Donnerstag, 2. Juli 2015

Sonne am 2.7.2015

Bei großer Hitze die Sonne zu beobachten ist ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Die Umgebung heizt sich auf, die Sonne blendet, das lokale Seeing wird durch alle nur erdenklichen Hitzeausdünstungen beeinflusst und die Konzentration des Beobachters leidet in der Regel nicht unbeträchtlich. An meinem Standort (Fensterbank nach Westen) hielten sich die Störungen noch in erträglichen Grenzen. Der Himmel war blau und selbst im PST zeigten sich nur wenige Störungen.

Im Weißlicht war seit der letzten Beobachtung auf der Südhälfte eine neue Gruppe in Form einer J1 um den Ostrand herum herein gewandert. Ergänzt wurde die dortige Aktivität durch die AR 12375 als J1 und eine A1, die immer noch ohne Nummer war. Im Norden hatte sich die AR 12376 ausgedehnt und war nunmehr eine E18, während die AR 12373 auf die Stufe C zurückgefallen war und 6 Einzelflecken aufwies. Davor lag eine B5 ohne Nummer.

Auf die Beobachtung mit dem PST war ich angesichts der gestern doch recht hohen Aktivität sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Sieben Protuberanzen standen am Rand, 14 Filamente und 3 Flaregebiete fand ich auf der Oberfläche. Doch das war es nicht alleine, denn zwei Gebilde waren besonders beeindruckend: der Filamentbogen im Norden war noch größer und prägnanter geworden und vielleicht wird daraus noch eine Eruption. Der zweite Bogen stand im Südwesten und war auch noch schön anzusehen. Das Beste aber war ein stehendes Filament im Südosten, das hier in eine Protuberanz überging und bei dem man deutlich einen breiten Fußpunkt in der Chromosphäre sah. So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen!

Insgesamt betrachtet hielten sich fast alle Filamente in hohen nördlichen und südlichen Breiten auf, während der Äquatorbereich fast völlig erscheinungsfrei war, bis auf ein riesengroßes Flaregebiet im Osten. 

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