Samstag, 23. Mai 2015

Sonne am 23.05.2015

Der Freitag brachte mir überraschend einen Ausfalltag, obwohl es den ganzen Tag über durchaus sonnig war. Da ich aber auf der Arbeit nicht beobachten kann und erst am späten Nachmittag zu Hause war, wurde ich mal wieder voll gelinkt, denn genau in dem Moment, als ich den Schlüssel für die Haustür im Schloss drehte, verschwand die letzte Wolkenlücke … und die nächste kam erst, als die Sonne tief am Horizont hinter einem Baum stand.

Heute sah es zunächst nicht viel anders aus. Lt. Wetterbericht sollte es gegen 11:30 Uhr aufklaren, dann gegen 12, gegen 12:30, gegen 13 Uhr. Erst kurz nach 13:30 Uhr zeigte sich die erste Lücke, die ich auch gleich nutzte, denn man kennt ja den Grundsatz: Wer die erste Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, bekommt keine zweite! Und wer die erste Gelegenheit nutzt, kann später weiter beobachten.

Dabei war die Sonnenaktivität noch immer auf einem eher niedrigen Niveau, zumindest im Weißlicht. Das Seeing war nicht berauschend, aber noch ganz annehmbar. Im Norden war die AR 12353 als D7 zu sehen, die AR 12352 dahinter war mehr zu raten, als zu beobachten, daher klassifizierte ich sie pauschal als B2. Im Süden standen hintereinander aufgereiht die AR 12348 als J1, die AR 12349 als C7 und dahinter eine A1 ohne NOAA-Nummer. Interessant war, dass fast die komplette Osthälfte der Sonne mal wieder fleckenfrei war: das monatliche Minimum war mal wieder erreicht.

Ganz anders hingegen die Sonne im H-alpha: Gleich 9 Protuberanzen säumten ihren Rand, 4 im Westen, 5 im Osten. Die größte befand sich amOstrand und wies eine verwirrende Struktur auf. Hier könnte in den kommenden Tagen durchaus eine Fleckengruppe herumkommen, die möglicherweise auch im Weißlucht zu sehen sein werden. Das Bild der Oberfläche kennzeichnete sich heute durch zwei auffällige „Bahnen“ von Filamenten aus, die von NO nach SW und von SO nach NW ausgerichtet waren. Dazu kam ein ähnliches Gebilde im Nordwesten, sodass die Zahl der Filamente auf 16 anstieg, während die der Flaregebiete lediglich 4 betrug. Fazit: Momentan ist die Beobachtung im H-alpha deutlich lohnenswerter als im Weißlicht.

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