Sonntag, 30. August 2015

Sonne am 30.8.2015

Das Wetter war schon ein wenig verrückt an diesem Sonntag. Bis kurz vor 8 Uhr schimmerte die Sonne mehr oder weniger durch eine dünne Wolkendecke hindurch, doch kurz bevor ich hätte beobachten können, zog es zu. Erst am frühen Nachmittag riss nach dunklen Wolken und Regen die Bewölkung endlich auf, aber natürlich erst einmal nicht so richtig. Die meisten wolkenlosen Himmelsbereiche gab es dort, wo die Sonne grad nicht stand. Erst nach und nach besserte sich das und ich konnte die Sonne beobachten, ohne von durchziehenden Wolken gestört zu werden.

Im Weißlicht war die Beobachtung schwierig. Das Seeing war vergleichsweise gut, aber auf den ersten Blick konnte ich keine Flecken finden. Die AR 12403 war am Westrand verschwunden und eine kleine A1 in einem Fackelfeld hinter der Gruppe war die erste, die ich erkannte. Die zweite A1 stand in einem Fackelfeld auf der Ostseite. Die AR 12406 war eine B3 unter der noch eine A1 stand. Die 12405 war ebenfalls, allerdings nur blickweise, als A1 zu sehen. Die Zahl der Gruppen war - wie erwartet - deutlich angestiegen, als die große AR 12403 verschwand, dennoch kann nicht von einer nun deutlich angestiegenen Aktivität gesprochen werden, nur weil es 5 A- und B-Gruppen gibt.

Bevor ich mit der Beobachtung im H-alpha beginnen konnte, bemerkte ich bei einem letzten Blick im Weißlicht ein kleiner Schatten, der sich beim Beobachtungsauge zeigte. Ich blickte kurz hoch und sah eine Wespe, die am Okular herumlief. Vor Schreck sprang ich auf, doch die Wespe ließ sich mit einem Tuch zu Boden werfen und dann zertreten. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte einen Wespenstich am Auge bekommen ...

Danach konnte ich dann aber nicht gleich mit der H-Alpha-Beobachtung fortfahren, denn in der Zwischenzeit hatte sich eine Wolkenbank direkt vor die Sonne geschoben, während links und recht davon der Himmel wolkenfrei war ... So musste ich erst wieder warten, bis die neuerliche Wolkenstörung vorbei war.

Wesentlich mehr Aktivität zeigte sich im H-alpha: 8 Protuberanzen am Rand, die meisten und größten davon im Osten und 15 Filamente, die sich über der Oberfläche zeigten und die unterschiedlichsten Formen aufwiesen: die lange Filamentkette war weiter in Richtung Westen rotiert, dazu kamen einige flächige oder strichförmige und auch sehr kleine, die man nur bei näherem Hinsehen erkannte. Die vier kleinen Flaregebiete fielen da kaum noch ins Gewicht. So war denn die Aktivität im H-alpha wieder einmal deutlich höher als im Weißlicht!

Und noch etwas war wieder mal typisch: Als ich mit der Beobachtung an beiden Teleskopen fertig war, war der Himmel völlig wolkenfrei. Murphy hat´s sicher gefreut.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen