Freitag, 22. Januar 2016

Sonne am 22.1.2016

Nachdem mir neulich die erste Beobachtung des Jahres 2016 nach einem frühen Feierabend gelang, ich aber keine Zeit zum Bloggen hatte, folgte heute die zweite. Der lichte Tag weitet sich zunehmend und damit steigen auch wieder die Chancen auf eine nachmittägliche Beobachtung der Sonne. Schließlich liegt das Jahresziel wieder bei mindestens 200 Beobachtungstagen.

Vom Dachboden aus konnte ich die Sonne zwischen meinen beiden Hochhäusern erreichen, die dabei nun nicht mehr die Giebel der Bäume streifte. Dafür gab es reichlich Seeingprobleme, weil sich atmosphärisch schon die herannahende Wetterfront mit deutlichen Plusgraden bemerkbar machte.

Der Sonnenrand bewegte sich heftig und auf der Oberfläche blubberte es ganz ordentlich. Daher betrugen die Werte für Ruhe und Schärfe heute nur jeweils 4.  Die Augenblicke mit ruhiger Luft waren selten, aber vorhanden. So gelang mir im Weißlicht die Sichtung von drei kleinen Fleckengruppen: die AR 12486 als J1, die AR 12489 als D4 und die AR 12488 als D11.

Im H-alpha waren die Beobachtungsbedingungen ein wenig besser, weil ein vorher träge dahinziehendes Wolkenband einen kleinen Ausschnitt des Himmels freigegeben hatte. Der Hintergrund war jedoch hellorange und der Kontrast gering. Am Rand zeigten sich, soweit ich es erkennen konnte, fünf Protuberanzen: im Nordwesten ein sich nach außen öffnender Bogen und im Osten eine kleine Ansammlung von vier kleinen Materieerhebungen. Auf der Oberfläche entdeckte ich mit einiger Anstrengung zwei mittelhelle Flaregebiete sowie 8 Filamente. Drei davon waren etwas größer und schlängelten sich beiderseits des Sonnenäquators und nordwestlich davon. 

Wegen nun schnell aufziehender, horizontnaher Wolken endete die Beobachtung vorzeitig. Überdies stieß die Sonne ohnehin gerade an die Hauskante des zweiten Hochhauses, sodass schon dadurch die Beobachtung zu Ende gewesen wäre.

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