Samstag, 18. Juli 2015

Sonne am 18.7.2015

Aufgrund der Tatsache, dass ich heute Nachmittag Führungen auf der Bergedorfer Sternwarte haben würde, begab ich mich in meinen Hinterhof, um von dort aus die Sonne zu beobachten. Schon das Aufbauen des Instrumentes führte zu rasch geöffneten Fenstern und mehr oder weniger lautem Gemurmel. Irgendwann rief jemand „Glotzen Sie uns nicht ins Fenster, sonst rufe ich die Polizei!“, ich erklärte, dass ich die Sonne beobachte. Antwort: „Blödsinn, so was gibt´s nicht.“ Es sollte eine sehr unruhige Beobachtung werden. 

Der Wind zerrte überdies an meinem Stativ und so konnte ich nur schwer Details erkennen, zumal das Seeing mittelprächtig war. Irgendwann schrie jemand „Hau bloß ab, sonst gibt es was auf die Fresse, Du Spanner!“ Dessen angetrautes Eheweib pöbelte im Hintergrund auch was, was ich aber nicht verstand. So konnte ich eher nur halbherzig beobachten, kam aber auf die gleiche Gruppenzahl wie gestern.

Im Weißlicht waren fast die gleichen Aktivitätsgebiete wie gestern Nachmittag zu sehen. Die AR 12388 war nicht mehr zu sehen, nur noch das Fackelfeld, das sie mal umgab. Nahe dem Sonnenmeridian stand die AR 12386 als C2, weiter im Osten die AR 12387 als D7. Im Süden konnte nach wie vor nur eine Gruppe gesehen werden, die AR 12384 als J1.

Zuerst überlegte ich noch, ob ich das PST einsetzen sollte. Ich tat es einfach und hörte dann „Der hört nicht auf, jetzt hat er ne Infrarotkamera, und fotografiert uns?“ Ich bot an, einfach mal durch das Fernrohr zu gucken. Das war die falsche Antwort, denn die Stimme brüllte: „Wenn Du weitermachst, knall ich Dir eine!“. So habe ich nur ganz kurz gezählt (3 Protuberanzen, 14 Filamente und 2 Flaregebiete) und dann schnell abgebaut. Für mich steht fest, vorerst werde ich bei mir nicht mehr in der umliegenden Gegend beobachten können, ohne möglicherweise Prügel zu kassieren.  Die Beschränkung auf die Fensterbank bringt natürlich jede Menge Probleme, aber wegen einer Sonnenbeobachtung im Krankenhaus zu landen, darauf habe ich auch keine gesteigerte Lust …

1 Kommentar:

  1. Traurig zu lesen. Lösungsvorschlag: Polizei kommen lassen und das ganze dann klären - sachlich und mit der Vermittlung der Freunde und Helfer. Das sollte entsprechende Pöbelanten dann auch auf den Boden zurückholen...

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