Freitag, 30. Dezember 2016

Sonne am 30.12.2016

Am vermutlich letzten Tag des Jahres, wo eine Sonnenbeobachtung möglich ist – für morgen wird durchgehend bedeckter Himmel vorhergesagt – war der Himmel wieder schön blau und das Seeing noch schlechter als gestern. Die Sonne zappelte im Okular nur so vor sich hin und es war anfangs absolut nichts zu sehen, nicht mal ein definierbarer Rand. Also musste ich erst einmal abwarten, ob sich die Situation verbessern würde.

Das passierte tatsächlich, wenn auch die Werte für Ruhe und Schärfe wieder nur bei jeweils 4 nach der 5-stufigen Kiepenheuer-Skala lagen und fast schon wertlos waren. Leider kann ich derzeit nur in der Mittagszeit beobachten, da die Sonne am Vor- und Nachmittag durch Häuser und Bäume verdeckt wird.

Ein Beobachter unserer kleinen Hamburger Sonnengruppe hatte eine kleine A1 gesehen und auch auf Satellitenfotos war sie deutlich zu erkennen. Nun galt es, sie auch im kleinen 80/400er-Refraktor zu finden, was zu Beginn schier unmöglich erschien. Ein paarmal kam sie aus der flirrenden Seeingsuppe hervor und so war ich mir sicher, sie wirklich gesehen zu haben.

Im Halpha-Licht war es nicht wirklich besser. Auch hier war erst einmal außer einer wild tanzenden roten Scheibe nichts zu sehen. Durch Spielen mit der Filtereinstellung am PST erkannte ich zunächst 5 kleine Protübchen und zwei kleine Flaregebiete. Allmählich sah ich auch die Filamente besser und kam schließlich auf 9 Stück, in der Hoffnung, nicht irgendwelche übersehen oder vermeintlich zu viel gesehen zu haben.

Der Winter mit tiefstehender Sonne ist von der Jahreszeit her gesehen nicht des Sonnenbeobachters beste Periode und das Datensammeln wird zum reinen Glücksspiel.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Sonne am 29.12.2016

Wie schon mehrfach an dieser Stelle betont, gehen blauer Himmel und gutes Seeing nur selten gemeinsame Wege. Erst recht nicht im Winter. Als ich gegen 12 Uhr MEZ das Teleskop aufstellte, sah ich nur eine »Zappelsonne« im Okular, bei Ruhe- und Schärfewerten von jeweils 4 nach der Kiepenheuer-Skala. Leider verbesserte sich das auch bei längerer Beobachtungszeit nicht mehr.

Im Weißlicht war daher kein Fleck und nur noch ein Fackelfeld am Westrand erkennbar.

Selbst im H-alpha-Licht war auf der Oberfläche heute weniger zu sehen, vor allem wirkte alles aufgrund des Seeings deutlich schwächer als in den letzten Tagen. Neben zwei klitzekleinen Flaregebieten waren nur 7 Filamente zu sehen, die zwar eine anständige Größe aber einen geringen Kontrast gegenüber dem Rest der Oberfläche aufwiesen. Dafür gab es am Sonnenrand vier schöne Protuberanzen: zwei Büschel, ein Bogen und eine kleine Pyramide, sodass man hier für die fleckenlose Sonne im Weißlicht mehr als entschädigt wurde, wenn sich das schlechte Seeing hier auch nicht ganz verleugnen ließ.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Sonne am 28.12.2016

Der Sturm hatte über Nacht nachgelassen, doch der Himmel war den ganze Vormittag übre bewölkt, sodass ich eigentlich nicht mit einer Beobachtung rechnete. Gegen Mittag zeigten sich dann aber erste größere Wolkenlücken und pünktlich zur »Beobachtungszeit« kurz nach 12 Uhr zeigten sich wie gestern streifenartige Wolken, über und unter denen der Himmel wolkenlos war. Und genau hinter den Wolken stand die Sonne. Doch mit zunehmender Dauer wurde der Himmel wolkenloser, während das schlechte Seeing auch heute erhalten blieb.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig getan. Die AR 12621 hatte sich mit der Sonnenrotation weiter nach Westen bewegt und stand am Rande eines Fackelfeldes. Sie war nur noch eine B2 und dürfte wohl morgen schon wieder verschwunden sein.

Im H-alpha-Licht waren auch nur enige Veränderungen sichtbar. Am Rand standen 4 kleine Protuberanzen. Im Südosten war gar ein kleiner Bogen zu erkennen. Auf der Oberfläche registrierte ich 2 kleine Fackelgebiete sowie 7 Filamente, von denen eines im Nordosten ziemlich zerzaust wirkte. Die Sonne war also weiterhin von einer geringen Aktivität gekennzeichnet.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Sonne am 27.12.2016

Einfach war sie nicht, die heutige Beobachtung. Der Nordweststurm hatte zwar die Wolken auseinander gerissen, doch liefen die Lücken zumeist über oder unter der jeweils aktuellen Position der Sonne am Himmel durch. Während der gesamt Nordhimmel fast wolkenfrei war, stauten sich die Quälgeister just an der Stelle, wo die Sonne stand. Und in den wenigen Augenblicken, in denen überhaupt war zu sehen war, war das Seeing winterlich schlecht.

Im Weißlicht konnte ich zunächst nur einen wallenden Sonnenrand und heftige, wellenartige Bewegungen auf der Oberfläche wahrnehmen. Schnell durch das Gesichtsfeld jagende Wolkenfetzen machten es zudem für das Auge schwer, sich auf bestimmte Punkte zu fokussieren. Doch als ich erst einmal die binnen der letzten Stunden entstandene AR 12621 im Nordosten fand, sah ich sie immer wieder und konnte sie schließlich als B5 klassifizieren. Weitere Gruppen waren unter den gegebenen Umständen nicht zu sehen.

Im H-alpha war das Ganze dann noch eine Spur dramatischer, weil ich hier zunächst außer einer roten Scheibe gar nichts sah. Erst allmählich konnte ich durch mehrfaches Drehen an der Filtereinstellung des PST drei kleine Protuberanzen am Sonnenrand erkennen, später dann 1 Flaregebiet und 9 heute durchaus auch mal größere Filamente erkennen. Insgesamt war es abermals eine winterlich-typische Situation bei niedrig stehender Sonne und miesem Seeing und Sturmböen, die mehr als einmal das Teleskop umzukippen versuchten, obwohl es in beiden Fällen nur kleine Geräte waren, die zum Einsatz kamen und eigentlich wenig Angriffsfläche boten. Eigentlich ...

Montag, 26. Dezember 2016

Sonne am 26.12.2016

Am 2. Weihnachtsfeiertag bei stürmischen Böen und schnell dahinziehenden Wolken und Wolkenlücken endlich wieder eine kurze Sonnenbeobachtung, bei allerdings winterlich schlechten Seeing, wenn auch die Außentemperaturen derzeit bei ca. 10 Grad liegen.

Die Sonne war im Weißlicht wieder mal fleckenfrei, ein Anblick, an den man sich in den kommenden Jahren wird gewöhnen müssen.

Im H-alpha-Licht sah das Ganz schon sehr viel interessanter aus. Am Rand erkannte ich vier kleine Protuberanzen. Im Nordosten ging eine davon direkt in ein dunkles Filament über. Insgesamt zählte ich 7 ziemlich regellos verteilte Filamente auf der Oberfläche sowie 2 kleine flareartige Aufhellungen. Diese waren aber fast nur punktförmig, weil hier die lokale Magnetfeldstärke nicht ausreicht, um ein größeres Flaregebiet zu erzeugen. Drei Bögen auf der Osthälfte der Sonne waren außerdem insofern interessant, weil sie die ausgedehntesten Erscheinungen auf der Oberfläche waren. Auch auf immer kleiner werdende Protuberanzen, Filamente und Flaregebiete muss man sich in den kommenden Jahre einstellen.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Sonne am 18.12.2016

Nach 6 weiteren Ausfalltagen und den nicht eingehaltenen Versprechungen, dass es von Freitag bis heute durchgängig sonnig sein sollte, tat sich heute kurz nach 14:30 Uhr ein schmaler Streifen wolkenfreien Himmels auf. Dieser kam zunächst kaum voran, während sich die Lücke von mehreren Seiten her schon zu verkleinern. Am Ende reichte es wieder nur für etwa ein bis zwei Minuten. Und das bei abermals miesem Seeing.

Im Weißlicht war die Beobachtung von Anfang an problematisch, weil der Sonnenrand zackig ausgefranst erschien und daher am Rand keine Flecken oder Fackelfelder zu sehen waren. Dafür konnte ich zwei Fleckengruppen auf der Sonne relativ leicht finden: eine B4 knapp nördlich des Sonnenäquators und schräg nördlich davon eine B2.

Im H-alpha-Licht störte dieses Mal das Seeing nicht ganz so sehr. Aber auch hier liefen regelrecht Wellen durch das Bild. Überdies musste ich mich beeilen, denn die Wolkenlücken begannen sich schon wieder zu schließen. Durch schnelles Zählen kam ich auf 8 Protuberanzen (inkl. einer schwebenden Wolke im Nordosten) sowie 2 klitzekleinen, punktförmigen Flaregebieten und 4 Filamenten. Kurz vor Ende der Beobachtung, die durch mit einem Mal schneller werdenden Wolkenschichten verursacht wurde, erkannte ich noch, dass der Rest der Sonnenoberfläche weitgehend frei von Erscheinungen war. Und dann war schon wieder Schluss. 2 bis 3 Minuten Sonne statt 2 bis 3 Tage ... 

Sonntag, 11. Dezember 2016

Sonne am 11.12.2016

Winterliche Sonnenbeobachtungen kranken oft nicht nur am niedrigen Sonnenstand und dem altbekannten Katastrophenseeing in dieser Jahreszeit, auch das Wolkengedöns erschwert den Blick zum Tagesgestirn. So zogen sich meine Beobachtungen heute über mehrere Stunden hin, weil ich nur kurze Wolkenlücken ausnutzen konnte und gegen eine Mehrschichtbewölkung ankämpfen musste. Hatte ich mal ein etwas klareres Bild, zog es meist wieder zu oder Baumwipfel störten, oder Häuser, oder …

Im Weißlicht konnte ich selbst bei einer kurzen, nur wneige Sekunden währenden Wolkenlücke keinen Sonnenfleck erkennen, sie war für mich heute fleckenfrei und auch nur ein Fackelgebiet war am Westrand zu sehen, der kräftig vor sich hin zappelte, aber auch für kurze Augenblicke weniger Störungen aufwies.

Danach musste ich geschlagene drei (!!!) Stunden auf die nächste passende Wolkenlücke warten. Im H-alpha-Licht wr die Sonne dann ebenso inaktiv wie im Weißlicht. Gerade mal 5 Protuberanzen waren am Sonnenrand zu erkennen, zwei am Ost- und drei am Westrand. Am auffälligsten war dabei ein heller Bogen im Südosten und eine Gruppe von drei zusammen hangenden Minibögen im Westen. Auf der Oberfläche fand ich nur ein einziges Flaregebiet und vier schwache Filamente, die bei einem Seeing von jeweils 4 für Ruhe und Schärfe nach der Kiepenheuer-Skala kaum Kontrast zeigten. So stellte sich wieder einmal nach dem Sinn von Sonnenbeobachtungen bei solchen äußeren Bedingungen. Andererseits, wenn niemand hinguckt, bekommt auch niemand die Entwicklung der Sonnenaktivität »live« mit!

Samstag, 3. Dezember 2016

Sonne am 3.12.2016

Dass blauer Himmel und schlechtes Seeing nicht immer Hand in Hand gehen, durfte ich heute erfreulicherweise erleben. 10 Minuten früher als gestern konnte ich mein kleines Teleskop auf der Fensterbank aufbauen und der scharfe und gute definierte Sonnenrand deutete schon auf ein recht gutes Seeing hin.

Im Weißlicht war die AR 12615, die jetzt fast auf dem Sonnenmeridian steht, als erste deutlich wahrnehmbar. Ich sah mehr Flecken als gestern und stufte sie als D14 ein. Die AR 12612 war als D4 nah dem Westrand noch einigermaßen gut zu erkennen. Sehr viel schwieriger wurde es mit den anderen beiden Gruppen, die ich erst nach der vorsichtigen Reinigung des Okulars mit Klarwasser und einem bereits benutzten Geschirrhandtuch bzw. ein Stück Haushaltsrolle wirklich erkannte. Die AR 12614 war nur noch eine B2 und die 12616 nur noch eine A1. Außerdem erkannte ich gerade mal zwei kleine Fackelgebiete, je eines davon am Ost- und am Westrand.

Gutes Seeing macht sich natürlich sofort im H-alpha-Licht bemerkbar und nachdem ich auch hier das Okular gereinigt hatte, sah ich sogar noch mehr Details. Staub und Schmutz beeinträchtigen nämlich sehr stark die Sichtung von Einzelheiten im H-alpha-Licht, besonders beim PST.

Hier fiel mir gleich beim ersten Blick eine aufsteigende Protuberanz im Nordwesten auf, die gleichzeitig die größte derzeit sichtbare war. Die restlichen vier erhoben sich nur wenig über den Sonnenrand. Auf der Oberfläche waren die vier Flaregebiete von gestern noch vorhanden, wobei das mit der AR 12612 verbundene schon stark schwächelte, ebenso wie das bei der 12616. Beide Gruppen sind offenbar bereits in Auflösung begriffen und man darf gespannt sein, ob sie morgen noch zu sehen sein werden.

Neben Protuberanzen und Flaregebieten waren da noch neun Filamente, darunter mittlerweile drei Ketten – zwei im Norden, eine im Süden – und selbst im Flaregebiet der AR 12615 steckten zwei kleinere Exemplare. Hier dürfte, auf aufgrund der gegenwärtigen Position nahe des Meridians und der Größe der Gruppe noch am ehesten mit einem erdwärts gerichteten Ausbruch und in der Folge davon mit Polarlichtern zu rechnen sein. Andererseits gab es in der Vergangenheit genügend Beispiele, bei denen selbst große Aktivitätsgebiete ziemlich inaktiv blieben. So gilt auch hier die Devise: Abwarten und Tee trinken, auch wenn es eine Adventsmischung ist ...

Freitag, 2. Dezember 2016

Sonne am 2.12.2016

Erstmals seit Oktober konnte ich mir heute an einem Freitag mal früher freinehmen und bei strahlend blauem Himmel hoffte ich, rechtzeitig zu Hause zu sein, um noch die Sonne zu beobachten. Das klappte auch, leider war das Seeing grottenschlecht – wie üblich in dieser Jahreszeit – und so hatte ich anfangs erhebliche Probleme, überhaupt etwas zu erkennen. Zwischendurch gab es jedoch immer wieder Phasen, in denen das Bild stand und ich dann doch ein paar Details mehr ausmachen konnte.

Im Weißlicht waren nach dem relativ schwachen November gleich vier Fleckengruppen zu sehen. Die AR 12615 stach mir als erste ins Auge und ich klassifizierte sie als D9. Die zweite Gruppe, die ich erkannte, war die AR 12612, die für mich eine D5 war. Dazwischen lag die AR 12614 als C4 und die war nur sehr schwer zu sehen. Blickweise tauchte sie aus dem allgemeinen Seeinggeblubber auf, doch Einzelheuten waren entweder gar nicht oder nur ansatzweise zu sehen. Noch schwieriger wurde es mit der AR 12616 nördlich davon. Anfangs fand ich sie gar nicht, bis ich sie mal bei einem der wenigen Augenblicke ruhiger Luft als A3 erkennen konnte. Fackelfelder waren fast gar nicht zu finden.

Im H-alpha-Licht war wegen des dort stark wallenden Randes ebenfalls nicht einfach, irgendetwas zu erkennen. Insgesamt 7 Protuberanzen erkannte ich am Sonnenrand, darunter ein Spritzer und ein Bogen am Westrand. Der Rest war eher kümmerlich. Auf der Oberfläche sah ich 4 helle Flaregebiete – an den Positionen der Aktivitätsgebiete im Weißlicht – und darüber hinaus 6 Filamente, inkl. zweier Filamentketten im Nordosten bzw. Süden.

Es war eine Beobachtung der Kategorie „immerhin überhaupt beobachtet“. Das schlechte Seeing nervte dann doch sehr und machte das Fleckenzählen zu einer reinen Pflichtübung.

Sonntag, 27. November 2016

Sonne am 27.11.2016

Es geht nur äußerst mühsam voran mit den Beobachtungen. Der niedrige Sonnenstand ist mehr als frustrierend, trotz blauem Himmel kann ich so gut wie nicht mehr beobachten und wenn, dann nur unter extrem schlechten Bedingungen. Der Aufgangspunkt der Sonne hat sich soweit nach Süden verschoben, dass es ewig dauert, bis sie über dem Dach des Nachbarhauses rauskommt und dann steht sie praktisch gleich hinter Bäumen. Und wenn dann noch das Seeing so schlecht ist wie heute morgen …

Im Weißlicht war, bedingt durch ins Bildfeld ragende Äste des Baumes, nur die AR 12612 als H2 zu sehen sowie drei kleine Fackelfelder.

Das PST zeigte trotz der dünnen Äste ein wenig mehr und so kam ich auf 7 Protuberanzen – man sollte mal auf den Südwesten achten, wo gerade ein Spritzer hochgeht -, 6 Filamente, die fast ausschließlich im Norden zu sehen waren sowie drei helle Flaregebiete, wobei zwei im Westen punktförmig waren und besonders hervorstachen. Die kleine Filamentkette und ein plastisch wirkender Bogen im Norden rundeten ein Bild ab, das nun durch dickere Äste gestört wurde und ich die Beobachtung bei wolkenfreiem Himmel abbrechen musste, weil an meinem Standort erst in der Mittagszeit für etwa eine Dreiviertel Stunde wieder eine Sichtung möglich ist, doch da werde ich auf der Bergedorfer Sternwarte sein, um dort zwei Führungen wahrzunehmen.

Samstag, 19. November 2016

Sonne am 19.11.2016

Endlich ist es geschafft: das Jahresziel von 200 Beobachtungen habe ich am heutigen Tag erreicht, nach weiteren 5 Ausfalltagen und fast 6 Wochen später als 2015. Aber es war eine unwürdige Beobachtung, denn die Sonne stand nur wenige Minuten, nachdem sie über die Häuserkante kam, gleich hinter Bäumen und die Äste wischten bei leichtem Wind ständig durch das Bildfeld. Das Seeing, soweit man es durch die Äste hindurch erkennen konnte, war vergleichsweise gut. Dafür hatte die Sonne auch noch Mühe, sich durch die Wolken zu kämpfen. Natürlich, wie sollte man es auch anders erwarten, verschwanden alle Wolken, als die Sonne vollständig hinter Bäumen stand und nicht mehr zu beobachten war.

Im Weißlicht waren die beiden einzigen Fleckengruppen nur mit Mühe auszumachen, weil sie nur einen ganz geringen Kontrast gegenüber der umgebenden Oberfläche aufwiesen. Die AR 12610 war eine A1 und die 12611 eine B2 und beide waren auf der Nordhalbkugel zu finden. Überdies waren noch zwei kleine Fackelfelder auszumachen.

Ein rascher Wechsel zum PST war vonnöten, um hier überhaupt noch etwas sehen zu können, auch wenn die Äste hier noch mehr störten, weil die Sonne weiter hinter den schon weitgehend unbelaubten Baum gerückt war. Nur durch schnelles Zählen konnte die Beobachtung abgeschlossen werden. Am Rand standen 7 Protuberanzen, die sowohl am Ost- als auch am Westrand interessante Formen aufwiesen. Auf der Oberfläche fand ich 4 Flaregebiete und 6 Filamente, darunter eine lange Filamentkette im Südwesten.

Sonntag, 13. November 2016

Sonne am 13.11.2016

Nach nunmehr 13 (!) Ausfalltagen aufgrund permanentem Hochnebel oder bewölktem Himmel, sah es heute auch nicht nach einer Beobachtung aus. Von den Wetterfröschen angekündigt war ein langes sonniges Wochenende. Der Freitag war denn auch in der Tat sonnig, ich machte früher Feierabend und konnte auch noch einen ersten flüchtigen Blick auf die Sonne werfen, doch nach nur 1 bis 2 Minuten war schon der Rand des nächsten Hochhauses zu sehen. Die Beobachtung wurde damit wertlos und ich hatte wieder einmal verloren, während viele andere natürlich beobachten konnten.

Gestern war es dann trotz der angeblichen sonnigen Tages ständig bedeckt und es schneite zeitweise leicht. Heute sollte es ab 9 Uhr aufklaren, dann ab 11 Uhr, dann ab 13 Uhr. Passiert ist jedoch in allen Fällen nichts. Erst als die Sonne hinter dem ersten meiner beiden gegenüberliegenden Hochhaus stand, gab es größere Wolkenlücken, die sich dann rasch immer weiter ausdehnten. Kurz vor 14 Uhr dann das nicht mehr Erwartete: die Sonne stand neben dem höchsten Gebäudeteil und ich konnte mit dem Beobachten loslegen. Dachte ich ich. Doch das Seeing war grauenhaft. Der Sonnenrand in heftiger Bewegung und die Oberfläche wie ein Kochtopf blubbernd. Keine Details auszumachen. Erst einige Minuten später änderte sich das und al erstes konnte ich die AR 12610 als B 4 sehen. Die südwestlich davon stehende AR 12609 erkannte ich nur durch Zufall und klassifizierte sie als B4. Die härteste Nuss war die AR 12608. Sie stand direkt am westlichen Sonnenrand und war bei dem Gewabbel dort immer nur für Sekundenbruchteile zu sehen. Ich war mir aber sicher, sie wirklich erkannt zu haben und zählte sie als A1.

Schnell noch baute ich das PST auf mein Tischstativ, dass auf der Fensterbank stand, und auch hier trat der Effekt auf, dass ich erstmal gar nichts sah. Erst durch veränderte Filtereinstellungen erkannte ich am Sonnenrand insgesamt 5 Protuberanzen – die beiden „größten“ am Westrand – und 4 Flaregebiete und 8 Filamente auf der Oberfläche. Aufgrund des nun deutlich schlechter werdenden Seeings hatte ich große Mühe, das Bild scharf zu stellen. Dennoch erkannte ich eine von Nord nach Süd verlaufende Filamentkette im Osten und eine quer dazu stehende tief im Süden, während es westlich des Meridian außer den Protuberanzen keine Aktivitätserscheinungen zu sehen gab.

Zum Abschluss – die Sonne drohte schon hinter der nächsten Häuserkante zu verschwinden – wollte ich noch eine Abschlussbeobachtung im Weißlicht machen, doch das Seeing war inzwischen dermaßen schlecht geworden, dass ich außer einer weißen Fläche und einem gezackten Rand nichts mehr sah. Endlich mal Glück gehabt, was eine Seltenheit in den letzten Monaten war!

Sonntag, 30. Oktober 2016

Sonne am 30.10.2016

Der erste Tag der Winterzeit 2016/17 begann wie der vorherige, mit Wolken in Richtung Westen und freiem Himmel im Osten. Der einzige Unterschied war, dass die Sonne, kaum, dass sie hinter dem Nachbarhaus auftauchte, gleich wieder hinter dem allgemeinen Syph verschwand. Im Gegensatz zur amtlichen Wettervorhersage stand, dass die Sonne sich immer mehr durchsetzte und so konnte ich tatsächlich einigermaßen bequem die Sonne vom geöffneten Wohnzimmerfenster aus beobachten und das bei ganz passablem Seeing. Dumm nur, dass irgendwelche übrig gebliebenen Wespen dies als willkommene Gelegenheit ansahen, hier herein zu fliegen. Da sie sich nicht bewegen ließen, wieder nach draußen zu fliegen, musste ich mich ihrer irgendwie entledigen, da sie die Beobachtung empfindlich störten und um meinem Kopf herumflogen.

Im Weißlicht gab es jedoch kaum noch etwas zu sehen. Quasi erst im letzten Augenblick erkannte ich die Reste der AR 12602 in Form einer A1-Gruppe. Ich stieß auch nur per Zufall auf sie und hatte mich schon darauf eingestellt, eine fleckenlose Sonne vor mir zu haben.

Ein wenig mehr gab es im H-alpha zu sehen: Am Rand standen zwar nur 3 kleine und winzige Protuberanzen, dafür fand ich auf der Oberfläche ein Flaregebiet - dort, wo im Weißlicht die A1 stand – und 7 Filamente, die beiden größten im Osten. Sie wirkten im PST richtig dunkel und wer weiß, vielleicht eruptieren sie auch in den kommenden Tagen. Erscheinungsfrei waren auch heute wieder viele Bereiche der Sonnenoberfläche, wodurch sie regelrecht aufgeräumt wirkte.

Samstag, 29. Oktober 2016

Sonne am 29.11.2016

Nach fünf weiteren Ausfalltagen aufgrund des niedrigen Sonnenstandes und meiner Arbeitszeit, die vor Sonnenaufgang begann und nach Sonnenuntergang endete, hatte ich mich entsprechend der Wettervorhersage auf eine Sonnenbeobachtung gefreut. Es wurde mal wieder der reine Krampf. Zum Abgewöhnen und keine Empfehlung, sich mit der praktischen Astronomie zu beschäftigen.

Den sonnenaufgang bekam ich nicht mit, weil alles bewölkt war, doch dann sah ich einen ersten hellen Schimmer hinter den Nachbarhäusern und kurzu bevor die Sonne dahinter aufsteigen sollte, kamen Wolken. Wie immer. Später dann riß die dichte Bewölkung auf und ein riesiges Wolkenloch wanderte relativlangsam in Richtung der Position der Sonne. Kurz bevor sie diese erreichte, kamen aus anderer Richtung dicke Wolken herbei und binnen Sekunden war der ganze Himmel dicht. Also musste ich bis ca. 12:30 Uhr MESZ warten. Da sollte eigentlich nach der Vorhersage der Himmel wolkenfrei sein. War er aber nicht und so wurde die Beobachtung abermals zu einer nervigen Wolkenlückenaktion.

Im Weißlicht konnte ich erstmal wegen schnell durchhuschender Wolkenfetzen gar nichts sehen. Nur langsam erkannte ich die AR 12604 als B11 westlich des Sonnenmeridians. Exakt am Westrand sah ich noch in einem Fackelfeld eine kleine A1, ich fand sie auch nach mehrmaligem Suchen wieder. Zumindest bildete ich mir das ein.

Für die H-alpha-Beobachtung mit dem PST wurde es danach Zeit, denn aus Westen schoben sich weitere Wolken heran – sie sollte eigentlich gar nicht da sein – und erschwerten die Beobachtungen, weil ich mich kaum auf Details konzentrieren konnte und das Bild aufgrund hoher Wolken ziemlich dunkel war. Da halfen auch veränderte Filtereinstellungen nichts. Nur für wenige Augenblicke wurde die Sicht mal einen Tick besser. Unter diesen eigentlich miserablen Bedingungen erkannte ich 4 kleine Protuberanzen am Westrand, zwei Flaregebiete (an den Postionen der beiden Fleckengruppen) und 5 Filamente auf der Oberfläche, die ansonsten weitgehend frei von Aktivitätserscheinungen war. Im Osten waren denn genau 2 Filmente deutlich umfangreicher und die Highlights in diesem Wellenlängenbereich, wo die Minimumssonne ebenfalls unverkennbar war.

Samstag, 22. Oktober 2016

Sonne am 22.10.2016

Nach 11 (!) aufeinander folgenden Ausfalltagen, an denen ich die Sonne entweder gar nicht oder nur durch das Bürofenster sehen konnte – nach Feierabend steht sie bei mir hinter einem Hochhaus und geht auch dahinter unter – war entgegen allen Vorhersage der Himmel am Vormittag leicht aufgeklart, obwohl es eigentlich eher völlig syphig war. Nun galt es zunächst abzuwarten, bis die Sonne hinter dem Nachbarhaus hochkam und wie sie dann die einzelnen Lücken in den dichten Bäumen passierte. Tatsächlich hatte ich Glück und konnte eine kleine Passage erwischen, wo man hindurchschauen konnte, bei dann immer noch einigermaßen klarem Himmel.

Im Weißlicht sah es dennoch alles reichlich verschmiert aus. Auf Anhieb konnte ich aber die AR 12603 als C4 in der Mitte der Sonnenscheibe erkennen. Bedeutend schwieriger wurde es mit der AR 12602, die als J1 am westlichen Sonnenrand stand, wo dieser aufgrund der Sichtbedingungen nicht immer einwandfrei definierbar war. Schließlich gelang ein kurzer Blick und dann hatte ich sie.

Erheblich problematischer wurde es im H-alpha-Licht: der Hintergrund war derart aufgehellt und matschig, dass ich eigentlich gleich wieder aufgeben wollte. Protuberanzen waren am Anfang gar keine zu sehen, erst allmählich – und nach der Passage eines nervigen Baumgeästs – fand ich 7 kleine Protuberanzen, während auf der Oberfläche 2 helle Flaregebiete und 5 kleine Filamente zu sehen waren. Ansonsten schien die Oberfläche der Sonne hier, wie im Weißlicht, frei von Aktivitätserscheinungen zu sein. Eine typische Minimumssonne, 4 Jahre vor den prognostizierten Minimum 2020! 

Montag, 10. Oktober 2016

Sonne am 10.10.2016

Der Oktober ist da und mit ihm das schlechte Wetter und den nun rasch geringer werdenden Chancen auf eine Sonnenbeobachtung. Schon jetzt wird die Sonne am Nachmittag für zwei Stunden für mich unerreichbar sein, weil sie dann hinter einem Hochhaus steht. Dadurch werden mir sehr viele Gelegenheiten zur Beobachtung genommen und es gibt Ausfalltage zu Hauf. Kein Wunder, das ich traditionell die schlechtesten Beobachtungswerte immer im 4. Quartal habe. Ein weiterer Grund zeigte sich heute an meinem letzten Urlaubstag in diesem Jahr: Das Seeing war mies. Der Rand war kräftig in Bewegung und die Detials auf der Oberfläche nur zeitweise gut zu sehen, abgesehen von den störenden Wolkenfeldern, die überall zu sehen waren, aber nur selten an dem Ort, wo die Sonne stand.

Die auffälligste Gruppe war die AR 12599 als C16 auf der Südhalbkugel der Sonne. Die Penumbra im p-Teil war sogar leicht mit bloßem Auge zu sehen, aber nur schwer zu halten, was auch an den durchziehenden Wolken lag, die mir die Beobachtung erschwerten. Die AR 12598 war eine C11 mit einer Penumbra ebenfalls im p-Teil. Darunetr hatte sich eine kleine A1 gebildet. Die AR 12600 im Osten – die drei letztgenannten Gruppen befanden sich allesamt auf der Nordhalbkugel der Sonne – war eine J1.

Im H-alpha-Licht litt die Beobachtung ebenfalls unter den miesen Seeingbedingungen. Nur mit Schwierigkeiten erkannte ich am Rand 8 kleine Protübchen und auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und ebenfalls 8 Filamente. Nord- und Südpol waren erscheinungsfrei. Während ich nach weiteren Details suchte, schlossen sich die Wolkenlücken wieder und beendeten die Beobachtung. Es gab sie danach wieder nur an den »verkehrten« Stellen des Himmels. 

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Sonne am 5.10.2016

Auch im Urlaub auf der Sternwarte Kirchheim lässt mich Murphy nicht in Ruhe beobachten. Nachdem die gestrige Nacht nur teilweise klar war und ich daher nur visuell unterwegs war, sollte es heute Vormittag noch sonnig sein, was aber nicht passierte. Erst am Nachmittag taten sich kleine Wolkenlücken auf, durch die ich mühsam hindurchschauen musste, weil die Schlechtwetterfront aus Richtung Nord/Nordost immer schneller herein drückte. Daher konnte cih wieder nur für ganz kurze Augenblicke die Sonne beobachten. Dass dann aber bei gutem Seeing.

Im Weißlicht gab es nur wenige Veränderungen. Die AR 12599 mit ihrer vergleichsweise großen Penumbra im p-Teil des Flecks hatte im dahinter liegenden Fackelfeld Zuwachs bekommen und war heute eine C8. Komplizierter war es mit der AR 12598, die eigentlich aus zwei Grruppen Bestand, was man im Vergleich mit dem H-alpha-Licht sehr schön erkennen konnte. Der nördliche Teil war eine D4, der südliche eine C3.

Beeilen musste ich mich mit der H-alpha-Beobachtung, um die letzte Lücke noch zu erwischen, bevor sich der Himmel endgültig zuzog. Im Südosten stand eine schöne, ruhende, Bogenprotuberanz, die übrigen 6 Stück waren klein und mickrig. Leichter zu sehen waren auf der Oberfläche die drei aktuellen Flaregebiete – das rund um die AR 12598 war sogar zweigeteilt – sowie 15 Filamente. Diese waren anscheinend vollkommen willkürlich über die Sonnenoberfläche verteilt und bildeten nur auf der Nordhälfte eine kleine Kette, der Rest war sehr lokal begrenzt.

Kaum zu Ende beobachtet, waren die dicken Wolken heran und begruben alle Hoffnung, am heutigen Tag noch mal die Sonne zu sehen.  

Sonntag, 2. Oktober 2016

Sonne am 2.10.2016

Am Anreisetag zur Sternwarte Kirchheim ergab sich für mich keine Möglichkeit zur Beobachtung, weil der Himmel stark bewölkt war und einige heftige Regengüsse herniedergingen, bei denen man keine Gedanken an eine Astronacht verschwenden musste.

Heute morgen dagegen war der Himmel bei starkem Wind locker bewölkt und so stellte ich das Teleskop einfach vor die Tür und konnte gleich mit der Beobachtung beginnen, ohne zuvor nervige Bäume oder Häuser zu haben, die mir die Sicht versperrten.

Im Weißlicht war immer noch kein neuer Fleck zu sehen, obwohl man, z.B. bei solarham.net  auf zwei Fleckengruppen hingewiesen wurde, die mit meinem kleinen 80/400er Refraktor aber nicht zu sehen waren.

Erwartungsgemäß war im H-alpha-Licht wieder deutlich mehr Aktivität vorhanden. Allein 9 Protuberanzen umsäumten den Sonnenrand, die meisten sehr klein, doch eine im Südwesten glich einem speienden Vulkan und war ganz nett anzusehen. Auf der Oberfläche zählte ich 3 schwache Flaregebiete sowie 11 Filamente. Insbesondere im Nordosten gabe es zwei, die vom Rand aus zur Oberfläche vordrangen, ein dickeres stand in der Südpolregion, die weiteren waren nur kleine Matschflecken, weil hier kein ordentliches Magnetfeld mehr zustande kam. Immerhin eine erste Beobachtung im für mich immer schwächlichen 4. Quartal, in dem ist traditionell die meisten Ausfalltage bei meinen Sonnenbeobachtungen verzeichne.   

Freitag, 30. September 2016

Sonne am 30.9.2016

Nach weiteren Ausfalltagen konnte ich die Entwicklung der AR 12597 nicht mehr verfolgen und fand heute nur noch eine fleckenfreie Sonne vor. Das Wetter hatte auch an meinem ersten Urlaubstag einigermaßen mitgespielt und so konnte ich um die Mittagszeit eine erste größere Wolkenlücke nutzen, nur das Seeing mit einer Ruhe von 4 und einer Schärfe von 3 nach der Kiepenheuerskala hätte eine Spur besser sein können.

Aus dem Weißlicht gab es daher nicht viel zu berichten, spannender war es dagegen wieder einmal im H-alpha-Licht, wo es in der Südpolregion und im Nordosten je eine Filamentkette gab. Flaregebiete sah ich keines und auch sonst nur insgesamt 7 Filamente. Der Sonnenrand sah durch eine wie eine Rauchfahne wirkende Protuberanz am Westrand – insgesamt zählte ich 8 Stück – sowie einigen Exemplaren am Ostrand doch ziemlich aktiv aus. Hoffen wir, dass denen am Ostrand auch ein paar Aktivitätszentren folgen, was in der Vergangenheit ja nicht immer der Fall war.

Dienstag, 27. September 2016

Sonne am 27.9.2016

Heute war wieder einer jener Tage, an dem man sich nach dem Sinn seines amateurastronomischen Tuns fragt. Den ganzen Tag über saß ich bei strahlendem Sonnenschein auf der Arbeit fest, als ich nach Hause kam, stand die Sonne hinter einem Hochhaus und als sie dahinter wieder hervorkam, versperrte Wolken und allgemeiner Syph die Sicht. Im Fernrohr war zeitweise kaum was zu sehen, oder ein Teil der Sonne war durch durchziehende Wolkenstreifen verdeckt. Da stellte ich mir schon die Frage, welchen Sinn das Ganze hat. Klar, man bekommt eine weitere Beobachtung und die Jagd danach ist erst am letzten Tag des Jahres beendet, bevor am nächsten Tag die neue beginnt. Ich stelle die Frage auch nicht im Hinblick darauf, dass Beobachtungsdaten zu gewinnen generell wichtig ist, es fragt sich eher, warum man sich den Stress macht, um am Ende doch wieder der Verlierer zu sein. Wenigstens konnte ich noch etwas sehen.

Im Weißlicht erkannte ich in dem ganzen Geschmodder nur eine Gruppe, die AR 12597, als D9. Im H-alpha-Licht wurde es dann richtig gruselig und ich konnte nur stellenweise überhaupt was sehen. So kam ich am Ende auf 10 Protuberanzen, 11 Filamente und 3 Flaregebiete. Bis der Syph zu stark wure, erkannte ich am Ostrand noch ein von dort aus hereinreichendes Filament und mehrere Protuberanzen auf engstem Raum. Schön anzusehen, doch mit jeder Minute wurde der Hintergrund heller und orangefarbener, bis am Rand und auf der Oberfläche nichts mehr zu sehen war. Als letztes verschwand ein helles Flaregebiet an der Position der AR 12597.

Kurze Zeit später stand die Sonne hinter Bäumen. Zahlen gewonnen, aber irgendwie bleibt trotzdem das Gefühl zurück, wieder einmal den Kampf gegen das Wetter verloren zu haben, wie so oft ...

Sonntag, 25. September 2016

Sonne am 25.9.2016

Die heutige Frühbeobachtung war spiegelbildlich zur gestrigen, nur mit deutlich schlechterem Seeing. Wieder gab es eine dünne Cirruswolke genau in Sonnenrichtung und wieder wurde die Sicht erst besser, als die Sonne hinter Bäumen stand. Der gesamte »Resthimmel« war natürlich wolkenfrei. Das schmale Fenster behinderte auch insofern die Beobachtung, weil Teile des Fernrohrs bereits im Schatten lagen, sodass ich heute letztmalig in diesem Jahr vom Dachboden aus beobachten konnte. Von nun an heißt es, mindestens bis mittags warten zu müssen, oder nur noch um die Mittagszeit beobachten zu können, was in der Arbeitswoche dann unmöglich wird.

Im Weißlicht war von dem Konglomerat an kleinen Flecken am Westrand nicht mehr viel zu sehen. Bis auf eine kleine A1-Gruppe in einem Fackelfeld war der ganze Komplex um den Westrand herum wegrotiert. Westlich des Zentralmeridians stand aber noch die AR 12597 als D8, bei der ich keine Flecken mehr zwischen den Penumbren erkennen konnte. Offenbar gab es hier bereits erste Auflösungserscheinungen. Am Ostrand war nach wie vor keine neue Gruppe erschienen, die Osthälfte der Sonne war somit fleckenfrei.

Die Syphwolke machte sich im H-alpha-Licht durch einen hellorange gefärbten Himmelshintergrund bemerkbar, der auch die Sichtbarkeit der Erscheinungen am Rand oder auf der Sonnenoberfläche erschwerte. Nur mit Mühe konnte ich 8 Protuberanzen sehen, die größte und auffälligste befand sich am nordöstlichen Sonnenrand und bestand aus einem klassischen Bogen Die 3 Flaregebiete waren schon schwieriger zu sehen und die 8 Filamente stachen auch kaum aus dem Hintergrund hervor, egal, wie sehr ich auch an der Filtereinstellung herumdrehte.

Allmählich beginnt nun die Periode, wo ich an meinem Standort nur noch unter schlechten äußeren Bedingungen und miesem Seeing beobachten kann, die heutige Beobachtung war ein erster Vorgeschmack davon.

Samstag, 24. September 2016

Sonne am 24.9.2016

Die Zeit der morgendlichen Sonnenbeobachtungen auf dem Dachboden geht nun zu Ende, da die Sonne immer später und vor allem südlicher aufgeht und ihr Einstrahlwinkel durch das kleine Fensterluk immer schmaler wird. In spätestens zwei Wochen wird sie dann vormittags dort gar nicht mehr zu sehen sein und ich muss dann immer bis mittags warten, um zu beobachten. Im Laufe des Oktober werden auch die Beobachtungen nach Feierabend nicht mehr möglich sein und es beginnt die Phase, wo man als Sonnenbeobachter wieder alle Geschehnisse auf der Sonne verpasst.

Die Sonne kam heute auch nur ganz langsam hinter den Dachziegeln des Nachbarhauses raus und stand hinter der einzigen – dünnen – Wolke, die am Himmel zu finden war. Dessen ungeachtet war das Seeing aber noch ganz gut.

Im Weißlich wurde die Fleckeneinteilung am Westrand schon ziemlich spannend, weil sich dort viele kleine Flecken gebildet hatten, alls dicht beieinander standen und man nicht so recht wusste, welcher Fleck zu welcher Gruppe gehörte. Die AR 12596 klassifizierte ich als J1, die 12593 als C4 und dann waren da noch zwei kleine A1-Flecken zu sehen. Sehr viel einfacher war es dagegen bei der 12597. Sie war klar als D9 zu erkennen und wies interessante Penumbren auf.

Im H-alpha-Licht machte sich die Syphwolke dann auch durch einen hellorangenen überdeutlich bemerkbar. Dennoch waren heute viel mehr Details zu sehen als gestern. So entdeckte ich am Rand 10 Protuberanzen, wobei jeweils drei am Ost- und am Westrand ein wenig größer waren. Auf der Oberfläche gab es drei Flaregebiete und 8 Filamente zu sehen. Die kleine Filamentkette im Südosten war ebenso vorhanden wie der geschwungene Bogen bei der AR 12597. Auch die anderen Exemplare waren durchaus hübsch anzuschauen und so hatte sich am Ende der Aufwand wieder gelohnt, wenn es nun auch immer schwieriger wird, die Sonne zu beobachten. Zuguterletzt ist jetzt, wo die Sonne hinter Bäumen steht und für mich nicht mehr erreichbar ist, der Himmel in Sonnenrichtung wieder wolkenfrei ...

Freitag, 23. September 2016

Sonne am 23.9.2016

Gestern noch hieß es, dass der Norden heute sehr wolkig und regenreich werden würde und so richtete ich mich auf den nächsten Ausfalltag ein. Doch der kam zum Glück nicht, denn das Gegenteil der Vorhersage trat ein und so konnte ich nach einem früheren Feierabend doch noch bequem beobachten. Der Himmel war den ganzen Tag über sehr dunstig, was der Weißlichtbeobachtung zu Gute kam, denn hier war ein gutes bis sehr gutes Seeing zu beobachten.

Hier war denn auch einiges zu sehen. Aus der B2 von gestern war eine respektable C6 geworden und am Westrand tummelten sich gleich mehrere Gruppen. Die AR 12596 war nur noch eine J1, die AR 12593 zur C8 geworden und südlich davon stand eine B4.

Im H-alpha-Licht störte der Dunst schon sehr, weil er das Sonnenbild zu stark abschwächte und es daher sehr dunkel aussah. Daher war das Erkennen insbesondere der Protuberanzen am Rand sehr schwierig, zumal sie auch alle sehr klein waren. Ich kam hier auf 6 Exemplare, während ich auf der Oberfläche 4 Flaregebiete und 7 Filamente erkannte, darunter im Südosten ein geschwungener Bogen und eine kleine Filamentkette. Abermals waren große Teile der Oberfläche frei von jeglichen Aktivitätserscheinungen. Ein Anblick, an den wir uns langsam, aber sicher, gewöhnen müssen 

Donnerstag, 22. September 2016

Sonne am 22.9.2016

Es sah wieder mal nach einem der üblichen Murphs aus: Arbeiten bei schönstem Sonnenschein und pünktlich zum Feierabend zogen dicke Wolken und jede Menge Cirren rein, die jede Hoffnung auf eine Beobachtung fahren ließen. Erst am Abend – natürlich kurz bevor die Sonne die Baumgrenze am Horizont erreichte – klarte es mit einem Mal auf. Der Himmel blieb jedoch verschmiert, doch das Seeing war noch einigermaßen erträglich, wenn auch das Sonnenbild aufgrund des Syphs ziemlich dunkel aufiel.

Im Weißlicht fand ich zunächst die AR 12593 als D4. Sie hatte binnen eines Tages sämtliche Flecken zwischen den Polen verloren. Davor hatte sich eine neue Gruppe – noch ohne NOAA-Nr. - gebildet, die ich als C3 klassifizierte. Mehr zufällig, sozusagen beim letzten Rundblick, fand ich noch eine B2 im Süden.

Die knapp über den Bäumen stehende Sonne rutschte schnell in eine dichtere Syphschicht rein, was die H-alpha-Beobachtung stark beeinträchtigte. In großer Hektik erfasste ich 5 Protuberanzen, 3 Flaregebiete und 8 Filamente. Gleich danach kamen die ersten Äste und die Sonne stand wieder hinter dicken Cirren … wahrlich keine optimalen Bedingungen.

Mittwoch, 21. September 2016

Sonne am 21.9.2016

Die Frage, ob ich heute noch zu einer Beobachtung kommen würde, war direkt proportional abhängig von einem Zahnarzttermin und dem launischen Wetter. Saß ich in der Praxis bei strahlendem Sonnenschein, schoben sich dicke Wolken vor die Sonne, als ich auf den Nachhauseweg war. Zu Hause angekommen sah ich, dass der Himmel weitgehend wolkenfrei war, nur nicht in Richtung Sonne, wie so oft. Daher konnte ich nur durch einige kleine Lücken hindurchsehen. Richtig aufklaren wird es sicher erst, wenn die Sonne hinter den Bäumen am Horizont steht. Wetten? Das Seeing war, soweit ich das beurteilen konnte, ganz passabel und so konnte ich froh sein, überhaupt etwas gesehen zu haben.

Im Weißlicht stand die AR 12595 als C4 direkt am Westrand in einem Fackelfeld. Die AR 12593 war eine D9 und davor war noch eine A3 ohne NOAA-Nummer zu sehen.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung etwas knifflig, da ich bei der Beobachtung noch kleinere Wolkenlücken abpassen musste. So kam ich auf 8 Protuberanzen, 6 Filamente und 3 Flaregebiete, wobei die hellsten an den Positionen der AR 12595 bzw. der 12593 zu finden waren. Kaum einigermaßen fertig geworden, wurde die Wolke vor der Sonne auch schon wieder dichter, während der übrige Himmel immer noch wolkenfrei war ... 

Dienstag, 20. September 2016

Sonne am 20.9.2016

Endlich wurde das Wetter mal besser, als angekündigt, denn statt eines total bewölkten Himmels bekamen wir einen mit vielen Lücken, in denen zwar viele Cirren hingen, das Seeing aber einigermaßen erträglich war.

Zu sehen gab es indes nicht mehr viel: Im Weißlicht hatte sich die AR 12595 – dicht am Westrand stehend – zu einer kleinen D6 zurückentwickelt, die Kanzelhöhe hielt sie sogar nur noch für eine C. Die AR 12593 war eine sehr lange C5, die man eigentlich auch hätte teilen können, denn sie hatte die Länge einer D- bzw. E-Gruppe, hatte aber nur eine kleine rudimentäre Penumbra im nach Westen zeigenden p-Teil vorzuweisen. In ihrem Umfeld standen mit der AR 12592 und der 12594 je eine A1-Gruppe. Neue Gruppen waren im Osten nicht aufgetaucht und so wandert der Komplex aus nur noch wenigen Gruppen mit der Sonnenrotation in Richtung Westen.

Auch im H-alpha-Licht war es sehr ruhig. An Stelle der AR 12595 befand sich hier jedoch ein heller Flare, zwei weitere Gebiete waren nur schwach zu erkennen. Auf der Oberfläche gab es im Osten noch zwei schön geschwungene Filamente, sonst nur 4 kleine Matschflecken, die kaum der Rede Wert waren. Am Rand gab es immerhin 9 Protuberanzen, die überwiegende Zahl davon am Ostrand, inkl. eines kleinen ruhenden Bogens und zwei mit kleinen Spitzen. Der Rest kam kaum über den Rand hinaus. So war bis auf zwei Flaregebiete und das Geschehen am Ost- bzw. Westrand die Sonne wieder weitgehend erscheinungsfrei! 

Montag, 19. September 2016

Sonne am 19.9.2016

Gut anderthalb Tage sind seit meiner letzten Beobachtung vergangen und in einem größeren Bereich rund um die Sonnenscheibenmitte ist die Aktivität auf niedrigem Niveau spürbar angestiegen. Mit dem Wetter hatte ich einigermaßen Glück, nur träge dahinziehende Wolken und ein ganz ordentliches Seeing, das auch die Beobachtung kleiner Gruppen zuließ.

Im Weißlicht war die AR 12593 als D8 die auffälligste Gruppe. In ihrem Umfeld stand die AR 12594 als B4, östlich davon die AR 12592 als A1, darunter eine A1 und westlich davon eine B5 ohne NOAA-Nummer, sodass ich auf 5 Gruppen kam.

Der Niedergang der Aktivität war am deutlichsten im H-alpha-Licht zu sehen: Am Sonnenrand standen 7 kleine Protuberanzen – die meisten davon im Osten – auf der Oberfläche gab es 4 Flaregebiete – eines im Westen war gerade aktiv – und 6 kleine Filamente, die nur schwer auszumachen waren. Die komplette Nord- und die Südhälfte waren erscheinungsfrei, alles andere fand sich mehr oder weniger in der Nähe des Sonnenäquators. Man darf sich schon jetzt auf den nächsten Aktivitätsschub freuen, wie schwach er auch immer ausfallen mag.

Sonntag, 18. September 2016

Sonne am 18.9.2016

Die Zahl der Tage, an denen ich früh morgens die Sonne beobachten kann, neigt sich nun langsam dem Ende zu, die Sonne geht immer weiter im Südosten auf uns so verschiebt sich ihr »Erscheinen« über dem Dach des Nachbarhauses auf immer spätere Zeitpunkte. Gleichzeitig wird der Einstrahlwinkel des Sonnenlichts in das kleine Fensterluk immer schmaler, sodass ich gegen Ende des Monats dort nicht mehr an die Sonne herankomme. Heute Morgen musste ich sogar warten, bis sie endlich auftauchte. Das Seeing war dabei sogar ganz gut, wenn auch der Rand reichlich zackig erschien.

Im Weißlicht fiel die Aktivität ähnlich schwach aus wie gestern. Die AR 12592 war als B4 zu erkennen, davor hatte sich eine kleine A1 gebildet. Mehr Fleckengruppen gab es nicht.

Im H-alpha-Licht waren trotz blauen Himmels die Details nur schwer zu erkennen. Die 7 kleinen Protuberanzen am Rand ertranken aufgrund des Seeings teilweise im gezackten Rand, die 4 Flaregebiete waren da schon einfacher zu erkennen. Schwieriger wurde es mit den 7 Filamenten. Klein und sehr lokal begrenzt waren sie kaum auszumachen. Lediglich ein kleiner Bogen im Nordosten war etwas gefälliger anzusehen. Viele Gebiete der Sonnenoberfläche waren weiter ohne irgendwelche Erscheinungsformen ihrer Aktivität.

Samstag, 17. September 2016

Sonne am 17.9.2016

Nachdem die gestrige Halbschatten-Mondfinsternis komplett hinter Wolken stattfand, weil das Wetter passend genau an dem Tag kippte, begann der Tag mit dunklem Himmel und Landregen. Für die Mittagszeit war zwar eine Aufklarung angekündigt, doh so recht mochte ich nicht daran glauben. Zu oft war ich in den letzten Wochen von solchen Prognosen enttäuscht gewesen, weil sie nicht eintrafen. Diese jedoch stimmte und so konnte ich, gleich nachdem sich die Sonne auf der westlichen Seite meines Wohnblocks zeigte, mit der Beobachtung beginnen, bei abermals miesem Seeing. Der Rand war heftig in Bewegung und auf der Oberfläche verschwanden die Detail ab und zu im allgemeinen Geblubber.

Im Weißlicht war die Aktivität weiter sehr niedrig. Mit der AR 12592 gab es weiter nur noch eine einzige Fleckengruppe, die ich als C4 klassifizierte, weil ich eine zumindest rudimentär entwickelte Penumbra zu erkennen glaubte, was bei dem Seeing reine Glückssache war.

Im H-alpha-Licht sah es nicht viel besser aus, doch dass ich hier nicht so zahlreiche Einzelheiten sah, lag eher an der niedrigen Aktivität, wenn auch der gezackte Sonnenrand Probleme beim Erkennen der insgesamt 7 Protuberanzen machte. Nur zwei von ihnen waren, genau am Westrand stehend, etwas auffälliger, aber keineswegs herausragend. Daneben erkannte ich noch 5 kleine Filamente – eine war im Nordosten etwas länger als die anderen – sowie 4 schwache Flaregebiete. Das hellste befand sich übrigens im Bereich der AR 12592. Die Sonnenoberfläche war denn auch wieder weitgehend erscheinungsfrei und wirkte an manchen Stellen geradezu leer.

Freitag, 16. September 2016

Sonne am 16.9.2016

Aufgrund der dichten Bebauung, die nach dem Willen der Stadtväter noch weiter zunehmen soll, und hoher Bäume kann ich derzeit zwischen 8:30 und 12:30 Uhr bei mir die Sonne nicht beobachten und für den heutigen Tage wurde nur ein Zeitraum zwischen diesen beiden Eckpunkten vorhergesagt, an dem es sonnig werden sollte, was mir sehr oft passiert. Also musste ich mich mit den sehr schlechten Bedingungen begnügen, die ich heute vom Dachboden aus vorfand. Erst musste ich abwarten, bis die Sonne über das Ziegeldach des Nachbarhauses gekrochen kam, dann hingen dünne Cirren und Syph davor und schlussendlich war denn auch das Seeing schlecht.

Erstaunt war ich daher, dass ich im Weißlicht die einzig verbliebene Gruppe, die neue AR 12590, als A2 in einem hellen Fackelfeld sehen konnte. Die beiden gestern noch zu sehenden Gruppen waren wegrotiert oder hatten sich aufgelöst. Es lag wohl eher am Kontrast zwischen der hellen Fackel und dem dunklen Fleck, dass ich überhaupt etwas sehen konnte.

Im H-alpha-Licht sah ich zunächst wieder nichts und wollte schon aufgeben, doch dann erwischte ich wohl eine etwas weniger versyphte Region und ich musste mich mit dem Zählen sehr beeilen: 4 Protuberanzen, 6 Filamente und 3 Flaregebiete erfasste mein Beobachtungsauge, bis sich die kleine Lücke wieder schloss und ich wieder nichts sehen konnte. Noch hoffe ich auf eine Kontrollbeobachtung später am Tag, aber für den Zeitraum, wo ich die Sonne erwischen könnte, sind heute Gewitter angesagt ...

Donnerstag, 15. September 2016

Sonne am 15.9.2016

Einen Tag, nachdem mir ein Weisheitszahn gezogen wurde, kann ich nach der Beobachtung auch wieder ans Bloggen denken, auch wenn mich derzeit noch Schmerzen plagen.

Der Tag begann wieder mit einer Sonnenbeobachtung auf dem Dachboden, wo es allerdings zunehmend schwieriger wird, an die Sonne heranzukommen, was nicht nur am eingeschränkten Sichtwinkel lag. Das Seeing war eine einzige Katastrophe und ich konnte zunächst außer einem zackigen Sonnenrand und einer blubberigen Oberfläche nichts sehen. Erst nach und nach »sprangen« die randnahen Gruppen ein wenig aus der Suppe heraus, um gleich danach wieder darin zu versinken. Möglicherweise deutete sich hier die Schlechtwetterfront schon an, die uns in den kommenden Tagen einen kräftigen Temperatursturz bescheren soll.

Ich konnte die Gruppen eigentlich nur erahnen, als wirklich sehen, erkannte aber, dass da »etwas« war. So fand ich die AR 12589 als A1 in den Zacken am Sonnenrand immer nur für wenige Sekunden. Ähnlich erging es mir mit der AR 12591, die ich pauschal als B5 klassifizierte, weil ich hier lediglich einen gesprenkelten Dunkelkontrast, aber keine wirklichen Flecken erkannte. Wesentlich einfacher war es erstaunlicherweise mit einer A1 am Ostrand, die dort in einem Fackelfeld stand.

Bei der Beobachtung mit dem PST im H-alpha-Licht erging es mir wie im Weißlicht: ich sah erstmals NICHTS. Ich drehte permanent am Einstellrad herum, um die Filterlage so zu positionieren, dass ich überhaupt mal etwas sah. Das gelang mir zuerst bei den nur noch sehr kleinen Protuberanzen, von denen ich 5 erkannte. Die drei nicht mehr sehr auffälligen Flaregebiete waren noch einigermaßen gut zu sehen, bei den Filamenten wurde es dann deutlich schwiergier, denn ich zählte nur 6 Stück. Es stellte sich für mich nun die Frage, ob da wirklich nicht mehr waren, oder ich sie nur wegen des Seeings nicht sehen konnte, dass auch in dieser Wellenlänge voll durchschlug. Ein Vergleich mit Satellitenbildern brachte dann die »Wahrheit« ans Licht: es gab wirklich nicht mehr Filamente, die Sonne war bis auf einen Bereich im Westen rund um den Sonnenäquator völlig erscheinungsfrei, die nächste Phase der weitgehenden Inaktivität kann nicht mehr wegdiskutiert werden!

Dienstag, 13. September 2016

Sonne am 13.9.2016

Rechtzeitig durch Laubbläser geweckt, konnte ich wieder auf dem Dachboden beobachten, obwohl dort der Sichtwinkel nun schnell immer enger wird. Bis Ende des Monats wird es vorbei sein mit den Beobachtungen zu früher Stunde, dann kann ich nur noch in der Mittagszeit was machen, denn durch die Verkürzung des Tagbogens wird es nach Feierabend dann auch immer schwieriger, zu beobachten, zumal jetzt schon wieder die ersten Bäume die Sicht behindern. Das Seeing war auch nicht so herausragend wie gestern, aber es ging.

Im Weißlicht hatte ich zweitweise mit einem in heftiger Wallung begriffenen Sonnenrand und einer blubberigen Oberfläche zu kämpfen, da die Sonne genau über dem Dach des Nachbarhauses stand, doch zu späterer Stunde kann ich nicht mehr beobachten, weil ich dann nicht mehr an die Sonne herankomme. Nach dem Verschwinden der AR 12585 blieben nur kleine Gruppen zurück: die AR 12589 als C3 und die AR 12591 als C6. Mehr durch Zufall entdeckte ich dann noch eine kleine A1 in einem Fackelfeld nahe des Westrandes.

Mehr als im Weißlicht war im H-alpha die nun abermals einbrechende Aktivität zu erkennen. Nur eine größere Protuberanz und vier kleine Erhebungen gab es am Rand zu sehen, dazu drei Flaregebiete – inkl. dem bei der kleinen A1 – und 10 zumeist kleine und matschige Filamente. Der Norden und der Süden waren erscheinungsfrei, ebenso weite Gebiete der Osthälfte. Bleibt nur die Frage, ob es nach dem unweigerlichen Verschwinden der drei aktuellen Aktivitätsgebiete wieder fleckenfreie Tage gibt.

Montag, 12. September 2016

Sonne am 12.9.2016

Der Herbst nähert sich langsam, was man derzeit auch gut am Tagbogen der Sonne ablesen kann. Konnte ich bislang um 8 Uhr MESZ noch bequem die Sonne vom Dachboden aus beobachten, so war sie heute um die Uhrzeit noch gar nicht zu sehen und stand hinter einem Schornstein. Langsam kam sie dahinter hervor und es zeigte sich ein Seeing, das um Längen besser war als das gestrige. So konnte ich bereits mit dem Fleckenzählen beginnen, als noch ein Teil der Sonne vom Schornstein verdeckt war.

Im Weißlicht gab es allerdings nicht so viel zu zählen, denn die AR 12585 war schon halb über den Westrand rotiert und nur noch eine D5. Die AR 12589 war schon halb zerfallen und nur noch eine C3, während die AR 12591 ebenfalls nur noch der Klasse C angehörte und 5 Flecken aufwies. Neue Gruppen waren – insbesondere am Ostrand – nicht zu sehen.

Dazu passte die Aktivität im H-alpha-Licht: zwei große Protuberanzen am Westrand und vier kleine im Osten, mehr war am Rand nicht zu finden. Auf der Oberfläche fand ich zwar noch vier Flaregebiete an den Stellen der Fleckengruppen, dafür aber 9 kleine Filamente, die eher wie Matschflecken aussahen. Im Gegenzug waren der Norden und der Süden sowie weite Teile der Osthälfte fast völlig erscheinungsfrei. Alle Aktivitäten hatten sich aufgrund der Sonnenrotation in die Westhälfte verschoben und werden dort bald verschwunden sein. Es droht ein weiterer Einbruch der Sonnenaktivität und damit eine Periode noch weniger Flecken, Filamente und Protuberanzen.

Sonntag, 11. September 2016

Sonne am 11.9.2016

Der heutige Tag sei wieder einmal den Murphereien gewidmet, die meinen Beobachtungstag so ausmachen. Erst klarte der Himmel erst auf, als die Sonne komplett hinter Bäumen stand und dann syphte es zu, gerade, als sie über dem Haus rauskam und ich mit der Beobachtung beginnen konnte. Ich frage mich, warum ich mich fast immer mit Problemen abquälen muss, während andere einfach ihr Teleskop vor die Tür stellen und anfangen können.

Der während der Beobachtung noch zunehmende Syph aus Cirren und Schleim – der Himmel war in der Zwischenzeit durchaus blau gewesen – verhinderte perfekt die Sichtung kleiner Details auf der Sonnenoberfläche. So konnte ich die Zahl der Flecken in den drei einzigen für mich sichtbaren und wohl auch nur vorhandenen Gruppen nur grob abschätzen. Die AR 12585 am Westrand war nur noch eine D5, Die AR 12589 eine C7 (jedenfalls war im f-Teil keine Penumbra zu erkennen) und die AR 12591 eine D8.

Im PST war die Sicht auf ds H-alpha-Licht von der übelsten Sorte: der Hintergrund leuchtete hell orange und ein Sonnenrand war zunächst nicht aufzufinden oder ertrank regelrecht im Syph. Dabei war genau im Westen eine große Protuberanz zu sehen, die ich aber nur zeitweise erkennen konnte, so sehr ich auch an den Filtereinstellungen herumdrehte. So zählte ich gerade mal 4 Protuberanzen am Rand – die kleinen Erhebungen verschwanden im Hintergrund -, 4 Flaregebiete sowie schätzungsweise 8 Filamente auf der Oberfläche.

Alles in allem war es eine reine Pflichtübung unter den miesesten Voraussetzungen, die man sich denken konnte. So jedenfalls macht es keinen Spaß, die Sonne zu beobachten.

Samstag, 10. September 2016

Sonne am 10.9.2016

Der Morgen begann mit einem riesengroßen Schrecken. Der Himmel war schön blau und im Fernrohr, dass durch das kleine Dachluk nach draußen schaute, sah ich kein scharfes Sonnenbild, sondern nur ein einziges Geblubber ohne Einzelheiten. Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigte auch, warum das so war: die Sonne stand direkt über einem Schornstein und erst als sie diesen passiert hatte, wurde die Sicht deutlich besser. Das Seeing blieb aber deutlich unter dem von gestern Morgen.

Der auffälligste Unterschied: Die kleinen Flecken »sprangen« mir heute nicht so entgegen, wie gestern. Im Gegenteil, ich musste teilweise krampfhaft nach ihnen suchen. Die AR 12585 war – von mir als E9 klassifiziert – weiter nach Westen gerückt und nach wie vor die größte derzeit sichtbare Fleckengruppe. Sie hatte allerdings weitgehend ihre zwischen den beiden Polen liegenden Flecken verloren. Die AR 12588 lag als A1 gleich hinter ihr. Die AR 12590, gestern noch als A1 zu sehen, habe ich nicht mehr wiedergefunden, dafür hatte sich die AR 12589 zu einer D11 entwickelt. Alle drei Gruppen befanden sich auf der Nordhalbkugel der Sonne. Im Süden war heute eine kleine B2 aufgetaucht, die zurzeit noch ohne NOAA-Nummer war.

Im H-alpha-Licht war das eingetreten, was ich gestern schon vermutet hatte: Aus dem großen Filament war am westlichsten Rand eine deutliche Protuberanz geworden und so war dies das interessanteste Gebilde, dass man in dieser Wellenlänge finden konnte: ein langes Filament, das über den Rand hinausragte und damit zeigte, dass Filamente und Protuberanzen ein und dasselbe Phänomen sind. Dagegen verblassten die 6 anderen Filamente greadezu. Ähnlich war es bei den übrigen 6 Protuberanzen. Nur eine im Südosten war ein wenig größer. Hell leuchteten auch die 4 verbliebenen Flaregebiete, deren Positionen mit denen der Fleckengruppen im Weißlicht identisch waren. Abgesehen davon waren jedoch weite Teile der Osthälfte der Sonne bis über den Sonnenmeiridan hinaus fast völlig erscheinungsfrei. Es deutet sich der nächste Aktivitätseinbruch an, da nur ein schmaler Streifen rund um den Sonnenäquator von Aktivität erfüllt ist.

Freitag, 9. September 2016

Sonne am 9.9.2016

Der Morgen begann mit etwas weniger Kiefergelenksschmerzen und einem hochnebelartig bewölktem Himmel, sodass ich zunächst nicht an eine Beobachtung dachte. Kurz vor 8 Uhr lichtete sich das aber und ich konnte wieder auf dem Dachboden durch das kleine Luk beobachten. Das Seeing war außergewöhnlich gut, nur ab und zu störten kleine Wolkenfetzen, die durch das Gesichtsfeld zogen.

Im Weißlicht sprangen mir aufgrund des guten Seeings viele kleine Gruppen und Einzelflecken förmlich entgegen. Doch der Reihe nach: weit im Westen stand jetzt die AR 12585, die mir heute – nicht nur aufgrund der beginnenden perspektivischen Verkürzung – nicht mehr so lang erschien wie noch gestern, weshalb ich sie als E14 einstufte. Die AR 12588 war schon in den letzten Tagen lang und länger geworden und ist meinem Empfinden nach in zwei Teile zerfallen, weshalb ich beiden jeweils als A1 klassifizierte. An der Stelle, an der ich gestern noch eine B2 sah, stand heute die AR 12589 als C8 mit einer kleinen, rudimentären Penumbra. Zwischen der östlichen A1 der ehemaligen 12588 und der 12589 fand ich eine weitere A1, sodass ich am Ende auf 5 Gruppen kam.

Im H-alpha-Licht hatte ich zunächst Probleme, weil das Bild im PST aufgrund des Hochnebels sehr dunkel war. Erst nach und nach konnte ich Einzelheiten erkennen. Am Sonnenrand standen 5 kleine Protuberanzen – im Südosten ein etwas größerer Bogen – und auf der Oberfläche waren 6 helle Flaregebiete zu sehen. Besonders das im Umfeld der AR 12585 war sehr aktiv. Das lange, zweiteilige Filament im Nordwesten war noch vorhanden und stand jetzt genau am Rand. Hier dürfte es bald zu schönen Protuberanzen kommen. Das zweite große, das gestern noch südlich des Sonnenäquators stand, war verschwunden. Ich kam hier auf insgesamt 8 Filamente, die meisten dann doch eher klein und sehr lokal angesiedelt. Abermals waren Nord- und Südpoldregion der Sonne erscheinungsfrei, weil sich alle Aktivität rund um den Äquator abspielte, oder besser gesagt: weil alle Magnetfeldaktivitäten sich hier konzentrierten, symptomatisch für den zu Ende gehenden Fleckenzyklus.

Donnerstag, 8. September 2016

Sonne am 8.9.2016

Aufgrund einer Kiefergelenksentzündung, die immer noch nicht abgeheilt ist, bin ich den in letzten Tagen zwar zum Beobachten, aber nicht mehr zum Bloggen gekommen. Nun versuche ich das, wenn auch unter leichten Schmerzen, wieder fortzusetzen. Das gute Wetter erlaubte mir bei ganz ordentlichem Seeing eine frühmorgendliche Beobachtung auf dem Dachboden, was in der letzten tagen nicht immer der Fall gewesen war. Da war oft das Seeing katastrophal schlecht.

Im Weißlicht dominierte nach wie vor die AR 12585 das Geschehen. Sie war schon wenige Tage nach ihrem Erscheinen von mir als F-Gruppe eingestuft worden und bestand aus zwei klar voneinander getrennten Zentren im p- und im f-Teil. Im voranschreitenden Teil war in der ganzen Zeit nur ein dicker Fleck mit einer großen Penumbra zu sehen, im nachfolgenden dagegen zwei Zentren, die sich auch von Tag zu Tag änderten. Mittlerweile hatte die Gruppe aber fast alle kleinen Flecken zwischen den Zentren verloren und zeigte damit deutliche Auflösungserscheinungen. Schräg östlich davon war die AR 12588 als D4 zu erkennen mit zwei winzigen Penumbren. Weiter nach Osten stand noch eine B2, die zur Stunde noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte.

Sehr auffällig ist aber, dass sich alle Gruppen schön entlang es Sonnenäquators versammelten, was typisch ist für einen auslaufenden Fleckenzyklus. Ähnliches ließ sich durchaus auch im H-alpha-Licht beobachten, wenn auch nicht ganz so konsequent, denn bei kleineren Aktivitätsausbrüchen waren kleinere Filamente auch weit im Norden oder Süden zu erkennen, wenn auch oft nur als kleine Matschflecken, weil hier die lokalen Magnetfelder nicht mehr stark genug waren. Am heutigen Tage bot sich aber ein etwas anderes Bild. 

Am Rand standen 8 winzige Protuberanzen und auf der Oberfläche waren der Norden und der Süden erscheinungsfrei. Die 4 Flaregebiete und die 8 Filamente waren mehr oder weniger entlang des Sonnenäquators aufgestellt. Besonders beeindruckend war dabei ein Riesenfilament im Nordwesten, dass selbst im kleinen PST sehr plastisch herüberkam. 

Südlich des Äquators stand ein weiteres großes Filament, das jedoch mit dem erstgenannten nicht zu vergleichen war. Die große AR 12585 war im H-alpha natürlich ebenfalls sehr aktiv und leuchtete während der Beobachtung hell auf, hier war mit dem baldigen Auftreten eines Flares zu rechnen. Alles in allem also angesichts des fortgeschrittenen Zyklus´ recht ordentliche Aktivität, die Spaß macht, sie zu beobachten. 

Dienstag, 30. August 2016

Sonne am 30.8.2016

Das Wetter war heute wieder etwas, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Während ich den Tag auf der Arbeit zubrachte, war der Himmel zeitweise richtig klar und ich freute mich schon auf die Beobachtung. Prompt bezog es sich, als ich kurz davor war, zu Hause anzukommen. Die Wolken zogen sehr träge dahin und es sah nach einem weiteren Ausfalltag aus, doch dann ergab sich doch eine Wolkenlücke und diese zog ebenso träge dahin. Und dann war auch noch das Seeing relativ gut, nur wegen einer höheren Dunstschicht die Sonne im Okular recht dunkel.

Die vier bestimmenden Gruppen waren weiter nach Westen gerückt, hatten sich aber nur wenig verändert. Die AR 12582 war nur noch eine J1 – sie hatte alle kleinen Flecken verloren – während die AR 12583 darüber eine D6 mit drei unregelmäßig geformten Penumbren war. Die 12581 war eine sehr lange C11 – wären da nicht kleine Flecken zwischen den Zentren hätte ich hier eine Aufteilung in 2 Gruppen vorgenommen – und die AR 12580 erschien mir als C6. Gewohnheitsgemäß und nach den Eindrücken von gestern suchte ich noch mal intensiv den Ostrand ab und fsand dort prompt eine A1 in einem Fackelfeld.

Überwaltigend war wieder der Anblick der Sonne im H-alpha-Licht: am südöstlichen Rand stand eine sehr große Bogenprotuberanz, nördlich davon ging eine Protuberanz in ein Filament über. Beeindruckend war dabei vor allen die dreidimensionale Ansicht der Erscheinung, die viel von der Dynamik des darunter liegenden Magnetfeldes verriet. Die restlichen von insgesamt 9 Protuberanzen waren dagegen klein und bescheiden. Auf der Oberfläche fand ich drei Flaregebiete am Westrand und eines am Ostrand an der Position der neuen Gruppe, also insgesamt 4. Filamnte waren 15 vorhanden, aber außer einem geschlängelten Teil nahe der AR 12581 und dem bereits erwähnten, langen, Filament gab es nur kleine matschige Teile, davon aber soviel, dass ihre Gesamtzahl 15 betrug. Es bewahrheitete sich abermals der alte Hinweis, dass es im H-alpha immer etwas zu sehen gibt! 

Montag, 29. August 2016

Sonne am 29.8.2016

Das schwere Gewitter gestern Nachmittag und die vielen Wolken im Laufe des heutigen Tages ließen durchaus einige Zweifel ob der Vorhersage aufkommen, dass es am Nachmittag aufklaren würde. Doch es passierte tatsächlich und genau zu dem Zeitpunkt, als ich zu Hause ankam. Nervig war nur der böige Wind, der mal am Teleskop, mal am Zettel zum Aufschreiben der Beobachtung herumzerrte. Das Seeing war auch noch halbwegs gut und so konnte es losgehen, mit der Fleckenzählung.

Im Weißlicht war bereits gestern Nachmittag nördlich der AR 12582 die neue AR 12583 aufgetaucht, sie hatte sich heute zu einer D6 weiterentwickelt, während die Erstgenannte eine C5 war. Die 12581 war ebenfalls eine C5 und die 12580 eine C3. Alle vier Gruppen standen auf der Westhälfte der Sonne, während der Osten frei von Fleckengruppen war.

Dort zeigte sich dafür aber im H-alpha-Licht eine große bogenförmige Protuberanz, ein Büschel und 4 weitere kleine, während am Westrand 3 kleine Erhebungen zu sehen waren. An der Stelle der vier Aktivitätsgruppen im Weißlicht waren im H-alpha großflächige Flaregebiete zu erkennen. Auch hier war die Dominanz der Wetsseite gegenüber dem Osten klar auszumachen: von den insgesamt 12 Filamenten, befand sich nur eine im Osten und 11 im Westen. Momentan sieht es wieder nach einer Beruhigung der Aktivität aus, man darf daher gespannt sein, was aus dem großen Bogen sowohl im H-alpa als auch im Weißlicht wird. Alles zwischen einer großen Gruppe und keinem sichtbaren Teil ist möglich!

Sonntag, 28. August 2016

Sonne am 28.8.2016

Nach einem Gewitter zu früher Morgenstunde und reichlich Gewölk am Himmel hatte ich nicht mehr mit einer Beobachtung auf dem Dachboden gerechnet. Doch es kam – glücklicherweise – anders. Aus Westen schob sich ein wolkenfreier Keil heran, der immer größer wurde und an der Grenze zur Position der Sonne stehen blieb. Daher war für mich im Okular die Wolkengrenze exakt vor der Sonne zu sehen. Erst später lockerte sich auch hier die Bewölkung leicht auf, doch das Seeing blieb, was es war: grottig. Der Rand war in heftigster Bewegung und auf der Pberfläche war zunächst kaum etwas zu erkennen, was jedoch im Laufe der Zeit leicht besser wurde, sodass ich auch die kleinen Flecken sehen konnte. Gut wurde es aber während der ganzen Beobachtung nicht.

Im Weißlicht gab es auch nicht so sehr viel mehr zu sehen als gestern. Die AR 12580 war immer noch eine J1, die AR 12581 zu einer C12 zerfallen. Anstelle der AR 12579 war nicht mehr zu sehen, dafür war südlich davon die AR 125882 als D6 getreten.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität unterdessen geradezu explodiert. Am Ostrand standen gleich 3 großflächige Protuberanzen, am Westrand 5 und auf der Oberfläche kam ich mit dem Zählen kaum nach: neben 5 zum Teil sehr hellen Flaregebieten kam ich auf 17 (!!!) Filamente. Besonders auf der Nordhälfte hatte sich eine lange Filamentkette gebildet sowie zwei längere Strukturen. Vor allem in und rund um die Flaregebiete standen viele kleine Bögen und andere, deren Struktur sich schwer in Worte fassen ließen.

Ob sich aus den vielen Filamenten am Ende dann auch im Weißlicht zu sehende Fleckengruppen bilden, bleibt abzuwarten und ist nach den Erfahrungen der letzten Monate eher fraglich, zumal in keinem der drei Aktivitätsgebiete ein Filament zu sehen ist, sondern nur Flaregebiete stehen.

Samstag, 27. August 2016

Sonne am 26. und 27.7.2016

Binnen zweier Tage hatte sich die Sonnenaktivität nicht wirklich verändert. Gestern konnte ich bei wolkenlosem Himmel, aber starkem Wind, dafür bei gutem Seeing beobachten, während heute morgen nach dem Aufstehen der Himmel erst einmal völlig bedeckt war. Erst kurz nach 8 Uhr zeigten sich erste Wolkenlücken und dann verschwanden die Wolken sogar fast völlig. Der Himmel blieb aber extrem dunstig, doch das Seeing war dabei ganz brauchbar, wenn ich auch im Weißlicht Probleme hatte, einen Schärfepunkt zu finden.

Die größte Veränderung hatte in den letzten Tagen die AR 12581 vollzogen: sie war gestern plötzlich zur D18 geworden, hatte viele Penumbren aufgebaut und wies eine Art doppelte Linienstruktur auf: die kleinen Flecken waren zu zwei Strecken zwischen den beiden Hauptpolen der Gruppe angeordnet. Davon war heute nichts mehr zu sehen. Der Fleck im p-Teil war größer, der im f-Teil kleiner geworden. Die AR 12580 war an beiden Tagen eine J1 und die 12579 war erst zu einer B7 zerfallen und heute gab es an der Stelle eine B2 und eine A1. Allerdings waren beide zu weit voneinander entfernt, um als eine Gruppe gelten zu können.

Wenig Aufsehen erregend war gestern die Beobachtung im H-alpha-Licht: Lediglich 3 kleine Protuberanzen standen am nordwestlichen Sonnenrand – ein Turm, ein Bogen und eine kleine Erhebung – und auf der Oberfläche waren 4 Flaregebiete und immerhin 14 Filamente zu sehen. Diese grupperten sich einmal rund um die Flaregebiete und waren als kleine Matschflecken wild verteilt. Das gute Seeing und der Dunst ließen heute deutlich mehr erkennen, was nicht verwundert, denn die H-alpha-Beobachtung ist im Gegensatz zur Weißlichtbeobachtung sehr viel stärker von den atmosphärischen Bedingungen abhängig und leichter Dunst kann – wie heute Morgen – dazu führen, dass plötzlich sehr viel mehr Details gesehen werden können, als zu anderen Zeiten.

Am Rand erkannte ich heute 10 Protuberanzen, die meisten davon am Westrand. Der »Spritzer« oder »Turm« von gestern war noch da, daneben ein Büschel, wei kleine Spitzen und eine Unmenge an sehr kleinen Erhebungen. Zwei Flaregebiete gab es rund um die AR 12581 – hier war offenbar gerade ein Flare am Wirken – und die zerfallene AR 12579. Dort standen auch zwei längere Filamente, bei denen ich sogar auf 15 Exemplare kam.

Insgesamt also ein eher ruhiger »Sonnentag« mit ein paar interessanten Highlights im Vorminimum, auch wenn dieses erst in 4 Jahren erreicht werden soll.

Donnerstag, 25. August 2016

Sonne am 25.8.2016

Das durchgängig schöne und heiße Sommerwetter tat den Beobachtungsbedingungen auch heute nicht wirklich gut, dennoch gab es Momente, in denen ich tatsächlich ein scharfes Bild im Okular erkennen konnte.

Im Weißlicht ging die ruhige Aktivität der Sonne weiter: die gestern noch etwas weiter vom Westrand entfernt stehende AR 12578 war nicht mehr zu sehen und hatte sich aufgelöst. Man hätte sie sonst in dem dort stehenden hellen Fackelfeld sehen müssen. Noch vorhanden war dagegen die AR AR 12579, die heute nur noch der Klasse C angehörte und daher eine C7 war. Die AR12580 gab es ebenfalls noch: sie war weiter eine J1. Neu hinzu gekommen ist dagegen eine kleine C5 auf der Nordhalbkugel im Osten. Allen Gruppen war gemein, dass sie keine auffälligen Penumbren ausgebildet hatten, sondern nur etwas dunkler erschienen als die übrigen Flecken.

Dem ruhigen Bild der Sonne hatte sich die Sicht im H-alpha-Licht ebenfalls angepasst. Am Rand gab es nur 7 kleine Protübchen und nur im Nordwesten war ein größeres Teil zu sehen. Der Rest lugte kaum über den Rand rüber. Vier mehr oder weniger helle Flaregebiete, deren Positionen mit denen der (ehemaligen) Flecken im Weißlicht identisch war. Darüber hinaus zählte ich noch 12 kleine Filamente, die allesamt ebenfalls wenig spektakulär aussahen. Also: Nichts Neues unter auf der Sonne.

Mittwoch, 24. August 2016

Sonne am 24.8.2016

Endlich mal ein Tag, an dem ich nicht mit den Wolken kämpfen musste, um beobachten zu können. Leider gab es da ein paar Cirren, die nervten und für schlechtes Seeing sorgten. Zeitweise hatte ich echte Probleme beim Scharfstellen und konnte Strukturen kaum identifizieren.

Im Weißlicht konnte ich keine großen Veränderungen zu gestern feststellen: die AR 12578 war eine C2, die 12679 eine D10 und die 12580 eine J1. Typisch für die aktuelle Phase eines zu Ende gehenden 24. Sonnenfleckenzyklus, wo mit sich rasch entwickelnden Aktivitätszentren nur noch selten zu rechnen ist.

Im H-alpha-Licht bot sich auch fast das gleich Bild wie gestern. Die drei Fleckengruppen waren hier die Orte, wo auf der Oberfläche die drei einzigen Flaregebiete standen. Abermals zählte ich 14 Filamente – im Nordosten war lediglich ein kleiner Bogen zu sehen -, die überwiegend wieder klein und matschig erschienen. Am Sonnenrand fand ich heute auch nur noch 5 Protuberanzen: 1 kleiner Bogen im Westen, ein Büschel im Osten, drei Spritzer im Osten und eine kleine flächige Erhebung im Nordwesten. Aufregend war es nicht, was ich da im PST zu sehen bekam.

Dienstag, 23. August 2016

Sonne am 23.8.2016

Es war ein mühseliges Geschäft: am Nachmittag klarte der Himmel nach gut zwei Tagen endlich mal wieder auf, doch kaum hatte ich meine Haustür erreicht, zogen wieder Wolken vor die Sonne und beendeten erst einmal jede Hoffnung. Zwischendurch tauchten kleine Lücken auf, die reichten aber nicht einmal aus, um das Teleskop vernünftig auszurichten. Erst zwei Stunden später kam eine größere Wolkenlücke, doch so richtig klar wurde es nicht, der Himmel war weiß statt blau, was sich erst am Abend ändern sollte. Das Seeing war entsprechend mittelmäßig, aber noch ganz gut brauchbar.

Mal wieder einen Ausfalltag gehabt und schon hatte sich das Bild der Sonne im Weißlicht entscheidend verändert: Am Ostrand stand auf der Südhalbkugel die neue AR 12380 als J1 in einem großen Fackelfeld. Weiter westlich und im Norden war die ebenfalls neue AR 12579 als kräftige D 10 zu finden. Nahe des Westrandes entdeckte ich noch eine nummernlose B4.

Für die Beobachtung im H-alpha-Licht reichte die Wolkenlücke dann nicht mehr und ich musste nochmal eine gute halbe Stunde warten, bis ich auch hier zu einem Ergebnis kam. Spektakulär war es nicht, was ich zu sehen bekam: 10 winzige Protübchen am Rand, 3 Flaregebiete, aber immerhin 14 Filamente auf der Oberfläche. Letztere durfte man sich nicht als große geschwungene Bögen vorstellen, sie waren ebenfalls – wie zu Minimumszeiten üblich, winzig, punkt- oder matschförmig und ein Zeichen für die schwächer werdenden lokalen Magnetfelder auf der Sonne, die diese kleinen Filamentchen verursachen und nicht mehr die Kraft besitzen, größere Strukturen auszubilden. Mit dem Zyklus geht es langsam zu Ende, das merkt man besonders bei den Filamenten!