Donnerstag, 30. Juli 2015

Sonne am 30.7.2015

Manchmal frage ich mich, wann es endlich eine störungsfreie Beobachtung gibt. Nach Feierabend zu Hause angekommen, war es sonnig, dafür drückte der Wind ziemlich heftig gegen das Fernrohr, als ich dieses auf der Fensterbank aufgebaut hatte. Ein erster, noch unbeschriebener, Beobachtungszettel wurde weggeweht und flog über das Haus. Das Teleskop musste zusätzlich gesichert werden und das Bild im Okular war ziemlich zittrig, was das Erkennen der vielen kleinen Fleckengruppen sehr erschwerte.

Das Seeing war durchschnittlich, doch reichte es aus, die neuen Entwicklungen seit gestern zu erkennen. Im Norden standen vor der gestern schon zu beobachtenden und heute immer noch nicht von der NOAA verifizierten J1-Gruppe eine A1, die wegen durchziehender Wolken in unterschiedlichen Höhen nur augenblicksweise zu sehen war, schräg darüber eine D6. Die neue AR 12391 war eine J2 und die AR 12392 eine A1 und heute leichter zu finden als gestern. Sehr viel schwerer war es, die Reste der fast völlig zusammengebrochenen AR 12389 zu finden, die immer schwächer erschienen. Die AR 12390 war auch dem Zerfall preisgegeben. Sie konnte zwar noch als D11 klassifiziert werden, doch ihre Penumbren hatten an Größe verloren.

Da aus Westen ziemlich schnell eine neue Wolkenfront herankam, musste ich mich beeilen, um noch ins H-alpha schauen zu können. Am Rand standen 7 Protuberanzen und eine am Ostrand war von büschelartiger Form und die größte ihrer Art. Knapp daneben stand ein kleiner Pfeil, während am Westrand nur Kleinkram zu finden war. Gleich fünf helle Flaregebiete zeugten dann ebenso von einer wieder leicht ansteigenden Aktivität wie die 14 regellos über die gesamte Oberfläche verteilten mittelgroßen Filamente. Zumindest im H-alpha scheint sich die Sonnenaktivität wieder etwas zu erholen.

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