Freitag, 7. August 2015

Sonne am 7.8.2015

Ein Regenschauer nach dem anderen ging ab dem frühen Vormittag über Hamburg nieder und das eine oder andere Gewitter war auch dabei, sodass es fraglich war, ob es heute zu einer Beobachtung reichen würde. Da ich heute erst spät Feierabend machen konnte und noch einkaufen musste, setzte ich meine Hoffnung auf die Ankündigung, dass es gegen Abend aufklaren sollte. Das passierte tatsächlich! Kaum zu Hause angekommen, sah ich eine große Wolkenlücke, die aber nur schwer vorankam und dann erwischte ich davon auch nur den äußersten nördlichen Zipfel davon, während in Richtung Süden fast keine Wolken mehr zu sehen waren.

Das Seeing während der Beobachtung war außergewöhnlich gut, denn nach Abzug von Regen und Gewitter hatte ich nicht damit gerechnet. Während der Mittagspause riss der Himmel über der City kurzfristig auf und so konnte ich vom Bürofenster aus die Sonne mit bloße Auge sehen. Mir schien, als ob der Fleck noch größer geworden war. Mit der Sofibrille konnte ich ihn leicht länglich sehen und legte mich darum auf 2 mit dieser Methode sichtbare Flecken fest. Im Fernrohr entpuppte sich die AR 12396 im Süden tatsächlich auch heute als größte Gruppe, deren p-Teil enorm angewachsen war und die ich als E25 klassifizierte. Die AR 12397 war nur schwach als A1 zu sehen, während im Norden die AR 12393 eine J1, die 12394 eine C7 und die AR 12395 eine A1 waren. Ganz im Osten stand dann noch eine A1, die noch keine NOAA-Nummer hatte.

Das gute Seeing wirkte sich selbstverständlich auch auf die H-alpha-Beobachtung mit dem PST aus. Am Sonnenrand tobte das Leben: 10 Protuberanzen mit den unterschiedlichsten Formen waren dort zu finden. Im Osten gab es neben einer v-förmigen eine schwebende und eine, die direkt in ein Filament überging, während am Westrand eine weitere schwebende und mehrere büschelartige zu finden waren. Der Ostrand bot denn auch einige sehr schöne Filamente, die schön dreidimensional aufgelöst aussahen, wie von der Seite aus betrachtet. Insgesamt fand ich 12 Stück auf der Oberfläche. Zwei halbkreisförmige Bögen und ein langes Filament begeisterten hier den Beobachter. Im Bereich der AR 12396 leuchtete das Flaregebiet immer noch, ein weiteres war im Umfeld der AR 12394 zu finden, ein drittes unter einem Bogen, der nicht mit einer Aktiven Region assoziiert war. Die Fülle der sichtbaren Details war enorm, was Beleg für ein sehr gutes Seeing war, das an meinem Beobachtungsplatz aber leider nicht die Regel ist.

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