Sonntag, 1. November 2015

Sonne am 1.11.2015

Als Sonnenbeobachter hat man es derzeit nicht leicht, denn der Tagbogen wird immer kürzer, die scheinbare Bahn der Sonne immer niedriger und man kann nur noch zu bestimmten Zeiten überhaupt beobachten. Nämlich dann, wenn man auf der Arbeit ist, also gar nicht.

So endete meine Beobachtungstätigkeit im letzten Monat schon am 25. Oktober, da ich gestern auf der BoHeTa in Bochum war und daher wieder nicht beobachten konnte. Dafür klappte es heute morgen mit beängstigender Einfachheit. Die Sonne kam im leichten Nebel über der Hauskante raus, das Seeing war gut und ich konnte noch vor Frühstück und Duschen mit er Beobachtung beginnen.

Seit der letzten Beobachtung hatte sich die Aktivität sehr verändert, die mir bekannten Gruppen waren allesamt verschwunden, dennoch war es im Weißlicht nicht langweilig. Mit der AR 12443, die schon gegen Ende Oktober am Sonnenrand aufgetaucht war, war eine lange und mit zahlreichen Penumbren ausgestattete Gruppe zu sehen, die ich als F35 klassifizierte. Etwa auf gleicher Breite befand sich eine B5 ohne NOAA-Nummer - die AR 12441, die ich nicht sehen konnte, wie die 12440 am Sonnenrand - und die AR 12442, die ich als C10 einstufte. Schräg unterhalb des p-Teils der AR 12443 war die AR 12444 ganz schwach als A1 zu sehen und auch das immer nur für wenige Augenblicke. Eine echt harte Nuss.

Das gute Seeing animierte zu H-alpha-Beonbachtungen. Im PST zeigten sich aber nur wenige Aktivitätserscheinungen. Am Ostrand gab es gerade mal drei kleine Protuberanzen - gewissermaßen eher Protübchen - und auch die Oberfläche zeigte kaum etwas. Vier helle Flaregebiete kennzeichneten hier die Positionen der Aktiven Regionen, wie sie vom Weißlicht her bekannt waren und in der AR 12442, dort nur eine B-Gruppe, entwickelte sich gerade ein kleiner Flare. Die Filamente waren auch nur sehr schwach ausgeprägt und ich erkannte mit Mühe nur 5 Stück.

Endlich mal wieder eine stressfreie Beobachtung, wenn auch die Aktivität der Sonne zu wünschen übrig ließ.

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