Mittwoch, 5. August 2015

Sonne am 5.8.2015

Das ging ja gerade noch mal gut: nachdem ich gestern witterungsbedingt schon einen Ausfalltag hatte, drohte dieser heute aufgrund späten Feierabend ebenfalls. Nachdem der Himmel den ganzen Tag über weitgehend sonnig war, kamen ab mittags immer mehr Wolken auf, die sich kurzzeitig wieder verzogen, doch je näher der Feierabend kam, desto syphiger wurde es. Zum Glück aber nur soweit, dass man noch gut durchbeobachten konnte und es sogar teilweise ein recht gutes Seeing gab.

Die größte und aktivste Gruppe im Weißlicht war im Süden die AR 12396, die ich mit der Sofibrille sogar zeitweise mit bloßem Auge sehen konnte. Allerdings schon heute Mittag. Ich klassifizierte die Gruppe als D19. Weiter im Westen war noch eine B3 ohne NOAA-Nummer zu finden. Im Norden war die AR 12395 eine J1, die AR 12393 eineA1 und die mittig stehende AR 12394 eine C8, weil sich ein wenig außerhalb der dominierenden Penumbra noch ein paar kleine Flecken herumtrieben. schräg nördlich davon erkannte ich noch schemenhaft eine weitere A1, die von der NOAA ebenfalls noch keine Nummer erhalten hatte. Das passiert immer erst dann, wenn ein Fleck von zwei unabhängigen Instituten gemeldet wird.

Mit einem Mal wurde das Seeing jetzt sehr gut, ich beobachtete noch eine Weile im Weißlicht, stellte das PST auf die Fensterbank und sofort war eine Wolke zur Stelle, die erst mal für einen längeren Zeitraum die Sonne abdeckte. Als sie sich endlich verzogen hatte, blieb schlechteres Seeing mit deutlichen Bewegungen am Sonnenrand zurück. Dabei war der besonders interessant. Zwar gab es nur 5 Protuberanzen zu sehen - drei davon standen im Osten dicht beieinander -, dafür war die Oberfläche umso spannender. Neben vier hellen Flaregebieten - das rund um die AR 12396 war just zur Beobachtungszeit aktiv und leuchtete hell auf - waren es vor allem die meisten der insgesamt 10 Filamente, die die Blicke auf sich zogen. Eine kleine Kette und einen deutlichen Bogen fand ich im Süden, im Norden standen im Osten und Westen zwei fette Exemplare und der restliche Kleinkram war auch nicht von schlechten Eltern. Leider musste ich die Beobachtung viel zu früh beenden, weil nicht vorhergesagt Wolken die Sicht versperrten, bzw. das Seeing abschmierte und der Hintergrund im PST hellorange erschien. 

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