Montag, 29. Februar 2016

Sonne am 29.2.2016

Der Tag war überwiegend sonnig, doch durch Überstunden und eine zur Zeit noch andauernde Rufbereitschaft konnte ich nur den kläglichen Rest für etwa 10 Minuten nutzen, bevor die Sonne hinter den Bäumen verschwand. Das Seeing war, wie in den letzten Tagen häufig zu beobachten, dabei recht gut.

Im Weißlicht hat die AR 12506 praktisch alle Einzelflecken verloren und bestand nur noch aus zwei Penumbren mit ein paar Anhängseln, sodass sie heute nur non eine D5 war. Die AR 12508 hatte den Tag überlebt und war immer noch eine A1. Dahinter ist eine weitere Gruppe, eine B4, entstanden, die noch ohne Nummer ist.

Die H-alpha wurde wegen des niedrigen Standes über dem Horizont schon schwierig und litt auch darunter, obwohl das Seeing eigentlich gut war. So konnte ich am Rand nur noch 5 Protuberanzen erkennen. Der „dicke Flatschen“ von gestern war heute als großflächig-zerfaserte Protuberanz im Nordwesten zu sehen. Im Nordosten hingegen war eine etwas größere Protuberanz mit schwer beschreibbarer Form angekommen.  Die Oberfläche wies dagegen wenig spannendes auf: zwei kleine Flaregebiete und 8 regellos verteilte, kleine Filamente, die kaum der Rede Wert waren.

Sonntag, 28. Februar 2016

Sonne am 28.2.2016

Der Tag begann sonnig und kalt und ich konnte zum erst zweiten Mal in diesem Jahr - und das Ende Februar (!) - fast störungs- und stressfrei beobachten. Einzig nervend waren die dünnen Äste meiner Bäume, durch die ich hindurch blicken musste. Das Seeing war zudem recht gut.

Im Weißlicht hatte sich nach gestern nicht wirklich viel getan. Die AR 12506 stand nahe der Mitte der Sonnenscheibe und war heute eine D14, da sich ihre Penumbren leicht verändert hatten und neue kleine Flecken hinzugekommen waren. Schräg darüber, leicht nach Westen versetzt, befand sich noch eine A1, derzeit noch ohne NOAA-Nummer. Von der AR 12507 war hingegen nichts mehr zu sehen.

Im H-alpha störten die Äste der Bäume natürlich ebenfalls ganz erheblich und so musste ich ein ums andere Mal warten, bis einzelne Bereiche der Sonne dahinter hervorkamen. Am Rand gab es insgesamt 8 Protuberanzen und drei davon wiesen recht markante Strukturen auf. Eine Bogenprotuberanz und eine, die aussah, als ob ein Baum von zwei kleinen Büschen umrahmt wurden, standen am West, eine pyramidenförmige am Ostrand. Ziemlich genau in der Sonnenscheibenmitte befand sich an der Position der AR 12506 ein helles, aktives, Flaregebiet, ein zweites schräg südwestlich davon. Als Zugabe fand ich noch 8 Filamente, wobei sich der dicke Flatschen von gestern schon dicht am Westrand stand und in den kommenden Tagen - wenn man wieder auf der Arbeit ist und alles verpasst - eindrucksvoll als Protuberanz zu sehen sein dürfte. Die übrigen Filamente waren dagegen eher unscheinbar.

Samstag, 27. Februar 2016

Sonne am 27.2.2016

Nachdem der gestrige Tag in Schnee, Regen und starker Bewölkung versank - er war zwei Tage vorher noch als sehr sonnig angekündigt worden - gelang am heutigen, angeblich sonnigen Tag wieder nur eine Beobachtung unter schlechten Bedingungen. Der Himmel war längst nicht so klar, wie man es erhofft und wie es prognostiziert war. Neben Wolken zierten nämlich Schleim und sonstiges Ungemach den Himmel.

Im Weißlicht machte sich das vor allem durch einen stark herabgesetzten Kontrast so bemerkbar, als würde man durch eine Milchglasscheibe hindurchschauen. Dennoch gab es kurze Abschnitte, in denen die Sicht besser wurde. Schließlich verschwanden die Wolken ein wenig, aber der Syph blieb. Dafür war das Seeing erstaunlich gut. Zu sehen gab es aber nicht viel: die AR 12506 war fast die einzige Gruppe und eine D mit 10 Flecken. Nur in wenigen Momenten wirklich etwas klarerer Luft erschein noch die AR 12507 am Westrand als eine kleine A1 in einem Fackelfeld.

An eine Beobachtung im H-alpha glaubte ich nicht, musste mich aber durch mein PST aber eines Besseren belehren lassen. Ds Seeing schlug weniger durch und ich hatte einige Bereiche, in denen die Sicht nach und nach klarer wurde, So konnte ich die Sonne gewissermaßen abscannen und kam auf 5 Protuberanzen am Sonnenrand, 4 hellen Flaregebieten und 7 Filamente. Besonders auffällig ar ein dicker Flatschen im Nordwesten. Ein breitflächiges Filament, das ich erst für Staub auf der Linse oder im Okular hielt. Bemerkenswert war auch das helle Flaregebiet im Umfeld der AR 12506. Hier könnte sich sogar ein bisschen Aktivität in Form eines kleinen Flares entwickeln.

Dienstag, 23. Februar 2016

Sonne am 23.2.2016

Einem abklingenden Magen-Darm-Virus habe ich es zu verdanken, dass ich heute morgen kurz die Sonne beobachten konnte. Während ich die Schönwetterphase der letzten Woche wegen Überstunden vollkommen verpasst hatte und auch am Wochenende dank Dauerten und bewölktem Himmel nicht eine einzige Beobachtung zustande kam, tat sich heute ein kleines Wolkenloch an einem Tag auf, das den Wettervorhersagen zufolge durchgehend sonnig sein sollte. Stattdessen ist es aber überwiegend bedeckt. Wie üblich.

Und wie üblich war dann auch das Seeing schlecht. Mit Müh und Not konnte ich die beiden einzigen Fleckengruppen durch Äste der Bäume, Wolkengeschiebe und Blubberseeing hindurch ausmachen. Die AR 12501 war eine J1 und die nah am Westrand stehende AR 12505 eine D8 (geschätzt). Ansonsten waren keinerlei Flecken auf der Sonnenoberfläche auszumachen. Und wenn welche da gewesen wären, hätte ich sie mit Sicherheit übersehen.

Nach dem Durchzug einer weiteren Wolkenfront kam die Sonne dann noch mal kurz raus, immer noch hinter den Bäumen stehend. Am Rand zählte ich schnell 5 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche 2 Flaregebiete - eines im Bereich der AR 12505 - sowie 6 mickrige Filamente. Dann war der als klar angekündigte Himmel wieder zu. Und natürlich hätte ich die Sonne jetzt, wo diese Zeilen entstehen, bequem und ohne störende Bäume beobachten können. Aber nun ist es wieder bedeckt … 

Da fragt man sich wirklich, wie lange man sich das noch gibt, die ständigen Murphereien und das ewige Verlieren gegenüber dem launischen norddeutschen Wetter, das immer enger astronomische Beobachtungen zulässt.

Samstag, 13. Februar 2016

Sonne am 13.2.2016

Für etwa 10 Minuten kam die Sonne aus dem dichten Hochnebel heraus und beschwerte mit die nächste Beobachtung. Zum ersten Mal in diesem Jahr an zwei aufeinander folgenden Tagen. Das Seeing war ebenso gut wie gestern und führte zu einer weiteren, weitgehend stressfreien Beobachtung direkt nach dem Mittagessen.

Im Weißlicht zeigte sich mit der AR 12497 als E22 nur noch eine einzige Fleckengruppe. Sie hatte ein wenig von ihrer Ausdehnung eingebüßt und schien auch ein paar Flecken verloren zu haben. Die beiden kleinen A1-Flecken von gestern hatten sich aufgelöst und konnten mit meinem kleinen Fernrohr nicht mehr gesehen werden.

Im H-alpha bildete diese Gruppe ein großflächiges helles Zentrum, das sehr flareträchtig wirkte. Und es war auch das einzige Flaregebiet, das ich ausmachen konnte. Am Rand waren fünf kleine Protübchen zu sehen, die sich kaum über diesen erhoben. Bei zweien im Südosten und Südwesten war etwas mehr Struktur in Form eines Büschels und eines kleinen Bogens zu erkennen. Die Oberfläche wies sechs bescheidene Filamente - alle auf der Westhälfte zu sehen - auf. Das könnte wieder einmal eine längere Phase der relativen Inaktivität einläuten und bestätigte einen weiteren Trend des gesamten letzten Jahres: ist eine große Fleckengruppe vorhanden, verschwinden alle anderen.

Freitag, 12. Februar 2016

Sonne am 12.2.2016

Nach einer Woche mit sehr vielen Überstunden und einer Sonne, die nur dann zu sehen war, als ich auf der Arbeit war, machte ich heute früher Feierabend und fuhr danach erst einmal nach Hause, denn das Wetter war deutlich besser geworden, als vorhergesagt.

So stellte ich kurz nach 13 Uhr mein kleines Fernrohr auf die Fensterbank und konnte gleich loslegen. Das Seeing war allerdings nur mittelprächtig und die Details verschwammen immer wieder, letztlich konnte ich aber noch drei Gruppen sehen. Alle befanden sich auf der Nordhemisphäre der Sonne, während der Süden fleckenfrei blieb. Ganz am Westrand stand mit der AR 12492 eine kleine A1 in einem Fackelfeld, die man leicht übersehen konnte. Leicht westlich des Sonnenmeridians stand die große AR 12497, die ich als F24 klassifiziert hatte. Und in Richtung Osten stand, ebenfalls in einem Fackelfeld, eine weitere kleine A1. Von der AR 12498 war hingegen nichts mehr zu erkennen.

Im H-alpha zeigte sich ein schön dunkler Himmelshintergrund und jede Menge Detail an Rand und Oberfläche. Acht winzig kleine Protübchen bot die Sonne am von der Erde aus sichtbaren Rand auf, während es auf der Oberfläche im Umfeld der AR 12497 ein sehr großes Flaregebiet gab, welches zur Zeit meiner Beobachtung einen gerade aktiven Flare zeigte. Insgesamt kam ich auf drei Flaregebiete und 10 bescheiden aussehende Filamente, die oftmals nur kleinen Matschflecken glichen oder kaum Ausdehnung besaßen. Es machte sehr viel Vergnügen, hinzuschauen, meine erste wirklich stressfreie Beobachtung im Jahr 2016!    

Sonntag, 7. Februar 2016

Sonne am 7.2.2016

An manchen Tagen frage ich mich, warum ich mir das alles antue, wenn man sowieso keine ordentlichen Wolkenlücken für die Beobachtung bekommt und die Beobachtung nur eine einzige Quälerei ist. Man nennt es „Virus Solaris“, der einen dazu treibt, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen.

Der Tag begann eigentlich recht ordentlich mit einem leicht syphigen, aber durchaus schön blauem Himmel. So baute ich nach dem Frühstück mein kleines Fernrohr auf der Fensterbank auf und sah noch, wie so langsam der nördliche Teil der Sonne über dem Nachbarhaus rauskam. Nur einmal umdrehen und „zack!“ war der Himmel zu. Tief hängende Wolken hatte sich vor die Sonne geschoben und beendeten die Aktion. Ich frage mich, warum immer mir das passiert. Ein Sonnenbeobachterkollege aus einem weiter östlich gelegenen Stadtteil hatte kurz vor mir beobachten können und über Twitter sah ich Bilder aus dem Westens der Stadt, die einen leicht eingetrübten, aber dennoch sonnigen Himmel zeigten. Nur an meinem Standort ging wider nichts. Da hat man nur wenig Zeit für die Beobachtung und dann murpht es nur herum.

In Westrichtung zeigten sich zwischendurch ein größeres Wolkenloch. Ds blieb auch da und verschwand wieder. Erst gegen 14 Uhr zeichnete sich eine größere Wolkenlücke ab und ich baute wieder mein Teleskop auf der Fensterbank, dieses Mal in der Küche, auf. Sogleich verschwand das Wolkenloch. Dann kam ein weiteres, das relativ groß war. Es zog weitgehend an der Sonne vorbei und ich bekam nur den südlichsten Zipfel davon mit. 

Zumindest im Weißlicht konnte ich anfangs bei recht gutem Seeing „was“ beobachten, bis eine dicke Wolke kam und sich vor die Sonne schob. Schon wieder. Langsam reicht es mir. Hinter der Wolke war der Himmel nur noch syphig, ich konnte aber dennoch die vier Gruppen des Tages mehr oder weniger deutlich sehen. Am Westrand im Süden die AR 12495 als D2 und die AR 12494 als D8 mit vielen Pernumbren, aber wenig Einzelflecken. Im Norden erschien mir die AR 12492 als sehr langgetreckte C8 und am Ostrand stand hier die AR 12497 als D14.

Der Versuch, mit dem PST ins H-alpha zu gucken, erschien mir als sinnlos, und er war es anfangs auch. Es waren zuerst weder am Rand noch auf der Oberfläche irgendwelche Details auszumachen und die Sonne war nur knapp zu sehen. Dann aber wurde der Syph etwas geringer und ich erkannte bei einer Schnellzählung 6 Protuberanzen, 8 Filamente und 5 Flaregebiete. Dann war auch diese Lücke wieder zu.

Im Augenblick, wo dieser Blockbeitrag entsteht, zeigt der Himmel in Richtung Norden sehr viele Lücken, während die Sonne im Südwesten weiterhin hinter dicken Wolken verborgen bleibt …

Dienstag, 2. Februar 2016

Sonne am 2.2.2016

Die beginnende Sturmlage in Hamburg bescherte mir zusätzlich zur steigenden Tageslänge unerwarteter Weise eine Beobachtung nach Feierabend, wenn ich mich auch wieder mal sehr beeilen musste, die Sonne noch zu erwischen, bevor sie hinterm Hochhaus verschwand. Der Himmel war zwar recht schleimig, aber es ging dennoch irgendwie, weil das Seeing ganz ordentlich war.

Im Weißlicht war die AR 12389 im Nordwesten als H1 zu sehen, die AR 12491 als C2 (oder B2) im Nordosten sowie eine B2 in einem Fackelfeld nahe des Sonnenrandes ohne NOAA-Nummer. Im Süden war die AR 12490 als B4 klar zu erkennen.

Im H-alpha sah es trotz der Witterungsbedingungen ziemlich gut aus. Der Hintergrund war hellorange, dafür waren aber überraschend viele Details zu sehen. Am Rand erkannte ich vier Protuberanzen - eine bogenförmige im Südosten und eine bergartige im Osten -, während auf der Oberfläche zwei sehr helle und ein weniger helles Flaregebiete zu sehen waren. Eines davon befand sich im Umfeld der AR 12389, das zweite war an keine Aktive Region im Weißlicht gebunden. Dazu kamen noch 7 Filamente, darunter zwei längliche im Osten. ich diese Beobachtung fand ein jähes Ende, weil die Sonne alsbald vom Hochhaus verdeckt war, sodass ich trotz zunehmend aufgelockertem Himmel nun nicht mehr beobachten kann.