Dienstag, 23. Juni 2015

Sonne am 23.06.2015

Mehrere Anläufe waren notwendig, um heute alle Sonnendaten zusammen zu bekommen. Am Vormittag konnte ich durch das Bürofenster mit Hilfe meiner Sofibrille die AR 12371 als 2 A-Flecken sehen, etwas länglich zwar, aber mit mehr oder weniger eindeutigen Zentren.

Nach Feierabend baute ich, als ich zu Hause ankam, sofort den kleinen Refraktor auf und begann mit der Beobachtung im Weißlicht, wofür mir die permanent durchziehenden, hohen Wolkentürme, ausreichend Zeit ließen. Das Seeing war zwar nur durchschnittlich, aber dennoch brauchbar. Auf den ersten Blick sah ich natürlich die AR 12371, immer noch das dominanteste Aktivitätsgebiet auf der Sonne. Die Penumbren hatten sich abermals verändert und nun waren außerhalb davon Flecken entstanden. Ich klassifizierte sie als F30, wobei die Zahl der Flecken in den Penumbren leicht abgenommen hatte. Die AR 12367 war am Rand schon sehr viel schwieriger zu finden. Schließlich sah ich sie mitten in einem Fackelfeld als B4. Und, es war wohl mehr purer Zufall, dass ich den westlichen Sonnenrand nochmal absuchte, eigentlich, um die Sichtbarkeit der AR 12367 nochmals zu verifizieren. Und siehe da, ich fand auch noch die neue AR 12372 als A1, die aber morgen schon wieder verschwunden sein wird. Hier kam mir ebenfalls ein Fackelfeld zu Hilfe: der Kontrast zwischen beiden Erscheinungen half, den Fleck blickweise zu sehen, bei mehrmaligem Hinsehen aber immer wieder zu finden.

Die H-alpha-Beobachtung klappte erst nach drei Versuchen. Beim ersten Mal erwischte ich nur die Protuberanzen - 5 Stück - beim zweiten Mal das einzige (!) Flaregebiet rund um die AR 12371 sowie - beim dritten Anlauf - die 10 Filamente, die wieder regellos über die Sonnenoberfläche verteilt waren. Gegenüber den letzten Tagen war die H-alpha-Aktivität regelrecht abgestürzt und daher wunderte es nicht, dass die beiden Polregionen der Sonne erscheinungsfrei waren. 

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