Freitag, 31. Juli 2015

Sonne am 31.7.2015

So hat man es gern als Sonnenbeobachter: von Arbeit und Einkauf zu Hause ankommen und gleich mit der Beobachtung beginnen zu können. Ausnahmsweise mal pünktlich zu dem vorhergesagten Zeitpunkt lösten sich die tiefgrauen Wolken auf und machten einem blauen Himmel Platz, bei dem lediglich das Seeing nur durchschnittlich war.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert. Einige Gruppen im Norden hatten neue Nummern bekommen, wie die AR 12394 als J1 und die AR 12393 als D6, die im Laufe des gestrigen Tages entstanden war. Dazu noch die AR 12391 als weitere J1. Der Süden hatte ebenfalls 3 Gruppen: die AR 12390 im Westen - sie war weitgehend zusammengebrochen und nur noch eine D7 - und die AR 12392 als A1 im Osten. Von der gestern nur unter sehr großen Schwierigkeiten zubindenden AR 12389 war heute nur noch andeutungsweise eine B2 zu finden. Sie war in den vergangenen Tagen immer schwächer geworden und dürfte sich bald vollständig aufgelöst haben.

Durch den längeren Sonnenschein konnte auch die H-alpha-Beobachtung ausgiebiger ausfallen, wobei es aber nicht gerade richtig viel zu sehen gab. Nur 4 Protuberanzen waren zu sehen - die beeindruckendsten drei standen am Ostrand. 5 schwache Flaregebiete, deren Positionen weitgehend mit denen der (ehemals) größten Fleckengruppen 12389 und 12390 identisch waren sowie 12 Filamente zierten die Oberfläche. Letztere waren dabei durchaus bemerkenswert, denn im Südosten ging eine Protuberanz in ein Filament über und im Südosten stand ein kleiner Bogen über zwei hellen Punkten, zu denen es im Weißlicht kein Aktivitätsgebiet gab. So zeigte sich, dass der Blick ins H-alpha auch in Zeiten niedriger Sonnenaktivität durchaus interessant sein kann.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Sonne am 30.7.2015

Manchmal frage ich mich, wann es endlich eine störungsfreie Beobachtung gibt. Nach Feierabend zu Hause angekommen, war es sonnig, dafür drückte der Wind ziemlich heftig gegen das Fernrohr, als ich dieses auf der Fensterbank aufgebaut hatte. Ein erster, noch unbeschriebener, Beobachtungszettel wurde weggeweht und flog über das Haus. Das Teleskop musste zusätzlich gesichert werden und das Bild im Okular war ziemlich zittrig, was das Erkennen der vielen kleinen Fleckengruppen sehr erschwerte.

Das Seeing war durchschnittlich, doch reichte es aus, die neuen Entwicklungen seit gestern zu erkennen. Im Norden standen vor der gestern schon zu beobachtenden und heute immer noch nicht von der NOAA verifizierten J1-Gruppe eine A1, die wegen durchziehender Wolken in unterschiedlichen Höhen nur augenblicksweise zu sehen war, schräg darüber eine D6. Die neue AR 12391 war eine J2 und die AR 12392 eine A1 und heute leichter zu finden als gestern. Sehr viel schwerer war es, die Reste der fast völlig zusammengebrochenen AR 12389 zu finden, die immer schwächer erschienen. Die AR 12390 war auch dem Zerfall preisgegeben. Sie konnte zwar noch als D11 klassifiziert werden, doch ihre Penumbren hatten an Größe verloren.

Da aus Westen ziemlich schnell eine neue Wolkenfront herankam, musste ich mich beeilen, um noch ins H-alpha schauen zu können. Am Rand standen 7 Protuberanzen und eine am Ostrand war von büschelartiger Form und die größte ihrer Art. Knapp daneben stand ein kleiner Pfeil, während am Westrand nur Kleinkram zu finden war. Gleich fünf helle Flaregebiete zeugten dann ebenso von einer wieder leicht ansteigenden Aktivität wie die 14 regellos über die gesamte Oberfläche verteilten mittelgroßen Filamente. Zumindest im H-alpha scheint sich die Sonnenaktivität wieder etwas zu erholen.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Sonne am 29.7.2015

Nach Arbeit und Arztbesuch noch eine Wolkenlücke vorzufinden, hat Seltenheitswert, aber heute hat es funktioniert. Der Himmel war zwar nicht wirklich wolkenfrei, doch die Lücken groß genug, um beobachten zu können. Nur der Wind, der gegen das Teleskop drückte und zerrte, war schon nervig.

Bei durchschnittlichem Seeing zeigten sich im Osten ein paar kleinere Gruppen, sodass wohl von einem Mini-Anstieg die Rede sein kann. Der Norden hatte mit einer in einem randnahen Fackelfeld steckenden A1 nur eine Gruppe aufzuweisen, während die restlichen der insgesamt 6 Gruppen im Sünden zu finden waren. Allen voran die AR 12390 als D18 - sie hatte eine wenig an Umfang und Fleckenzahl zugenommen -, ihr folgend die AR 12389, die nur noch schwer zu finden war, als B8 und eine weitere kleine A1 südöstlich der AR 12391. Spektakulär war es nicht, bestenfalls gerade mal Durchschnitt.

Im H-alpha hatte die Zahl der Flaregebiete auf 6 zugenommen, bei nur 4 kleinen Protuberanzen am Sonnenrand. Dazu kamen 8 kleine Filamente, die sich witzigerweise fast alle auf der Osthälfte der Sonne aufhielten.

PS: Bei einer Nachbeobachtung fand ich vor der AR 12391 noch eine winzige J1, nachdem mich zwei andere Beobachter darauf aufmerksam gemacht hatten. Die war aber auch nur angesichts des Windes und des leicht zittrigen Bildes nur sehr schwer zu finden.

Dienstag, 28. Juli 2015

Sonne am 28.7.2015

Zwei kleine Lücken in dem ansonsten tiefgrauen und regnerischen Hamburger Himmel waren der Grund für das Gelingen der heutigen Beobachtung. In diesen war es zwar nicht immer vollständig klar, aber sie genügten für ein paar schnelle Zahlen.

Die AR 12390 hatte eine weitere Stufe ihrer Entwicklung genommen und war eine D22 mit 4 kleinen Penumbren, wohingegen die AR 12389 wieder auf die Stufe B zurückgefallen war und 11 Flecken besaß. Die gestern neu aufgetauchte J1 - diese Klassifikation gilt auch für heute - hatte die NOAA-Nummer 12391 bekommen.

Mit der H-alpha-Beobachtung war es schon schwieriger, denn dafür braucht man in der Regel einen wirklich klaren Himmel. So konnte ich am Rand mit Mühe gerade mal 3 Protuberanzen und auf der Oberfläche weiterhin 2 Flaregebiete sowie 8 Filamente erkennen, bevor die nächste Wolkenfront kam und die Beobachtung abrupt beendete. Ich sah noch, dass es im Osten ein paar größere Filmente gab, bevor ich das Teleskop ganz schnell abbauen musste, weil es wieder heftig zu regnen begann.

Montag, 27. Juli 2015

Sonne am 27.7.2015

Die heutige Beobachtung war ein hartes Stück Arbeit. Zunächst kam ich mal wieder später zu Hause an, als ich dachte - die U-Bahn hatte erhebliche Verspätungen - und sah die letzte Wolkenlücke für die nächsten zwei Stunden dahingehen. Zwischendurch tauchten zwar viele Lücken auf, die aber gingen ganz dezent an der Sonne vorbei. Die erste, die ich nutzen konnte, wurde durch tiefer liegende Wolken schnell geschlossen, kaum, dass ich das Teleskop auf die Sonne ausgerichtet hatte. Und so ging es munter weiter. Hatte ich denn mal das Glück, sah ich, dass vier (!!!) verschiedene Wolkenschichten durch mein Gesichtsfeld zogen und bemüht waren, jeden noch so kleine Chance zu vereiteln.

So musste ich mehrere kleine Lücken und die wenigen Augenblicke, wo für Sekunden die Sonne frei war, nutzen, um überhaupt was zu sehen. Am auffälligsten war die AR 12390, die nochmals an Komplexität zugenommen hatte und von mir als D14 klassifiziert wurde. Die AR 12389 dahinter war geschätzt eine C8 und erst im letzten Moment, als ich schon aufgeben wollte, sah ich noch eine J1, die um den Ostrand herumgekommen sein musste. Nun hieß es warten, warten, warten und nochmals warten. Die nächste Lücke wurde wieder kleiner, je näher sie der Sonne kam und ich hatte den Eindruck, dass sich oberhalb der neuen Gruppe in einem Fackelfeld noch was befand, konnte das aber nicht verifizieren. 

Dann noch schnell ein Blick ins H-alpha, wo die Aktivität auch weiter sehr niedrig war: 5 Protuberanzen, 7 Filamente und 2 Flaregebiete rund um die beiden Regionen im Süden waren die zahlenmäßige Ausbeute. Dann musste ich schnell alles abbauen, weil eine neue Gewitterfront herankam. Sie beendete schlussendlich auch meine Beobachtungsbemühungen für diesen Tag.

Sonntag, 26. Juli 2015

Sonne am 26.7.2015

Nach Durchzug des angeblichen Super-Sturms - das Gewitter in der Nacht zu Samstag war heftiger - war heute Morgen der Himmel klar und tiefblau und ich hoffte, auf dem Dachboden beobachten zu können, bevor die für kurz nach 8 angekündigte Wolkenfront ankam. Kurzum: Es hat geklappt und sogar das Seeing war gut. Nur die einzelnen Windböen ließen störenderweise die Äste meines Nervbaumes immer wieder durchs Gesichtsfeld wischen. Schließlich hatte sich die Sonne doch davon befreit, sodass ich endlich wirklich mit der Beobachtung beginnen konnte.

Die Sonnenaktivität verharrt offenbar weiter auf niedrigem Niveau, den heute waren nur noch die beiden Gruppen auf der Südhalbkugel zu sehen. Die AR 12390 hatte sich abermals ein Stück weiter entwickelt und bestand praktisch nur noch aus Penumbren, weshalb ich sie als D7 klassifizierte. Die AR 12389 war eine ausgedehnte B8, Ansätze zu schwachen penumbralen Strukturen schienen vorhanden, ich war mir da aber nicht sicher, ob es nur ein dickerer Fleck oder doch schon ein zartes Hofgebiet war.

Die Beobachtung mit dem PST war dagegen ein Genuss: nach langer Zeit konnte ich endlich mal wieder feinste Details und ansatzweise das chromosphärische Netzwerk sehen, was ein Hinweis auf sehr gute Beobachtungsbedingungen war. Doch auch hier war die Aktivität eher niedrig. Zwar zählte ich 10 Protuberanzenherde am Rand, doch waren diese zumeist sehr klein. Lediglich am Ostrand waren zwei und am Südwestrand ein aufrecht stehendes Gebilde zu erkennen. Acht kleine Filamente  und zwei gerade aktive Flaregebiete - rund um die beiden Fleckengruppen - waren auf der Oberfläche zu sehen. Ansonsten war die Sonne weitgehend frei von irgendwelchen Erscheinungen ihrer Aktivität und man darf weiter gespannt sein, wann wieder Gruppen am Ostrand auftauchen werden. 

Samstag, 25. Juli 2015

Sonne am 25.7.2015

Nach einen kurzen Gewitter in der Nacht, das mich aus dem Schlaf riss, war der Himmel zu meinem üblichen morgendlichen Beobachtungsfenster bedeckt und es klarte er auf, als sich dieses geschlossen hatte. Nach dem Erlebnis vom vergangenen Wochenende zog ich es vor, das Risiko einzugehen, keine Beobachtung zu bekommen. Schließlich sollte es ab mittags heftig stürmen und regnen. Mittags war davon aber noch nichts zu sehen und so konnte ich von der Fensterbank aus bequem beobachten. Das Seeing war ausnahmsweise mal gut, doch die Sonnenaktivität weiter sehr niedrig.

Im Weißlicht erkannte ich auf Anhieb die beiden neuen Gruppen, die ich gestern schon gesehen hatte, die heute aber eine NOAA-Nummer bekommen haben. Nahe dem Ostrand stand die AR 12389 als B10 und die B, die sich gestern davor in Richtung Westen gebildet hatte, war heute schon eine D1ß und bekam die Nummer 12390. Da sie binnen 24 Stunden eine Waldmeierklasse übersprungen hat, darf man gespannt sein, wieweit sie sich noch entwickeln wird. Denn solche Sprünge deuten immer auf ein sehr aktives lokales Magnetfeld hin. Drücken wir die Daumen, dass dieses nicht gleich nach einem kleinen Schub wieder zusammenbricht. Im Norden war die AR 12387 noch ganz schwach als B2 zu sehen, während die AR 12386 um den Westrand wegdotiert war und nicht mehr gesehen werden konnte.

Beinahe erschreckend leer war die Sonne auch im H-alpha. Zwar fand ich noch 9 Protuberanzen am Rand - nur zwei von ihnen waren ein wenig größer -, doch die Oberfläche wies mit drei schwachen Flaregebieten und nur 6 kleinen Filamenten eine sehr geringe Aktivität auf. Die beiden neuen Aktiven Regionen waren hier an zwei schwachen Flaregebieten zu erkennen und das einzig spannende war eine aufsteigende, resp. schwebende Protuberanz am Ostrand. Die schwächende Gesamtaktivität hält also weiter an. 

Freitag, 24. Juli 2015

Sonne am 24.7.2015

Eine schnelle Beobachtung zwischen zwei Terminen war nötig, um noch eine Beobachtung zu bekommen. Und typischerweise zog wieder die einzig verfügbare Wolke genau in dem Moment vor die Sonne, als ich zu Hause ankam. Ich baute auf und musste erstmal zusehen, wie sich eine fette Wolke genau da entwickelte, wo ich es gar nicht brauchen konnte. Also erstmal abwarten und den zweiten Termin im Auge behalten.

Als die Wolke endlich abgezogen war, musste ich mich beeilen, da sich allgemeiner Syph im Vorfeld des nahenden Gewitters ausbreitete. Als ich endlich mit der Beobachtung beginnen konnte, war das Seeing schlecht und die Gruppen kaum zu finden. Die AR 12386 am Sonnenrand fand ich nur sehr schwer, weil dieser in fast ständiger Bewegung war und klassifizierte sie als A1, weil ich keine Penumbra mehr erkennen konnte. Die AR 12387 hatte ebenfalls Federn gelassen und war nur noch eine B5. Ganz am Ostrand stand im Süden eine B4 in einem Fackelfeld. Mehr zufällig entdeckte ich dann noch im Osten eine B5. Beide Gruppen übrigens ohne NOAA-Nummer.

Auf eine H-alpha-Beobachtung machte ich mir keine Hoffnung, doch nachdem die Nervwolke abgezogen war, wurde die Sicht einen Tick besser und so erkannte ich 7 Protuberanzen am Rand, die ganz nett anzusehen waren, inkl. einer schwebenden am Ostrand. Die Oberfläche wirkte mit 3 kleinen Flaregebieten und 9 winzigen Filamenten wieder sehr aufgeräumt. Der größte Teil der Sonnenoberfläche war erscheinungsfrei.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Sonne am 23.7.2015

Suboptimale Beobachtungsbedingungen sind bei mir derzeit an der Tagesordnung. Zunächst war der Himmel völlig bedeckt, sodass an eine Beobachtung nicht zu denken war. Allmählich kamen dann Wolkenlücken, die immer größer wurden, doch der Himmel an der freien Stelle war nicht blau, sondern weiß. Teilweise war nicht mal ein klar definierter Sonnenrand auszumachen, dann wieder stand das Seeing für Sekunden, um kurz danach wieder abzufallen. Kurzum: Das Erkennen schwacher Gruppen im Weißlicht war ein Gedulds- und Glücksspiel.

Zum Glück war die Fleckentätigkeit weiter niedrig und neue Gruppen nicht hinzugekommen. Die AR 12386 war eine J1 und die 12387 eine C7. Man darf wieder mal die Frage stellen, ob denn nun der erste fleckenfreie Tag des Jahres kommt, oder ob sich die Aktivität nochmal berappelt.

Im H-alpha zeigte sich ein leicht orangefarbener Hintergrund und die Sonne wies kaum Aktivitätsgebiete auf. 6 Protuberanzenherde waren es am Rand, nur noch ein Flaregebiet und 8 kleine Filamente auf der Oberfläche. Der Norden und weite Teile der Sonne waren völlig erscheinungsfrei. Die Aktivität scheint regelrecht einzuschlafen und man darf auf die nächsten Tage gespannt sein.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Sonne am 22.7.2015

Aufgrund eines fast zweistündigen Arztbesuches nach Feierabend musste die heutige Beobachtung fast ausfallen, denn als ich nach Hause kam, verdichteten sich die Wolken erstmal für geraume Zeit und zogen nur ganz dicht über die Position der Sonne hinweg. Danach kamen neue Lücken, aber der Himmel war darin nicht mehr blau, sondern weiß.

Entsprechend schlecht war das Seeing, bei dem ich die beiden großen Gruppen erst einmal mühevoll suchen musste. Die AR 12386 war eine C5, die 12387 nur noch eine D12, die viele kleine Flecken verloren hatten. Die Kanzelhöhe hatte zwar noch eine A1 im Osten gemeldet, die aber konnte ich unter den vorherrschenden Bedingungen nicht finden.

Die nächste Lücke musste abgewartet werden, bis auch das PST an die Reihe kam. Im H-alpha war die Aktivität noch mal ein Stück zurückgegangen. Zwar gab es nach wie vor 8 Protuberanzenherde am Rand mit zum Teil wirklich hübsch anzusehenden Exemplaren im Nordosten und Südwesten, doch leert sich anscheinend gerade die Oberfläche von allen Erscheinungen. Neben drei schwachen Flaregebieten fand ich nur 5 versprengte Filamente, die noch dazu wenig auffällig waren. Die Polgebiete und weite Teile der Oberfläche waren frei von irgendwelchen Aktivitätsgebieten.

Dienstag, 21. Juli 2015

Die Sonne im Juni 2015

Zum dritten Mal in Folge ist die Sonnenaktivtät – geht man nach den ermittelten Relativzahlen – angestiegen. Geht man aber in die Datentiefe, so sieht das schon ein wenig anders aus, denn es gab im Juni lediglich 18 neue Fleckengruppen darunter zwei große und viele kleine. Am Anfang des Monats war die Aktivität noch sehr übersichtlich und die Flaute Ende Mai setzte sich in den ersten drei Tagen fort, danach tauchten viele kleine Gruppen der Waldmeierklassen A bis D auf, sodass die Relativzahlen jener Tage größtenteils durch niedrigere Klassen beeinflusst wurden. 

Die AR 12360 war die erste größere Gruppe, die ab dem 4. zu sehen war und ab dem 9. nur durch ihre Länge in heliographischen Graden zur Klasse E gezählt werden durfte. Spektakuläre Penumren etc., wie man es von dieser Waldmeierklasse eigentlich erwarten könnte, gab es nicht. Einen Tag später konnte man beobachten, wie der schrittweise Verfall an ihr nagte und sie am 11. Auf die Klasse D zurückfiel. Die weiteren Gruppen waren, da den niedrigen Klasse angehörend, kaum der Rede wert.  

Nach dem 12. fing die Aktivität wieder spürbar zurück. Lediglich die am 11. erstmals sichtbare AR 12367 erreichte auf der Südhalbkugel der Sonne als erste in diesem Monat respektable Längen, überschritt jedoch nicht die Grenze zur Klasse F. Als am 16. die AR 12371 im Norden erschien, zogen sich die anderen Gruppen huldvoll zurück. Ab dem 20. zerfiel die AR 12367 und übrig blieb nur die nun immer umfangreicher werdende AR 12371, die an mehreren Tagen auch mit einer Sonnenfinsternisbrille mit dem bloßem Auge zu sehen war. Sie war denn auch der Star der SONNE-Tagung in Uslar und bequem mit den dort getesteten Schweißergläsern zu beobachten. 

Ab dieser Zeit konnte sie auch der Waldmeierklasse F zugeordnet werden. Bis zum 27. war sie die einzige, auf der Sonne zu beobachtende Fleckengruppe. Eine A1, die wohl nur in großen Teleskopen gesehen werden konnte, war die erste Gruppe, die sich blicken ließ, als die AR 112371 schon fast am Westrand wegrotiert war und kaum war die Gruppe fast weg, trauten sich im Osten wieder neue Gruppen heran, eine J und zwei D und so endete der Juni im Weißlicht mit einer Fleckenzahl, die der am Monatsanfang sehr ähnlich war.

Im Hα erschien die Aktivität der Sonne im Juni höchst unterschiedlich. Das der erste größere Flare erst am 11. um 8:55 UTC in Form eines M1 zu sehen war, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass in den Tagen zuvor durchaus einige Flares der Klassen b und c registriert wurde und es auch größere Eruptionen zu sehen gab. So war denn der M1 der Vorboten der AR 12367, während zwei Tage später um 7:29 UTC aus der AR 12360 ein M1.3 aufstieg. Sie schickte am 14. um 0:59 UTC einen M2 und am 18. um 17:36 UT noch einen M1.2 hinterher, bevor sie ganz hinter dem Westrand verschwunden war. Nur ein paar Stunden später schickte die neue AR 12371 um 16:45 UT einen M3.0 ins All, dem kurz darauf ein kräftiger koronaler Massenauswurf (CME) hinterher kam. 

Am 20. brachte die AR 12371 um 6:47 UT einen M1 und am 21. um 1:42 UT einen M2.0 um 2:34 UT einen M2.6 hervor. Am 21. gab es zudem in der AR 12367 den drittkräftigsten Flare des ganzen Monats. Um 9:44 UT schoss hier ein M3.8 ins den Weltraum. Der energiereiche Flare stieg am 22. um 18:23 UT aus der AR 12371 hervor: ein M6.5 samt kurz danach erfolgendem CME. Der kräftigste Ausbruch wurde am 25 in der randnahen AR 112371 registriert, wo um 8:16 ein M7.9 aufstieg. Trotz mehrfacher, auch erdwärts gerichteter CMEs kam es in der fraglichen Zeit leider zu keinem in unseren Breiten sichtbares Polarlicht. 

Das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe vermerkte dazu in seinem Monatsbericht: „Ein typisches Zeichen für den abklingenden Zyklus ist, dass die Schwankungen in der Aktivität stärker werden, man kann durchaus immer wieder damit rechnen, dass es besonders starke Flares und CMEs gibt, obwohl es fast immer ruhig ist. Dieses Monat konnten vom 22. bis zum 24. Nordlichter bis herunter nach Norddeutschland gesehen werden. Ausgelöst wurden diese durch die Region 12371 (N11,L=300), die als stattliche F-Gruppe sichtbar war und neben vielen, zwar eher bescheidenen Röntgenflares, auch mit einem Imp.-3B Flare aufwarten konnte (am 25.). Es war dies erst das dritte Imp.-3 Flare, das in diesem Zyklus auf dem Observatorium beobachtet werden konnte. Kurz vor Monatsende konnte dann nur mehr eine Gruppe auf der Sonnenscheibe gesehen werden. Insgesamt konnten im optischen Bereich 218 Subflares, 16 Imp.-1 Flares, 3 Imp.-2 Flares und ein Imp.-3 Flare gesichtet werden; im Röntgenbereich wurden 135 C-Flares, und 12 M-Flares registriert.“

Sonne am 21.7.2015

Eine nennenswerte Änderung in der solaren Fleckentätigkeit hat sich binnen der letzten 24 Stunden nicht ergeben. Die Aktivität ist weiter ausgesprochen niedrig, wie die Wolken über meinem Beobachtungsstandort heute zahlreich waren. Ich benötigte zwei Wolkenlücken, um alle Daten zu gewinnen - natürlich wieder von der Fensterbank aus.

In den beiden einzigen Gruppen zeigten sich seit gestern nur wenige Veränderungen. Die AR 12386 war eine C5, die 12387 eine E22. Bei ihr hatte sich lediglich im westlichen Teil ein wenig Penumbra ausgebildet. Eine der Klasse entsprechende Gruppe war sie trotzdem nicht, dazu fehlten ihr einfach die großen Penumbren, sodass sie ihre Gruppeneinteilung ihrer Länge und keinesfalls einer irgendwie gearteten Komplexität, wie sie für Gruppen dieser Art eigentlich typisch ist, verdankte.

Selbst im H-alpha war die Aktivität der Sonne sehr moderat. Am Rand gab es 8 Protuberanzenherde, von denen eine im Nordosten mehrere Grade überspannte , im Südosten ein Filament in eine Einzelprotuberanz überging und eine im Nordwesten sogar einen winzigen Bogen zustande brachte. Auf der eigentlich weitgehend erscheinungsfreien Oberfläche gab es drei Flaregebiete - das am Sonnenmeridian war gerade aktiv - und 8 locker verteilte Filamente. Nur zwei davon zeigten, auf der Osthälfte stehend, gekrümmte bzw. einem dicken Strich gleichende Formen. So genügten zwei Wolkenlücken, um die Sonnenaktivität für heute vollständig zu erfassen.

Montag, 20. Juli 2015

Sonne am 20.7.2015

Nach einem weiteren Ausfalltag ohne eigene Sonnenbeobachtung sollte diese heute auch erst im zweiten Anlauf vonstatten gehen. Schuld daran waren massive Wolken, die erst gegen Abend wichen und den Blick auf unser fast fleckenfreies Zentralgestirn freigeben.

Dieses Mal hatte ich mein Teleskop wieder auf die Fensterbank in der Küche aufgestellt und konnte so ohne Stress und Pöbeleien von Nachbarn bei mässigem Seeing beobachten. Die Aktivität war vergleichsweise gering, denn es gab im Weißlicht nur zwei Gruppen auf der Nordhälfte zu sehen, der Süden war fleckenfrei. Die AR 12386 war eine C5 - die kleinen Flecken drum herum waren nur sehr schwer zu sehen - und die 12387 eine E20. Diese Klasse bekam sie aber einzig und allein aufgrund ihrer Länge, denn weder war bei ihr die Zahl der Einzelflecken besonders hoch, noch besaß sie irgendwelche großartigen Penumbren.

Im H-alpha war die Aktivität dagegen leicht erhöht: am Rand fand ich 9 Protuberanzen, die meisten davon mit imposanten Formen (Büschel, Spitzkegel, Pyramiden, schwebend). Die Oberfläche war dagegen schon fast wieder langweilig. Außer zwei helleren Flaregebieten kam ich auf 8 kleine Filamente, einige davon im Südwesten zu einer kleinen Kette orientiert. 

Der monatliche Tiefpunkt scheint erreicht, auf die kommenden Tage darf man gespannt sein, wie darauf, ob das wieder sehr unbeständige Wetter eine ausreichend große Wolkenlücke parat haben würde.

Samstag, 18. Juli 2015

Sonne am 18.7.2015

Aufgrund der Tatsache, dass ich heute Nachmittag Führungen auf der Bergedorfer Sternwarte haben würde, begab ich mich in meinen Hinterhof, um von dort aus die Sonne zu beobachten. Schon das Aufbauen des Instrumentes führte zu rasch geöffneten Fenstern und mehr oder weniger lautem Gemurmel. Irgendwann rief jemand „Glotzen Sie uns nicht ins Fenster, sonst rufe ich die Polizei!“, ich erklärte, dass ich die Sonne beobachte. Antwort: „Blödsinn, so was gibt´s nicht.“ Es sollte eine sehr unruhige Beobachtung werden. 

Der Wind zerrte überdies an meinem Stativ und so konnte ich nur schwer Details erkennen, zumal das Seeing mittelprächtig war. Irgendwann schrie jemand „Hau bloß ab, sonst gibt es was auf die Fresse, Du Spanner!“ Dessen angetrautes Eheweib pöbelte im Hintergrund auch was, was ich aber nicht verstand. So konnte ich eher nur halbherzig beobachten, kam aber auf die gleiche Gruppenzahl wie gestern.

Im Weißlicht waren fast die gleichen Aktivitätsgebiete wie gestern Nachmittag zu sehen. Die AR 12388 war nicht mehr zu sehen, nur noch das Fackelfeld, das sie mal umgab. Nahe dem Sonnenmeridian stand die AR 12386 als C2, weiter im Osten die AR 12387 als D7. Im Süden konnte nach wie vor nur eine Gruppe gesehen werden, die AR 12384 als J1.

Zuerst überlegte ich noch, ob ich das PST einsetzen sollte. Ich tat es einfach und hörte dann „Der hört nicht auf, jetzt hat er ne Infrarotkamera, und fotografiert uns?“ Ich bot an, einfach mal durch das Fernrohr zu gucken. Das war die falsche Antwort, denn die Stimme brüllte: „Wenn Du weitermachst, knall ich Dir eine!“. So habe ich nur ganz kurz gezählt (3 Protuberanzen, 14 Filamente und 2 Flaregebiete) und dann schnell abgebaut. Für mich steht fest, vorerst werde ich bei mir nicht mehr in der umliegenden Gegend beobachten können, ohne möglicherweise Prügel zu kassieren.  Die Beschränkung auf die Fensterbank bringt natürlich jede Menge Probleme, aber wegen einer Sonnenbeobachtung im Krankenhaus zu landen, darauf habe ich auch keine gesteigerte Lust …

Freitag, 17. Juli 2015

Sonne am 17.7.2015

Wieder war es ein Tag, an dem die Wettervorhersage fast ständig daneben lag. Erst sollte es den ganzen Tag über sehr sonnig und trocken bleiben, dann am Nachmittag und Abend starke Gewitter geben. Es kam völlig anders: Morgens regnete es, südlich von Hamburg gab es Gewitter und ab Mittag klarte es auf und es kam große Wärme. Das war weniger gut, denn es wirkte sich an meinem Standort negativ auf das Seeing aus. Der Rand war in ständiger Bewegung, dafür die Oberfläche relativ ruhig. Dennoch hatte ich bei zumindest einer Gruppe extreme Schwierigkeiten, sie zu finden.

Gemeint ist hier die auf der Nordhälfte gestern noch als B2 klassifizierte AR 12388, von der ich nur ab und zu einem Fleck in einer Penumbra stecken sah. Daher stufte ich sie als A1 ein. Leicht zum Sonnenmeridian versetzt stand die AR 12386 als J1 und im Osten die AR 12387 (sie war gestern auch noch ohne NOAA-Nr.) als D7. Im Süden war nur ein Aktivitätsgebiet aufzuspüren: die schon weit nach Westen vorgerückte AR 12384 als J2.

Selbst im H-alpha war die Aktivität nun wieder zurückgegangen. Am Rand fand ich nur 3 mickrige Protuberanzen, die sich kaum erhoben. Die Filamentkette über der Oberfläche war weiter nach Westen vorgestoßen, aber auch nur noch rudimentär erkennbar. Der Osten wirkte erstaunlich ruhig, der Nordpol und der Südpol waren erscheinungsfrei und nur im Westen gab es drei schön flächig-dreidimensional aussehende Filamente. Insgesamt kam ich hier auf 12 Stück sowie 4 schwache Flaregebiete. Insgesamt also eine in beiden Wellenlängen eher beschauliche Aktivität unseres Tagesgestirns.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Sonne am 16.7.2015

Der Tag begann relativ kühl und entgegen der Wettervorhersage klarte der Himmel erst am Nachmittag teilweise auf, obwohl es schon seit morgens sonnig sein sollte. Zum Glück kam gerade mal eine größere Wolkenlücke zu dem Zeitpunkt, als ich nach Feierabend und Arztbesuch zu Hause ankam. Das Seeing war zwar mittelmäßig, aber es reichte, um alle Fleckengruppen im Weißlicht zu sehen.

Große Aktivitätsgebiete habe es heute nicht. Im Norden gab es eine schwer zu findende B2 ohne Nummer, die AR 12386 als C4 und dahinter am Ostrand eine C5 ohne Nummer in einem größeren Fackelfeld. Der Süden konnte nur die AR 12383 als J3 vorweisen.

Im H-alpha hatte sich die Filamentkette weit über den Sonnenmeridian bis in den Westen hinein ausgedehnt, war aber löchrig geworden. Dafür steckten in ihr drei große Exemplare, die im PST auch schon plastisch wirkten. Ich kam auf insgesamt 14 über weite Teile der Sonnenoberfläche verteilte Filamente, 4 nur schwach wahrnehmbare Flaregebiete und lediglich 4 Protuberanzen am Sonnenrand. Ein kompaktes Exemplar im Osten und ein schwebendes Teil im Westen waren am interessantesten. 

Leider kamen wieder viel zu schnell wieder Wolken. Außerdem wurde gerade der Lärm einer Laubbläserkolonne auf dem Nachbargrundstück unerträglich, die überdies alles mögliche Getier aufscheuchten, dass dann netterweise mein Teleskop auf der Fensterbank umflog oder umkrabbelte ...

Mittwoch, 15. Juli 2015

Sonne am 15.7.2015

Weil heute ein Tausch meiner Wasseruhr anstand - selbstverständlich um die Mittagszeit und selbstverständlich musste ich deswegen einen Urlaubstag verbraten - konnte ich kurz nach 13 Uhr, als die Sonne weit genug über das Hausdach herübergekommen war, beobachten. Allerdings war das Seeing eher mittelprächtig und zwei randnahe Fleckengruppen hatte ich dadurch fast übersehen.

Im Weißlicht war die AR 12381 schon weitgehend um den westlichen Sonnenrand herumrotiert und nur noch der f-Teil als B2 zu sehen. Weiter in Richtung Osten stand die AR 12386 als C2, schräg darüber genau am Rand eine weitere B2, noch ohne Nummer. Ich konnte sie nur in den wenigen Augenblicken ruhigerer Luft wirklich sehen. Auf der Südhalbkugel war noch die AR 12384 als C4 zu sehen.

Im H-alpha war der Sonnenrand mit seinen 7 winzig kleinen Protuberanzen nicht wirklich herausragend bestückt. Auf der Oberfläche fand ich bei dem aktuellen Seeing nur zwei großflächige Flaregebiete, ansonsten aber 17 Filamente. Beeindruckend war die nach wie vor erkennbare, halbkreisförmig angeordnete Filamentkette, die jetzt schon vom Nordosten über den Meridian bis zum Südosten reichte. Schräg darunter gab es eine zweite, wesentlich kleinere Ansammlung von Filamenten. So war denn der Anblick im H-alpha wieder einmal deutlich interessanter als der im Weißlicht.

Dienstag, 14. Juli 2015

Sonne am 14.7.2015

Nach zwei witterungsbedingten Ausfalltagen, zeigte sich die Sonne am frühen Abend durch eine dünner gewordene Wolkenschicht mit einigen darin eingebetteten wolkenfreien Bereichen. Die größten davon waren natürlich wieder abseits der Position der Sonne zum Beobachtungszeitpunkt zu finden. Das Seeing war erstaunlich gut, leider zeigten sich kaum noch Flecken im Weißlicht. Die AR12381 war im Norden weit in den Westen vorgerückt und gerade eben noch vollständig zu sehen. Sie war eine E6. In Richtung Osten stand die neue AR 12386 als J1. Im Süden gab es nur die AR 12384 als C6. Der Rest derSonne war fleckenlos.

Die H-alpha-Beobachtung mit dem PST war sehr schwierig, weil die Wolkendecke nicht ganz durchdrungen werden konnte und eine stete Bewegung darin zu erkennen war. Es gab nur sehr wenige Momente, in denen die Sicht wirklich frei von Wolken waren und die oft nur wenige Sekunden andauerten. Am Rand fand ich 4 kleine Protuberanzen - eine davon schwebend - und auf der Oberfläche 3 unscheinbare Flaregebiete und 14 Filamente. Bevor sich das Wolkenloch schloss, erkannte ich noch eine große, halbkreisförmige Filamentkette im Osten. Danach beobachtete ich wieder das häufige Phänomen, dass in Richtung der Sonne sich die Wolken stauten, während andere Bereiche des Himmels immer wolkenfreier wurden.

Samstag, 11. Juli 2015

Sonne am 11.7.2015

Meine gestrige Vermutung, dass die Sonnenaktivität trotz der großen AR 12381 auf dem Rückzug sei, scheint sich zu bestätigen. Bei bestem Seeing und leider immer wieder hereinziehenden Wolken konnte ich viele Details und einige kleine Gruppen sehen. 

Die größte war nach wie vor die 12381 als F11. Mein Eindruck war jedoch, dass sie sich überdehnt hatte und mittlerweile in zwei Teile zerfallen war, da sich zum p-Teil hin kleine Flecken neu gebildet hatten und der Raum bis zum F-Teil völlig leer war. Die AR 12385, die vor der 12381 lag und sich in den letzten Tagen neu gebildet hatte, hatte quasi über Nacht ihre kleinen Flecken zwischen dem p- und dem f-Teil fast völlig verloren. Trotz des guten Seeings war die Erfassung der kleinen Gruppen im Süden sehr schwer. Ganz am Westrand stand die AR 12375 als J1 in einem kleinen Fackelfeld. Die 12379 konnte ich nicht mehr finden und die beiden Regionen 12383 und 12378 waren nur noch jeweils eine A1, wobei diese besonders schwer zu sehen war und mit fast entging. Ganz tief im Osten stand noch die AR 12384 als H5.

Die H-alpha-Beobachtung wurde dank der neuerlich auftauchenden Wolken sehr schwer. % Protuberanzen, 14 Filamente und 6 Flaregebiete konnte ich gerade so eben noch zählen, bevor die Wolken sich verdichteten und eine weitere Beobachtung unmöglich machten. Auf jeden Fall sah ich beim schnellen Zählen mindestens drei kleine flächige Filamente, die sehr hübsch aussahen, die ich aber im Detail nicht mehr beobachten konnte.

Freitag, 10. Juli 2015

Sonne am 10.7.2015

Starker Wind und eine Wolkenlinie, die direkt über der Position der Sonne lag, waren die hauptsächlichen Störungen meiner Beobachtung. Lange Unterbrechungen und mehrmaliges Ansetzen zum Zählen zogen sie unnötig in die Länge, denn der Wind fegte immer noch ganz gut durch die Stadt und bewegte Teile in meiner Küche bzw. rüttelte und zog am Teleskop. Das Seeing war ganz ordentlich und ich hatte das Gefühl, heute mehr Details als gestern wahrnehmen zu können.

Die größte Gruppe war nach wie vor die AR 12381 im Norden, von der ich nur noch einen Fleck ganz schwach mit bloßem Auge sehen konnte. Sie war eine F-Gruppe und hatte 15 Flecken, davor saß eine D8 ohne NOAA-Nummer. Von der AR 12373 und der 12376 fand ich am westlichen Sonnenrand nichts mehr. Auf der Südhälfte tummelten sich die „restlichen Gruppen“: die AR 12384 als H3 im Osten, die AR 12375 als J1, die 12379 als A1, die AR 12378 als B5, die AR 12378 als A1 sowie eine A1 unterhalb der 12378.

Erst nach längerer Pause aufgrund des Durchzugs weiterer Wolken - rechts und links der Wolkenstraße war der Himmel natürlich wolkenfrei - konnte ich mit dem PST die Sonne im H-alpha sehen. Der Rand war erfüllt von 8 Protuberanzen , von denen nur zwei - je eine am Ost- und am Westrand - das Prädikat „groß“ tragen durften. Die Zahl der Flaregebiete waren auf nur noch vier zurückgegangen, die dafür ziemlich großflächig ausfielen. Hinzu kamen 15 kleine und kleinste Filamente. Irgendwie scheint sich die Sonnenaktivität gerade wieder auf eine Art Ruhemodus zuzubewegen.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Sonne am 9.7.2015

Heftiger, teilweise böiger, Wind störte heute die Beobachtung. Windstöße zerrten am Teleskop und machten ein Erkennen von Details im Weißlicht wie im H-alpha sehr schwierig. Selbstredend, dass der Wind genau aus der nordwestlichen Richtung kam und in meine Küche hinein wehte, wo das Teleskop auf der Fensterbank stand. Der Himmel war gegen Abend aufgerissen und an vielen Stellen blau und auch das Seeing spielte endlich mal wieder mit. Aber was man an Mehr an Detail durch das Seeing gewann, ging durch den Wind wieder verloren.

Größte Gruppe im Weißlicht war weiterhin die AR 12381 als F14. Die beiden Penumbren waren zwar mit der Sonnenfinsternisbrille auch mit bloßem Auge zu sehen, doch besonders voluminös waren sie nicht. In Richtung Westen stand eine B2 ohne Nummer, dahinter, direkt am Westrand die AR 12373 als J1. Im Süden stand im Osten die AR 12384 als H2, davor, aber schon westlich des Sonnenmeridians, die AR 12383 als C7, die AR 12378 als J1, die 12379 als A1 und die AR 12375 als J1. Erst nach längerer Beobachtung fand ich im Norden hinter der AR 12373 doch noch die 12376 ganz schwach als A1.

Leider konnte ich mich bei der H-alpha-Beobachtung wegen des mittlerweile zu einem Sturm angewachsenen Windes kaum konzentrieren. Mit Müh und Not erkannte ich am Rand 9 schöne Protuberanzen, auf der Oberfläche 14 Filamente und 6 Flaregebiete. Für Details blieb keine Zeit, denn der nächste Regenschauer jagte heran und ich konnte froh sein, alle meine Relativzahlen zusammen bekommen zu haben.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Sonne am 8.7.2015

Nachdem die gestrige Beobachtung kurz vor der Abfahrt zum GvA-Sonnenworkshop bei schlechten Rahmenbedingungen - mieses Seeing, weißer und syphiger Himmel - stattfand und keine Zeit für einen Blogbeitrag mehr blieb, war heute der zeitliche Aufwand wieder sehr hoch. Über mehr als 3 Stunden zogen sich diverse Beobachtungsversuche hin, die wieder nur bei schlechtem Seeing möglich waren und die immer nur dann erfolgreich war, wenn es mal eine längere Wolkenlücke zwischen den Regengüssen gab. Anfangs musste ich mehrmals mit der Weißlichtbeobachtung von Neuem beginnen, weil der Himmel mittendrin wieder zuzog.

Aufgrund des auch bei weiteren Versuchen nicht besser werdenden Seeings konnte ich viele kleine Flecken nicht sehen. Am auffälligsten war im Norden die AR 12381, die ich als F15 klassifizierte. Die AR 12376 war nur noch eine A1, die AR 12373 eine J1. Im Süden war am Ostrand eine neue H1 erschienen - bislang noch ohne NOAA-Nummer. Die AR 12383 war eine B18, die 12378 darunter eine J4, die 12379 eine B4 und die AR 12375 eine J1.

Auf die H-alpha-Beobachtung musste ich geschlagene 2 Stunden warten, weil die Wolkenlücken zu klein waren oder einfach weit an der Position der Sonne vorbeigingen. Erst gegen 19 Uhr MESZ besserte sich die Sicht und so konnte das PST noch eingesetzt werden. Am Rand kam ich auf 10 Protuberanzen, auf der Oberfläche 16 meist sehr kleine Filamente und 8 (!!!) Flaregebiete. Ganz tief im Süden gab es wieder mal eine kleine Filamentkette, im Nordwesten einflächig wirkendes Einzelfilmen und dazwischen die vielen Flaregebiete, von denen das rund um die AR 12381 noch nicht mal das größte war. Ziemlich zentral auf dem Sonnenmeridian stehend, sollte sie jetzt aktiv werden, damit wir endlich mal in den Genuss eines Polarlichtes kommen, die allerdings bei Mitternachtsdämmerung weniger eindrucksvoll sind, als im Winter.

Montag, 6. Juli 2015

Sonne am 6.7.2015

Gleich in mehrfacher Hinsicht war dieser Tag unerfreulich. Fast den ganzen Tag durfte ich in meinem noch immer heißen Büro sitzen und als ich nach Feierabend zu Hause ankam, zog es erstmal zu. Sah wieder mal nach einem typischen Murphtag aus. Dann aber gab es doch noch eine größere Wolkenlücke, aber das Seeing war mies. Der Sonnenrand war mehr oder weniger stark am Wallen und auf der Oberfläche zeigten sich die Details nur ab und zu. Die meiste Zeit verschwammen sie in einer Blubberseeingsuppe. 

Die größte Gruppe war natürlich zuerst zu sehen, die AR 12381 im Norden, die sich jetzt zur Klasse D weiterentwickelt hatte und 16 Flecken besaß. In Richtung Westen traf ich die AR 12376 als lange C11, die AR 12373 als H1 und die 12380 als A1. Zwischen den beiden Letzteren stand noch eine A3, die aber nur sehr schwach zu sehen war und immer wieder im Seeing verloren ging. Im Süden stand immer noch die AR 12378 als J1, die AR 12379 als B7, die AR 12375 als J1 und schräg darüber in Richtung zur AR 12381 die AR 12382 als A1. Das stark schwankende Seeing erforderte eine längere Beobachtungszeit, die mir zum Glück auch gewährt wurde.

Da schon die nächsten Wolken drohten, wurde die Zeit für das PST knapp und so musste ich nach dem Erkennen von 6 Protuberanzen am Sonnenrand erst einmal eine kleine Zwangspause einlegen. Danach ging es aber nur stückweise weiter, sozusagen im cloudless-hopping. Auf der Oberfläche zählte ich 14 Filamente und 6 helle Flaregebiete. Bemerkenswert war dabei ein aktives Gebiet rund um die AR 12376 und die 12373 und ein weiteres bei der AR 12381. Hier dürfte noch einiges zu erwarten sein. Interessant sahen auch zwei Filamente - eines im Norden, eines im Süden - aus, die eine dreidimensional-plastische Form hatten. Weitere Detailbeobachtungen wurden wegen immer wieder hereinziehender Wolken zwar nicht unmöglich, aber nervig, sodass ich irgendwann aufgab.

Sonntag, 5. Juli 2015

Sonne am 5.7.2015

Am Morgen danach: Schwere Gewitter zogen gestern über Hamburg, allerdings eher südlich von mir, sodass es nur heftig regnete und wehte und kaum aufgewacht, stellte ich fest, dass der Himmel voller Wolken war. Laut Wettervorhersage sollte es aber rechtzeitig zu 8 Uhr MESZ aufklaren, wo meine Beobachtungsphase auf dem Dachboden beginnen sollte. Daraus wurde erst einmal nichts, aber dann gab es doch schon ein paar kleinere Lücken, darüber aber war allgemeiner Syph.

Die Neigung des Stativs war schon arg groß, um mit dem Teleskop noch durch das kleine Fensterluk an die Sonne heranzukommen, aber es ging. Durch träge dahinziehende Wolken sah ich bisweilen ein gestochen Scharfes Sonnenbild, das ich leider nicht vollständig nutzen konnte. Wenigstens reichte es erst einmal für eine vernünftige Weißlichtbeobachtung.

Viel hatte sich seit gestern nicht verändert. Die neue Gruppe auf der Nordhälfte im Osten hatte die Nummer 12381 bekommen und war heute schon eine D8. Die AR 12376 war eine E8, die 12373 eine C7. Schräg darunter stand nach wie vor eine A1, die inzwischen die NOAA-Nummer 12380 erhalten hatte. Im Süden stand die AR 12375 ziemlich genau auf dem Sonnenmeridian und war eine H1 geworden. Die gestern noch darunter befindliche A3 war nicht mehr zu sehen, ebenso wenig die AR 12377 am Westrand. Die 12378 war eine weitere J1 und die AR 12379 eine B6. Von der H1 ausgehend in Richtung Nordwesten stand noch eine A1, die ebenfalls noch keine Nummer erhalten hatte.

Die Beobachtung im H-alpha war wegen des Syphs und der durchziehenden Wolken hinreichend schwierig. Daher sah ich am Rand erstmal keine Protuberanzen, später entdeckte ich dann noch sei ganz winzige. Die Oberfläche konnte nur streifenweise abgescannt werden. So bemerkte ich einen gerade aktiven Flare im Südosten als erstes Oberflächendetail. Erst nach und nach zeigte sich mehr Detail wie eine kleine Filamentkette und einen schönen Filamentbogen im Süden. Beim mehrmaligen und äußerst mühseligen Zählen kam ich schließlich auf 14 Filamente und 7 (!) Flaregebiete. Mehr Beobachtung war bei dem Matschhimmel nicht drin.

Samstag, 4. Juli 2015

Sonne am 4.7.2015

GUt vier Stunden nach meiner letzten Beobachtung rief mich ein Sonnenbeobachter-Kollege aus Hamburg-Bergedorf an und nannte mir seine Zahl der Fleckengruppen und dass er gerade sehr gutes Seeing hätte. Und in der Tat sah ich nun zwei Gruppen mehr.

Gespannt war ich daher, ob ich diese Gruppen heute morgen bei leicht syphigem Himmel wiederfinden würde. Das Seeing am frühen Morgen war ausgesprochen gut und - soviel sei schon mal verraten - es wurden insgesamt 9 Gruppen, die ich zählen konnte. Im Norde stand nahe des Sonnenäquators eine Gruppe, die gestern noch eine A1, heute aber schon eine C3 war und noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Die AR 12373 war weiter zerfallen und nur noch eine C9. Die AR 123376 hatte ebenfalls Federn gelassen und konnte nur noch als E6 klassifiziert werden. Ganz am Ostrand war eine weitere neue Gruppe zu sehen, eine C4.

Auf der Südhalbkugel stand im Westen die AR 12377 als A1, die aber nur sehr schwer zu sehen war. An der Stelle war ich mir zunächst nicht einmal sicher, ob ich sie real wahrgenommen oder mir nur eingebildet hatte. Später meinte ich, sie dann erneut zu finden und daher zählte ich sie mit. Die AR 12375 war weiter eine J1, aber unterhalb davon hatte sich eine A3 entwickelt, die aber nur schemenhaft zu sehen war. Zum Ostrand hin standen die AR 12379 als B5 und die AR 12378 als C5.

Mit dem PST war die Beobachtung wegen durchziehender Wolken und mit einem Mal stärker werdenden Syph schwierig. Am Sonnenrand erkannte ich 5 Protuberanzen und nur eine im Nordosten war größer und stand nahe der Stelle, an der vorgestern eine Eruption Sonnenmaterie ins All hinausgepustet hatte. Auf der Oberfläche sah ich auf Anhieb 5 Flaregebiete, das größte im Umfeld der beiden Regionen 12373 und 12376 sowie weitere bei der AR 12375, der AR 12378 und der AR 12379. Insgesamt 15 Filamente waren wieder in eher hohen nördlichen und südlichen heliographischen Breiten zu beobachten, dabei der große Bogen nördlich der nahe dem Sonnenäquator stehenden 12376 und 12373. Ein weiterer Bogen stand im im Südosten und westlich davon gab es wieder eine kleine Filamentkette. 

Der übliche Anstieg der Zahl der kleinen Gruppen, nachdem Weggang einer großen, war im vollen Gange. Seit gut 2 Jahren immer das gleiche Spiel.

Freitag, 3. Juli 2015

Sonne am 3.7.2015

Nach Durchzug eines kompakten Wolken- und Gewitterbandes, das auf meinem Arbeitsplatz für einen leicht gefluteten Keller sorgte, riss die Bewölkung wieder auf und bescherte mir zu Feierabend und dem obligatorischen Wochenendeinkauf einen leicht syphigen, aber ganz brauchbaren Himmel. 

Im Norden gab es nur noch zwei Gruppen, die AR 12373 als C7 und die AR 12376 als E9, allerdings ohne besonders ausgeprägte Penumbren. Vier Gruppen im Süden komplettierten die Aktivität im Weißlicht: die AR 12377 als A1, die AR 12375 als J1,die AR 12378 als C3 und davor eine A1 ohne Nummer. Keine der Gruppen wies besondere Merkmale auf, sodass ich schneller als sonst auf das PST umstieg.

Im H-alpha konnte man gestern binnen weniger als 60 Minuten verfolgen, wie im Nordosten plötzlich eine ausschweifend große eruptive Protuberanz aufstieg und bald darauf in den Tiefen der Sonnenumgebung verschwand. Heute war davon natürlich nichts mehr zu sehen. Die 6 Protuberanzen am Rand wirkten eher mickrig  - nur eine hatte mehr Fläche zu bieten - und auf der Oberfläche gab es außer der 5 Flaregebiete noch 15 Filamente, die weiter auf Bahnen in hohen nördlichen und südlichen Breiten aufgereiht waren. Im Umfeld der AR 12373 / 12375 konnte man weiter ein riesiges Flaregebiet sehren, das sehr zerfasert wirkte, während im Nordosten immer noch das sehr großen, bogenförmige Filament stand. Auf einem anscheinend sehr stabilen lokalen Magnetfeld ruhend, dürfte es uns noch ein paar Tage rahmten bleiben. Lediglich das staubförmige Filament im Südosten hatte sich verkürzt und war ein wenig unauffälliger als am Vortrag. Der Rest sah auch, wie schon die Protuberanzen, klein und mickrig aus, während der Sonnenäquator abgesehen von der Flaregebieten nahezu erscheinungsfrei blieb. 

Donnerstag, 2. Juli 2015

Sonne am 2.7.2015

Bei großer Hitze die Sonne zu beobachten ist ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Die Umgebung heizt sich auf, die Sonne blendet, das lokale Seeing wird durch alle nur erdenklichen Hitzeausdünstungen beeinflusst und die Konzentration des Beobachters leidet in der Regel nicht unbeträchtlich. An meinem Standort (Fensterbank nach Westen) hielten sich die Störungen noch in erträglichen Grenzen. Der Himmel war blau und selbst im PST zeigten sich nur wenige Störungen.

Im Weißlicht war seit der letzten Beobachtung auf der Südhälfte eine neue Gruppe in Form einer J1 um den Ostrand herum herein gewandert. Ergänzt wurde die dortige Aktivität durch die AR 12375 als J1 und eine A1, die immer noch ohne Nummer war. Im Norden hatte sich die AR 12376 ausgedehnt und war nunmehr eine E18, während die AR 12373 auf die Stufe C zurückgefallen war und 6 Einzelflecken aufwies. Davor lag eine B5 ohne Nummer.

Auf die Beobachtung mit dem PST war ich angesichts der gestern doch recht hohen Aktivität sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Sieben Protuberanzen standen am Rand, 14 Filamente und 3 Flaregebiete fand ich auf der Oberfläche. Doch das war es nicht alleine, denn zwei Gebilde waren besonders beeindruckend: der Filamentbogen im Norden war noch größer und prägnanter geworden und vielleicht wird daraus noch eine Eruption. Der zweite Bogen stand im Südwesten und war auch noch schön anzusehen. Das Beste aber war ein stehendes Filament im Südosten, das hier in eine Protuberanz überging und bei dem man deutlich einen breiten Fußpunkt in der Chromosphäre sah. So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen!

Insgesamt betrachtet hielten sich fast alle Filamente in hohen nördlichen und südlichen Breiten auf, während der Äquatorbereich fast völlig erscheinungsfrei war, bis auf ein riesengroßes Flaregebiet im Osten. 

Mittwoch, 1. Juli 2015

Sonne am 01.07.2015

Dank der Hitze wurde die Sonnenbeobachtung zu einer Schweiß treibenden Angelegenheit, dabei war sie gerade an diesem Tag besonders spannend. Der Himmel war wolkenlos und das Seeing gut bis mittelprächtig.

Im Weißlicht hatte es einen kleinen Aktivitätsschub gegeben. Vor der AR 12373 - die Aufspaltung des großen Areals im Norden wurde auch von der NOAA anerkannt - hatte sich eine kleine Fleckengruppe gebildet, die ich als A3 klassifizierte. Aufgrund des Abstandes zu der dahinter liegenden Gruppe, die ich als D8 klassifizierte, hielt ich auch hier eine Teilung für sinnvoll. Hinter der AR 12373 lag die 12376 als D14 mit einer recht einfachen Struktur. Im Süden war die AR 12375 als J1 weiter vorgerückt und westlich des Sonnenäquators stand eine A1 ohne Nummer.

Weit interessanter als das Weißlicht war das Geschehen im H-alpha. Der Rand zeigte zwar nur 7 kleine Protuberanzen, bei zweien, die sich im Nordosten und Südwesten genau gegenüber standen, waren über den Materiebögen noch zwei schwebende Wölkchen zu sehen. Die Oberfläche glänzte hingegen mit 16 Filamenten und 3 Flaregebieten. Am faszinierendsten war dabei ein bogenförmiges Filament im Nordosten und ein kleineres Richtung Südwesten, das knapp vor einer kleinen Filamentkette lag. In den Polgebieten und in der Mitte der Sonnenscheibe waren jedoch viele erscheinungsfreie Bereiche zu sehen. So langsam wird es wieder spannend!