Samstag, 9. Januar 2016

Sonne am 9.1.2016

Die erste Beobachtung des neuen Jahres war eine verdammt schwere Angelegenheit, denn das Wetter machte es mir nicht leicht. Am Vormittag war es zunächst klar, doch als ich mein Teleskop aufgebaut hatte, setzte sich eine fette Wolke solange vor die Sonne, bis sie hinter dem Nachbarhaus stand und ich nicht mehr beobachten konnte. Natürlich war für die nächsten drei Stunden der Himmel weitgehend wolkenfrei, doch wegen der Bäume in meiner Gegend kann ich keinen alternativen Beobachtungsplatz aufsuchen.

Die zweite Sichtbarkeit ergibt sich bei mir prinzipiell kurz nach 12 Uhr, bis die Sonne kurz nach 13 Uhr dann hinter weiteren Hochhäusern verschwinden würde. Es droht ein zweites Debakel, denn gegen 12 Uhr war ein kompaktes Wolkenfeld zu sehen, dass genau auf meinen Standort zukam. Wie so oft, hatte es aber am Anfang Lücken und die konnte ich endlich für eine erste Sonnenbeobachtung in 2016 nutzen (2015 hatte ich zum gleichen Zeitpunkt bereits drei Beobachtungstage absolviert).

Das Seeing war angesichts der Außentemperaturen von knapp unter 0 Grad ganz passabel, nur der sich ständig in Bewegung befindliche Sonnenrand war nervig. Nach der flauen Aktivität im Dezember waren heute deutlich mehr Fleckengruppen im Weißlicht zu sehen. Auf der Nordhalbkugel standen westlich des Sonnenmeridians die AR 12478 als B6, die AR 12482 als B2 und die AR 12477 als J2. Östlich davon waren die beiden Aktiven Regionen 12483 als D5 und die AR 12480 als D9 zu finden, während im Süden ganz am Westrand die AR 12481 als D4 stand.

Die Wolkenfront rückte schon heran, als ich das PST auf die Fensterbank stellte. Ich musste mich also wieder mal beeilen, um etwas zu sehen. Zum Glück war in dieser Wellenlänge nicht viel zu sehen. Am Rand standen am Westrand eine Bogenprotuberanz und am Ostrand eine spitzkegelige. Auf der Oberfläche fand ich sechs kleine Filamente sowie sechs kaum wahrnehmbare Flaregebiete: alle an den Positionen, an denen sich im Weißlicht die Flecken befanden. Und dann waren auch schon die Wolken heran und schlossen die Lücke wieder. Wenigstens eine erste Sonnenbeobachtung bekommen, während ich bei der Nachtbeobachtung schon seit Monaten nicht mehr zustande bekommen habe, weshalb ich bislang weder den Kometen Catalina oder eine der schönen Planetenkonstellationen zu Gesicht bekam.

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