Sonntag, 24. Mai 2015

Sonne am 24.05.2015

Der Tag sollte vollkommen ohne Wolken sein, doch er begann anders als vorhergesagt, wie so oft. Just zu der Zeit, als ich hätte vom Dachboden aus beobachten können, kamen Quellwolken auf, die sich hartnäckig hielten, bis sich das etwas einstündige Beobachtungsfenster schloss, die Sonne im zu steilen Winkel durch das kleine Fenster hereinschien. Kurz danach verschwanden die Wolken und ich konnte weiterhin nicht beobachten, weil sie dann hinter Bäumen und meiner Hauskante stand. Verfluchte Botanik. Erst 5 Stunden später, als die Sonne auf der anderen Seite des Hauses wieder rauskam, konnte ich endlich mit der Beobachtung beginnen, das kleine Teleskop halb über die Fensterbank hinausgeschwenkt und festgehalten, damit es nicht herunterfiel.

Der erste Blick offenbarte ziemlich mieses Seeing, das die kleinen Flecken verschwinden ließ. Erst nach und nach konnte ich sie im allgemeinen Seeinggeblubber bei wallendem Sonnenrand sehen. Seit der letzten Beobachtung hatte sich denn auch nicht sehr viel verändert. Im Norden war nur noch eine Gruppe zu finden, die AR 12353 als C6. Von der AR 12352 war nichts mehr zu sehen, ebenso wenig wie von der AR 12354 auf der Südhalbkugel der Sonne. Dort standen, weiter nach Westen gerückt, die AR 12348 als J1 und die 12349 als D8. Weit im Osten stieß ich noch auf eine einsam dort stehende C3 ohne NOAA-Nummer.

Wie schon in den letzten Tagen zu beobachten, war auch heuer die Aktivität im H-alpha wieder deutlich größer als im Weißlicht. Das PST zeigte 10 Protuberanzen am Sonnenrand, wobei zwei das Prädikat groß trugen und eine davon fast über das Bildfeld bei den GONG-Teleskopen hinausragte. Die Oberfläche war weiter geprägt durch zwei lange Filament-Ketten sowie eine Vielzahl kleinerer Materiebögen - ich zählte insgesamt 20 Exemplare - und 5 wenig helle Flaregebiete. Allerdings störte das schlechte Seeing die Beobachtung schon sehr und der Hintergrund war - wohl bedingt durch Pollenflug - leicht orange eingefärbt. Trotz scheinbar tiefblauem Himmel keine guten Beobachtungsbedingungen.

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