Dienstag, 30. Juni 2015

Sonne am 30.06.2015

Es sollte eigentlich wolkenlos bleiben, doch als ich zu Hause ankam, zog gerade eine dicke Wolkenbank - die einzige, die am Himmel vorhanden war - direkt vor die Sonne. Anfangs war noch eine Beobachtung im Weißlicht möglich, die musste jedoch erst einmal nach Abzug der Wolke verifiziert werden. 

Die AR 12374 war im Weißlicht nicht mehr zu sehen, dafür aber die beiden D-Gruppen auf der Nordhälfte, die AR 12373 als D7 und die dahinter liegende ohne Nummer als D9. Die Achslage der beiden Gruppen machte immer deutlicher, dass es sich hier um zwei kleine und nicht um eine große Gruppe handelte. Eingebettet waren beide Gebiete in ein umfangreiches Fackelfeld, das selbst in kleinen Instrumenten sehr auffällig war. Hinzu kam die AR 12375 als J1.

Im H-alpha zeigte das PST eine weiter angestiegene Aktivität. Am Rand standen 12 Protuberanzen, wobei besonders das im Nordosten durch seine kompakte Struktur und den Übergang vom Filament zur Protuberanz ins Auge stach. Ein Spitzkegel stand im Südosten sowie viele kleine am Westrand. Die 10 sichtbaren Filamente waren wieder ziemlich regellos über die Sonnenoberfläche verteilt und es gab sogar zwei Flaregebiete, eines rund um die beiden D-Gruppen im Norden und eines im Bereich der J1 im Süden.

Die Aktivität scheint nun wirklich wieder langsam anzusteigen, schauen wir, wohin das führen wird.

Montag, 29. Juni 2015

Sonne am 29.06.2015

Es ist wieder etwas Bewegung in die Sonnenaktivität gekommen. Statt einer befürchteten fleckenfreien Sonne, gab es im Weißlicht gleich mehrere neue Aktivitätsgebiete zu beobachten. Das Seeing war bei leicht bewölktem Himmel ganz anständig, wenn der Rand streckenweise heftig in Wallungen geriet und Oberflächendetails um ihre Sichtbarkeit kämpften. Leicht westlich des Sonnenmeridians hatte die gestern mit einigen großen Fernrohren bereits zu sehende B-Gruppe die Nummer 12374 bekommen, die ich aber nur als A1 sah. 

Am Ostrand standen, während die AR 12371 nun endgültig hinter dem Westrand verschwunden war, drei Gruppen. Die am weitesten zur Sonnenscheibenmitte hin ausgerichtete hatte die Nummer 12373 erhalten und war eine D5, gleich dahinter stand eine D4 ohne Nummer. Aufgrund der unterschiedlichen Achsenneigungen der beiden Gruppen teilte ich sie auf und behandelte sie nicht wie ein einziges Aktivitätsgebiet. Etwas südlich davon stand eine J1, ebenfalls noch ohne Nummer. Weitere Gruppen konnten nicht ausgemacht werden.

Ein kleiner Aktivitätsschub war auch im H-alpha zu erkennen, wo sich das Seeing heute nicht ganz so störend bemerkbar machte, wie gestern. Am Ostrand gab es drei, am Westrand zwei größere Protuberanzen, die restlichen6 waren winzig und ragten nur als kleine Spitzen über den Rand hinaus. Das schönste Exemplar war im Nordosten zu sehen, wo ein in sich gedrehtes und geschlängeltes Filament in eine Protuberanz überging. Die Oberfläche war weitgehend frei von Erscheinungen, wenngleich es auch eine stattliche Anzahl von 12 Filamenten gab, die entweder direkt am Rand standen oder ziemlich regellos und unsystematisch verteilt waren. Den Abschluss bildete ein einziges größeres Flaregebiet, das sich im Umfeld der beiden neuen D-Gruppen positioniert hatte.

Sonntag, 28. Juni 2015

Sonne am 28.06.2015

Blauer Himmel und mieses Seeing, eine oft erlebte und heute wieder gültige Kombination. Kurz nach 8 Uhr begab ich mich wieder auf meinen Dachboden, öffnete das kleine Luk und stellte das Teleskop davor. Der erste Eindruck war ein fürchterliches Seeing, der Rand war fast dauerhaft am Wabern und bei den beiden einzigen sichtbaren Fleckengruppen sah man deutlich das Pumpen des Seeing. Daher konnte man die Anzahl der Flecken eigentlich nur grob schätzen, obwohl es schon Momente gab, in denen die Sicht einen Tick besser wurde.

Im Weißlicht war es wieder ganz übersichtlich. Am Westrand standen noch klägliche Reste der AR 12371, die ich als H3 klassifizierte, genau gegenüber am Ostrand - fleckenfrei wird die Sonne also erstmal nicht sein - stand eine C4, zu dieser frühen Stunde noch ohne NOAA-Nummer. Der gestern auf den Karten des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe verzeichnete A1-Fleck war in meinem kleinen Teleskop nicht sichtbar.

Das Seeing schlug im H-alpha noch stärker durch, als im Weißlicht. Der Hintergrund war orangefarben aufgehellt und außer den 8 Protuberanzen am Rand - drei große Gebiete standen im Osten (eine sehr voluminös, die anderen beiden eher flachgedrückt) - sah ich zunächst keinerlei Erscheinungen auf der Oberfläche. Ich musste die Filtereinstellungen des PST schon arg strapazieren, um ein Flaregebiet im Bereich der AR 12371 und 9 Filamente auf der Oberfläche zu sehen. Zwischenzeitlich entglitten sie mir immer wieder und dank des miserablen Seeings sah ich meist nur eine Oberfläche ohne Details. Selbst die kleine Filamentkette im Süden war nur sehr schwer auszumachen. So gesehen war die Beobachtung mit dem PST an diesem Morgen nur Quälkram.

Samstag, 27. Juni 2015

Sonne am 27.06.2015

Durch einen weiteren Ausfalltag aufgrund eines durchziehenden Tiefdruckgebietes - der mich von der Beobachtung der weiteren Entwicklung der AR 12371 abhielt - fand ich diese aufgrund der perspektivischen Verkürzung am (westlichen) Sonnenrand als E8 vor. Von einem wirklichen klaren Himmel konnte man an diesem Tag nicht sprechen, aber die dichte Wolkendecke war stellenweise etwas durchlässiger geworden, während das Seeing ganz ordentlich war. 

Neben der AR 12371 konnten im Weißlicht keine weiteren Fleckengruppen ausgemacht werden, lediglich einige etwas größere Fackelfelder an Ostrand, die durchaus auf das baldige Erscheinen neue Fleckengruppen hinweisen können.

Die H-alpha-Beobachtung im PST litt denn auch sehr unter den Bedingungen. Der Hintergrund war war nahezu schwarz, das Bild aber insgesamt recht dunkel; eine Veränderung der Filtereinstellungen brachte nur wenig. Gleichwohl zeigten sich im Nord- und Südosten zwei ausgedehnte Protuberanzen, die ebenfalls neue Aktivitätsgebiete ankündigen können, wobei man aber abwarten muss, ob diese dann auch bis ins Weißlicht reichen werden. Zu oft hatte dieser Zyklus schon im H-alpha beeindruckende Gebiete gezeigt, nach denen man in der Photosphäre vergeblich suchte.

Insgesamt waren am Rand 7 Protuberanzen, auf der Oberfläche wieder nur ein mageres Flaregebiet - das im Umfeld der AR 12371 - sowie 12 kleine und kleinste Filamente zu sehen. Drei Ausnahmen davon gab es dann aber doch: über der AR 12371 spannte sich ein kleiner Filamentbogen und im Südosten schien sich eine neue Filamentkette zu bilden, zu denen just nur zwei Exemplare gehörten. 

Aufgrund der zu diesem Zykluszeitpunkt außergewöhnlich niedrigen Aktivität im Weißlicht und auch der sehr geringen im H-alpha darf man sich getrost die Frage stellen, ob die Sonne in den kommenden Tagen fleckenfrei wird oder nicht. Weite Teile der Sonnenoberfläche waren im H-alpha nämlich erscheinungsfrei!

Donnerstag, 25. Juni 2015

Sonne am 25.06.2015

Muss man sich Sorgen um die Sonne machen? Schon sehr früh klarte der Himmel über Hamburg auf und so konnte, justemang auf der Arbeit angekommen, erst einmal mit meiner Sofibrille mit bloßem Auge beobachten und die AR 12371 als A2 sehen, wobei ich mir aber nicht mehr ganz sicher war wie real die Beobachtung war. Ich sah das Ganze etwas länglich und definierte es daher als A=2. Aufgrund der nun immer randnaheren Position der Gruppe denke ich, dass ich sie deshalb wohl morgen oder übermorgen zuletzt mit bloßem Auge sehen kann. Vielleicht war auch heute der letzte Tag.

Die schon erwähnte AR 12371 war nach wie vor die einzige Fleckengruppe, denn am Ostrand war immer noch nichts Neues aufgetaucht. Sie gehörte zur Waldmeierklasse F und besaß nach meiner Zählung 18 Flecken, die meistens davon wieder innerhalb der Penumbren.

H-alpha im PST war heute wieder Pflicht, da das Seeing entsprechend gut war. Leider hatte ich das M7.9-Flare von 8:16 UT verpasst, das wohl sehr eindrucksvoll war, wie alle anderen, die bisher aus der AR 12371 aufgestiegen sind und die ich ebenfalls nicht live sehen konnte. Neben der flauen Aktivität im Weißlicht war es im H-alpha auch nicht wesentlich besser. Am Rand nur 4 winzige Protübchen, auf der Oberfläche ein einziges Flaregebiet - das in der AR 12371 - und nur 7 Filamente.

Wenn nun - wie sonst üblich - nach dem Wegrotieren der AR 12371 am Wochenende keine Flecken nachfolgen, droht bald der erste fleckenfreie Tag des Jahres 2015. Mal abwarten, ob es dazu kommt.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Sonne am 24.06.2015

Manchmal kann eine Sonnenbeobachtung auch relativ einfach sein, so wie heute. Als ich nach Hause kam, gab es ausreichend große Wolkenlücken, die mir eine Beobachtung erlaubten, doch die Sonnenaktivität war im wahrsten Sinne des Worten recht übersichtlich. Mit der AR 12371 gab es nur eine Fleckengruppe, die man erfassen konnte. Die AR 122367 war ebenso wie die „neue“ AR 122372 um den westlichen Sonnenrand wegrotiert und konnte nicht mehr erfasst werden.

So war die AR 12371, die ich am Vormittag wieder mit dem bloßen Auge und Sofibrille als A2-Gruppe - nicht zu verwechseln mit der Waldmeierklasse A -  einwandfrei durch mein mit einer Schutzfolie versehenes Bürofenster sehen konnte, eine F25. Weitere Gruppen konnten auch nach längerer Beobachtungszeit nicht erkannt werden.

Die Wolkenlücken waren groß genug, um auch noch die Sonne mit dem PST im H-alpha beobachten zu können. Die Aktivität in diesem Wellenlängenbereich lag aber ähnlich niedrig wie am Vortag. Ich erkannte 6 kleine Protuberanzen und auf der Oberfläche 8 wenig spektakuläre Filamente und auch heute nur ein einziges Flaregebiet -natürlich im Bereich der AR 12371 - welches den Blick de geneigten Beobachters auf sich zog. Es ist wohl davon auszugehen, dass in den kommenden Tagen neue Gruppen am Ostrand auftauen werden. Sie sind mittlerweile überfällig.

Dienstag, 23. Juni 2015

Sonne am 23.06.2015

Mehrere Anläufe waren notwendig, um heute alle Sonnendaten zusammen zu bekommen. Am Vormittag konnte ich durch das Bürofenster mit Hilfe meiner Sofibrille die AR 12371 als 2 A-Flecken sehen, etwas länglich zwar, aber mit mehr oder weniger eindeutigen Zentren.

Nach Feierabend baute ich, als ich zu Hause ankam, sofort den kleinen Refraktor auf und begann mit der Beobachtung im Weißlicht, wofür mir die permanent durchziehenden, hohen Wolkentürme, ausreichend Zeit ließen. Das Seeing war zwar nur durchschnittlich, aber dennoch brauchbar. Auf den ersten Blick sah ich natürlich die AR 12371, immer noch das dominanteste Aktivitätsgebiet auf der Sonne. Die Penumbren hatten sich abermals verändert und nun waren außerhalb davon Flecken entstanden. Ich klassifizierte sie als F30, wobei die Zahl der Flecken in den Penumbren leicht abgenommen hatte. Die AR 12367 war am Rand schon sehr viel schwieriger zu finden. Schließlich sah ich sie mitten in einem Fackelfeld als B4. Und, es war wohl mehr purer Zufall, dass ich den westlichen Sonnenrand nochmal absuchte, eigentlich, um die Sichtbarkeit der AR 12367 nochmals zu verifizieren. Und siehe da, ich fand auch noch die neue AR 12372 als A1, die aber morgen schon wieder verschwunden sein wird. Hier kam mir ebenfalls ein Fackelfeld zu Hilfe: der Kontrast zwischen beiden Erscheinungen half, den Fleck blickweise zu sehen, bei mehrmaligem Hinsehen aber immer wieder zu finden.

Die H-alpha-Beobachtung klappte erst nach drei Versuchen. Beim ersten Mal erwischte ich nur die Protuberanzen - 5 Stück - beim zweiten Mal das einzige (!) Flaregebiet rund um die AR 12371 sowie - beim dritten Anlauf - die 10 Filamente, die wieder regellos über die Sonnenoberfläche verteilt waren. Gegenüber den letzten Tagen war die H-alpha-Aktivität regelrecht abgestürzt und daher wunderte es nicht, dass die beiden Polregionen der Sonne erscheinungsfrei waren. 

Montag, 22. Juni 2015

Sonne am 22.06.2015

Eine kleine Wolkenlücke im verschmierten und verzierten Himmel erlaubte für kurze Zeit einen kleinen Blick auf die Sonne. Problem war dabei nicht etwa schlechtes Seeing - das war ganz gut - sondern der Schleim vor der Sonne, der nur selten ein wirklich scharfes Bild ermöglichte. Zum Glück war die Sonnenaktivität mit nur zwei Gruppen nach wie vor sehr übersichtlich.

Die AR 12367 stand genau am Westrand und war eine D8, morgen wird sie wahrscheinlich verschwunden sein. Die AR 12371 stand auf dem Sonnenmeridian - geeigneter Platz, um erdwärts gerichtete CMEs für Polarlichter loszuschicken. Ihre zwei großen Penumbren konnte ich mittags mit der Sofibrille mit bloßem Auge durchs Bürofenster gut erkennen. Im Teleskop zeigten sich scheinbar etwas kleiner gewordene Penumbren, nur wenige Flecken außerhalb davon sowie mindestens zwei Lichtbrücken und eine Nebensonne.

Der verschmierte Himmel war wenig geeignet für eine H-alpha-Beobachtung mit dem PST, daher musste diese ausfallen.

Sonntag, 21. Juni 2015

Sonne am 20. und 21.06.2015

Die letzten beiden Tage unterschieden sich im Hinblick auf die Sonnenaktivität im Weißlicht nicht sehr. Gestern hatte ich das Glück, vor der Abfahrt zur SONNE-Tagung nach Uslar einen kleinen, wolkenlosen Keil zu erwischen, in dem ich noch ohne großen Stress beobachten konnte und auch heute Morgen sollte nur ein kleines wolkenloses Feld mir eine Beobachtung bescheren, obwohl ein vollkommen bewölkter Tag angekündigt war.

Zwei gegenläufige Entwicklungen zeigten sich gestern und heute. Am 20. hatte die AR 12367 auf der Südhälfte einige Penumbren verloren und war nur noch eine D16, heute nur noch eine D12; der Verfall war weiter fortgeschritten. Die AR 12371 hingegen hatte sich ein wenig weiterentwickelt, wenn auch die Penumbra im f-Teil deutliche Änderungen zeigte. Sie wies gestern 27 und heute 30 Flecken auf. Interessant war, dass diese Gruppe lediglich zwei Penumbren besaß, die dafür entsprechend groß und auch mit dem bloßen Auge sichtbar waren. Die beiden Gruppen beeindruckten nicht nur durch ihre Größe, sie waren auch echte Platzhirsche, denn außer ihnen gab es keine weiteren Fleckengruppen im Weißlicht zu sehen. An beiden Tagen sah ich die Gruppe durch die Sofibrille leicht länglich, weswegen ich sie als A2 einstufte.

Im H-alpha wirkte die Sonne demgegenüber ein wenig dynamischer. Am Rand erkannte ich am 20. insgesamt 7 Protuberanzen; eine im Südwesten hatte eine spitzkegelige, eine weitere eine klassische, aber ein wenig nach hinten geneigte, gekrümmte Form. Auf der Oberfläche gab es 5 helle Flaregebiete und 14 Filamente: eine Kette im Norden und ein langer Bogen im Westen waren am auffälligsten.

Am 21. war dieser lange Bogen über die Oberfläche aufgestiegen und bildete nun eine schöne Protuberanz, gleichzeitig die größte der 10 zumeist sehr kleinen Materieerhebungen, die im PST zu sehen waren. Die Zahl der Flaregebiete hatte sich verringert und die beiden Hauptzentren waren naturgemäß in den Aktiven Regionen 12367 und 12371 zu finden, wobei erstere im H-alpha erheblich aktiver erschien als im Weißlicht. Hier sah man in dem Feld just während meiner Beobachtung eine kleine Erhebung, aus der sich durchaus noch ein Flare entwickeln könnte. Leider verhinderten die Hauskante und aufkommende Wolken eine weitere Beobachtung. Die Zahl der Filamente war an beiden Tagen übrigens gleich und betrug jeweils 14. Markant war wieder die Kette im Norden, die Bögen um die AR 12371 herum sowie etliche kleinere  die ziemlich regellos über die Sonnenoberfläche verteilt waren. Die beiden Polgebiete der Sonne waren an beiden Tagen wieder einmal erscheinungsfrei.

Freitag, 19. Juni 2015

Sonne am 19.06.2015

Ganze fünf Wolkenlücken und dazwischen drei Regengüsse waren nötig, um ein Gesamtbild der heutigen Sonnenaktivität zu bekommen. In diesen Lücken war das Seeing zwar nicht optimal, aber auch nicht katastrophal schlecht.

Die AR 12371 auf der solaren Nordhalbkugel erschien im Weißlicht sehr groß und war mit Hilfe meiner Sofibrille auch mit bloßem Auge zu sehen: länglich und somit aus zwei Zentren bestehend. Das Teleskop offenbarte drei wahrlich riesige Penumbren, die viele kleine Flecken in ihre Strukturen eingelagert hatten und einiges an Kleinkram. Gleich mehrfach musste ich die Flecken zählen und kam am Ende auf 38 Flecken, die Gruppe teilte ich der Waldmeierklasse E zu. 

Die AR 12367 im Süden war zwar auch eine E und wies 25 Flecken auf, war aber längst nicht so beeindruckend wie die 12371 und wies auch weniger üppige Penumbren auf. Das Aufsuchen der AR 12369 im Norden war ein etwas komplizierteres Unterfangen und verbrauchte zwei Lücken, denn sie war nur schwer zu finden. Ich war zwar der Meinung, an ihrer Position „was“ zu sehen und klassifizierte das als B2, bin mir aber nicht 100%ig sicher, ob ich sie wirklich gesehen oder sie mir nur eingebildet hatte.

Die letzten zwei Lücken gingen für die H-alpha-Beobachtung mit dem PST drauf, was sich aber als lohnenswert erwies. Am Rand gab es 7 Protuberanzen von denen drei größer waren und am Westrand standen. Eine davon schwebte leicht über der Oberfläche. Am Ostrand ging eine Protuberanz in eines der 11 Filamente über. Bemerkenswert war hier wieder eine Filament-Kette im Norden und ein großes und plastisch erscheinendes Exemplar nahe des Westrandes. Dazu kamen noch 5 helle Flaregebiete. Insbesondere die Region 12371 zeigte hier viel Aktivität, während rund um die AR 12367 ein größeres Feld hell erleuchtet war und auf einen beginnenden (?) Flare hinwies. Leider konnte danach nicht mehr beobachtet werden, weil intensive Regenschauer niedergingen und die Wolkendecke kaum noch nennenswerte Lücken aufwies.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Sonne am 18.06.2015

Keinen Pfifferling gab ich heute auf die Vorhersage, dass es gegen Abend verwertbare Wolkenlücken geben sollte, um noch zu einer Sonnenbeobachtung zu kommen. Vormittags war es zeitweise sonnig, doch ab Mittag zog der Himmel endgültig zu, es regnete und die Wolken wurden immer dichter. Kurz nach 18 Uhr jedoch hellte sich der Himmel auf und es zeigten sich erste größere Wolkenlücken. Die erste zog im Norden weitab der Position der Sonne durch, doch dann kamen genau zwei, die über die Sonne strichen. Das Teleskop war schnell auf der Fensterbank aufgebaut, schnell ausgerichtet und schon konnte ich die ca. 2 Minuten lange Lücke tatsächlich für eine Beobachtung nutzten.

Das Seeing war ganz passabel und die drei Gruppen des Tages waren auf den ersten Blick zu sehen. Die größte Gruppe war die AR 12371, die ich sogar mit der Sofibrille als einen Fleck sehen konnte und die ich als E38 klassifizierte. Sie zeigte mehrere große Penumbren und hatte das Potenzial für eine F-Gruppe. Man wird sehen müssen, ob sie dieses Stadium in den kommenden Tagen erreichen wird. Nahe des Sonnenmeridians stand die AR 12369 als B5, während die AR 12370 nicht mehr sichtbar war. Im Süden war die AR 12367 als E25 zu sehen. Sie wies allerdings erheblich weniger Penumbren als die AR 12371 auf, war aber dennoch ziemlich beeindruckend anzusehen. Auch hier dürften die nächsten Tage recht spannend werden.

Das nächste Gewölk war leider viel zu schnell heran und so konnte ich mit dem PST nicht mehr die Aktivität im H-alpha verfolgen, die heute nach den Fotos des GONG-Netzwerks ebenfalls sehr spannend war. 

Dienstag, 16. Juni 2015

Sonne am 16.06.2015

Es gibt Tage, die sind schlicht unglaublich. Erst saß ich wieder mal bei Sonnenschein auf der Arbeit fest und als ich nach Hause kam war es bedeckt. Für 18 Uhr wurde eine größerer Wolkenauflockerung angekündigt, die nicht kam. Das gleiche galt für die Vorhersage ab 19 Uhr. Doch kurz nach 20 Uhr schob sich eine keilförmige Auflockerung heran, die auch die Position der Sonne erfasste und ich durfte bei durchaus gutem Seeing doch noch beobachten.

Im Weißlicht war neben der AR 12357 auf der Südhalbkugel, die ich heute als E24 klassifizierte, eine neue Gruppe im Norden interessant, die heute um den Ostrand herein rotiert war. Sie hatte noch keine NOAA-Nummer bekommen und war eine D10 mit mindestens zwei großen Penumbren. Im Süden erkannte ich am Westrand noch die AR 12365 als J1 sowie im Norden die AR 12369 als B7 und die AR 12370 als A1.

Der wolkenfreie Keil hielt noch ein wenig aus und so lohnte sich noch die Beobachtung im H-alpha und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn so ein klares H-alpha-Bild hatte ich schon lange nicht mehr erlebt. Das führte auch zu einer deutlich höheren Zahl an Erscheinungen, die ich erfassen konnte. Dies waren 10 Protuberanzen, 18 Filamente und 5 helle Flaregebiete.  

Am Ort der neuen Gruppe im Norden gab es nicht nur eine dicke Protuberanz, sondern auch ein helles Flare, das gerade aktiv und dabei war, Material auszustoßen (erkennbar an einer leichten Wölbung). Bevor ich die Beobachtung beenden musste, weil sich die Wolkenlücke wieder schloss, sah ich noch drei größere Filamente und eine im Nordwesten, das mir dreidimensional erschien. Leider endete die kurze Beobachtung wieder viel zu früh.

Montag, 15. Juni 2015

Sonne am 15.06.2015

Den ganzen Tag über hatte ich bei zeitweise strahlendem Sonnenschein im Büro gesessen und konnte nicht beobachten. Als ich dann endlich Feierabend hatte, war der Himmel weitgehend zugezogen und mir blieben nur zwei kleine Lücken, die ich gerade so eben für eine Beobachtung nutzen konnte.

Auf den ersten Blick konnte ich nur zwei Gruppen erkennen: die AR 12365 als J2 und die AR 12367 als D oder E20 im Süden. Da zwischendurch immer wieder Wolken durch das Gesichtsfeld zogen, viel das Erkennen der anderen, schwächeren Gruppen sehr schwer. Im Norden sah ich blickweise eine B6 durchschimmern, es war die AR 12370. Schräg unterhalb der AR 12365 erkannte ich eine A1 ohne Nummer, schräg darüber eine weitere, sich sich als AR 12368 entpuppte. Neben den Wolken störte auch ein nur mittelmäßiges Seeing, sodass ich von den drei Aktiven Regionen 12366, 12360 und 12362 nichts erkennen konnte.

Mit der H-alpha-Beobachtung musste ich erst noch auf die nächste Wolkenlücke warten und mich dann auch noch sehr beeilen, um überhaupt was zu sehen. Ich zählte rasch 10 Protuberanzen, 15 Filamente und 4 Flaregebiete. Bevor ich ins Detail gehen konnte, verschwand die Sonne wieder hinter Wolken.

Samstag, 13. Juni 2015

Sonne am 13.06.2015

Der 13. des Monats brachte mir doch tatsächlich mal Glück: Während der gesamte Westhimmel schon zugeschleimt war, gab es an der Position der Sonne noch ein kleines, beständiges Wolkenloch, durch das hindurch ich die Sonne bei relativ gutem Seeing sehen konnte.

Die AR 12360 war auf der Nordhälfte der Sonne schon sehr weit an den Westrand herangerückt und nur noch eine D9. Südwestlich von ihr hatte sich eine A1 ohne Nummer neu gebildet. Die AR 12361 konnte ich immer noch nicht sehen, auch nicht bei besserem Seeing. Die AR 12366 bestand weiter aus zwei Teilen: einer D5 und einer C5. Außerdem war die AR 12362 zu einer A1 zurückgeschrumpft. Im Süden gab es vier Gruppen: die AR 12365 als C4, schräg südwestlich davon eine A1 ohne Nummer, ganz am östlichen Sonnenrand die AR 12367 als D12 und nördlich davon die vierte A1 (auch ohne Nummer), die allerdings trotz des guten Seeings und trotz des besseren Kontrastes aufgrund der Randverdunkelung nur extrem schwer zu sehen war.

Im H-alpha zeigte sich zu meiner frühen Beobachtungsstunde ein fast dunkler Himmelshintergrund, dafür gab es jede Menge Wellen, die durch das Bild liefen und die Beobachtung zeitweise empfindlich störten. Der Sonnenrand wies heuer nur 7 kleine Protuberanzen auf, die Oberfläche aber 8 Flaregebiete und 14 Filamente. Zur Beobachtungszeit zeigte sich in zwei Gebieten am Ost- und am Westrand 2 aktive Flares und bei letzterer war sogar eine kleine Aufwölbung zu sehen. Die Zahl der Filamente lag zwar ähnlich hoch wie gestern, sie waren nun aber sehr viel größer, länger und breiter. Während man im Weißlicht durchaus den Eindruck einer abnehmenden Aktivität bekommen konnte, war im H-alpha genau das Gegenteil der Fall!

Freitag, 12. Juni 2015

Sonne am 12.06.2015

Erneut konnte ich Murphy ein Schnippchen schlagen: da ich heute meinen Betriebsausflug als ausgedehnten Brunch vor der Brust hatte, musste ich nicht so früh wie sonst raus und konnte um 8:00 MESZ wieder vom Dachboden aus beobachten. Das Seeing war anfangs sehr gut, kippte dann aber nach ein paar Minuten regelrecht weg und war danach nur noch mittelmäßig.

In der Phase des guten Seeing offenbarten sich viele kleine Flecken, die ich gestern nicht sehen konnte. Die AR 12360 im Norden hatte sich abermals verändert und bestand nur noch aus einem Pulk von kleinen penumbralen Flecken, die von kleineren Punkten umsäumt wurden und die ich als D 7 klassifizierte. Die AR 12361 war nicht mehr zu sehen und die 12366 in zwei Teile zerbrochen: Eine B4 und eine C5. Im Süden standen lediglich noch die AR 12365 als C4 und in etwas weiterer Entfernung davon war deutlich eine B2 ohne NOAA-Kennung zu sehen. Neu am Ostrand war die AR 12367 als D6 erschienen.

Das PST zeigte anschließen eine H-alpha-Sonne, die fast schon extrem zwischen blubbern und exzellentem Blick schwankte. Dennoch kam ich auf 10 Protuberanzen am Sonnenrand - nur 3 davon waren etwas größer, der Rest lugte meist gerade mal so über den Rand raus. Die 8 Flaregebiete waren insofern interessant, als das bei zwei von ihnen gerade eine größere Aktivität zu beobachten war. Genau gegenüber liegend am Ost- und - wesentlich stärker - am Westrand. Die am Ostrand gehörte zur AR 12367, die im Osten zur 12360. 16 Filamente rundeten das bei Ende der Beobachtung immer schlechter werdende Bild ab. Dabei zeigte sich auf der Nordhalbkugel zwei und auf der Südhalbkugel eine im Entstehen begriffene Filament-Kette. Leider wahr rund um die beiden Ketten im Norden im Weißlicht keine Aktivität zu beobachten.

Der Grund für die deutlich wahrnehmbare Verschlechterung des Seeing war denn auch bald gefunden: am Himmel hatten sich Wolken gebildet, die bald darauf vor die Sonne zogen und die tagelange Phase des unbewölkten Himmels im Norden kurz vor dem Wochenende beendete.

Donnerstag, 11. Juni 2015

Sonne am 11.06.2015

Ein späterer Arbeitsbeginn ermöglichte mir in der Woche eine Beobachtung am frühen Morgen. Der Himmel war blau und das Seeing mittelprächtig, wie so oft in den letzten Wochen.

Obwohl die letzte Beobachtung gerade mal 16 Stunden her ist, hat sich doch einiges verändert. So ist die AR 12360 in sich zusammengefallen und in 3 Teile zerbrochen, die ich als A1, C5 und B5 klassifizierte. Die AR 12361 dahinter war nur noch eine C5, die AR 12366 eine D6. Die AR 12362 war nur noch eine C3 und die AR 12364 eine A1, wenngleich sie auch heute nur sehr schwer zu sehen war und dicht an der Auflösungsgrenze meines kleinen 80/400er Refraktors stand.

Schnell noch ins H-alpha gewechselt zeigte sich hier kein wirklich herausragendes Bild. Der Himmelshintergrund war hellorange - trotz blauem Himmel -  und Veränderungen gegenüber gestern Abend hatten sich nur marginal ergeben. Am Rand standen 6 Protuberanzen - alle ein wenig mickrig - und auf der Oberfläche tummelten sich sage und schreibe 15 Filamente und 6 Flaregebiete. Auffallend war, dass sich die größten Filamente auf der Nordhälfte der Sonne befanden, interessanterweise auch dort, wo im Wei0licht keine Flecken zu sehen waren, denn neue Gruppen waren auch heute nicht zu sehen gewesen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Sonne am 10.06.2015

Heute war der erste Tag des Jahres, an dem ich bei einer Sonnenbeobachtung richtig ins Schwitzen kam und das war nicht nur wörtlich zu nehmen. Der Himmel war gut, das Seeing durchschnittlich bis gut und so konnte ich mich gleich nach Feierabend an die Arbeit machen.

Der Pulk der Gruppen war ein Stück nach Westen gerückt, sonst hatte nicht nicht aufregend viel verändert. Die AR 12360 war zwar weiter eine F mit 20 Gruppen, hatte aber fast alle Penumbren verloren. Sie würde in den kommenden Tagen wohl endgültig zusammenbrechen. Die AR 12361 dahinter war wohl eine C7 und die 12366 eine D12. Die AR 12362 eine D11, die 12365 eine C8 und die AR 12364 darüber eine A1, wenngleich diese auch nur sehr schwer zu sehen war. Vermutlich war es nur einem Zufall zu verdanken, dass gerade in dem Moment, als ich da hinsah, das Seeing einen Tick besser war. Ein zweites Mal gelang mir an der Stelle dann keine Sichtung mehr.

Im H-alpha schlug das Seeing ein wenig stärker durch, als im Weißlicht. Am Sonnenrand sah ich lediglich 5 Protuberanzen, aber auf der Oberfläche 7 Flaregebiete und 15 (!) Filamente und da gab es am Ostrand einige, die sehr sehenswert waren. Eine kam sehr plastisch herüber und wirkte dreidimensional, eine weitere wies einen Knick auf, während die dritte im Bunde lang, aber strichförmig war. Der Rest war dann nur Kleinkram. Zumindest in diesem Wellenlängenbereich ergäbe sich mal wieder eine deutliche Veränderung. 

Dienstag, 9. Juni 2015

Sonne am 09.06.2015

Reichlich Geduld musste man aufbringen, um nicht einen weiteren Ausfalltag zu riskieren. Der Tag hatte sonnig begonnen, doch dann zog es zu und der Himmel blieb den ganzen Tag bewölkt und die Temperatur vergleichsweise niedrig. Erst am Abend lockerte sich die dichte Wolkendecke aus Nordost - für Hamburg eher ungewöhnlich, denn Wetteränderungen kommen überwiegend aus Nordwest - und ermöglichte so eine Beobachtung.

Die Sonnenaktivität wirkte im Weißlicht recht knuffig, denn alle Gruppen waren in fast gleichem Abstand zu den Sonnenrändern versammelt. Sämtliche kleinen Gruppen am Ost- und Westrand waren verschwunden und es wirkte alles sehr übersichtlich. Die AR 12360 war im Norden nun am weitesten nach Westen vorgerückt und heute eine F22 (vielleicht auch E22). Die AR 12361 dahinter war eine C7 und die AR 12366 eine C5. Im Süden befanden sich die AR 12362 als D15, die Ar 12354 als A1 und die AR 12354 als J1.

Die H-alpha-Beobachtung war ebenfalls nur in kleinen Wolkenlücken möglich und da musste man schon sehr schnell sein, um alle Details erfassen zu können. Zuerst zählte ich 8 Protuberanzen am Rand (3 m Westrand sahen besonders interessant aus), dann 5 Flaregebiete sowie 14 Filamente, die heuer ziemlich regellos verteilt waren und die gestern noch groß wirkenden waren mittlerweile wieder arg geschrumpft. Die große Wolkenlücke im Osten kam so gut wie gar nicht voran und da ich noch einen privaten Termin hatte, konnte ich auch nicht mehr darauf warten, bis sie endlich da war.

Montag, 8. Juni 2015

Sonne am 08.06.2015

Das Wetter hielt mal, was es versprach und so war eine Beobachtung nach Feierabend auch kein Problem. Seit der letzten Beobachtung waren über 33 Stunden vergangen, dennoch hatte sich nicht sehr viel verändert.

Einige der kleinen Gruppen hatten inzwischen offizielle NOAA-Bezeichnungen erhalten. Die AR 12366 war eine B4, die AR 12361 eine C4, dazwischen lag noch eine einzelne A1 ohne Nummer. Die AR 12360 war eine E20, die AR 12362 darunter gehörte zur Klasse D und hatte 14 Flecken. Die AR 12363 war eine A1, die 12358 nicht zu sehen und die AR 12356 um den Westrand herum rotiert und nicht mehr zu sehen. Am Ostrand war die AR 12365 eine C5 und die AR 12354 eine B4.

Ein wenig turbulent ging es da schon im H-alpha zu. Neben 8 Protuberanzen - eine mit schöner Bogenform stand am Ostrand - fand ich gleich auf den ersten Blick auf er Oberfläche 7 Flaregebiete und 15 Filamente. Kein Vergleich zur letzten Beobachtung. Es zeigten sich dabei im Südwesten ein Filament, das in eine Protuberanz überging und im Nordosten eine schönes, halbkreisförmiges sowie zwei Halbkreise in Nordrichtung. So langsam schien nun auch die Aktivität im H-alpha wieder zuzunehmen.

Sonntag, 7. Juni 2015

Sonne am 07.06.2015

Der Tag begann, wie man es als Sonnenbeobachter mag: sonnig. Damit stand außer Frage, dass ich mich kurz vor 8 Uhr auf den Dachboden begeben würde, wo ich ständig das Summen einer Wespe hörte, die dort irgendwie herumirrte.

Der Himmel war wolkenlos und wer diesen Blog regelmäßig liest, weiß, dass das nicht zwangsläufig auch gute Beobachtungsbedingungen ergibt. In der Tat war der Sonnenrand in ständiger, gut sichtbarer, Bewegung. Das Seeing hatte aber auch seine guten Momente und in denen konnte ich einige der neuen, aber sehr kleinen, Gruppen sehen. Doch der Reihe nach.

Die meiste Aktivität war auf der Nordhälfte der Sonne zu verzeichnen und begann mit einer umnummerierten A1 am Ostrand. Der folgte die AR 12361 als D5. Die AR 12362 war eine D7 und die AR 12360 nach meinen Dafürhalten eine E15. In Richtung Westen stand die AR 12363 als A1. Auf der Südhalbkugel stand im Westen die AR 12356 als J1. Die AR 12358 konnte ich nicht mehr finden. Am Ostrand stand die AR 12364 als B5, darunter die AR 12365 als C2.

Das Seeing war inzwischen einen Tick besser geworden und so hoffte ich auf eine gute H-alpha-Beobachtung. Leider erfüllt sich die Hoffnung nicht, denn der Hintergrund war trotz des blauen Himmels hellorange. Da in dem Moment keine Wolke vor der Sonne stand, kann die Aufhellung nur am Pollenflug oder irgendwelchen Stäuben in der Atmosphäre liegen.

Der Sonnenrand zeichnete sich immer noch durch niedrige Aktivität aus, denn es gab nur 6 kleine Protuberanzen, 4 im Osten, 2 im Westen. Die Oberfläche wirkte demgegenüber regelrecht gesprenkelt von Flaregebieten, von denen ich 7 Stück fand. Die meisten befanden sich auf der Nordhälfte der Sonne in einer Kette von der AR 12560 zur 12362. Im Süden befanden sich die kräftigsten am Ost- und am Westrand. Dafür war die Zahl der Filamente erstaunlich gering. Trotz mehrmaligem Zählen kam ich nur auf 10 Exemplare, die überwiegende Zahl klein und unscheinbar. Lediglich zwei entlang des Sonnenäquators bemühten sich um mehr Aufmerksamkeit durch den Beobachter. 

Samstag, 6. Juni 2015

Sonne am 06.06.2015

Die Sonne kam den ganzen Vormittag über nur sehr zögerlich aus dem verschleimten Himmel heraus oder schien, wenn ich unterwegs war. Am frühen Nachmittag zeigte sie sich dann endlich mal für längere Zeit, die für eine Beobachtung bei gar nicht mal so schlechtem Seeing genutzt werden konnte.

Im Weißlicht zeigten sich gegenüber dem Vortag nur marginale Änderungen. Die drei neuen Gruppen hatten sich weiterentwickelt, aber noch keine der Bisherigen Waldmeierklassen verlassen. So war die AR 12361 eine D9, die 12362 eine D6 und die AR 12350 eine D12. Auf der Südhälfte war dazu noch eine J1 ohne NOAA-Nummer am Ostrand erschienen. Die AR 12358 war nur schemenhaft als B5, die AR 12363 als A2 und die AR 12358 als J1 zu sehen. Von der AR 12359 sah ich auch heute nichts.

Schnell die wenigen Wolkenlücken ausnutzend, wechselte ich zum PST, doch im H-alpha übte sich die Sonne weiter in Bescheidenheit. Am Rand waren gerade mal 6 kleine Protuberanzen zu finden, aber der Oberfläche 5, teilweise aber großflächig verästelte Flaregebiete und 8 regellos verteilte und nur in 2 Fällen etwas größere Filamente. Kein Vergleich mit den langen Filament-Ketten von vor 2 Wochen!

Freitag, 5. Juni 2015

Sonne am 05.06.2015

Nach späterem Feierabend als geplant, konnte ich heute doch noch unter strahlend-blauem Himmel beobachten. Das Seeing war dieses Mal sogar ausgesprochen gut, der Rand bewegte sich kaum und auf der Oberfläche waren viele Details sichtbar.

Im Weißlicht zieht die Aktivität wieder an. Auf der Nordhalbkugel waren im Osten gleich vier neue Gruppen zu sehen: die AR 12360 als D12, die AR 12361 als D14 und darunter die AR 12362 als D8 sowie eine A1 abseits der AR 12361 ohne Nummer. Die AR 12358 war eine B4, dahinter lag leicht nach Nordosten gerichtet eine B5 ohne Nummer und zu guter letzt die AR 12358 als J1. Die AR 12359 konnte ich nicht mehr finden. Bemerkenswert waren die ausgeprägten Fackelfelder am Ostrand, in die die neuen Gruppen eingebettet waren.

Im H-alpha war die Aktivität wieder etwas enttäuschend. Am Rand fand ich zwar 7 Protuberanzen, aber alle nicht besonders groß. Wenig auffällig waren auch die 6 Flaregebiete und die 12 Filamente waren sowieso eher unscheinbar und nur eines im Südwesten wies eine Doppelstruktur auf, wodurch die größer erschien.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Sonne am 04.06.2015

Der erste wirkliche Sommertag - für einige wenige Bundesländer ein Feiertag - und man hat nichts besseres zu tun als Überstunden. So kam ich auch erst spät zu meiner täglichen Beobachtung bei blauem Himmel und miserablem Seeing. Ein wallender Sonnenrand und auf der Oberfläche kaum wahrnehmbare Details ließen am Anfang nur wenig Beobachtungsfreude aufkommen. Besser wurde es während der - zugegeben - relativ kurzen Beobachtungszeit nicht.

Im Weißlicht hatte sich gegenüber gestern einiges getan, denn endlich erschienen am Ostrand wieder neue Fleckengruppen, die in der letzten Zeit ein wenig rar geworden waren. Die AR 12356 war weiter eine J1 und die AR 12359 unter Schwierigkeiten als A1 zu erkennen. Weit östlich davon erkannte ich mühsam die AR 12358 als B5, und die neue AR 12360 als D11. Am Rand tummelten sich die neuen Aktivitätsgebiete, alle ohne Nummer: eine D4 und eine D5 ganz am Rand sowie eine A1 dazwischen. Am Ende kam ich auf 7 Gruppen.

Im H-alpha sah es etwas enttäuschend aus. Am Rand gab es nur 5 kleine Protuberanzen, zwei nur wenig größere hingen am Westrand herum. Auf der Oberfläche sah es nicht viel besser aus, 5 unscheinbare Fackelfelder und 12 mickrige Filamente teilten sich dort das Geschehen. Überdies war das schlechte Seeing nicht dazu angetan, länger als nötig zu beobachten.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Sonne am 03.06.2015

Nachdem für gestern Nachmittag eine aufgelockerte Bewölkung angekündigt war, die nicht kam, hatte ich für heute wenig Hoffnung, doch dieses Mal wurde ausnahmsweise richtig vorhergesagt. Zu Hause angekommen, zog es mal nicht gleich zu, sondern die Wolken verflüchtigten sich und ich konnte gleich mit der Beobachtung beginnen und das bei relativ gutem Seeing.

Der erste Blick landete gleich bei der AR 12356, die alle ihre Nebenflecken verloren hatte und nur noch aus einem einpoligen Fleck bestand und daher von mir als J1 klassifiziert wurde. Die AR 12359 sah ich heute schwach als A1. Nordwestlich davon stand eine weitere, gerade so eben wahrnehmbare A1 ohne Nummer, östlich davon noch eine. Die AR 12358 war eine D5, dazu kamen dann noch eine C5 und eine vierte A1 genau am Sonnenrand, auch wieder ohne NOAA-Nummer.

Im H-alpha war die Aktivität indes ein wenig enttäuschend, denn es gab nur 6 mickrige Protuberanzen am Rand und 5 unscheinbare Flaregebiete sowie 8 Filamente, die ziemlich regellos verteilt waren. Lediglich eine im Süden war ein wenig markanter und kam auch plastisch-dreidimensional daher.

Montag, 1. Juni 2015

Sonne am 01.06.2015

Nach zwei Ausfalltagen endlich wieder eine Beobachtung, wenn auch nur knapp und nicht bei allerbestem Seeing. Eigentlich sollte es erst spät am Abend aufklaren, doch am späten Nachmittag gab es erste kleinere Wolkenlücken, die dann tatsächlich mal größer wurden, als ich zu Hause ankam. Allerdings ließ das Seeing doch ein wenig zu wünschen übrig.

Im Weißlicht verharrte die Aktivität weiter auf niedrigem Stand. Zwar konnte ich vier Gruppen erfassen, sie waren jedoch alle ziemlich klein. Im Norden war die Sonne fleckenfrei und die von den Weltraumsonden beobachtete AR 12357 war mit meinem kleinen Refraktor nicht zu sehen. Im Süden stand nahe des Ostrandes die neue AR 12358 als J2, weiter westlich die AR 12356 als C5 und davor eine B5 ohne Nummer. Auf der anderen Seite nah beim Westrand war die AR 12355 nur deswegen zu erkennen, weil hier schon die Randverdunkelung begann und man aus Kontrastgründen ab und zu dort ein punktförmiges Etwas sah, das ich als A1 klassifizierte. 

Im H-alpha war die Aktivität der Sonne noch ganz ordentlich. Am Ostrand standen 4, am Westrand 5 Protuberanzen schön gleichmäßige verteilt in Form von Bögen und Streifen. Bei zwei Exemplaren am Westrand gingen schön plastisch zwei Filamente in Protuberanzen über. Die Oberfläche wirkte dagegen beinahe ein wenig aufgeräumt. Die gezählten 12 Filamente waren eher bescheiden in ihrer Größe, wie auch die 6 mittelhellen Flaregebiete. 

Drei Tage nach der letzten Beobachtung hatte sich das Gesamtbild nur wenig verändert: die Sonnenaktivität war weiterhin sehr schwach ausgeprägt. Mit Spannung wartete man auf den nächsten Aktivitätsschub.