Montag, 28. Dezember 2015

Sonne am 28.12.2015

Wenn ich auch in den letzten Tagen und Wochen von dem alten Schotten McMurphy verschont blieb. So schlug er heute wieder erbarmungslos zu. den ganzen Vormittag über war der Himmel klar, bis kurz vor der Beobachtung Wolken aufkamen und ständig durch das Bildfeld im Okular zogen. Schlimmer noch: am Horizont hatte sich eine Wolkenbank aufgebaut, die genau bis zur Oberkante der Sonne reichte. Zwar konnte ich noch beobachten, aber es war mehr als schwierig.

Zum Glück gab es im Weißlicht nur wenig zu sehen: die AR 12473 als F30 genau auf dem Sonnenmeridian - wenn dort jetzt ein ordentlicher Flare mit richtig gutem CME entstünde, könnte man mit Polarlichtern rechnen - und leicht versetzt dazu die AR 14272 nördlich der F-Gruppe als B8. Die Gruppe war heute allerdings nicht mit einer Sofibrille zu sehen, zumindest gelang mir das nicht. Am Rande fand ich bei ganz ordentlichem Seeing, aber nervenden durchziehenden Wolken, nur ganze zwei Fackelfelder.

Die H-Alpha-Beobachtung gestaltete sich ungleich schwieriger, am Rande gab es nur drei winzig kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche - soweit ich das erkennen konnte - zwei Fackelgebiete sowie 8 Filamente, von denen zwei recht groß erschienen. Die beiden Flaregebiete waren mit den beiden Fleckengruppen im Weißlicht assoziiert. Während meiner Beobachtungszeit regte sich aber keinen nennenswert erhöhte Aktivität, etwa in Form eines aufsteigenden oder in seiner aktiven Phasen befindlicher Flare. Wenigstens konnte ich mich glücklich schätzen, eine weitere Beobachtung ergattert zu haben, was in diesen Tagen bekanntermaßen nicht einfach ist.

Freitag, 25. Dezember 2015

Sonne am 25.12.2015

Weihnachtswunder 2. Teil: Nachdem ich gestern überraschend in den Genuss einer Beobachtung kam, setzte sich das heute fort. Der Himmel war zwar auch heute syphig und mit straken Cirren versetzt. Überdies kam aus Richtung Westen eine kompakte Syphschicht heran. Dafür war das Seeing eine deutliche Spur besser.

Daher konnte ich heute auch vier Gruppen sehen: die AR 12470 im Norden, die mit ovaler Form direkt am Westrand stand und in den nächsten Stunden wegdotiert sein wird. Ihr genau gegenüber stand die AR 12472 als C7 - der f-Teil hatte seine seine Penumbra verloren - und dazwischen eine B4 ohne NOAA-Nummer. Im Süden dann unübersehbar die AR 12473 als F 20, deren drei Penumbren selbst im kleinen 80/400er beeindruckend aussahen und wo sich die beiden hinteren Teile gerade zu einem einzigen Gebilde zusammenfügen. Leider lässt das Wetter keine längerfristigen Beobachtungen zu.

Die Regionen 12472 und 12473 erschienen auch im H-Alpha als Zentren erhöhter Aktivität: in deren Umfeld waren gleich zwei große Fackelgebiete aktiv und bei der 12473 schien eines gerade in der höheren Entwicklung zu sein. Ein kleines, drittes, Gebiet war im Westen zu sehen und nicht mit einer Fleckengruppe assoziiert. Insgesamt kam ich beim Zählen auf drei Protuberanzen - nur das am Ostrand war wirklich groß -, 6 Filamente und 6 Flaregebiete. Erwähnenswert war dabei nur das Filament, das am Ostrand bei der Protuberanz gleich in ein Filament überging. Der Rest war eher unscheinbar und passend zum aktuellen Stand des zu Ende gehenden Zyklus, bei dem auch die großen Aktivitätszentren im Weißlicht und H-Alpha kleiner ausfallen, als in Maximumszeiten.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Sonne am 24.12.2015

Nach 11 (!) Ausfalltagen endlich wieder eine Beobachtung, allerdings unter übelsten Bedingungen. Das Seeing war typisch für diese Jahreszeit und zeigte zunächst außer einem heftige wallenden Sonnenrand kaum was auf der Oberfläche und der Himmel war syphig und cirrig. Erst nach und nach besserte sich das ein wenig, doch der gezackt scheinbar die Sonne umlaufende Rand blieb.

Im Weißlicht konnte ich daher nur drei Gruppen finden. Am Westrand stand im Norden die große AR 12470 als H1, die ich weitgehend verpasst und nur ein einziges Mal kurz durchs Bürofenster mit der Sofibrille mit bloßem Auge gesehen habe. Am Ostrand erkannte ich die anderen beiden Gruppen: im Norden die AR 12472 als D8 und im Süden die AR 12473 als F14. Waren kleine Flecken vorhanden, so konnte ich sie bei dem Seeing nicht erfassen.

Besser sah es dagegen im H-alpha aus, was mich sehr erstaunte. Zwar war auch in diese Wellenlänge der Sonnenrand in Bewegung, aber nicht so sehr wie im Weißlicht.Aus diesem Grunde konnte ich auch die fünf Protuberanzen am Rand - ein größeres Gebiet befindet sich am Ostrand - und sechs helle Flaregebiete erkennen. Im Bereich der AR 12473 war eines sogar gerade aktiv, als ich beobachtete. Rund um die AR 12472 war ein weiteres, aufgehelltes Flaregebiet zu sehen. Die mehr geschätzt als gezählten Filamente waren kaum der Rede Wert, da sehr klein und bei dem Seeing leicht zu übersehen. SO ist mir wenigstens noch am Heiligabend eine Sonnenbeobachtung geglückt.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Sonne am 13.12.2015

Für den heutigen Nachmittag waren mindestens vier Stunden Sonnenschein angekündigt worden und so hoffte ich, davon partizipieren zu können. Schon am Vormittag, als die Sonne noch tief hinter Häusern und Bäumen stand, klarte es auf. Doch nach einer Stunde war der „Spuk“ schon wieder vorbei und ich dachte an den ehernen Grundsatz: „Wenn Du die erste Chance zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, bekommst Du keine zweite!“ Es kam zum Glück anders und ich konnte kur vor 12 Uhr mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war allerdings mehr als schlecht, der Rand am Wallen und auf der Oberfläche war nur kurz was zu sehen, dann verschwand es wieder im allgemeinen Blubbern.

Im Weißlicht stellte sich die Situation heute etwas anders dar: Der Kleinkram im Westen war fast vollständig verschwunden. Nur die AR 12463 war noch als A1 zu sehen. Die AR 12465 war eine J2, die 12468 eine J1. Am Ostrand tat sich aber einiges. Die AR 12469 war schon gestern zu sehen und heute eine D2. Die neue AR 12470 eine H3 und zwischen den beiden zeigte sich in Momenten ruhiger Luft eine offenbar penumbrale Struktur, die wie ein nach oben gestellter, rechteckiger Kasten aussah. Da zu diesem Zeitpunkt nicht zu entscheiden war, ob sie zu einer der beiden Gruppen gehörte, klassifizierte ich sie als H1.

Im H-alpha war es trotz des Blubberseeings dennoch interessant. Im Südostquadranten war grad die Gegend um die AR 12468 als Flaregebiet aktiv und zeigte zwei mehr oder weniger rechteckige, hellstrahlende, Streifen. Das war auch schon der Höhepunkt, denn am Rand waren nur vier kleine Protuberanzen zu sehen - alle am Ostrand - und auf der Oberfläche 8 kleine und kleinste Filamente und insgesamt 5 Flaregebiete. Für die kommenden Tage darf angesichts der Flareaktivität und der neuen Gruppen am Ostrand mit einer leicht erhöhten Aktivität gerechnet werden. Ich selber werde allerdings aufgrund des niedrigen Sonnenstandes erst wieder am nächsten Wochenende beobachten können, wenn denn das Wetter mitspielt.

Samstag, 12. Dezember 2015

Sonne am 11.12.2015

Es war eine Sache von wenigen Minuten und einer klitzekleinen, streifenförmigen Lücke zwischen zwei Wolkenschichten, die mir die Beobachtung ermöglichte, bevor die Sonne hinter dem Hochhaus verschwand und für den Rest des Tages nicht mehr zu sehen war. Natürlich, wie sollte es in dieser Jahreszeit auch anders sein, war das Seeing katastrophal schlecht. Der Rand war ausgiebig am Wallen und die Oberfläche blubberte zeitweise regelrecht vor sich hin.

Dennoch gab es hin und wieder ruhige Momente, in denen ich einige Flecken sehen konnte. Die AR 12463 auf der Westhälfte war eine nur schwer zu erkennende A1, die AR 12464 eine B3, in deren Nähe eine B4 stand. Ob beide Teile zusammengehörten, konnte in der kurzen Phase der Beobachtung nicht entschieden werden.nahe der Sonnenscheibenmitte stand eine J1 - noch ohne NOAA-Nummer- und östlich davon eine J3, ebenfalls noch ohne Bezeichnung. Zuguterletzt entdeckte ich dann noch am Ostrand eine weitere J1, die just um den Ostrand herum kam. Die 6 Gruppen sollten allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass nur kleine Gruppen zu sehen waren, die nur den Klassen A, B und J angehörten, ein sicheres Zeichen für den Niedergang des 24. Sonnenfleckenzyklus.

Im H-alpha sah es nicht besser aus. Ds Blubberseeing ließ nur wenig erkennen: 7 kleine Protuberanzen, 5 winzige Filamente und fünf Flaregebiete. Für Details blieb wieder mal keine Zeit, denn kaum durchgezählt - und auch ein wenig geraten - sah ich schon wieder die Kante des Hochhauses, hinter dem die Sonne binnen weniger Momente verschwand. Sonnenbeobachtung in dieser Jahreszeit macht keine wirkliche Freude, sondern bereitet nur Stress und oft genug Frust, wenn man bei strahlendem Sonnenschein auf der Arbeit ist und der Himmel weitgehend bedeckt ist, wenn man am Wochenende frei hat.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Sonne am 6.12.2015

Es war weder erwartet, noch vorhergesagt worden: Gegen Mittag riss die dichte Bewölkung - vom Sturm getrieben - auf und gab den Blick auf die Sonne frei. Leider hatte ich bei der Beobachtung gleich mit zwei Problemen zu kämpfen: dem wirklich miserablen Seeing und dem Sturm, der in Hören am Teleskop auf der Fensterbank zerrte und drückte.

So versuchte ich mich trotz extrem widriger Umstände an einer Beobachtung. Im Weißlicht gab es nicht wirklich viel zu sehen. Vier Fleckengruppen - manche Internetquellen behaupteten, es seien nur drei - drängten sich dicht am Ostrand. Im Norden die AR 12462 als A1, im Süden die AR 12464 als A1 und die AR 12363 als D4 mit kaum erwähnenswerter Penumbra. Südöstlich der AR 12463 stand eine weitere A1, die aus mir unverständlichen Gründen aber der 12463 zugeordnet wurde, selbst das aktuelle Magnetogramm ist da nicht wirklich eindeutig.

Schnell noch ins H-alpha geblickt, aber da war auch nur wenig los. Am Rande fand ich 7 Protuberanzen - eine wie ein Förderturm im Südosten, eine leicht bogenförmige im Nordwesten und jede Menge Kleinkram - sowie auf der Oberfläche drei schwache Flaregebiete und drei kleine Filamente, alle rund um die vier Aktivitätsgebiete verteilt. Das miese Seeing verhinderte weitgehend eine detailliertere Beobachtung. 

Die Sonnenaktivität ist weiterhin sehr niedrig und wird das sicher auch noch eine ganze Weile bleiben. Man darf sich langsam auf die Minimumsphase vorbereiten, wenn gelegentliche Anstiege und Ausbrüche auch nicht völlig auszuschließen und eigentlich sogar zu erwarten sind.