Sonntag, 23. August 2015

Sonne am 23.8.2015

Das derzeit sehr schöne Sommerwetter konnte ich abermals für eine Beobachtung kurz nach dem Aufstehen nutzen. Allerdings hatte ich dieses Mal zwei Probleme: Der Sonnenstand zwei Monate nach der Sommersonnenwende war schon wieder so niedrig, dass meine hohen Bäume störten und das Seeing war suboptimal.

Zwischen den Baumästen hindurch sah ich als erstes die AR 12404 als C5 und einen mehr oder enger heftig wallenden Sonnenrand. Erst kurz nach 8 Uhr war die Sonne vollständig im Okular zu sehen. Die zweite Gruppe des Tages war die AR 12403, die nun zur Waldmeierklasse F gehörte und 45 Flecken aufwies. Ihre Penumbren hatten sich abermals deutlich verändert und es zeigten sich auch zwei oder drei kleine Lichtbrücken, so ganz genau konnte ich das bei dem Seeing nicht erkennen. Dafür waren die Penumbren im p- und f-Teil mit meiner Sofibrille auch locker mit bloßem Auge zu sehen. Die AR 12401, gestern ohnehin dicht am Westrand in einem Fackelfeld stehend, war nicht mehr zu sehen. Eine neue Gruppe aber auch nicht. So bot sich das übliche Bild der letzten Monate: wenn eine große Fleckengruppe vorhanden war, ging die Zahl der kleinen stark zurück.

Mit großer Spannung baute ich mein PST auf und wurde nicht enttäuscht. Im H-alpha wirkte die AR 12403 noch imposanter, in ihr leuchtete hell ein gerade aktives Flaregebiet, ein Filamentbogen überspannte Teile der Region und über dem ganzen schwebt dann auch noch ein großes Filament, dass man als über der Oberfläche hängend beobachten konnte. 

Der Rand zeigte heute im Osten eine dicke Protuberanz weniger, sie war als breiter, dunkler Flatschen zu sehen. Insgesamt fand ich 7 Protuberanzen. Jenes im Nordosten war nochmals größer geworden und rotiert nun langsam weiter in Richtung Sonnenscheibe. Im Südosten stand ein Spitzkegel, im Südwesten eine beinahe klassische Bogenprotuberanz und im Nordwesten gab es ein kastenförmiges und ein über dem Rand schwebendes Teil. Auf der Oberfläche fand ich 8 Filamente und 3 Flaregebiete. Dennoch waren die beiden Polgebiete der Sonne nahezu erscheinungsfrei und alles konzentrierte sich mehr oder weniger entlang des Sonnenäquators - ein typisches Bild für einen Zyklus, der langsam ausläuft.

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