Mittwoch, 30. September 2015

Sonne am 30.9.2015

Das war denkbar knapp: nachdem ein dienstlicher und ein privater Arzttermin kürzer ausfielen, als gedacht, konnte ich die Sonne am frühen Abend doch noch beobachten. Allerdings musste ich mich sehr beeilen, denn die ersten Wipfel der Bäume waren schon sehr nahe.

Das Seeing war ausgesprochen gut und so fiel es mir relativ leicht, alle Gruppen zu finden. Im Norden stand die AR 12420 als H2 dicht am Westrand, dahinter stand eine B7 ohne Nummer sowie auf der Osthälfte die AR 12427 als D15. Die immer noch größte Gruppe, die AR 12422 war nur im Süden als F 30 zu sehen. Ich habe es im Gegensatz zu anderen Beobachtern allerdings zu keinem Zeitpunkt geschafft, die Gruppe auch mit Sofibrille oder Schweißerglas mit bloßem Auge zu sehen.

Beeilen musste ich mich auch mit der H-alpha-Beobachtung, die schon teilweise hinter den Ästen des Baumes stattfand. Die große Protuberanz am Westrand war im Laufe des Tages aufgestiegen und jetzt waren nur noch klägliche Reste zu sehen. Wegen Arbeit hatte ich das Ereignis wieder mal verpasst und konnte auch nicht verfolgen, wie sie in mehreren Phasen aufstieg. Ansonsten fand ich am Rand insgesamt nur 8 Protuberanzen, die meisten aber waren nur sehr klein und hoben sich kaum ab. Bei den 12 Filamenten sah es schon besser aus mit dem Erkennen und erst recht bei den 4 Flaregebieten.

So hielt sich der Frust in Grenzen, wieder mal das beste verpasst zu haben und trotz besten Wetters wegen vieler Arbeit und Überstunden womöglich keine Beobachtung zu bekommen. Das wird in den kommenden noch sehr oft der Fall sein.

Dienstag, 29. September 2015

Sonne am 29.9.2015

Nachdem ich gestern nach der Mondfinsternis zwar beobachtet, aber nicht mehr gebloggt hatte, war heute aufgrund der Sonnenrotation die Aktivität wieder stark geschrumpft. Lediglich sechs Fleckengruppen, die meisten davon mehr oder weniger nahe der Sonnenrandes auf der Westhälfte befindlich, dokumentierten das mehr als deutlich. Auch hatte ih wieder das bekannte Problem, trotz klarem Himmel nicht beobachten zu können, weil die Sonne erst einmal an meinem Hochhaus gegenüber vorbei musste.

Am Westrand stand lediglich eine J3 als Rest der AR 12428, die hinter dem Sonnenrand wegdotiert war. Die AR 12421 war gar nicht mehr zu sehen und die AR 12420 nach wie vor zweigeteilt in eine H2 und eine B%. Die große AR 12422 hatte sich abermals stark verändert und war noch kompakter geworden. Sie wies nach meiner Zählung 28 Einzelflecke auf und gehörte zur Waldmeierklasse F. Im Nordosten war die AR 12427 die einzige „neue“ Gruppe der letzten tage, sie war eine D12.

Während der Beobachtung zeigte sich rechts von der Sonne eine schöne, helle und intensive Nebensonne. Schnell zum PST gewechselt, sah ich nach der Ausrichtung erst einmal einen Ast ins Bildfeld hineinragen. Noch ging die Sonne darüber hinweg, spätestens ab Mitte Oktober wird sie hinter dem Baum verschwinden, etwa eine Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang. Im H-alpha hatte sich die Aktivität merklich beruhigt. 

Am auffälligsten war eine dicke Protuberanz am Westrand, die schön anzusehen war. Sie war auch fast die einzige, die sich überhaupt sehen ließ und gleichzeitig das fette Filament, das ruhig über die Sonne gewandert war und durch die Rotation der Sonne deren erdwärts ausgerichteten Westrand erreicht hatte. Darüber hinaus fand ich nur noch 5 weitere Materieerhebungen. Die Oberfläche bot denn auch nicht mehr so viel, wie noch vor ein paar Tagen: 4 helle Flaregebiete - das größte zwischen den beiden Polen der AR 12422 - und nur noch 7 Filamente, die man buchstäblich mit der Lupe suchen musste, um sie zu finden. Die Sonne scheint wieder eine kleine Pause einlegen zu wollen, auch irgendwie symptomatisch für einen zu Ende gehenden Fleckenzyklus.

Sonntag, 27. September 2015

Sonne am 27.9.2015

Meine nächste frühmorgendliche Beobachtung - das wird sich in der kommenden Woche drastisch ändern, wenn der Urlaub vorbei ist - war schon ein wenig skurril. Eigentlich ein wenig zu früh, konnte ich beobachten, wie die Sonne langsam hinter dm Nachbarhaus hervorkam, sich erste Flecken zeigten und das Bild extrem unruhig war. Dennoch begann ich schon mal mit dem Zählen, kam dabei aber durcheinander und musste noch einmal von vorn beginnen.

Was das Zählen zu einer Anstrengung machte, waren die vielen kleinen Gruppen, die erst mit zunehmend besser werdendem Seeing sichtbar wurden. Im Norden zählte ich fünf Gruppen: die AR 12424, die nur noch eine A1 war, die AR 12421 als C8 mit einer wirren Formation von kleinen Flecken, die AR 12420 als C7, deren ehemaliger f-Teil als D8 und die AR 12426 als weitere A1. Der Süden wies demgegenüber vier Gruppen auf: Die randnahe AR 12423 als D10, dahinter eine B2 ohne Nummer, die AR 12425 als dritte A1 und die große 12422 als F30. Am Ende schnell noch mal alle durchgezählt, damit ich auch keine übersehen hatte und das Ergebnis stand fest: 9 Gruppen und 68 Flecken.

Der derzeitige Aktivitätsschub war denn auch im H-alpha sehr schön zu sehen. Am Ostrand zeigten sich fünf der insgesamt zwölf Protuberanzen und sie waren zudem schön anzusehen. Auf der Oberfläche hatte das senkrechte Filament fast den Westrand erreicht. Ihm ging ein helles Flaregebiet voraus, von denen es hier 6 Stück gab, während ich 14 Filamente zählte. Momentan ist es wieder sehr lohnenswert, die Sonne in beiden Wellenlängen zu beobachten! 

Samstag, 26. September 2015

Sonne am 26.9.2015

Dieser Tage kann ich das letzte Mal die Sonne vom Dachboden aus beobachten, danach steht sie soweit im Süden, dass der Winkel zu steil wird für mein kleines Dachlukenfenster. 

Gegenüber der gestrigen Beobachtung hatte sich nur wenig verändert. Nur eines: die AR 12422 im Süden war noch größer geworden, hatte noch dickere Penumbren und andere Strukturen ausgebildet und stand nun nahe der Sonnenscheibenmitte, was die Hoffnung nährt, vielleicht doch noch mal ein ordentliches Polarlicht zu erwischen. Ich klassifizierte sie als F36. Die vielen kleinen Gruppen waren auch noch da: die AR 12423 als B2 und die AR 12425 als B4. Im Norden stand die AR 12424 als A1, die AR 12421 als D17 (mit schön anzusehenden Penumbren), die geteilte AR 12420 als C10 und B11 sowie die neue AR 12426 als A1.

Im Laufe der Beobachtung verschlechterte sich das eingangs sehr gute Seeing ein wenig, sodass im H-alpha der Sonnenrand in starker Bewegung war. Die Beobachtung war dennoch ein Genuss: das lange Filament war ein Stückchen weit nach Westen gewandert und im Bereich der AR 12422 zeigte sich ein nicht unbedingt hell leuchtendes Flaregebiet. Insgesamt kam ich hier auf 10 Filamente - die viele interessante Formen aufwiesen -, 6 Flaregebiete und am Rand auf 8 Protuberanzen, von denen drei am Ostrand besonders hübsch anzusehen waren, Bögen und irreguläre Strukturen bildeten.

Freitag, 25. September 2015

Sonne am 25.9.2015

Heute hat Murphy wieder alle Register gezogen, um mich zu ärgern. Zunächst kamen die ersten Wolkenlücken erst, als ich am Vormittag unterwegs war und es zog in dem Moment zu, als ich wieder zu Hause ankam. Das altbekannte Muster. Aber es ging noch weiter: am Nachmittag musste ich zum Einkaufen und als ich im Supermarkt und auf dem Wochenmarkt war, schien die Sonne. Wieder zu Hause angekommen, war es abermals bedeckt. Die nächsten Wolkenlücken kamen kurz bevor die Sonne hinter dem Dach des gegenüberliegenden Hauses verschwand. Wieder keine Chance auf eine Beobachtung. Erst als eine Stunde später die Sonne rechts vom Hochhaus wieder rauskam, konnte ich mit der Beobachtung bei mittelmäßigem Seeing und in der Tat blauem Himmel beginnen.

Überrascht war ich von dem kleinen Aktivitätsschub, der sich seit gestern binnen weniger Stunden vollzogen hatte. Die „große“ AR 12420 war eindeutig in zwei Teile zerbrochen und eine C9 und eine B8. Die schräg darüber stehende AR 12421 war eine D14, davor hatte sich eine nummernlose B4 gebildet. Im Süden stand nahe der Sonnenscheibe eine nur sehr schwer zu erkennende A1 ohne NOAA-Kennzeichnung, weiter in Richtung Westen die AR 12423 eine B7 und von der AR 12418 meinte ich, in einem Fackelfeld noch ein paar kleine Flecken zu sehen, die ich als A3 klassifizierte. Zur größten Gruppe war mittlerweile die AR 12422 geworden, die locker als E25 durchging.

Die wolkenfreie Phase erlaubte danach noch eine Beobachtung im H-alpha, wo sich auch einiges an Erscheinungen tummelte. Am Rand gab es 10 Protuberanzen, aber nur eine im Südosten konnte man als größer bezeichnen. Das beherrschende Element auf der Sonne war das immer noch stabile Filmen in Südwesten, das einem Ausrufungszeichen nicht unähnlich war. Insgesamt zählte ich hier 14 Filamente und 4 Flaregebiete, wobei die beiden größten im Bereich der Aktiven Regionen 12422 und 12420 standen. Die magnetische Aktivität schien aber bei der 12422 deutlich größer zu sein, weswegen man hier auch noch einiges an Ausbrüchen erwarten darf. Ob es dann aber tatsächlich passiert …

Donnerstag, 24. September 2015

Sonne am 24.9.2015

Wieder war eine Beobachtung nur durch die Äste meiner Nervbäume hindurch möglich, sonst hätte ich noch bis in den Nachmittag warten müssen und bei der derzeit sehr instabilen Wetterlage weiß man nie, ob man dann noch eine zweite Chance für eine Beobachtung erhalten würde.

Dass es nahezu windstill war, vereinfachte die Beobachtung ein wenig und so erwischte ich tatsächlich 5 Gruppen und sogar eine ziemlich schwache. Aber der Reihe nach: In Norden fiel mir die AR 12420 als F18, bei der sich die Penumbren nur im f- und f-Teil befanden, dazwischen aber nur kleine Flecken ohne Hofgebiet zu finden waren. Schräg darüber stand die wenig aufregende AR 12421 als C3. Den Rest der Flecken gab es im Süden: Die AR 12422 war eine D8 - sie wies eine Art Halbbogen von kleinen Flecken auf -, die neue AR 12423 sah ich als B4 und die AR 12418 stand am Westrand und war eine H2 mit eine spitzkegeligen Penumbra.

Im H-alpha hatte die Aktivität ein wenig abgenommen. Die sich andeutende Filamentkette im Osten war nicht mehr zu sehen und das sehr stabile, große Filament stand senkrecht nahe der Mitte der Sonnenscheibe. Insgesamt zählte ich auf der Oberfläche 7 Filamente und 4 Flaregebiete sowie 8 wenig spektakuläre Protuberanzen am Rand. Lediglich das Exemplar am Ostrand war als einziges „etwas“ größer. Viel erstaunlicher war, dass sich rund um die AR 12420, die ja immerhin eine F-Gruppe war, im H-alpha nur wenig tat, nur ein kleines Flaregebiet war an der Stelle zu sehen. Normalerweise deutet es auf einen mittelfristigen Zerfall einer Gruppe hin, wenn das zugrunde liegende Magnetfeld nur schwach ausgeprägt ist.

Mittwoch, 23. September 2015

Sonne am 23.9.2015

Nur wenige Minuten nach dem astronomischen Herbstanfang um 10:21 Uhr MESZ und nach zwei Ausfalltagen kam die Sonne ein wenig durch die Wolken. Bei der Beobachtung hatte ich jedoch nicht nur damit zu kämpfen, denn ich musste auch noch an beliebig vielen Bäumen und dicken Ästen vorbeischauen, die immer wieder durch den ohnehin nur kleinen Blickwinkel hindurchwischten. Kein Vergleich zu meinem Urlaubsort mit seinem freien Himmel und dem ebenso freien Horizontblick.

Im Weißlicht konnte ich die AR 12415 nicht mehr sehen, dafür aber im Süden die AR 12418 als ovale H1-Gruppe und die AR 12422 als D3. Beide Gruppen übrigens im Süden. Im Norden standen die AR 12421 als C3 und die AR 124290 als E15, wobei ich aber sicherlich einige der kleinen Flecken durch die „Ast-Beobachtung“ nicht sehen konnte.

Eine weitere Lücke offenbarte mir noch eine kurze Beobachtung im H-alpha, so die große Protuberanz, die ich noch an der Ostsee intensiv beobachten konnte, weiterhin als Filament sichtbar war. Im Norden gab es quer dazu ein weiteres, flächiges, sowie einige am Ostrand, die sich zu einer Nord-Süd-Kette auszurichten schienen. Darüber hinaus erwischte ich 6 Flaregebiete und am Rand 9 Protuberanzen, wobei die ganz kleinen Dank der Bäume mit Sicherheit nicht erkannt wurden.

Immerhin eine Beobachtung, mehr konnte man zu diesem Tag nicht sagen, denn gleich danach zog es wieder zu.

Samstag, 19. September 2015

Sonne am 19.9.2015

Aufwachen und als erstes die Sonne beobachten: lange werde ich das nicht mehr machen können, und mich dann wieder über die schlechten Bedingungen an meinem Beobachtungsort im dicht besiedelten Hamburg abärgern dürfen. Hier war der Blick in Richtung auf die Sonne frei und der Himmel nur teilweise bewölkt.

An der Zahl der Fleckengruppen hatte sich im Weißlicht nichts verändert und dennoch sahen die Flecken heute anders aus. Die AR 12419 im Norden hatte sich verändert und war nur noch eine Aneinanderreihung diverser Penumbren, weswegen ich sie auch als D5 klassifizierte. Im Suden hatte die AR 12418 die kleinen Flecken in ihrer Umgebung wieder verloren und war nun wieder eine H1. Die AR 12415 wirkte ziemlich zerfasert und hatte einen Teil ihrer Flecken im f-Teil eingebüßt, dennoch war sie (noch) eine E14.

Im H-alpha sah es dagegen völlig anders aus. Entgegen meiner Annahme, dass die große Protuberanz am Ostrand bald eruptieren würde, ist sie nun aufgrund der Sonnenrotation als dickes, fettes und flächig erscheinendes Filament zu sehen. Beim Zählen kam ich auf 6 Protuberanzen, die meisten aber eher klein und unscheinbar, bis aus die eine im Nordosten.

Neben dem bereits erwähnten Filament gab es 7 weitere, die aber ebenfalls recht unscheinbar wirkten, bis auf einen Bogen östlich der AR 12418 und einigen „Fäden“ die aus den beiden Regionen im Süden herauskamen. Die vier Flaregebiete rundeten das Beobachtungserlebnis ab und so war ich wieder froh über meine, nunmehr vermutlich vorletzte, Beobachtung an der Ostsee.

Freitag, 18. September 2015

Sonne am 18.9.2015

Wieder ein sonniger Vormittag an der Ostsee - nach regnerischer und stürmischer Nacht. Die Beobachtung war wegen des immer noch heftigen Windes etwas heikel, weil einzelne Böen immer wieder das Teleskop umzuwerfen drohten, aber in den ruhigen Phasen konnte bei ganz gutem Seeing beobachtet werden.

Die Aktivität im Weißlicht war weiter zurückgegangen und mit nur noch drei Fleckengruppen sehr übersichtlich geworden. Im Norden war die AR 12419 eine C3, im Süden die AR 12418 - sie scheint sich nur sehr langsam zu entwickeln - nicht mehr eine H1, sondern eine C7. Die größte Gruppe war die AR 12415 als E15, die Zuordnung zu dieser Klasse ergab sich ausschließlich aus ihrer Länge, aber keineswegs aus der Komplexität der penumbralen Strukturen.

Im H-alpha ging es nun wieder etwas turbulenter zu. Die große Protuberanzen am südöstlichen Sonnenrand war nach wie vor vorhanden, dazu kam eine größere im Nordosten. Auf der Oberfläche waren besonders die drei hellen Flaregebiete rund um die drei Aktivitätsgebiete hervorstechend, demgegenüber fielen die 5 kleinen Filamente kaum noch ins Gewicht. Lediglich im Südosten stand ein schöner, hufeisenförmiger Materiebogen, der zumindest mein Auge immer wieder an sich zog. 

Donnerstag, 17. September 2015

Sonne am 17.9.2015

Bevor es wieder bei kühlen Temperaturen an den Strand geht, noch kurz eine Schilderung der heutigen Beobachtung am frühen Morgen. Vom Parkplatz des Hotels aus konnte ich wieder die über der Ostsee aufgegangene Sonne bei allerdings eher mäßigem Seeing beobachten. Grund dafür war ein Regengebiet, das in der Nacht durchgezogen ist, bis es kurz nach 7 Uhr aufzuklaren begann und kurz danach die Sonne rauskam.

Im Weißlicht hatte sich die Aktivität etwas reduziert. Am Westrand konnte ich als äußersten Zipfel der AR 12414 noch einen ovalen H1-Fleck, umgeben von einem kleinen Fackelfeld, beobachten. Die nunmehr mittig stehende und nochmals stark in den Penumbrastrukturen veränderte AR 12415 war eine D14, die AR 12418 weiter eine H1 und die AR 12419 eine C7.

Gespannt war ich auf die H-alpha-Beobachtung und wurde nicht enttäuscht. Die große Protuberanz am Ostrand war noch imposanter geworden und hatte sich vor allem in der Breite vergrößert, was auch der Sonnenrotation geschuldet war. Sie wies zwei Bögen und viel Struktur auf. Man muss sicher kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sie bald in den Weltraum eruptieren wird. Außer ihr entdeckte ich noch 5 weitere Materiebögen, die allerdings erheblich kleiner waren. Auf der Oberfläche waren 6 kleine Filamente und 6 Flaregebiete zu sehen. Am intensivsten waren die rund um die drei Fleckengruppen, die sich auf der Oberfläche befanden, die AR 12414 war ja schon sehr randnah und zeigte im H-alpha keine Aktivität mehr.

Mittwoch, 16. September 2015

Sonne am 16.9.2015

Das war eine ganz knappe Angelegenheit an diesem Morgen: die ganze Nacht über war es klar und ich sah auch schon, wie die Sonne an meinem Hotel vorbei zu sehen war und begab mich wieder schnell auf den Parkplatz. Nun musste ich mich beeilen, denn die Wolkenfront zog über mir sehr schnell dahin. Das Seeing bei der niedrig stehenden Sonne war zwar nicht allerbeste, aber immerhin konnte ich - hoffentlich - alle aktuellen Gruppen erfassen.

Da wären im Weißlicht die jetzt genau am Westrand stehende AR 12414, die ich als D5 einstufte, gefolgt von der mittig stehenden AR 12415, die sich seit gestern enorm weiterentwickelt hatte und nun eine D14 war. Die AR 12418 zeigte sich als H1 sehr stabil und dahinter in Richtung Ostrand war noch eine A1 zu erkennen. Im Norden war mit der Ar 12419 als C5 nur eine einzige Fleckengruppe zu sehen, alle anderen befanden sich auf der südlichen Hemisphäre der Sonne.

Noch hielt sich die Wolkenlücke zurück und so wechselte ich rasch ins H-alpha. Das erste, was ich hier erkannte, war eine große Protuberanz am Ostrand, die restlichen 4, die ich in der Eile sah, waren dann eher nicht der Rede wert. Ich fand noch 4 Flaregebiete - die beiden intensivsten im Bereich der AR 12415 und der AR 12418 - und 6 Filamente und bemerkte, dass die Nordhemisphäre bis auf das mit der AR 12419 assoziierte Flaregebiet fast völlig erscheinungsfrei war. Dann war die Wolkenfront heran und beendete meine Bemühungen … 

Dienstag, 15. September 2015

Sonne am 15.9.2015

Noch eine Beobachtung am frühen Morgen unter blauem Himmel, die von meinem üblichen Standort in Hamburg aus zu dieser Stunde wegen dichter Bebauung und hoher Bäume nicht möglich wäre, hier aber ohne Weiteres vom Parkplatz des Hotels aus möglich ist.

Gegenüber gestern gab es nur wenige Veränderungen. Die beiden kleinen A-Gruppen im Umfeld der AR 12414 waren trotz gutem Seeing nicht mehr zu sehen, dafür war im Norden am Ostrand eine neue A3, noch ohne NOAA-Nummer, zu erkennen. Die anderen Gruppen tummelten sich auf der Südhalbkugel: die weit im Westen stehende AR 12414 als D5, die AR 12415 als C9 und die AR 12418 als H1.

Das gute Seeing verhieß einen guten Blick auf die Sonne im H-alpha, dem war aber nicht ganz so, trotz blauem und wolkenfreiem Himmel. Von den insgesamt 9 Protuberanzen am Sonnenrand waren eine am West- und drei am Ostrand besonders erwähnenswert, weil sie größer als die anderen und auch strukturell sehr interessant waren. Während man die am Westrand eher schwer definieren konnte, gab es zwei Spitzkegel und einen Minibogen am Ostrand. Ziemlich hell erschien das Flaregebiet - ich konnte 6 davon ausmachen - im Bereich der AR 12415, das an beiden Polen der Gruppe hell aufleuchtete. 

Die AR 12418 und die AR 12414 wiesen im H-alpha ebenfalls deutliche Aufhellungen hervor. Hier könnte es im Laufe des Tages noch Flares geben. Nicht unerwähnt bleiben sollten die 5 kleinen Filamente, die nur einen schwachen Abglanz der Exemplare der letzten Wochen darstellten.

Montag, 14. September 2015

Sonne am 14.9.2015

Meine erste Frühbeobachtung am Urlaubsort: Nach dem Frühstück, aber vor dem Gang zum Strand unter wolkenlosem, blauen Himmel, bei Wind und durchschnittlichem Seeing.

Der teilweise böige Wind war schon sehr nervend, weil er genau aus der Richtung kam, in die das Teleskop zeigte. So war die Erkennbarkeit der kleinen Fleckengruppen am westlichen Sonnenrand ziemlich schwierig. Die AR 12411 konnte ich nur aufgrund der Randverdunkelung in einem Fackelfeld sehen, die AR 12412 ebenfalls, obwohl sie noch nicht so weit am Rand stand. Beide Gruppen waren jeweils eine A1. Die AR 12414 hatte auch deutlich Federn gelassen und war nur noch eine D4. Ziemlich zerrupft sah auch die AR 12415 als. Vorgestern noch eine D, konnte ich sie heute mangels fehlender zweiter Penumbra nur noch als C11 klassifizieren. Neu um den Ostrand herumgekommen war die AR 12418 als H1.

Im H-alpha schien nun ebenfalls ziemliche Ruhe eingekehrt zu sein, denn neben den insgesamt 7 Protuberanzen, von denen vier etwas auffälliger waren, gab es 5 mittelhelle Flares und 9 magere Filamente, wobei keine wirklich große Dimensionen erreichte.

Samstag, 12. September 2015

Sonne am 12.09.2015

Scheinbar nicht enden wollenden Nieselregen verhinderte gestern erfolgreich die Beobachtung und auch heute sollte es nach der Wettervorhersage erst spät am Nachmittag aufklaren. Das kam zum Glück anders und so konnte ich nach einem ausgiebigen Spaziergang am Ostseestrand nach meiner Rückkehr ins Hotel entspannt die Sonne beobachten, was nur hin und wieder durch kleine Wölkchen gestört wurde.

Binnen zweier Tage war die Aktivität der Sonne im Weißlicht spürbar angestiegen. Die auffälligsten Entwicklungen hatten zwei Gruppen im Süden genommen: die AR 12414 als D14 und die neu um den Rand herumgekommene AR 12415 als D10. Westlich davon stand die AR 12416 als A1, östlich die AR 12412 als B6. Im Norden war die AR 12411 eine A1, die AR 12417 auch. Die siebente Gruppe war nur sehr schwer als nicht klar erkennbare Anhäufung von Einzelflecken etwa in der Scheibenmitte zu sehen, die ich pauschal als B4 klassifizierte.

Im H-alpha schwächelte dagegen die Aktivität deutlich. Am Rand sah ich zwar 9 Protuberanzen: die meisten aber waren eher kleine Bögen oder Spritzer, wobei die meisten am Ostrand standen. Auch die Zahl der Filamente war mit 9 Stück leicht zurückgegangen und die 5 Flaregebiete bis auf das im Bereich der neuen AR 12415 kaum auffällig. Eine Aktivität, die dem Stand des Zyklus´ entspricht; genießen wir die Zeit, bis es wieder wochenlang nur fleckenlose Tage geben wird. 

Donnerstag, 10. September 2015

Sonne am 10.9.2015

Trotz blauem Himmel, gutem Seeing und einer entspannten Beobachtungsmöglichkeit auf dem Balkon meines Hotelzimmers war es relativ schwierig, die vielen kleinen Flecken überhaupt zu finden. Die meisten Probleme machte dabei die AR 12409, die ich nur deshalb fand, weil sie in einem Fackelfeld am Westrand stand und die ich als A1 klassifizierte. die AR 12411 war da schon einfacher zu entdecken und als J1 einzustufen, denn heute waren die kleinen Flecken in ihrer Umgebung nicht mehr zu sehen. Die kleine Anhäufung von Flecken nordwestlich davon war zu einer immer noch nummernlosen weiteren A1 zusammengeschrumpft.

Die AR 12412 - bei der Ziffernfolge muss ich immer an Weihnachten denken - hatte südwestlich Zuwachs bekommen und wies heute 11 Einzelflecke auf. Die in ihrer Nähe neu entstandene AR 12414 war auf die Größe einer A1 zusammengefallen. Anscheinend hat die Sonne derzeit nicht die Kraft, größere Regionen hervorzubringen und diese auch ein paar Tage festzuhalten. Ein deutliches Anzeichen mehr für einen Zyklus in der Abstiegsphase.

Im H-alpha deutete sich ein ähnliches Bild an. 8 Protuberanzen am Rand täuschen darüber hinweg, dass diese nur eben dahinter hervorguckten und leicht übersehen werden konnten. Ähnlich erging es den 4 Flaregebieten, die ebenfalls erst auf den zweite Blick zu sehen waren. 12 Filamente hörten sich auch nach viel an, doch nur vier Stück überspannten größere Gebiete der Sonnenoberfläche. Und während zwei kleine Filamente im südlichen Polgebiet zu sehen waren, war der Nordpol der Sonne völlig erscheinungsfrei. Auch hier zeigte sich die offenbar stark abnehmende Sonnenaktivität recht deutlich. 

Dennoch kann es immer wieder zu überraschenden Einzelereignissen wie dem eruptivem Filament vom 5. September 2015 kommen, dessen Teilchen in den Nächten vom 7. auf den 8. und vom 9. auf den 10. für fotografisch-visuelle Polarlichter sorgte, die auch in unseren Breiten zu sehen waren. Ich hatte leider trotz Urlaub und nur mäßiger Horizontsicht auf Usedom Pech: 1x anscheinend zu niedrig, 1x bedeckter Himmel. So darf ich weiter auf mein erstes digitales Polarlicht warten, denn das letzte hatte ich noch auf Film aufgenommen …

Mittwoch, 9. September 2015

Sonne am 9.9.2015

Ein klarer Himmel und eine uneingeschränkte Horizontsicht, die man als Stadtbewohner leider nur selten geboten bekommt - und das höchstens im Urlaub - führten zu einer weiteren stressfreien Beobachtung unseres Tagesgestirns. Das Seeing war allerdings etwa schlechter als gestern, was zumindest in einem Fall zu einer schlechteren Wahrnehmung einer Fleckengruppe führte. 

Betroffen davon war im Norden die AR 12409, die als A1-Fleck nur sehr schwer zu finden war. Die AR 12411 hatte in ihrem näheren Umfeld kleine Flecken ausgebildet - nicht zum festen Mal - und wurde daher als J3 klassifiziert. Im Süden stand nach wie vor die AR 12412 als D5. Davor, in Richtung Westen, hatte sich in den letzten Stunden eine kleine C3 gebildet, die sogar auf einigen der „aktuellen“ SDO- und SOHO-Bildern zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sehen war. Erst später entdeckte ich nordwestlich der AR 12411 noch eine Ansammlung kleinerer Flecken, die ich als A3 einstufte. Wer annimmt, dass die zur AR 12411 gehören, achte auf die Achslage der AR 12412!

Im H-alpha wirkte die Sonne ein wenig „aufgeräumter“ als in den letzten Tagen. Am Rand fand ich zwar 10 Protuberanzen, aber nur 5 davon waren größer, die übrigen lugten wieder einmal nur knapp darüber hinaus. Über der Oberfläche waren 5 schwache Flaregebiete sowie 12 meistens kleine Filamente zu sehen. Gerade mal 4 überdeckten größere Bereiche der Sonnenoberfläche; die Polgebiete waren fast erscheinungsfrei. Die geringe Aktivität im Weißlicht schien auf das H-alpha abzufärben, wo es nun anscheinend ebenfalls ruhiger wurde.

Dienstag, 8. September 2015

Sonne am 8.9.2015

Eine entspannte Sonnenbeobachtung auf einem Hotelbalkon und freie Sicht auf einen unverdauten oder von Bäumen vollstellten Himmel gehörte nicht zu meinen Alltagserfahrungen und so genoss ich diese Situation am heutigen Tage. Das Seeing war ausgebrochen gut, der starke Wind, der über der Ostsee hereinkam wurde durch das Haus abgehalten und so standen nur ein paar ollen im Wege, aber da ich ausreichend Zeit hatte, störte das ausnahmsweise mal nicht.

Im Weißlicht hatte sich binnen 24 Stunden nicht so arg viel getan. Lediglich die gestern schon nur schwer beobachtbare A1 hatte sich anscheinend vollends aufgelöst und war nicht mehr zu sehen. Die AR 12409 nahm ich als C4 wahr, die 12411 als J1 - beide Gruppen standen auf der Nordhalbkugel - und die AR 12412 im Süden war eine D5.

Etwas turbulenter ging es dagegen im H-alpha zu. Das PST zeigte mir am Sonnenrand 7 Protuberanzen, allerdings waren nur drei davon größer und alle standen am Westrand, während die übrigen nur als kleine Spitzen über den Rand hinausreichten. Die Oberfläche erwies sich dagegen als deutlich aktiver: 7 kleine Flaregebiete, die bisweilen nur schwer zu sehen waren, und 11 Filamente ließen sich zählen, die sich alle auf dem südöstlichen Teil der Sonne tummelten, wohingegen der Nordwesten fast erscheinungsfrei war. Bislang ist der monatliche Aktivitätsschub für den September ausgeblieben, aber was nicht ist, das kann ja noch werden.

Montag, 7. September 2015

Sonne am 7.9.2015

Kurz vor meiner Abreise an die Ostsee konnte ich - wahrscheinlich zum allerletzten Mal in diesem Jahr - die Sonne auf dem Dachboden bei recht gutem Seeing und wolkenlosem Himmel beobachten. Viel hatte sich allerdings seit der letzten Sichtung nicht geändert. Die AR 12411 war als J1 sofort zu finden. 

Eines näheren Blickes bedurfte es bei den vier anderen kleinen Gruppen.  Die AR 12412 auf der Südhalbkugel war eine kleine D4und die AR 12409 eine C4. Dazwischen, leicht westlich der Mitte der erdzugewandten Sonnenscheibe, war noch eine A1, die ich aber zu diesem Zeitpunkt nicht sehen konnte. Das wurde erst möglich, als ich das Teleskop auf dem Balkon meines Hotels aufstellte und das Seeing deutlich besser war, als in Hamburg.

Ein paar Differenzen mehr gab es dagegen im H-alpha: statt 11 fand ich nur noch 7 Protuberanzen, dafür 4 statt 3 Flaregebiete und weiterhin 11 Filamente, die alle möglichen Formen aufwiesen und bei ganz gutem, aber stürmischem Wetter, eine längere und intensivere Beobachtung ermöglichten. So war der Nordwesten auf der Sonne praktisch erscheinungsfrei, während sich beinahe alle Filamente auf dem übrigen „Rest“ tummelten. Immerhin konnte die erste Urlaubsbeobachtung als gelungen betrachtet werden.

Sonntag, 6. September 2015

Sonne am 6.9.2015

Mit Beginn des Septembers haben sich nicht nur die allgemeinen Witterungsbedingungen deutlich verschlechtert, auch längst vergessen geglaubte Pleiten und Probleme, allgemein auch als Murphys bezeichnet, waren wieder da. Und das nicht nur bei mir. Beim besuch des 5. Norddeutschen Sternwartentreffens in Rostock konnte man wegen des starken Windes und Wolkenlücken, die immer wieder an der falschen Stelle am Himmel standen, die Sonne kaum am Coude-Refraktor der Astronomischen Station beobachten.

In der Früh erging es mir nicht anders. Nur noch für wenige Tage kann ich die Möglichkeit der Dachbodenbeobachtung nutzen, dann schließt sich dieses Fenster bis zum Frühjahr. Beim Aufwachen war der Himmel fast klar und als ich das Teleskop aufgestellt hatte, schob sich das einzige Wolkengebildes des ganzen Himmels wieder genau vor die Sonne. Nahezu eine Dreiviertelstunde bis kurz vor dem Zeitpunkt, wo der Winkel zu steil wurde, zeigten sich kleine Lücken, doch so ganz verschwanden die Wolken während der Beobachtung nicht. Das passierte erst, als ich wegen meiner umliegenden Häuser und Bäume die Sonne nicht mehr erreichen konnte …

So war denn wieder nur eine schnelle Zähl-Beobachtung angesagt. Im Weißlicht fand ich nur zwei Gruppen: die erste, die durch die Wolken kam, war die AR 12411, die ich erst als J1, dann aber, als die Sicht ein wenig besser wurde, als C3 klassifizierte. In einer weiteren Minilücke erspähte ich noch die AR 12409 als B3.

An eine H-alpha-Beobachtung glaubte ich da schon nicht mehr, doch dann klappte es doch noch mehr oder weniger gut und so sah ich mit schnellem Blick 5 Protuberanzen, 5 Flaregebiete und (tlw. geschätzte) 12 Filamente, denn ich musste mich ja beeilen, weil danach die nächste Wolke vor die Sonne zog, wobei der Rest des Himmels überwiegend im herbstlichen Blau erstrahlte …

Freitag, 4. September 2015

Sonne am 4.9.2015

Kleine Teleskope sind gegenüber großen stets dann im Vorteil, wenn es um eine schneller Einsatzbereitschaft geht und so konnte ich zwei winzige Wolkenlücken für meine heutige Beobachtung nutzen, obwohl damit eigentlich nicht zu rechnen war.

Das Seeing war ausgesprochen gut und so ging das Erfassen der Gruppen im Weißlicht schnell voran, zumal es wieder nur sehr wenige waren. Die AR 12409 war eine B5, die AR 12410 nur noch eine A1, während am Ostrand eine neue J1 in einem Fackelfeld stand.

Ein schneller Blick durch das PST zeigte mir 6 Protuberanzen - je drei im Osten und im Westen - , 5 mäßig helle Flaregebiete und 12 Filamente, die durchaus schön anzusehen waren. Leider war dafür dann die Wolkenlücke doch wieder zu klein und bevor es an die Detailbeobachtung ging, war der Himmel wieder zu. Immherin gelang mir gerade eben noch die Erfassung der Zahlen.

Donnerstag, 3. September 2015

Sonne am 3.9.2015

Nachdem der gestrige Tag Murphy gewidmet war, hatte ich es heute ein wenig einfacher, wenn auch die Beobachtung wieder von dem Baum vor meinem Fenster gestört wurde. Zum Glück gab es aber ausreichend Wolkenlücken, die mir die Beobachtung ermöglichten.

Im Weißlicht war die Aktivität noch weiter zurück gegangen und nur noch zwei Gruppen zu sehen: die Ar 12409 als B7 und darunter im Süden eine B3 ohne NOAA-Kennung. Sowohl die AR 12406 als auch die AR 12407 waren nicht mehr zu sehen.

Im H-alpha war die Aktivität ebenfalls leicht zurückgegangen. Neben 10 Protuberanzen, von denen gerade mal 3 etwas größer aussahen, tummelten sich auf der Oberfläche 4 schwach leuchtende Flaregebiete und nur noch 10 Filamente. Das ausgedehnteste Filamentgebiet war im Südosten zu finden, weitere gab es im Nordosten und im Südwesten. Schön anzusehen waren vor allem die irregulär geformten, an mehreren Stellen der Sonnenoberfläche zu findenden Exemplare. Insgesamt wirkte die Sonne eben auch hier weniger aktiv als noch vor ein paar Tagen.

Mittwoch, 2. September 2015

Sonne am 1.9.2015

Mit dem meteorologischen Herbstanfang gingen nicht nur niedrigere Temperaturen einher, die ganzen nervigen Murphys kamen auch gleich wieder zurück und führten gleich zum ersten Ausfalltag im September. Heute sah es eigentlich auch nicht sehr viel besser aus. Als ich auf der Arbeit war, schien die Sonne, als ich zu Hause ankam zog es im gleichen Augenblick zu. Das Warten auf die nächste Wolkenlücke wurde zur Geduldsprobe. Es gab viele Wolkenlücken, nur mal wieder nicht in Richtung Sonne. Als dann endlich eine passende Lücke kam, stand die Sonne hinter dem Baum vor meinem Küchenfenster. Dann zog es völlig zu und nach einem kurzen Regenschauer Kamm dann tatsächlich noch eine große Wolkenlücke, die ich bei gutem Seeing auch für eine Beobachtung nutzen konnte.

Im Weißlicht zeigte sich allerdings recht wenig. Nur ganze drei Gruppen und alle der Waldmeierklasse B angehörend: die AR 12409 mit 8 Flecken am Ostrand, die AR 12406 mit drei Flecken etwa in der Scheibenmitte und die AR 12407 als B2 am Ostrand in einem Fackelfeld stehend.

Entschädigt wurde man dafür mit der Beobachtung im H-alpha, die im absoluten Kontrast zum Weißlicht stand. Die 8 Protuberanzen am Rand waren schon sehenswert (etwa der große Büschel im Westen oder die kleine Kette im Osten), die 3 Flaregebiete kaum erwähnenswert, aber die 14 Filamente durchaus beeindruckend, besonders auf der Osthälfte der Sonne, wo ein größerer Bogen in eine Protuberanz überging und ein weiterer große Teile der Sonne überdeckte. Die vielen kleinen Bögen, Flatschen und Striche verwöhnten das Auge ebenfalls. Eine wirkliche Belohnung für die ganzen Murphereien des Tagen. Aber, so ganz ohne Nervereien ging es dann doch nicht, denn mit der großen Wolkenlücke kam heftiger Wind auf, der in Böen am Teleskop zerrte …