Donnerstag, 10. September 2015

Sonne am 10.9.2015

Trotz blauem Himmel, gutem Seeing und einer entspannten Beobachtungsmöglichkeit auf dem Balkon meines Hotelzimmers war es relativ schwierig, die vielen kleinen Flecken überhaupt zu finden. Die meisten Probleme machte dabei die AR 12409, die ich nur deshalb fand, weil sie in einem Fackelfeld am Westrand stand und die ich als A1 klassifizierte. die AR 12411 war da schon einfacher zu entdecken und als J1 einzustufen, denn heute waren die kleinen Flecken in ihrer Umgebung nicht mehr zu sehen. Die kleine Anhäufung von Flecken nordwestlich davon war zu einer immer noch nummernlosen weiteren A1 zusammengeschrumpft.

Die AR 12412 - bei der Ziffernfolge muss ich immer an Weihnachten denken - hatte südwestlich Zuwachs bekommen und wies heute 11 Einzelflecke auf. Die in ihrer Nähe neu entstandene AR 12414 war auf die Größe einer A1 zusammengefallen. Anscheinend hat die Sonne derzeit nicht die Kraft, größere Regionen hervorzubringen und diese auch ein paar Tage festzuhalten. Ein deutliches Anzeichen mehr für einen Zyklus in der Abstiegsphase.

Im H-alpha deutete sich ein ähnliches Bild an. 8 Protuberanzen am Rand täuschen darüber hinweg, dass diese nur eben dahinter hervorguckten und leicht übersehen werden konnten. Ähnlich erging es den 4 Flaregebieten, die ebenfalls erst auf den zweite Blick zu sehen waren. 12 Filamente hörten sich auch nach viel an, doch nur vier Stück überspannten größere Gebiete der Sonnenoberfläche. Und während zwei kleine Filamente im südlichen Polgebiet zu sehen waren, war der Nordpol der Sonne völlig erscheinungsfrei. Auch hier zeigte sich die offenbar stark abnehmende Sonnenaktivität recht deutlich. 

Dennoch kann es immer wieder zu überraschenden Einzelereignissen wie dem eruptivem Filament vom 5. September 2015 kommen, dessen Teilchen in den Nächten vom 7. auf den 8. und vom 9. auf den 10. für fotografisch-visuelle Polarlichter sorgte, die auch in unseren Breiten zu sehen waren. Ich hatte leider trotz Urlaub und nur mäßiger Horizontsicht auf Usedom Pech: 1x anscheinend zu niedrig, 1x bedeckter Himmel. So darf ich weiter auf mein erstes digitales Polarlicht warten, denn das letzte hatte ich noch auf Film aufgenommen …

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