Sonntag, 17. Mai 2015

Sonne am 17.05.2015

Nach einem weiteren - in meinen Augen unnötigen - Ausfalltag aufgrund einer Schlechtwetterfront, die den Norden gegenüber dem Süden mal wieder benachteiligte, war heute Morgen der Himmel blau. Da dies aber kein Garant für ein gutes Seeing ist, war dieses prompt schlecht.

Ich konnte endlich wieder morgens auf dem Dachboden beobachten und fand als erstes im Okular eine munter vor sich hin blubbernde Sonne. Der Rand war gezackt und umlief in Wellen das Bild der Sonne und eigentlich hätte ich an dieser Stelle abbrechen können. Dennoch wartete ich noch ab. Außer dem Summen der Wespen vor dem Fenster und dem Rauschen der Bäume war noch nicht viel zu hören und auch die Wespen auf dem Dachboden waren noch nicht zu vernehmen.

Ganz allmählich wurde das Sonnenbild besser und so schälten sich zunächst viele Penumbren heraus und am Rand sah ich im Norden die AR 12339 als dicht am Rand stehende D5. Dahinter kam die AR 12342 als H1, ansonsten war diese Hemisphäre leer. Nur unwesentlich besser war der Süden dran: die AR 12348 war eine H1, die 12346 eine B6, die 12344 eine J1 und die 12341 eine H2 mit zwei Umbren innerhalb einer Penumbra. In einem Fackelfeld am Ostrand meinte ich zeitweise eine kleine A-Gruppe zu sehen, konnte das aber nicht verifizieren, d.h. weder bei direktem noch bei indirektem Blick war ich mir sicher, an der Stelle wirklich etwas zu sehen. Dunklere Stellen innerhalb eines Fackelfeldes können durchaus auch Flecken vortäuschen.

Mit wenig Hoffnung startete ich danach meine H-alpha-Beobachtung mit dem PST. Diese wurde auch nicht enttäuscht, denn der Hintergrund war deutlich orange gefärbt, trotz immer noch schön blauem Himmel. Eine Ursache könnte der frühjahrsübliche Streulicht aufgrund von Blütenstaub sein, der jetzt überreichlich vorhanden ist und sich durch verminderten Kontrast im H-alpha-Bild bemerkbar macht. Dadurch übersah ich fast den dreiteiligen Protuberanzenkomplex im Nordwesten, die Tannenbaumprotuberanz im Nordosten und den kleinen Bogen im Südosten. Acht dieser Materieerhebungen schmückten während der Beobachtung den Sonnenrand. Die Oberfläche zeigte 6 entlang des Sonnenäquators aufgereihte, großflächige, Flaregebiete und 10 ziemlich regellos verteilte Filamente. Trotz des schlechten Seeings ein schöner Anblick.

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