Montag, 31. August 2015

Sonne am 31.8.2015

Am vermeintlich letzten Sommertag des Jahres - zumindest aus meteorologischer Sicht - war die Beobachtung schon ein wenig schwierig. Der Himmel war zwar wolkenfrei, dafür störte der Baum, der direkt vor meinem Küchenfenster steht und ich musste wieder warten, bis die Sonne dahinter rauskam. Die beste Beobachtungszeit ist halt vorbei und die gruseligen Monate des 4. Quartals, wo der Blick auf die Sonne fast allerorts versperrt ist, liegt nicht mehr fern!

Das Seeing war trotz der Wärme relativ gut, doch die kleinen Fleckengruppen nur sehr schwer zu erkennen. Die AR 12406 war als C6 noch am auffälligsten und die AR 12405 nur als A1 zu sehen. Sehr viel schwieriger wurde es mit den restlichen drei Gruppen: eine B4, stand am Ostrand in einem Fackelfeld, eine B6 am Westrand hatte die Nummer 12407 bekommen und eine kleine A1 war für wenige Augenblicke in einem Fackelfeld am südwestlichen Sonnenrand zu sehen. Ganz sicher war ich mir zwar nicht mit der Sichtung, allerdings meinte ich immer wieder an der gleichen Stelle etwas „aufblitzen“ zu sehen. Es zeigte sich wieder einmal, dass die kleinen Gruppen mit kleinen Teleskopen oft nur sehr schwer oder gar nicht zu sehen sind.

Einfacher war es dagegen im H-alpha: neun Protuberanzen, zumeist auch wieder sehr kleine, standen am Rand - allein fünf im Osten und vier im Westen. Vier unbedeutend aussehend Flaregebiete und 11 Filamente in den unterschiedlichsten Formen und Größen von Flatschen über Kurven und Linien bis hin zu solchen, die im Osten noch ein wenig über den Rand rauslugten, rundeten ein schönes Bild der Sonne in diesem Wellenlängenbereich ab.  

Sonntag, 30. August 2015

Sonne am 30.8.2015

Das Wetter war schon ein wenig verrückt an diesem Sonntag. Bis kurz vor 8 Uhr schimmerte die Sonne mehr oder weniger durch eine dünne Wolkendecke hindurch, doch kurz bevor ich hätte beobachten können, zog es zu. Erst am frühen Nachmittag riss nach dunklen Wolken und Regen die Bewölkung endlich auf, aber natürlich erst einmal nicht so richtig. Die meisten wolkenlosen Himmelsbereiche gab es dort, wo die Sonne grad nicht stand. Erst nach und nach besserte sich das und ich konnte die Sonne beobachten, ohne von durchziehenden Wolken gestört zu werden.

Im Weißlicht war die Beobachtung schwierig. Das Seeing war vergleichsweise gut, aber auf den ersten Blick konnte ich keine Flecken finden. Die AR 12403 war am Westrand verschwunden und eine kleine A1 in einem Fackelfeld hinter der Gruppe war die erste, die ich erkannte. Die zweite A1 stand in einem Fackelfeld auf der Ostseite. Die AR 12406 war eine B3 unter der noch eine A1 stand. Die 12405 war ebenfalls, allerdings nur blickweise, als A1 zu sehen. Die Zahl der Gruppen war - wie erwartet - deutlich angestiegen, als die große AR 12403 verschwand, dennoch kann nicht von einer nun deutlich angestiegenen Aktivität gesprochen werden, nur weil es 5 A- und B-Gruppen gibt.

Bevor ich mit der Beobachtung im H-alpha beginnen konnte, bemerkte ich bei einem letzten Blick im Weißlicht ein kleiner Schatten, der sich beim Beobachtungsauge zeigte. Ich blickte kurz hoch und sah eine Wespe, die am Okular herumlief. Vor Schreck sprang ich auf, doch die Wespe ließ sich mit einem Tuch zu Boden werfen und dann zertreten. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte einen Wespenstich am Auge bekommen ...

Danach konnte ich dann aber nicht gleich mit der H-Alpha-Beobachtung fortfahren, denn in der Zwischenzeit hatte sich eine Wolkenbank direkt vor die Sonne geschoben, während links und recht davon der Himmel wolkenfrei war ... So musste ich erst wieder warten, bis die neuerliche Wolkenstörung vorbei war.

Wesentlich mehr Aktivität zeigte sich im H-alpha: 8 Protuberanzen am Rand, die meisten und größten davon im Osten und 15 Filamente, die sich über der Oberfläche zeigten und die unterschiedlichsten Formen aufwiesen: die lange Filamentkette war weiter in Richtung Westen rotiert, dazu kamen einige flächige oder strichförmige und auch sehr kleine, die man nur bei näherem Hinsehen erkannte. Die vier kleinen Flaregebiete fielen da kaum noch ins Gewicht. So war denn die Aktivität im H-alpha wieder einmal deutlich höher als im Weißlicht!

Und noch etwas war wieder mal typisch: Als ich mit der Beobachtung an beiden Teleskopen fertig war, war der Himmel völlig wolkenfrei. Murphy hat´s sicher gefreut.

Samstag, 29. August 2015

Sonne am 29.8.2015

Die Zeit der Beobachtungen am frühen Morgen geht langsam wieder zu Ende, da sich der Sonnenaufgangspunkt immer weiter nach Süden verschiebt und die Sonne durch den verkleinerten Tagesbogen immer später über meine Nachbarhäuser und die Bäume im Innenhof herüberkommt. Im September ist dann endgültig Schluss damit. Heute Morgen kamen dann gleich mehrere Punkte zusammen. Aus Richtung Südwest kam eine dicke Wolkenbank heran, die Sonne stand hinter einem Baum und aus dem Nachbarhaus kam Rauch aus dem Schornstein. Und als die Sonne den Baum passiert hatten, trieben Rauchschwaden permanent vor unser Tagesgestirn und behinderten die Beobachtung. Aber es nützte nichts, die noch bestehende Lücke musste genutzt werden.

Das Seeing war zu dieser Stunde, kurz nach 8 Uhr MESZ, ausgesprochen gut und ließ mich auch kleine Gruppen sehr leicht zu erkennen. Und davon gab es mehrere. Wie in den letzten Monaten sehr schön zu beobachten war, gab es einen ständigen Wechsel zwischen wenigen großen und vielen kleinen Gruppen. Und jetzt, wo der „Platzhirsch“ das Gelände verlässt kommen in respektvollem Abstand auch die Kleinen wieder aufs Feld. Konkret: die AR 12403 stand ganz am Westrand und war durch die perspektivische Verkürzung nur noch eine E15. Am Ostrand hingegen waren drei neue Gruppen aufgetaucht, alle noch ohne NOAA-Kennung: eine B4 und zwei A1. Den Flecke in der Mitte der Sonnenscheibe konnte ich nicht mehr finden.

Einen kleinen Aktivitätsschub gab es auch im H-alpha, was aber auch ein wenig durch das bessere Seeing vorgetäuscht wurde. Am Rand standen 10 Protuberanzen, die meisten und größten am Ostrand und die Oberfläche wirkte regelrecht gesprenkelt mit vielen Filamenten. Die 5 Flaregebiete fielen kaum auf, doch die 12 verschiedenen Filamente waren schon sehr beeindruckend und die Filamentkette hatte sich weiter in Richtung Westen verschoben. Es gab sehr unterschiedliche Formen zu beobachten: kleine Türme, Flatschen, Linien und Bögen, die teilweise auch dreidimensional wirkten. Ein Anblick, von dem ich losgerissen wurde, als sich binnen weniger Sekunden die fette Wolkenbank vor die Sonne schob und die Beobachtung beendete … 

Freitag, 28. August 2015

Sonne am 28.8.2015

Das weiter sehr unbeständige Sommerwetter führte gestern schon wieder zu einem Ausfalltag, an dem ich die Sonne nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekam. Heute sollte es besser werden, das passierte aber erst am frühen Nachtmittag und nicht, wie vorhergesagt, bereits am Vormittag. Darüber hinaus stören jetzt wieder verstärkt meine Bäume die Beobachtung. Der Tag ist nicht mehr fern, wo die Sonne nach Feierabend für mich nicht mehr beobachtbar sein wird.

Als ich mein Teleskop auf der Fensterbank aufgebaut hatte, kam natürlich schnell eine Wolke heran, die den Beobachtungsbeginn glatt um eine halbe Stunde (!) verzögerte, weil sie direkt vor der Sonne stehend ständig größer wurde. Die nächste Wolkenlücke fiel auch deutlich kleiner aus als erhofft. Hier war nach dem Einjustieren des Teleskops auf die Position der Sonne wieder Schluss. Noch mal eine Viertelstunde warten und dann konnte ich endlich mit der Beobachtung beginnen.

Das Seeing war vergleichsweise gut und der erste Blick ging sofort auf die nun schon sehr randnahe AR 12403, die ich als F25 klassifizierte. Aufgrund der Position und der sich daraus ergebenden perspektivischen Verkürzung hätte man sie durchaus auch als E-Gruppe einstufen können. Etwa in der Sonnenscheibenmitte sah ich, dass da „was“ war. Auch bei mehrmaligem Hinsehen, was ich als A1 bei der Relativzahl berücksichtigte. Die in einigen Quellen genannte AR 12405 hingegen, die am Ostrand in einem Fackelfeld stand, konnte ich indes nicht finden. Sie dürfte entweder unterhalb des Auflösungsvermögens meines Teleskops liegen oder hatte sich in der Zwischenzeit schon wieder aufgelöst.

Im H-alpha war schon deutlich mehr zu sehen. Zwar gab es am Rand nur drei mittelgroße Protuberanzen, zwei im Osten, eine im Westen, dafür gab es auf der Oberfläche neben 4 Flaregebieten immerhin 9 ziemlich große Filamente. Es waren nach wie vor jene, deren Anblick uns am vergangenen Wochenende als Protuberanzen so begeisterte. Beeindruckend auch das eine lange Filament, das quer über der Sonne hing. Demgegenüber waren aber die beiden Polgebiete der Sonne wieder mal erscheinungsfrei!

Mittwoch, 26. August 2015

Sonne am 26.8.2015

Dass ich heute noch zu einer Beobachtung kommen würde, war nach den gängigen Wettermodellen für den Nachmittag so nicht zu erwarten gewesen. Nicht wirklich gut war denn auch die Himmelsqualität: es war zwar sonnig, aber der Syph beeinträchtigte doch sehr das Bild im Weißlicht und erst recht im H-alpha.

Im Weißlicht konnte ich denn auch nur noch eine Gruppe sehen: die AR 12403, die vormittags auch schön mit einer Sofibrille als A2 zu sehen war und heute 45 Flecken aufwies. Die AR 12404 konnte ich nicht mehr finden. Ganz am Ostrand auf Höhe der AR 12403 meinte ich in einem Fackelfeld ein paar kleinere Fleckchen gesehen zu haben, konnte das aber nicht verifizieren.  Auch eine Veränderung der Vergrößerung brachte keine Sicherheit.

Die Beobachtung im H-alpha war denn auch sehr schnell erledigt. Trotz Syph konnte ich 4 Protuberanzen, 12 Filamente und 2 Flaregebiete sehen, doch an Detailbeobachtungen war angesichts der schlechten Beobachtungsbedingungen nicht einmal zu denken. So konnte ich nur froh sein, eine wenigstens halbwegs realistische Relativzahl zusammenbekommen zu haben.

Dienstag, 25. August 2015

Sonne am 25.8.2015

Nachdem am frühen Morgen die Beobachtung grandios an einer Wolkenschicht scheiterte, die sich just in dem Moment vor die Sonne schob, als diese hinter den Bäumen rauskam und kurz danach Regen einsetzte, zeigte sie sich dann doch noch mal am frühen Nachmittag bei allerdings nur durchschnittlichem Seeing.

An der Lage der letzten Tage hatte sich nicht viel geändert, es gab auch heute nur zwei Gruppen zu sehen, die dafür aber deutliche Veränderungen zeigten. Die kleine AR 12404 war zu einer A1 zerfallen und dürfte sich bald auflösen und die große AR 12403, immer noch leicht mit Sofibrille mit bloßem Auge zu sehen, hatte sich ebenfalls völlig verändert. Der p- und der f-Teil der Gruppe waren nun deutlich voneinander getrennt, es gab nur noch sehr wenige Einzelflecken dazwischen und nur drei Penumbren. Ein klares Zeichen für den beginnenden Zerfall auch dieser Gruppe, bei der ich heute nur noch 30 Flecken zählte. Dennoch waren die beiden großen Penumbren weiterhin sehenswert und zeigten auch einige kleinere Lichtbrücken.

Wenig Neigung zu großen Änderungen zeigte die Sonne auch im H-alpha: auf der Oberfläche waren nur zwei Flaregebiete - jene rund um die beiden Aktiven Regionen - und 9 Filamente zu sehen. Immerhin hatte das die AR 12403 in den letzten Tagen mehrere M-Flare produziert. Was die nackten Zahlen jedoch verschweigen: Die Osthälfte der Sonne war angefüllt mit 4 sehr großen und langen Filamenten, demgegenüber die auf der Westseite eher klein und unscheinbar waren. Die großen Protuberanzen des letzten Wochenendes wanderten als Filamente weiter in Richtung der Sonnenrotation in unser Blickfeld hinein. Der Sonnenrand enthielt 8 kleine Protuberanzen der unterschiedlichsten Form.

Montag, 24. August 2015

Sonne am 24.8.2015

Noch mal Glück gehabt: Seit dem Mittag waren die Wolken gewichen und es wurde über Hamburg immer sonniger. Natürlich, als ich auf der Arbeit war. Zum Feierabend war es dann „nur noch“ leicht aufgelockert und als ich endlich zu Hause war, musste ich mich gewaltig beeilen, damit ich die letzten verbliebenen Wolkenlücken noch ausnutzen konnte.

Viel hatte sich seit der letzten Beobachtung gestern Morgen auch nicht verändert. Die AR 12404 war immer noch eine C5 und die AR 12403 abermals ein Stückchen größer geworden. Konnte man gestern noch unsicher sein, ob sie wirklich zur Waldmeierklasse F gehörte, so war es heute sicher. Während der Mittagspause konnte ich kurz die Sonne durchs geöffnete Bürofenster mit der Sofibrille beobachten und bequem zwei Flecken sehen. Im Fernrohr zählte ich bei der Gruppe heute 50 Flecken und 5 anscheinend immer mehr ausufernde Penumbren.

Wesentlich begeisternder - als sollte es im Weißlicht noch nicht genug sein - war der Anblick im H-alpha. Die großen Protuberanzen, die am Wochenende schön am Ostrand zu sehen waren, waren nun als lange und dicken Flatschen ähnelnde Filamente vor die Sonne rotiert und nahmen wesentliche Teile der Osthälfte der Sonne ein, wohingegen der Westen weitgehend leer aussah. Insgesamt 11 Filamente erkannte ich hier sowie zwei Flaregebiete, das größte natürlich im Bereich der AR 12403. Der Rand musste mit 7 eher mageren Protuberanzen auskommen.

Leider blieb dann für richtige Detailbeobachtungen keine Zeit mehr, denn es schoben sich wieder dicke Wolken vor die Sonne und beendeten die Sichtung. Danach gab es nur noch kleine Lücken mit einem sehr cirrigen Himmel darin.

Sonntag, 23. August 2015

Sonne am 23.8.2015

Das derzeit sehr schöne Sommerwetter konnte ich abermals für eine Beobachtung kurz nach dem Aufstehen nutzen. Allerdings hatte ich dieses Mal zwei Probleme: Der Sonnenstand zwei Monate nach der Sommersonnenwende war schon wieder so niedrig, dass meine hohen Bäume störten und das Seeing war suboptimal.

Zwischen den Baumästen hindurch sah ich als erstes die AR 12404 als C5 und einen mehr oder enger heftig wallenden Sonnenrand. Erst kurz nach 8 Uhr war die Sonne vollständig im Okular zu sehen. Die zweite Gruppe des Tages war die AR 12403, die nun zur Waldmeierklasse F gehörte und 45 Flecken aufwies. Ihre Penumbren hatten sich abermals deutlich verändert und es zeigten sich auch zwei oder drei kleine Lichtbrücken, so ganz genau konnte ich das bei dem Seeing nicht erkennen. Dafür waren die Penumbren im p- und f-Teil mit meiner Sofibrille auch locker mit bloßem Auge zu sehen. Die AR 12401, gestern ohnehin dicht am Westrand in einem Fackelfeld stehend, war nicht mehr zu sehen. Eine neue Gruppe aber auch nicht. So bot sich das übliche Bild der letzten Monate: wenn eine große Fleckengruppe vorhanden war, ging die Zahl der kleinen stark zurück.

Mit großer Spannung baute ich mein PST auf und wurde nicht enttäuscht. Im H-alpha wirkte die AR 12403 noch imposanter, in ihr leuchtete hell ein gerade aktives Flaregebiet, ein Filamentbogen überspannte Teile der Region und über dem ganzen schwebt dann auch noch ein großes Filament, dass man als über der Oberfläche hängend beobachten konnte. 

Der Rand zeigte heute im Osten eine dicke Protuberanz weniger, sie war als breiter, dunkler Flatschen zu sehen. Insgesamt fand ich 7 Protuberanzen. Jenes im Nordosten war nochmals größer geworden und rotiert nun langsam weiter in Richtung Sonnenscheibe. Im Südosten stand ein Spitzkegel, im Südwesten eine beinahe klassische Bogenprotuberanz und im Nordwesten gab es ein kastenförmiges und ein über dem Rand schwebendes Teil. Auf der Oberfläche fand ich 8 Filamente und 3 Flaregebiete. Dennoch waren die beiden Polgebiete der Sonne nahezu erscheinungsfrei und alles konzentrierte sich mehr oder weniger entlang des Sonnenäquators - ein typisches Bild für einen Zyklus, der langsam ausläuft.

Samstag, 22. August 2015

Sonne am 22.8.2015

Eine frühmorgendliche Beobachtung kann entspannend oder sehr aufregend sein, wie heute. Das hatte aber nicht etwa mit nervigen Nachbarn, dem Wetter oder dem Seeing zu tun: die Aufregung lag an der Sonnenaktivität.

Die AR 12403 hatte binnen eines halben Tages einen gewaltigen Entwicklungssprung vollzogen. Gestern noch eine D, war sie heute bereits eine E an der Grenze zur F mit deutlich größeren Penumbren und 40 Einzelflecken. Sie wies 5 Penumbren auf, die an Größe und Umfang ebenfalls enorm zugelegt hatten. Auch war die Komplexität der Gruppe enorm angewachsen. Demgegenüber waren die beiden übrigen Gruppen eher unscheinbar: Die AR 12404  eine C4 und die AR 12401 eine A1, die man nur finden konnte, wenn man die randnahen Fackelfelder absuchte, in dem sie steckte. Jedenfalls gelang mir noch die Sichtung der AR 12403 mit Hilfe der Sofibrille auch mit bloßem Auge als A=1!

Angesichts der Entwicklung der Gruppe im Weißlicht war ich sehr gespannt auf die Beobachtung im H-alpha: sie besaß hier ein sehr großes und aktives, helles Flaregebiet, in dem zwei kleine Filamente eingebettet waren. Hier ist mit Sicherheit noch einiges n Aktivität zu erwarten, vor allem wegen der rasanten Entwicklung der letzten Stunden. Beeindruckend, aber nicht so, wie die Randprotuberanzen. Insgesamt zählte ich 5 Exemplare und die drei größten standen am Ostrand: der Bogen im Nordosten, der Turm und das undefinierbare Etwas im Südosten. Zwei kleinere am Westrand fielen da nicht weiter auf.

Die Oberfläche zeigte insgesamt 3 Flaregebiete und 8 kleine Filamente, die beinahe zu vernachlässigen waren. Die polaren Regionen der Sonne waren übrigens erscheinungsfrei.

Freitag, 21. August 2015

Sonne am 21.8.2015

Sehr warm und sonnig präsentierte sich heute das Wetter, entsprechend mittelmäßig bis schlecht war das Seeing. Es wechselte ständig zwischen einem Sonnenrand fast ohne Bewegung zu einem, wo die Zacken die Sonne regelrecht umwanderten.

Im Weißlicht hatte sich die Zahl der Gruppen verdoppelt, aber etwas Großes war nicht dabei. Größte Aktive Region war die mit der Nummer 12403, die ich als D28 klassifizierte und die fünf gut voneinander trennbare Penumbren aufwies. Darüber, auf der Nordhalbkugel, stand eine C5 ohne Nummer. Ganz weit im Westen war noch die AR 12401 schwach als A1 zu sehen, darunter stand eine ebenfalls nur mit Mühe zu erkennende B2.

Etwas spannender die Situation im H-alpha: Am Ostrand standen drei vergleichsweise große Protuberanzen: ein fetter Bogen mit büschelartigem Ansatz, ein Bogen, der perspektivisch von vorne zu sehen war und ein paar kleinere Erhebungen. Dazu fand ich noch zwei kleine im Westen, die allerdings kaum über den Rand hinweglukten. Vier Flaregebiete - eine imposantes rund um die AR  12403 - sowie 7 unscheinbare Filamente rundeten das abgesehen von den Protuberanzen doch eher magere Bild der Aktivität im H-alpha ab.

Donnerstag, 20. August 2015

Sonne am 20.8.2015

Nach zwei absolut unnötigen Ausfalltagen aufgrund eines lang gestreckten Regenbandes, das von der Nordsee bis nach Sachsen reichte - Hamburg lag mittendrin im Dauerregen, während es Richtung Mecklenburg-Vorpommern und den friesischen Inseln absolut wolkenlos blieb - hatte sich die Sonnenaktivität nicht wesentlich gesteigert. Bei mittelprächtigem Seeing waren weiterhin nur zwei Fleckengruppen zu sehen.

Im Weißlicht waren dies die AR 12401 als C5 und die neu hinzugekommene AR 12403 als D27. Sie nahm eine größere Fläche ein, besaß 6 Penumbren und hatte sich, wie auf Satellitenaufnahmen zu erkennen, binnen zwei Tagen von einer B zu einer D entwickelt.

Von dieser Gruppe ist sicher auch noch einiges zu erwarten, denn im H-alpha war an ihrer Position ein größeres aktives Flaregebiet aufgebaut, das von weiteren, fadenförmigen Strukturen umgeben war. Weiter im Westen an der Stelle, wo sich im Weißlicht die AR 12401 befand, war ein weiteres Flaregebiet zu sehen. Das dritte des Tages zeichnete sich auf der Nordhalbkugel oberhalb der AR 12402 ab. Die 8 kleinen Filamente waren dagegen relativ unbedeutend. Viel spannender waren die 5 Protuberanzen am Rand. Drei davon standen am Ostrand und wiesen Formen auf, die an Brücken, Bögen und einen nicht näher definierbaren Etwas erinnerten. Auch diese Erscheinungen der Sonnenaktivität bargen ein gewisses Potenzial an plötzlichen Ausbrüchen und man darf gespannt sein, ob und wann sich dort was tut.

Montag, 17. August 2015

Sonne am 17.8.2015

Nach einen schwülen und regnerischen Tag bei Feierabend eine sich öffnende Wolkenlücke vorzufinden erlebt man auch nicht immer. Und wenn dann noch das Seeing stimmt …

Dabei hatte sich seit der letzten Beobachtung immer noch so gut wie nichts getan. Im Weißlicht gab es nach wie vor nur zwei kleine Gruppen: die AR 12400 als A1 im Norden und die AR 123401 als B12 im Süden. 

Beinahe erschreckend gering, aber ganzheitlich passend, war die Sonnenoberfläche im Weißlicht nahezu leer. Nur 2 Flaregebiete und 4 Filamente gab es, während gut Dreiviertel der Fläche frei von jeglichen Erscheinungen irgendwelcher Sonnenaktivität waren. Lediglich die 7 Protuberanzen am Rand, ein turmartiges Gebilde und 4 Büschel im Westen und zwei unstrukturierte Erhebungen im Osten waren zu sehen. Mehr gab die Sonne heute nicht her. Sie ist jedenfalls derzeit einem fleckenfreien Tag deutlich näher, als einer hohen Aktivität, was sich aber auch binnen Tagen wieder ändern kann.

Sonntag, 16. August 2015

Sonne am 16.8.2015

Zu einem Zeitpunkt, als es hier eigentlich regnen und gewittern sollte, lockerte sich die Bewölkung für eine kurze Beobachtung bei recht gutem Seeing.

Die Aktivität der Sonne strebte allerdings gerade wirklich einem zwischenzeitlichen Minimum zu. Im Weißlicht waren die beiden einzigen Fleckengruppen zwar noch zu sehen, aber jeweils um zwei Waldmeierklassen zurückgefallen. Die AR 12400 im Norden war nur noch eine schwach wahrnehmbare A1 und die AR 12401 im Süden eine B10.

Im H-alpha hatte sich die Aktivität ebenfalls deutlich reduziert. Am Rand fanden sich zwar noch 8 Protuberanzen - ein Spritzer, ein angedeuteter Bogen und ein Büschel im Westen, eine leicht größere und sonst nur viele kleine im Osten -, dafür war die Zahl der Filamente auf der Oberfläche drastisch auf nur noch 6 Stück zurückgefallen, die zudem nicht mal mehr besonders auffällig waren. Markant waren nur die beiden Flaregebiete rund um die AR 12400 und die 12401. So wirkte die Oberfläche an diesem Sonntagmittag doch recht leer.

Samstag, 15. August 2015

Sonne am 15.8.2015

Aufwachen, Feststellen, dass der Himmel einigermaßen klar ist, Geraffelt nehmen und auf den Boden flitzen waren ineinander übergehende Tätigkeiten an diesem Morgen. Und es hatte sich gelohnt: das Seeing war trotz des Syphs sehr gut, dafür waren die Bilder, die die Okulare beim Refraktor und dem PST zeigten, ein wenig zu dunkel. Es ging aber noch so gerade eben, dass man nicht nur die wesentlichen, sondern alle Details sah, die das Auflösungsvermögen der Teleskope hergab.

Anscheinend im monatlichen Tief angekommen, gab es erst mal noch keine neuen Gruppen und so fand ich nur die beiden, die ich gestern schon sehen konnte: Im Norde die AR 12400 als C4 im Norden, die AR 12401 als D7 im Süden.

Spannender ging es im H-alpha zu, wich ich allerdings viel am Einstellring des PSTs arbeiten musste, um wegen der geringen Helligkeit etwa den Kontrast am Sonnenrand optimal einstellen zu können, wo ich 9 Protuberanzen fand. Viele davon sehr klein - sie ragten als Spritzer knapp über den Rand -; aber im Westen waren zwei und im Osten eine, die den Hinguckend Wert waren. Auf der Oberfläche gab es nur noch zwei Flaregebiete - beide rund um die genannten Regionen -, und 12 Filamente, wobei die im Nordwesten (eine glich einem von oben betrachteten Viadukt) und jene im Nordosten noch am auffälligsten waren. 

Kurz nach Ende der Beobachtung verdüsterten dann wieder Wolken die Sicht und nach deren Abzug war der Syph wieder intensiver …

Freitag, 14. August 2015

Sonne am 14.8.2015

Ein Wochenende, das aufgrund beruflicher Verpflichtungen weitgehend flach fällt, aber eine Sonnenbeobachtung sollte gehen, dachte ich mir und so kam es auch, als ich zu Hause ankam. Allerdings war der Himmel reichlich syphig und das Bild im Refraktor und PST denn auch eher etwas gedämpft. Der Schleim war zum Glück nicht ganz so dicht und so konnte ich mich mit beiden Teleskopen gut durch den Himmel arbeiten.

Im Weißlicht waren kaum noch Gruppen zu finden. Die AR 12396 war endgültig wegrotiert und nicht mehr zu sehen, verschwunden waren auch die kleinen Gruppen, die gestern nur noch sehr schwer zu finden waren. Zurück blieben die AR 12400 im Norden als C4 und die AR 12401 im Süden als C5.

In der Wellenlänge des H-alpha sah es ebenfalls sehr aufgeräumt aus. Den Rand umgaben gerade mal 3 kleine Protuberanzen - inkl. einer schwebenden im Osten -, während auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und 10 Filamente, die meisten davon auf der Osthälfte, zu sehen waren. Einziges Highlight: im Osten nahe der AR 12401 war just zur Beobachtungszeit ein heller Flare zu sehen. Leider hatte ich keine Zeit, das weiter zu verfolgen. Überdies verbreitete der schleimige Himmel auch nicht gerade viel Beobachtungslust.

Donnerstag, 13. August 2015

Sonne am 13.8.2015

Nach einem leider sehr langen Arbeitstag der um 6 Uhr begann und erst gegen 16:30 Uhr endete, war der Himmel immer noch klar und das Seeing ganz passabel, die Temperaturen waren aber weniger angenehm, sodass ich mich - das Thermometer zeigte irritierende 41° an, die aber wohl nicht real waren - etwas mit der Beobachtung beeilte.

Im Norden hatte sich die AR 12400 erstaunlich schnell weiterentwickelt und war eine C6, nachdem sie gestern nur als A1 zu sehen war. Die AR 12398 war ungleich schwieriger zu finden, praktisch nur in Augenblicken ganz ruhiger Luft. Ich sah eigentlich nur, dass an der fraglichen Stelle „was“ war und definierte das vorsichtig als A1. Ähnlich erging es mir mit der AR 12399, die ich ebenfalls als A1 definierte, obwohl ich mir irgendwie nicht sicher war, wirklich was gesehen zu haben, obwohl ich manchmal den Eindruck hatte, dort einen Minifleck zu sehen. Leichter zu finden waren die schon weit über den Westrand herumrotierte AR 12396, die ich als D15 klassifizierte sowie die im Osten neu herum gekommene A3, die noch ohne NOAA-Nummer war.

Im H-alpha sah es auch heute recht übersichtlich aus: 10 Protuberanzen am Rand, 6 große und 4 kleine und die auffälligeren davon verteilten sich mit 3:3 gleichmäßig auf den Ost- und den Westrand. Dabei wiesen die am Ostrand eine deutlich höhere Komplexität auf und geht man nach der alten „Regel“, dass große Protuberanzen stets größere Fleckengruppen ankündigen - nur in diesem Zyklus ist das irgendwie anders - könnte dort am Ostrand bald „was“ auftauchen. Die Filamente auf der Oberfläche, 7 an der Zahl, hatten sich weiter nach Westen verschoben und nur eines stand im Osten. Die 3 Flaregebiete lagen zwischen der AR 12399 und der AR 12396 sowie im Umfeld der AR 12400. Und wenn ich richtig gezählt habe, war dies die 150.te Beobachtung des Jahres 2015!

Mittwoch, 12. August 2015

Sonne am 12.8.2015

Es war eigentlich kaum zu erwarten, doch gegen 17:00 Uhr MESZ lichtete sich die kompakte Wolkendecke über Hamburg und ließ eine Beobachtung der Sonne zu. Das Seeing war nicht das beste und der Hintergrund grau bzw. hellorange, aber für eine Bestimmung der Zahlen reichte es aus.

Die AR 12396 auf der Südhalbkugel hatte sich dem westlichen Sonnenbrand stark angenähert und war aufgrund der perspektivischen Verkürzung nur noch eine D20. Ganz schwach dahinter war die AR 12399 als A1 zu sehen und es war einiges an Mühe notwendig, um sie aufzustöbern. Leichter war es mit der AR 12400 und der AR 12398 auf der Nordhalbkugel,  die beide ebenfalls eine A1 waren.

Im H-alpha waren bei schwachem Kontrast 6 Protuberanzen am Rand - je drei im Osten und im Westen -, 4 Flaregebiete und 11 Filamente zu sehen, die meisten auf der Westhälfte der Sonne. Im Osten hin lediglich eine Protuberanz in ein Filament über. Dazwischen erschien die Sonne ziemlich leer.

Dienstag, 11. August 2015

Sonne am 11.8.2015

Das erste Mal seit Langem war am Nachmittag nach Feierabend wieder eine nahezu stressfreie Beobachtung möglich. Lediglich die Hitze machte Probleme bei der Konzentration und das Seeing war leider auch nicht das Beste.

Im Weißlicht fiel es mir sehr schwer, die kleinen Fleckengruppen zu sehen. Die AR 12396 war, jetzt schon nahe am Westrand stehend, noch ohne Probleme zu sehen. Am Vormittag hatte ich sie in einer Wolkenlücke noch knapp gesehen, aufgrund der randnahen Position dürfte er aber heute das letzte Mal gewesen sein. Ich stufte sie als E25 ein, da sie einen Teil ihrer Penumbren und einige Einzelflecke verloren hatte. Die ziemlich mittig stehende AR 12398 war eine A1 und die schon fast am Westrand wegdotierte AR 12394, die ich noch ganz knapp inmitten der leichten Wellenbewegungen am Rand erwischen konnte, eine J1. Unterhalb der AR 12398 stieß ich dann noch mehr aus Zufall auf eine weitere A1, allerdings ohne NOAA-Kennung.

Im H-alpha waren heute ein paar mehr Protuberanzen zu sehen: zwei spitzkegelig, zwei flachgedrückt und eine als winzige Pyramide, also 5 Stück. Die Oberfläche wies demgegenüber 4 mehr oder weniger helle Flaregebiete und 12 Filamente auf, deren Formen sich seit gestern nicht stark verändert hatten. Die Filamentkette war ebenso wieder dabei wie Bögen, krumme Linien oder Matschflecken.

Montag, 10. August 2015

Sonne am 10.8.2015

Arbeit verdirbt den ganzen Tag und so manche Sonnenbeobachtung. Am Vormittag war es noch zeitweise relativ aufgelockert, doch dann zog es zu, doch für den Nachmittag war wieder sonniges Wetter angekündigt worden. Doch das kam nicht und je dichter der prognostizierte Zeitraum kam, desto mehr wurde die Vorhersage nach hinten geschoben. Grund hierfür war ein Wolkenband über der Nordsee, das in Richtung Norden zog, an dessen Flanke aber immer wieder neue Gewölk entstand. Erst kurz nach 18 Uhr lichteten die Wolken soweit, dass man mal kurz beobachten konnte und kur will hier wirklich nur ein paar Minuten heißen, die letztlich inkl. Aufbau zur Verfügung standen.

Das Seeing war trotz der Wolkensituation relativ gut und so waren die drei Fleckengruppen des Tages auch relativ einfach zu finden und zu zählen. Gegenüber gestern hatte sich nur die Form der AR 12396, die heute Morgen locker mit dem bloßen Auge durch die Sofibrille sichtbar war: Sie sah nicht mehr ganz so aus wie eine Schusswaffe und wirkte eher schon etwas zerrupft. Für mich war sie eine E-Gruppe mit 30 Flecken. Die beiden anderen Gruppen waren dagegen eher langweilig: die AR 12398 und die AR 12394 war beide je eine J1.

Gute 25 Minuten musste ich danach warten, um das PST einsetzen zu können, aber dann war es endlich soweit. Als erstes stach mir im Südosten eine spitz aufragende Protuberanz entgegen sowie ein ziemlich flachgedrücktes Teil, während sich die große Erhebung im Nordwesten mittlerweile ziemlich verkleinert hatte. Zusammen mit einigem Kleinkram kam ich auf 6 Protuberanzen, während auf der Oberfläche nur noch ein Flaregebiet - das bei der AR 12396 - zu sehen war. Die Zahl der Filamente betrug 15 und es waren einige interessante Exemplare darunter, wie eine neue Kette nahe dem Sonnenmeridian und vielen weiteren Strichen, Bögen oder Matschflecken. Tief im Südwesten ging denn auch grad wieder ein Filament in eine Protuberanz über. Und während ich hier sitze und diesen Blogtext eingebe, klart es draußen immer mehr auf …

Sonntag, 9. August 2015

Sonne am 9.8.2015

So mag man es als Sonnenbeobachter: rechtzeitig aufwachen, aufstehen und erst einmal beobachten und das vom Dachboden aus, bei recht gutem Seeing.

Im Weißlicht hatte sich seit dem Vortag einiges getan, denn alle kleinen Gruppen waren verschwunden. Auf der Nordhemisphäre waren nur noch die AR 12394 als J2 und die AR 12398 als J1 sowie im Süden die über alles dominierende AR 12396 zu sehen. Diese zog nicht nur alle Blicke auf sich, sie hatte erneut eine etwas andere Form angenommen, erinnerte an eine Pistole und besaß 30 Flecken, die allesamt innerhalb der insgesamt fünf Penumbren saßen, die diese E-Gruppe besaß. Sie war mit der Sofibrille wieder leicht länglich zu sehen.

Der Anblick der Sonne im H-alpha war angesichts des guten Seeing ein echter Genuss. Größter Hingucker am Sonnenrand war im Nordwesten eine ausgeprägte Riesenprotuberanz, sie, da braucht man sicher kein Prophet zu sein, im Laufe des Tages noch eruptieren wird. Im Südwesten stand eine weitere Protuberanz, die aber nicht annähernd so auffällig war wie die weiter nördlich. Dazu kamen noch drei weitere am Ostrand, die aber kaum von leicht wallenden Sonnenrand zu unterscheiden war.

Auf der Oberfläche war das Flaregebiet rund um die AR 12396 immer noch aktiv, ein weiteres stand nordwestlich davon, war aber mit keiner im Weißlicht sichtbaren Gruppe assoziiert und lediglich im Umfeld der kleinen AR 12394 war noch eine Aufhellung zu sehen. Wesentlich imposanter waren dagegen schon die meisten der 11 Filamente des heutigen Tages. Die im Norden erinnerte ein wenig an einen stilisierten Dinosaurier, andere bildeten leichte Halbbögen, kleine runde Ketten oder sahen aus wie dicke Flecken. Auffällig auch heute wieder die dicke Penumbra der AR 12396, die als sehr dunkle Fläche zu sehen war. 

Samstag, 8. August 2015

Sonne am 8.8.2015

Mehr dem Zufall war die heutige Beobachtung zu verdanken, denn ich schon drauf und dran war, der Einladung zu einer kleinen Geburtstagsfeier zu folgen, wurde es plötzlich sonnig. Die dichte Wolkendecke lichtete sich zwar nicht vollständig, doch weit genug, um hindurchschauen zu können. Und das bei allerbestem Seeing.

Die Weißlichtsonne wurde geprägt durch die weiter angewachsene AR 12396 im Süden, die ich mit der Sofibrille wieder leicht länglich gesehen habe. Ihre Penumbren waren noch größer geworden, jedoch nicht ihre Länge, weswegen sie auch heute nur eine Gruppe der Waldmeierklasse E mit 25 Einzelflecken war. Die AR 12397 am Westrand war hingegen mit meinem kleinen Instrument nicht mehr zu sehen. Im Norden dagegen hatte sich die Aktivität spürbar beruhigt, denn es gab nur kleine Flecken. Angefangen mit der AR 12398 als J1, der AR 12395 als A2, bis hin zur AR 12394 als J2 und der AR 12393 als A1.

Bis zur H-alpha-Beobachtung musste ich ein wenig warten, doch eigenes Daumen drücken half, die nächste Lücke war groß genug für einen geübten, schnellen Blick, bei dem ich als allererstes eine sehr große Protuberanz am nordwestlichen Sonnenrand fand. Daneben stand eine kleine, weiter südlich noch eine etwas größere Materieerhebung. Am Ostrand fand ich lediglich im Nordwesten einen kleinen hellen Punkt. Auf der Oberfläche war die AR 12396 die auffälligste Region und ihre größte Penumbra tiefschwarz. Hier war auch das aktive Flaregebiet - übrigens eines von nur zweien - nicht zu übersehen. Nicht übersehen werden konnten auch die insgesamt 14 Filamente unterschiedlicher Ausprägung und Größe, wie ein viaduktähnliches Teil im Norden und ein länglicher, waagerechter Strich im Osten.

Freitag, 7. August 2015

Sonne am 7.8.2015

Ein Regenschauer nach dem anderen ging ab dem frühen Vormittag über Hamburg nieder und das eine oder andere Gewitter war auch dabei, sodass es fraglich war, ob es heute zu einer Beobachtung reichen würde. Da ich heute erst spät Feierabend machen konnte und noch einkaufen musste, setzte ich meine Hoffnung auf die Ankündigung, dass es gegen Abend aufklaren sollte. Das passierte tatsächlich! Kaum zu Hause angekommen, sah ich eine große Wolkenlücke, die aber nur schwer vorankam und dann erwischte ich davon auch nur den äußersten nördlichen Zipfel davon, während in Richtung Süden fast keine Wolken mehr zu sehen waren.

Das Seeing während der Beobachtung war außergewöhnlich gut, denn nach Abzug von Regen und Gewitter hatte ich nicht damit gerechnet. Während der Mittagspause riss der Himmel über der City kurzfristig auf und so konnte ich vom Bürofenster aus die Sonne mit bloße Auge sehen. Mir schien, als ob der Fleck noch größer geworden war. Mit der Sofibrille konnte ich ihn leicht länglich sehen und legte mich darum auf 2 mit dieser Methode sichtbare Flecken fest. Im Fernrohr entpuppte sich die AR 12396 im Süden tatsächlich auch heute als größte Gruppe, deren p-Teil enorm angewachsen war und die ich als E25 klassifizierte. Die AR 12397 war nur schwach als A1 zu sehen, während im Norden die AR 12393 eine J1, die 12394 eine C7 und die AR 12395 eine A1 waren. Ganz im Osten stand dann noch eine A1, die noch keine NOAA-Nummer hatte.

Das gute Seeing wirkte sich selbstverständlich auch auf die H-alpha-Beobachtung mit dem PST aus. Am Sonnenrand tobte das Leben: 10 Protuberanzen mit den unterschiedlichsten Formen waren dort zu finden. Im Osten gab es neben einer v-förmigen eine schwebende und eine, die direkt in ein Filament überging, während am Westrand eine weitere schwebende und mehrere büschelartige zu finden waren. Der Ostrand bot denn auch einige sehr schöne Filamente, die schön dreidimensional aufgelöst aussahen, wie von der Seite aus betrachtet. Insgesamt fand ich 12 Stück auf der Oberfläche. Zwei halbkreisförmige Bögen und ein langes Filament begeisterten hier den Beobachter. Im Bereich der AR 12396 leuchtete das Flaregebiet immer noch, ein weiteres war im Umfeld der AR 12394 zu finden, ein drittes unter einem Bogen, der nicht mit einer Aktiven Region assoziiert war. Die Fülle der sichtbaren Details war enorm, was Beleg für ein sehr gutes Seeing war, das an meinem Beobachtungsplatz aber leider nicht die Regel ist.

Donnerstag, 6. August 2015

Sonne am 6.8.2015

Es kam wie immer an den letzten Tagen: Tagsüber, als ich auf der Arbeit war und nicht beobachten konnte, war der Himmel blau, als ich endlich Feierabend hatte und zu Hause war, erschien er völlig cirrig, verschmiert und weiß. Das Seeing war anfangs ganz passabel, doch die Cirren drückten den Kontrast so stark herunter, dass ich im 80/400er Refraktor einen stark aufgehellten und im PST einen hellorangenen Himmelshintergrund hatte.

Im Weißlicht war die AR 12396 im Süden weiter die dominanteste Gruppe auf der ganzen erdzugewandten Seite der Sonne und eine D17 mit sehr kompakten Penumbren. Vormittags konnte ich sie mithilfe der Sofibrille noch mit bloßem Auge sehen, wenn es auch nicht einfach war und ich die Brille mehrmals aufsetzen und wieder abnehmen und den Kopf bewegen musste, um zu erkennen, dass da was war.

Die AR 12397, gestern noch eine B, war heute nur eine A1 und dürfte sich bald auflösen. Im Norden stand ganz im Osten die AR 12395 als J1, schräg darüber war eine kleine A1 ohne NOAA-Kennzeichnung, die leicht westlich des Sonnenmeridians stehende AR 12394 zeigte eine leicht wirre Struktur und war eine C6, die AR 12393 schräg nordöstlich davon eine A1. In dem Fackelfeld dahinter war schwach am Rand eine A1 zu sehen, die aber nur sehr schwer zu halten war.

Im PST war die Sichtung der Erscheinungen stark vom Syph abhängig. Ich konnte am Rand mit Mühe 6 Protuben und auf der Oberfläche 9 Filamente und 3 Flaregebiete ausmachen, aber sehr detailreich waren sie nicht. Am kontrastreichsten waren noch fünf Filamente, eines direkt bei der Protuberanz im Nordwesten und vier im Osten. Viele kleinere Exemplare gingen im Syph unter.

Mittwoch, 5. August 2015

Sonne am 5.8.2015

Das ging ja gerade noch mal gut: nachdem ich gestern witterungsbedingt schon einen Ausfalltag hatte, drohte dieser heute aufgrund späten Feierabend ebenfalls. Nachdem der Himmel den ganzen Tag über weitgehend sonnig war, kamen ab mittags immer mehr Wolken auf, die sich kurzzeitig wieder verzogen, doch je näher der Feierabend kam, desto syphiger wurde es. Zum Glück aber nur soweit, dass man noch gut durchbeobachten konnte und es sogar teilweise ein recht gutes Seeing gab.

Die größte und aktivste Gruppe im Weißlicht war im Süden die AR 12396, die ich mit der Sofibrille sogar zeitweise mit bloßem Auge sehen konnte. Allerdings schon heute Mittag. Ich klassifizierte die Gruppe als D19. Weiter im Westen war noch eine B3 ohne NOAA-Nummer zu finden. Im Norden war die AR 12395 eine J1, die AR 12393 eineA1 und die mittig stehende AR 12394 eine C8, weil sich ein wenig außerhalb der dominierenden Penumbra noch ein paar kleine Flecken herumtrieben. schräg nördlich davon erkannte ich noch schemenhaft eine weitere A1, die von der NOAA ebenfalls noch keine Nummer erhalten hatte. Das passiert immer erst dann, wenn ein Fleck von zwei unabhängigen Instituten gemeldet wird.

Mit einem Mal wurde das Seeing jetzt sehr gut, ich beobachtete noch eine Weile im Weißlicht, stellte das PST auf die Fensterbank und sofort war eine Wolke zur Stelle, die erst mal für einen längeren Zeitraum die Sonne abdeckte. Als sie sich endlich verzogen hatte, blieb schlechteres Seeing mit deutlichen Bewegungen am Sonnenrand zurück. Dabei war der besonders interessant. Zwar gab es nur 5 Protuberanzen zu sehen - drei davon standen im Osten dicht beieinander -, dafür war die Oberfläche umso spannender. Neben vier hellen Flaregebieten - das rund um die AR 12396 war just zur Beobachtungszeit aktiv und leuchtete hell auf - waren es vor allem die meisten der insgesamt 10 Filamente, die die Blicke auf sich zogen. Eine kleine Kette und einen deutlichen Bogen fand ich im Süden, im Norden standen im Osten und Westen zwei fette Exemplare und der restliche Kleinkram war auch nicht von schlechten Eltern. Leider musste ich die Beobachtung viel zu früh beenden, weil nicht vorhergesagt Wolken die Sicht versperrten, bzw. das Seeing abschmierte und der Hintergrund im PST hellorange erschien. 

Montag, 3. August 2015

Sonne am 3.8.2015

Anderthalb Tage nach der letzten Beobachtung hatte sich die Sonnenaktivität nicht sonderlich verändert. Das Seeing war für einen Nachmittag ausgesprochen gut und der Himmel fast unbewölkt, aber auch nicht tiefblau. Die große Hitze schadete ausnahmsweise mal nicht der Beobachtung.

Im Osten war auf der Nordhälfte eine kleine J1 ohne NOAA-Nummer herumgekommen, die weiter westlich davon stehende AR 12394 war eine H8, und die 12393 eine B4 - hier konnte ich nur einen dickeren Fleck, aber keine Peunumbra wahrnehmen - und schräg unterhalb davon war eine B2 ohne Nummer zu finden. Von der AR 12391 sah ich nichts, dafür war südlich davon eine A1 entstanden. Die beiden letztgenannten Gruppen waren aber, selbst bei sehr gutem Seeing, nur sehr schwer zu sehen. Manchmal schienen sie „aufzublitzten“, d.h. aus der hellen Sonnenoberfläche hervorspringen zu wollen. Im Süden war die AR 12390 endgültig verschwunden, aber am Ostrand eine neue B4, auch ohne Bezeichnung, herum rotiert.

Das gute Seeing machte Hoffnung auf eine gute Beobachtung im H-alpha und diese wurde endlich mal erfüllt. Oft hat man das als Sonnenbeobachter ja nicht. Insgesamt 6 Protuben konnte ich heute zählen, die größte davon in Form einer Pyramide im Nordosten, etwas kleiner dagegen ein Büschel genau im Osten. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen wirkte die Oberfläche im H-alpha heute sehr viel lebendiger. Sechs Flaregebiete und sechzehn Filamente zierten sie, darunter etliche sehenswerte Exemplare: eine kleine Kette im Südwesten, ein halbringförmiges im Nordwesten und ein paar andere, die völlig regellos erschienen. Anscheinend gibt es gerade mal wieder so etwas wie einen kleinen Aktivitätsschub.. 

Sonntag, 2. August 2015

Sonne am 2.8.2015

An einem Sonntagmorgen rechtzeitig aufzuwachen, einen blauen Himmel vorzufinden, das Teleskop auf dem Dachboden aufstellen und dann noch ein gutes Seeing vorzufinden, was will man mehr?

Von der AR 12390 war im Süden nur noch der hinterste Zipfel zu sehen, den ich deswegen als J1 klassifizierte. Ansonsten war diese Hemisphäre frei von Aktivität. Im Norden dagegen stand im Osten die AR 12394 als H1 (ich hatte den Eindruck, dass sich die Penumbra vergrößert hatte, weswegen mir die Zuordnung zur Waldmeierklasse H gerechtfertigt erschien). Die AR 12393 hatte anscheinend ihre Penumbren verloren und war nur noch eine A3, die AR12391 war auch nur noch eine B2. In ihrer Nähe stand noch eine kleine A1, während die AR 12392 auch heute nicht sichtbar war.

Die guten Beobachtungsbedingungen machten Vorfreude auf das H-alpha, wo der Anblick schon ein wahrer Genuss war, zumal sich das chromosphärische Netzwerk ganz schwach abzeichnete. Leider war gestern Nachmittag der Himmel völlig abgesypht, so dass ich das vermutlich explosionsartige Abheben der großen Protuberanz am Ostrand verpasste. Heute war es am Sonnenrand eher ruhig. Ich zählte zwar 8 Protuberanzen, aber einige davon waren extrem winzig und erhoben sich kaum über den Sonnenrand. Im Osten gab es eine spitzkegelige, und im Westen zwei senkrecht und eine schräg ausgreifende Materieerhebung, der Rest war nur dank des guten Seeings wahrnehmbar. Die 10 Filamente auf der Oberfläche waren ebenso regellos verteilt wie die 4 Flaregebiete, wobei eines der AR 12393 zugeordnet werden konnte, der Rest war mit keinem bekannten Aktivitätsgebiet assoziiert.

Kurz nach Beendigung begann der Himmel in Richtung Osten wieder zu verschmieren, auseinander driftende Kondensstreifen breiteten sich just über der Position der Sonne aus …

Samstag, 1. August 2015

Sonne am 1.8.2015

Blauer Himmel, ein paar Cirren und suboptimales Seeing, so könnte ein vorweggenommenes Fazit lauten, nachdem ein erster Beobachtungsversuch an den morgendlichen Cirren gescheitert war.

Die nächste Chance ergab sich zur Mittagszeit, als die Sonne endlich hinter meiner Häuserwand rauskam. Im Weißlicht war der Anblick der Flecken relativ enttäuschend. Nur noch vier Gruppen konnten gesehen werden (möglicherweise gab es noch einigen Kleinkram, der mir aber aufgrund des Seeings verborgen blieb). Im Norden war die größte Gruppe die AR 12394 als J2 mit einer etwa deformierten Penumbra. Die gestern noch vielversprechend aussehende AR 12393, die binnen Stunden entstanden war, schien nun binnen Stunden wieder zu zerfallen und war nur noch eine C5. Die AR 12391 war nur noch eine J1. Im Süden stand die einzig sichtbare Gruppe am Westrand: die AR 12390 als J3. Von der AR 12389 sah ich ebenso wenig, wie von der AR 12393, nämlich nichts.

Ungleich spannender war es da im H-alpha: Am Ostrand stand eine vergleichsweise riesige Protuberanz, die heute noch eruptieren dürfte. Im Südosten fiel zusätzlich noch eine kleine Büschelprotuberanz auf. AM Westrand standen zwei senkrecht aufragende und eine scheinbar schwebende sowie einige wenige, die als kleine Spitzen über den Rand ragten. Insgesamt fand ich hier 7 Exemplare der Materieauswürfe der Sonne. Auf der Oberfläche sah es demgegenüber recht unspektakulär aus mit 6 schwach leuchtenden Flaregebieten und 10 mageren Filamenten.