Sonntag, 6. Dezember 2015

Sonne am 6.12.2015

Es war weder erwartet, noch vorhergesagt worden: Gegen Mittag riss die dichte Bewölkung - vom Sturm getrieben - auf und gab den Blick auf die Sonne frei. Leider hatte ich bei der Beobachtung gleich mit zwei Problemen zu kämpfen: dem wirklich miserablen Seeing und dem Sturm, der in Hören am Teleskop auf der Fensterbank zerrte und drückte.

So versuchte ich mich trotz extrem widriger Umstände an einer Beobachtung. Im Weißlicht gab es nicht wirklich viel zu sehen. Vier Fleckengruppen - manche Internetquellen behaupteten, es seien nur drei - drängten sich dicht am Ostrand. Im Norden die AR 12462 als A1, im Süden die AR 12464 als A1 und die AR 12363 als D4 mit kaum erwähnenswerter Penumbra. Südöstlich der AR 12463 stand eine weitere A1, die aus mir unverständlichen Gründen aber der 12463 zugeordnet wurde, selbst das aktuelle Magnetogramm ist da nicht wirklich eindeutig.

Schnell noch ins H-alpha geblickt, aber da war auch nur wenig los. Am Rande fand ich 7 Protuberanzen - eine wie ein Förderturm im Südosten, eine leicht bogenförmige im Nordwesten und jede Menge Kleinkram - sowie auf der Oberfläche drei schwache Flaregebiete und drei kleine Filamente, alle rund um die vier Aktivitätsgebiete verteilt. Das miese Seeing verhinderte weitgehend eine detailliertere Beobachtung. 

Die Sonnenaktivität ist weiterhin sehr niedrig und wird das sicher auch noch eine ganze Weile bleiben. Man darf sich langsam auf die Minimumsphase vorbereiten, wenn gelegentliche Anstiege und Ausbrüche auch nicht völlig auszuschließen und eigentlich sogar zu erwarten sind.

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