Sonntag, 21. Juni 2015

Sonne am 20. und 21.06.2015

Die letzten beiden Tage unterschieden sich im Hinblick auf die Sonnenaktivität im Weißlicht nicht sehr. Gestern hatte ich das Glück, vor der Abfahrt zur SONNE-Tagung nach Uslar einen kleinen, wolkenlosen Keil zu erwischen, in dem ich noch ohne großen Stress beobachten konnte und auch heute Morgen sollte nur ein kleines wolkenloses Feld mir eine Beobachtung bescheren, obwohl ein vollkommen bewölkter Tag angekündigt war.

Zwei gegenläufige Entwicklungen zeigten sich gestern und heute. Am 20. hatte die AR 12367 auf der Südhälfte einige Penumbren verloren und war nur noch eine D16, heute nur noch eine D12; der Verfall war weiter fortgeschritten. Die AR 12371 hingegen hatte sich ein wenig weiterentwickelt, wenn auch die Penumbra im f-Teil deutliche Änderungen zeigte. Sie wies gestern 27 und heute 30 Flecken auf. Interessant war, dass diese Gruppe lediglich zwei Penumbren besaß, die dafür entsprechend groß und auch mit dem bloßen Auge sichtbar waren. Die beiden Gruppen beeindruckten nicht nur durch ihre Größe, sie waren auch echte Platzhirsche, denn außer ihnen gab es keine weiteren Fleckengruppen im Weißlicht zu sehen. An beiden Tagen sah ich die Gruppe durch die Sofibrille leicht länglich, weswegen ich sie als A2 einstufte.

Im H-alpha wirkte die Sonne demgegenüber ein wenig dynamischer. Am Rand erkannte ich am 20. insgesamt 7 Protuberanzen; eine im Südwesten hatte eine spitzkegelige, eine weitere eine klassische, aber ein wenig nach hinten geneigte, gekrümmte Form. Auf der Oberfläche gab es 5 helle Flaregebiete und 14 Filamente: eine Kette im Norden und ein langer Bogen im Westen waren am auffälligsten.

Am 21. war dieser lange Bogen über die Oberfläche aufgestiegen und bildete nun eine schöne Protuberanz, gleichzeitig die größte der 10 zumeist sehr kleinen Materieerhebungen, die im PST zu sehen waren. Die Zahl der Flaregebiete hatte sich verringert und die beiden Hauptzentren waren naturgemäß in den Aktiven Regionen 12367 und 12371 zu finden, wobei erstere im H-alpha erheblich aktiver erschien als im Weißlicht. Hier sah man in dem Feld just während meiner Beobachtung eine kleine Erhebung, aus der sich durchaus noch ein Flare entwickeln könnte. Leider verhinderten die Hauskante und aufkommende Wolken eine weitere Beobachtung. Die Zahl der Filamente war an beiden Tagen übrigens gleich und betrug jeweils 14. Markant war wieder die Kette im Norden, die Bögen um die AR 12371 herum sowie etliche kleinere  die ziemlich regellos über die Sonnenoberfläche verteilt waren. Die beiden Polgebiete der Sonne waren an beiden Tagen wieder einmal erscheinungsfrei.

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