Sonntag, 28. Juni 2015

Sonne am 28.06.2015

Blauer Himmel und mieses Seeing, eine oft erlebte und heute wieder gültige Kombination. Kurz nach 8 Uhr begab ich mich wieder auf meinen Dachboden, öffnete das kleine Luk und stellte das Teleskop davor. Der erste Eindruck war ein fürchterliches Seeing, der Rand war fast dauerhaft am Wabern und bei den beiden einzigen sichtbaren Fleckengruppen sah man deutlich das Pumpen des Seeing. Daher konnte man die Anzahl der Flecken eigentlich nur grob schätzen, obwohl es schon Momente gab, in denen die Sicht einen Tick besser wurde.

Im Weißlicht war es wieder ganz übersichtlich. Am Westrand standen noch klägliche Reste der AR 12371, die ich als H3 klassifizierte, genau gegenüber am Ostrand - fleckenfrei wird die Sonne also erstmal nicht sein - stand eine C4, zu dieser frühen Stunde noch ohne NOAA-Nummer. Der gestern auf den Karten des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe verzeichnete A1-Fleck war in meinem kleinen Teleskop nicht sichtbar.

Das Seeing schlug im H-alpha noch stärker durch, als im Weißlicht. Der Hintergrund war orangefarben aufgehellt und außer den 8 Protuberanzen am Rand - drei große Gebiete standen im Osten (eine sehr voluminös, die anderen beiden eher flachgedrückt) - sah ich zunächst keinerlei Erscheinungen auf der Oberfläche. Ich musste die Filtereinstellungen des PST schon arg strapazieren, um ein Flaregebiet im Bereich der AR 12371 und 9 Filamente auf der Oberfläche zu sehen. Zwischenzeitlich entglitten sie mir immer wieder und dank des miserablen Seeings sah ich meist nur eine Oberfläche ohne Details. Selbst die kleine Filamentkette im Süden war nur sehr schwer auszumachen. So gesehen war die Beobachtung mit dem PST an diesem Morgen nur Quälkram.

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