Sonntag, 2. August 2015

Sonne am 2.8.2015

An einem Sonntagmorgen rechtzeitig aufzuwachen, einen blauen Himmel vorzufinden, das Teleskop auf dem Dachboden aufstellen und dann noch ein gutes Seeing vorzufinden, was will man mehr?

Von der AR 12390 war im Süden nur noch der hinterste Zipfel zu sehen, den ich deswegen als J1 klassifizierte. Ansonsten war diese Hemisphäre frei von Aktivität. Im Norden dagegen stand im Osten die AR 12394 als H1 (ich hatte den Eindruck, dass sich die Penumbra vergrößert hatte, weswegen mir die Zuordnung zur Waldmeierklasse H gerechtfertigt erschien). Die AR 12393 hatte anscheinend ihre Penumbren verloren und war nur noch eine A3, die AR12391 war auch nur noch eine B2. In ihrer Nähe stand noch eine kleine A1, während die AR 12392 auch heute nicht sichtbar war.

Die guten Beobachtungsbedingungen machten Vorfreude auf das H-alpha, wo der Anblick schon ein wahrer Genuss war, zumal sich das chromosphärische Netzwerk ganz schwach abzeichnete. Leider war gestern Nachmittag der Himmel völlig abgesypht, so dass ich das vermutlich explosionsartige Abheben der großen Protuberanz am Ostrand verpasste. Heute war es am Sonnenrand eher ruhig. Ich zählte zwar 8 Protuberanzen, aber einige davon waren extrem winzig und erhoben sich kaum über den Sonnenrand. Im Osten gab es eine spitzkegelige, und im Westen zwei senkrecht und eine schräg ausgreifende Materieerhebung, der Rest war nur dank des guten Seeings wahrnehmbar. Die 10 Filamente auf der Oberfläche waren ebenso regellos verteilt wie die 4 Flaregebiete, wobei eines der AR 12393 zugeordnet werden konnte, der Rest war mit keinem bekannten Aktivitätsgebiet assoziiert.

Kurz nach Beendigung begann der Himmel in Richtung Osten wieder zu verschmieren, auseinander driftende Kondensstreifen breiteten sich just über der Position der Sonne aus …

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