Sonntag, 7. Februar 2016

Sonne am 7.2.2016

An manchen Tagen frage ich mich, warum ich mir das alles antue, wenn man sowieso keine ordentlichen Wolkenlücken für die Beobachtung bekommt und die Beobachtung nur eine einzige Quälerei ist. Man nennt es „Virus Solaris“, der einen dazu treibt, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen.

Der Tag begann eigentlich recht ordentlich mit einem leicht syphigen, aber durchaus schön blauem Himmel. So baute ich nach dem Frühstück mein kleines Fernrohr auf der Fensterbank auf und sah noch, wie so langsam der nördliche Teil der Sonne über dem Nachbarhaus rauskam. Nur einmal umdrehen und „zack!“ war der Himmel zu. Tief hängende Wolken hatte sich vor die Sonne geschoben und beendeten die Aktion. Ich frage mich, warum immer mir das passiert. Ein Sonnenbeobachterkollege aus einem weiter östlich gelegenen Stadtteil hatte kurz vor mir beobachten können und über Twitter sah ich Bilder aus dem Westens der Stadt, die einen leicht eingetrübten, aber dennoch sonnigen Himmel zeigten. Nur an meinem Standort ging wider nichts. Da hat man nur wenig Zeit für die Beobachtung und dann murpht es nur herum.

In Westrichtung zeigten sich zwischendurch ein größeres Wolkenloch. Ds blieb auch da und verschwand wieder. Erst gegen 14 Uhr zeichnete sich eine größere Wolkenlücke ab und ich baute wieder mein Teleskop auf der Fensterbank, dieses Mal in der Küche, auf. Sogleich verschwand das Wolkenloch. Dann kam ein weiteres, das relativ groß war. Es zog weitgehend an der Sonne vorbei und ich bekam nur den südlichsten Zipfel davon mit. 

Zumindest im Weißlicht konnte ich anfangs bei recht gutem Seeing „was“ beobachten, bis eine dicke Wolke kam und sich vor die Sonne schob. Schon wieder. Langsam reicht es mir. Hinter der Wolke war der Himmel nur noch syphig, ich konnte aber dennoch die vier Gruppen des Tages mehr oder weniger deutlich sehen. Am Westrand im Süden die AR 12495 als D2 und die AR 12494 als D8 mit vielen Pernumbren, aber wenig Einzelflecken. Im Norden erschien mir die AR 12492 als sehr langgetreckte C8 und am Ostrand stand hier die AR 12497 als D14.

Der Versuch, mit dem PST ins H-alpha zu gucken, erschien mir als sinnlos, und er war es anfangs auch. Es waren zuerst weder am Rand noch auf der Oberfläche irgendwelche Details auszumachen und die Sonne war nur knapp zu sehen. Dann aber wurde der Syph etwas geringer und ich erkannte bei einer Schnellzählung 6 Protuberanzen, 8 Filamente und 5 Flaregebiete. Dann war auch diese Lücke wieder zu.

Im Augenblick, wo dieser Blockbeitrag entsteht, zeigt der Himmel in Richtung Norden sehr viele Lücken, während die Sonne im Südwesten weiterhin hinter dicken Wolken verborgen bleibt …

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