwas sah. Der Himmelshintergrund war im PST zwar vergleichbar dunkel, doch ein Kontrast kaum vorhanden. Mit großer Mühe erwischte ich 8 Protuberanzen, auf der Oberfläche aber nur 5 Flaregebiete und 5 Filamente, sofern sie einigermaßen über die blubbrige Seeingschwelle herüber kamen. Die langsam hereindringende Schlechtwetterfront schien sich schon bemerkbar zu machen, die eine ganze Reihe von Ausfalltagen generieren dürfte.

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