Samstag, 28. November 2015

Sonne am 28.11.2015

Man kann es eigentlich kaum mit Worten beschreiben, was ich heute alles auf mich nehmen musste, um zu einer Beobachtung zu kommen. Zunächst mal ist bekanntermaßen mein Himmel durch Bäume und Hochhäuser sehr eingeschränkt, sodass ich im Winter nur zu bestimmten Zeiten beobachten kann.

Gestern hatte ich das Glück, kurz vor dem Erreichen des zweiten Hochhauses noch einen Blick auf unser Tagesgestirn werfen zu können. Heute wäre es eigentlich wesentlich entspannter gewesen, wenn, ja wenn nicht Murphy wieder seine Hand im Spiel gehabt hätte.

Aber der Reihe nach: Gegen 13 Uhr richtete ich mein Teleskop - der Himmel war schön herbstlich blau - auf die Sonne aus und konnte im Weißlicht erste Fleckengruppen sehen. Ein Freund berichtete mir kurz vorher am Telefon von seiner eigenen Beobachtung. Kaum, dass ich die ersten beiden Gruppen identifiziert hatte, fing es plötzlich, obwohl keine Wolke am Himmel zu sehen war, heftig an zu regnen. Ich musste das Teleskop wieder abbauen und den Guss abwarten. Als der endlich vorbei war, stand die Sonne schon halb hinter dem Hochhaus und war nur noch teilweise zu sehen. Danach regnete es natürlich nicht mehr. Kurz nach 14:30 Uhr Uhr dann die zweite Gelegenheit zur Beobachtung, allerdings ragten da schon die ersten Äste eines horizontnahen Baumes ins Bildfeld, sodass ich mich sehr beeilen musste, um die beginnenden Beobachtungen zu vervollständigen.

Im Weißlicht gab es nicht wirklich viel zu sehen. Die AR 12457 war eine A1, die AR 12458 eine C3, hinter der noch eine A1 stand, und die AR 12459 eine J1. Dahinter war noch schwach eine A1 zu sehen. Das Seeing war allerdings stark verbesserungsbedürftig, denn der Rand wallte wie wild und ich hatte Schwierigkeiten, irgendwelche Details zu erkennen. Nur für kurze Momente war die Sicht mal klar. Beim zweiten Mal war es noch schlechter.

Die H-alpha-Beobachtung war auch eher suboptimal. Am Rande erwischte ich eine sehr große, bogenförmige Protuberanz im Südwesten und eine kleinere am Ostrand. Zwei kleine Spritzer fand ich noch im Norden und im Westen. Auf der Oberfläche sah ich aufgrund des Seeing nur magere vier Filamente und drei Flaregebiete. Dann stand die Sonne vollends hinter dem Baum und danach hinter dem Hochhaus, hinter dem sie auch unterging. Viel unnötigen Stress, viel Probleme, aber immerhin eine Beobachtung.

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