Sonntag, 26. Juli 2015

Sonne am 26.7.2015

Nach Durchzug des angeblichen Super-Sturms - das Gewitter in der Nacht zu Samstag war heftiger - war heute Morgen der Himmel klar und tiefblau und ich hoffte, auf dem Dachboden beobachten zu können, bevor die für kurz nach 8 angekündigte Wolkenfront ankam. Kurzum: Es hat geklappt und sogar das Seeing war gut. Nur die einzelnen Windböen ließen störenderweise die Äste meines Nervbaumes immer wieder durchs Gesichtsfeld wischen. Schließlich hatte sich die Sonne doch davon befreit, sodass ich endlich wirklich mit der Beobachtung beginnen konnte.

Die Sonnenaktivität verharrt offenbar weiter auf niedrigem Niveau, den heute waren nur noch die beiden Gruppen auf der Südhalbkugel zu sehen. Die AR 12390 hatte sich abermals ein Stück weiter entwickelt und bestand praktisch nur noch aus Penumbren, weshalb ich sie als D7 klassifizierte. Die AR 12389 war eine ausgedehnte B8, Ansätze zu schwachen penumbralen Strukturen schienen vorhanden, ich war mir da aber nicht sicher, ob es nur ein dickerer Fleck oder doch schon ein zartes Hofgebiet war.

Die Beobachtung mit dem PST war dagegen ein Genuss: nach langer Zeit konnte ich endlich mal wieder feinste Details und ansatzweise das chromosphärische Netzwerk sehen, was ein Hinweis auf sehr gute Beobachtungsbedingungen war. Doch auch hier war die Aktivität eher niedrig. Zwar zählte ich 10 Protuberanzenherde am Rand, doch waren diese zumeist sehr klein. Lediglich am Ostrand waren zwei und am Südwestrand ein aufrecht stehendes Gebilde zu erkennen. Acht kleine Filamente  und zwei gerade aktive Flaregebiete - rund um die beiden Fleckengruppen - waren auf der Oberfläche zu sehen. Ansonsten war die Sonne weitgehend frei von irgendwelchen Erscheinungen ihrer Aktivität und man darf weiter gespannt sein, wann wieder Gruppen am Ostrand auftauchen werden. 

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