Donnerstag, 31. März 2016

Sonne am 31.3.2016

Endlich mal ein etwas früherer Feierabend und dann ein Himmel, der eher milchig als blau war. Ich baute dennoch meine beiden Teleskope auf und das Seeing war den Umständen entsprechend mittelprächtig bis schlecht. 

im Weißlicht konnte ich die AR 12526 zunächst nur schemenhaft erkennen, bei heftig wallendem Sonnenrand. Zwischendurch wurde die Sicht für ein paar Sekunden besser und ich konnte die Gruppe, die einsam und verlassen mit der Sonnenrotation dahinwandert, als H1 klassifizieren. Neue Gruppen konnte ich abermals nicht finden.

Es war mutig, hinterher noch eine Beobachtung im H-alpha-Licht zu versuchen, aber auch hier war die dicke Syphschicht zwischen den Wolken ab und zu etwas dünner, sodass ich rasch die mir sichtbaren Erscheinungen zählen konnte: am Rand 5 Protuberanzen - eine große am Ostrand - sowie 8 Filamente und weiterhin nur das eine Flaregebiet bei der AR 12526. Interessant war noch das längliche Filament der letzten Tage, das nun fast an den Westrand gerückt war und morgen als auffällige Protuberanz zu sehen sein dürfte. 

Zu rasch machten noch während der abschließenden Kontrollbeobachtung die wenigen Lücken im Syph wieder Platz für dicke Wolken und beendeten die Beobachtung.

Mittwoch, 30. März 2016

Sonne am 30.3.2016

Das durchaus aprilig-launische Wetter bescherte mir am frühen Abend die Möglichkeit einer Beobachtung bei nicht ganz so gutem Seeing. Der Rand war in ständiger Bewegung und mit der Sichtung von Details auf der Oberfläche war es auch nicht weit her.

Im Weißlicht machte das nicht viel aus, denn es war immer noch nur eine Gruppe zu sehen, die AR 12526. Sie war etwas ovaler geworden und hatte die kleinen Flecken außerhalb der Penumbra verloren, sodass sie „nur“ noch eine H1 war, wenn auch eine sehr stabile, was bei diesem Fleckentyp nicht ungewöhnlich ist, denn H- und J-Gruppen zählen zu den beständigsten und auch zu einer der langlebigsten. Sie zeigen wenig Aktivität und können durchaus die eine oder andere Rotation überdauern. Da sie allerdings die kleinen Flecken verloren hatte, könnte das auch auf erste Auflösungstendenzen hindeuten.

Im H-alpha ging es deutlich spannender zu, wenn auch nicht am Sonnenrand, wo nur mit Mühe 6 kleine Protuberanzen zu erkennen waren. Selbst das schwebende Teil der letzten Tage war verschwunden. Neben dem einzigen Flaregebiet auf der Oberfläche, dass die AR 12526 umsäumte und heute ziemlich regellos aussah, zählte ich 12 Filamente und allein 3 davon waren recht auffällig. Im Südwesten stand ein ringförmiger Bogen und daneben der dicke strichförmige Rest des langen Filaments der letzten Tage sowie ein weiteres schwer definierbares Teil im Nordosten.

Die Sonnenaktivität zeigte also kaum Hinweise auf einen baldigen Wiederanstieg, sondern erschien ausgebrochen statisch unverändert.

Dienstag, 29. März 2016

Sonne am 29.3.2016

War es den ganzen Tag über immer wieder mal sonnig, so änderte sich das nach Feierabend drastisch. Kaum zu Hause angekommen, prasselte heftiger Regen hernieder und ich glaubte schon nicht mehr an eine Beobachtung. Fast zwei Stunden später ergab sich dann aber doch eine kleine Lücke mit überraschend gutem Seeing. Doch ich musste mich beeilen, denn die nächste Wolkenschicht war bereits in drohender Nähe zu sehen.

Im Weißlicht gab es außer der AR 12526 nichts zu sehen. Sie war, wie in den vergangenen Tagen, eine H3, die nun langsam nahe der Sonnenscheibenmitte angekommen war.

Im H-alpha war, vielleicht auch aufgrund der großen Eile, in der ich beobachten musste, nicht wirklich viel zu sehen. Am Rand zählte ich nur 7 Protuberanzen - das schwebende Teil im Osten war immer noch zu sehen - und auf der Oberfläche ein Flaregebiet (das heute aussah wie das griechische Sigma-Zeichen Σ) und 11 Filamente. Nur eines davon war etwas größer: der Rest des Riesenfilaments der letzten Tage. 

Eine Kontrollbeobachtung war nicht mehr möglich, denn als die Sonne abermals zu sehen war, stand sie voll im Syph …

Montag, 28. März 2016

Die Sonne im Februar 2016

Weißlicht: Die Fleckentätigkeit ist im Februar geringfügig angestiegen, was vor allem den vielen kleinen Gruppen in der ersten Monatshälfte zu verdanken ist. Danach fiel die Sonne wieder in einen Zustand der relativen Ruhe zurück und es wurden nur noch 2 bis 3 Gruppen pro Tag sichtbar. Insgesamt wurden 17 neue Aktivitätsgebiete registriert. Zu den größeren Exemplaren gehörte die AR 12494, die erstmals am 5. als D-Gruppe sichtbar wurde. Sie blieb bis zum 13. und hielt ihre Klasse, wenn sie auch wie viele der höher entwickelten Gruppen der letzten Zeit, aufgrund der schwächer werdenden lokalen Magnetfelder der Sonne, am Ende starke Verfallserscheinungen zeigte. Etwas anders sah es bei der AR 12597 aus. Sie konnte ab dem 6. als D-Gruppe am Ostrand beobachtet werden und stieg am 10. zur Klasse E auf, die sie bis zu ihrem Verschwinden am 18. beibehielt. Sie sah am Ende aber auch schon sehr zerrupft aus, verlor schrittweise die Penumbren im nachfolgenden Teil der Gruppe und ob in den letzten Tagen ihrer Sichtbarkeit auf der erdzugewandten Seite der Sonne die Klasse E überhaupt noch gerechtfertigt war, sei einmal dahingestellt. Sie wirkte da schon eher wieder wie eine D-Gruppe. Danach präsentierte sich die Sonne nur noch mit kleinen, unterentwickelten Aktivitätsgebieten, die sich oft nach 1 bis 2 Tagen schon wieder auflösten. Ein typisches Merkmal für einen zu Ende gehenden Zykus.

: Die abnehmende Sonnenaktivität ist nicht nur im Weißlicht, sondern insbesondere auch im H-alpha spürbar. Die Zahl der großen Flares scheint vorbei, am Rand gibt es nur noch selten wirklich große und weit ins All hinausgreifende Protuberanzen zu sehen und selbst die Flaregebiete wirken mittlerweile eher mickrig, von einigen, ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. So verwundert es auch nicht, dass man bis zum 12. des Monats auf den ersten großen Flare warten musste. Ganze 4 Stück gab es im Februar und alle waren aus der AR 12597 aufgestiegen: 

12., 10:47 UT: M1.0
13., 15:24 UT: M1.8
14., 19:26 UT: M1.0
15., 11:00 UT: M1.0

In der übrigen Zeit waren einige C-Class-Flares zu beobachten und an den beiden letzten Tagen des Monats gab es gar keine Ausbrüche mehr. Dafür konnten im ganzen Monat wieder mehrere koronale Löcher registriert werden, die für einen leichten Anstieg des Strahlungsflusses zwischen Sonne und Erde sorgten. Ein solcher führte zu einem leichten G1-Sturm, der in der Nacht vom 8. auf den 9. zu Polarlichtern rund um den geomagnetischen Pol sorgte, der bekanntermaßen über Kanada liegt. Ein G2-Sturm manifestierte sich durch koronale Löcher am 17. Februar. Einen Tag später gab es in der dicht hinter dem Westrand stehenden AR 12597 ein eurptives Filament, dem ein G1-Sturm auf dem Fuße folgte und der mit dem ersten von zwei koronalen Massenaufwürfen des ganzen Monats verbunden war. Nr. 2 zeigte sich am 20. auf der erdabgewandten Seite. Verursacher war hier wohl ebenfalls die AR 12597, was sich auch im Monatsbericht des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe ist dazu zur Gesamtaktivität ablesen lässt.

Die Sonne im Januar 2016

Weißlicht: Fast zwei Jahre nach dem schwachen Fleckenmaximum des 24. Zyklus im April 2014 mit einer mittleren ausgeglichenen Fleckenrelativzahl von 116,4 sind die aktuellen Werte etwa um die Hälfte zurückgegangen. Dieser Niedergang der Sonnenaktivität setzte sich im Januar nahtlos fort. Am Neujahrstag stand die alte AR 12473 ganz nah am Westrand und verschwand einen Tag später. Aus Richtung Osten kam eine Vielzahl kleinerer Gruppen, die sich aber nicht lange hielten, denn von den sechs, die am 3. zu sehen waren, blieben am 4. nur noch zwei übrig. Einen Tag später kamen aber wieder etliche kleine Gruppen der unteren Waldmeierklasse dazu und die Zahl der Gruppen stieg bis zum 8. auf sieben an. Danach konnte man beobachten, wie sich dieser Pulk mit der Rotation der Sonne langsam über ihre Oberfläche bewegte, sich Gruppen, die kaum einen Tag alt waren, wieder auflösten und aus Richtung Osten keine neuen Gruppen herankamen. Erst am 14. war dort wieder eine kleine B-Gruppe zu sehen. Am 25. erschien auf der Nordhalbkugel der Sonne mit der AR 12489 die erste und einzige größere Fleckengruppe des ganzen Monats. Sie entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zwischen dem 27. und dem 28. von einer C- zu einer E-Gruppe und bildete rasch im voranschreitenden und im nachfolgenden Teil komplexe Penumbren, die sie aber schon am 29. weitgehend verloren hatte und schon am 30. war sie wieder auf die Klasse C zurückgefallen und gehörte am Monatsletzten nur noch zur Klasse H. Von diesem kleinen Aktivitätsausbruch abgesehen, war die Sonnenaktivität im Januar eher ruhig und dem Minimum näher als dem Maximum. Da verwundert es kaum, dass es im ganzen Monat nur 16 neue Fleckengruppen gegeben hat.

: Im H-alpha war die Sonnenaktivität ebenfalls sehr gering. Daher gab es nur vier erwähnenswerte Ereignisse im ganzen Monat. Am 2. wurde ein lang anhaltender M2.3-Flare am Westrand gesichtet, der aus der gerade wegrotierten AR 12473 hervorgegangen und vom Solar Dynamics Observer (SDO) aufgezeichnet worden war. Der Höhepunkt wurde um 0:11 UTC erreicht. Am 5. konnten ausgedehnte koronale Löcher ausgemacht werden, die für einen leichten Anstieg der Strahlungsaktivität der Sonne, einen geomagnetischen Sturm der Klasse G1, verantwortlich waren. Der 6. brachte einen starken Ausbruch auf der erdabgewandten Seite der Sonne, mit einem kräftigen CME, der ebenfalls nur von Satelliten aus zu beobachten war. Verursacher war demnach ebenfalls die AR 12473. Am 14. entstand aus einem eruptiven Filament ein erdwärts gerichteter geomagnetischer Sturm der Klasse G2, der in nördlichen Breiten für eine Zunahme der Polarlichtaktivität sorgte. Das letzte Ereignis war ein weiteres eruptives Filament, das am 30. am südöstlichen Sonnenrand aufgestiegen war. Wer hier die AR 12489 vermisst, dem sei gesagt, dass diese Gruppe sich zwar sehr schnell entwickelte, im H-alpha aber kaum aktiv war. Die schwache Sonnenaktivität kann man auch schön im Monatsbericht des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe nachlesen.

Sonne am 28.3.2016

Meine erste Dachbodenbeobachtung des Jahres, bei allerdings nicht ganz so gutem Seeing im Vorfeld des angekündigten Sturmtiefs, brachte dennoch ein kleines Genusserlebnis, da auf dem Boden die Bäume nicht stören und ich mich nicht fragen muss, ob ich ggf. kleine Gruppen übersehen habe.

Im Weißlicht war die Beobachtung sehr statisch: die AR 12524 stand als J1 genau am Westrand und die größere AR 12526 war wieder eine H3 mit einer großen, nahezu kreisrunden Penumbra und zwei kleinen Flecken, die außerhalb davon standen. Und immer noch war keine weitere Gruppe am Ostrand aufgetaucht oder hatte sich irgendwo auf der erdwärts gerichteten Sonnenhälfte gebildet.

Das gegenüber gestern deutlich schlechtere Seeing und der schon jetzt anzutreffender, aber noch lockere Wolkenschleim, sorgten für einen deutlich aufgehellten und orangefarbenen Himmelshintergrund im PST. Der Kontrast war dort ebenfalls stark herabgesetzt. So hatte ich einige Mühe, am Sonnenrand 6 kleine sowie eine schwebende Protuberanz über dem Ostrand zu sehen. Dort war vor ein paar Tagen „was“ weggeflogen und es schwebte immer noch über dem Rand. Möglicherweise ein Hinweis auf eine dort bald erscheinende neue Fleckengruppe. Nur noch ein Flaregebiet im Umfeld der AR 12526 und 10 Filamente konnten auf der Oberfläche erkannt werden.Die beiden bemerkenswertesten Teile waren dabei der Überrest eines sehr großen Filmendes, das sich in den letzten Tagen immer mehr ausgedehnt, dann überdehnt hatte und in zwei Hälften zerbrochen war. Der Rest im Südwesten war schon ziemlich beeindruckend. Das zeigt: auch in Zeiten schwacher Minima kann ein Blick in das H-alpha-Licht spannend sein.

Sonntag, 27. März 2016

Sonne am 27.3.2016

Erst am späten Nachmittag ließ sich die Sonne über Hamburg blicken und nur dank der seit letzter Nacht geltenden Sommerzeit konnte ich sie noch beobachten. Die Zeitdifferenz ermöglicht mir bis Ende Oktober Beobachtungen auch nach einem längeren Arbeitstag.

Das Seeing war anfangs noch recht gruselig, besserte sich aber mit zunehmender Sichtbarkeitsdauer der Sonne. Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert. Die jetzt sehr randnahe AR 12524 hatte alle Flecken im hinteren Teil verloren und war heute nur noch eine J1. Die AR 12526 hatte hingegen zwei kleine Flecken dazubekommen und war eine H3. Mehr Gruppen hatte die Sonne auch heute nicht zustande gebracht.

Im H-alpha war anfangs die Beobachtung auch schwierig. Der Himmelshintergrund leuchtete erst hellorange, wurde dann aber mit dem Verschwinden von Wolken und Syph immer dunkler. In gleichem Maße wurden mehr und mehr Einzelheiten sichtbar. 8 kleine Protuben - immerhin deutlich mehr als gestern - umsäumten den Sonnenrand. Am Ostrand sah ich noch eine kleine Eruption, die sich von der Oberfläche gelöst hatte. Auf der Oberfläche zeigten sich dagegen zwei Flaregebiete, das hellste im Bereich der AR 12524, ein schwächeres bei der AR 12526 sowie 8 Filamente - das längste im Süden, das fast ein Viertel der Sonnenoberfläche überdeckte. 

Im Vergleich zu gestern gab es einen winzig kleinen Anstieg der Aktivität, der aber nicht überbewertet werden darf, denn er erfolgte auf unterster Ebene und ist beim täglichen Auf und Ab vollkommen normal.

Samstag, 26. März 2016

Sonne am 26.3.2016

Früher als vorhergesagt, wich der Hochnebel und gab den Blick auf die hinter Bäumen stehende Sonne frei. Der erste Versuch einer Beobachtung musste scheitern, weil die Äste des Baumes zu dick waren, um überhaupt etwas erkennen zu können. Ärgerlich, wenn man durch die nervige Botanik an der Beobachtung gehindert wird. Und der Innenhof lag noch weitgehend im Schatten. Also hieß es warten und da verschwand die Wolkenlücke auch schon. Ungenutzt. Etwas später setzte sich die Sonne dann doch durch und ich begann mit der schwierigen Beobachtung durch die Baumäste. Hätte ich auf einen freien Himmelsausschnitt gewartet, könnte ich erst am 12:30 Uhr mit der Beobachtung beginnen.

Viel los war auf der Sonne ohnehin nicht. Gerade mal zwei Fleckengruppen waren zu sehen und meine Prognose, dass die AR 12524 bis zum verschwinden am Westrand nicht durchhalten würde, schien sich zu bestätigen. Sie hatte seit der letzten Beobachtung vor drei Tagen ihren hinteren Teil verloren und konnte nur noch als sehr langgestreckte C5 klassifiziert werden. Die neue AR 12526 war eine unspektakuläre H1. Weitere Fleckengruppen gab es nicht.

Selbst im H-alpha gab es nur wenig Aktivität. Drei Protübchen am Rand und zwei Flaregebiete - eines im Westen, eines im Osten, assoziiert mit den beiden Fleckengruppen - sowie sieben Filamente bildeten die ganze Ausbeute. Dennoch sind zwei Erscheinungen erwähnenswert: das Flaregebiet rund um die AR 12526 leuchtete sehr hell, hier war mit einem kurz bevorstehenden Flare zu rechnen und südöstlich davon konnte ein sehr langes Filament wahrgenommen werden. Vom Flaregebiet bei der AR 12524 ging darüber hinaus ein weiteres Filament aus. Ansonsten waren wieder weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha ohne jedwede Erscheinungen.

Mittwoch, 23. März 2016

Sonne am 23.3.2016

Nach zwei Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters bzw. der Tatsache, dass die Sonne erst bei Sonnenuntergang aus den Wolken rauskam, klarte es heute pünktlich zu Feierabend wieder auf, nachdem es bereits um die Mittagszeit herum sehr sonnig war.

Das Seeing war durchschnittlich und die Sonnenaktivität niedrig. denn mit der AR 12524, die ich als F5 klassifizierte, war nur noch eine einzige Fleckengruppe im Weißlicht zu sehen. Sie wies Hauptflecken mit Penumbra auf, die übrigen waren kleine Einzelflecken. Mit bloßem Auge und Sonnenfinsternisbrille war die Gruppe nicht zu sehen. 

Im H-alpha war sie die einzige Region, die ein größeres und feinädriges Flaregebiet aufwies. Von den 6 Protuberanzen am Rand waren nur drei am Westrand ein wenig größer: ein Bogen im Nordwesten und eine nicht näher definierbare Erhebung sowie ein kleiner Spritzer im Westen. Die 8 Filamente waren dagegen wild über die Sonnenoberfläche verteilt und boten keine Überraschungen.

Die Sonnenaktivität verharrt weiterhin auf einem niedriger Höhe und es tritt wieder der seit gut einem Jahr bekannte Effekt auf, dass bei Anwesenheit einer großen Fleckengruppe alle kleineren verschwunden sind. Nur, dass die großen Gruppen auch immer kleiner werden. Spannend auch, dass die Flecken vorwiegend über die Nordhalbkugel laufen, während sie vor dem Maximum eher im Süden zu sehen waren. Ein weiterer Aspekt des abklingenden 24.  Fleckenzyklus.

Sonntag, 20. März 2016

Sonne am 20.3.2016

Am späten Nachmittag kam die Sonne doch noch mal raus und ermöglichte mir damit eine Beobachtung bei eher durchschnittlichem, aber ganz passablem Seeing.

Im Weißlicht hatte sich auf den ersten Blick nicht viel getan. Die AR 12519 war weiter nur eine J1 und die AR 12524 eine D2. Augenscheinlich. Hier stellt sich die Frage, ob es sich nicht in Wirklichkeit um das Spätstadium einer großen F-Gruppe handelt, nämlich einer G, die ohne Messung des Abstandes der beiden Pole aber nur schwer als solche zu erkennen ist. Typisch für diese Klasse ist das völlige Fehlen kleiner Flecken zwischen den Polen. Ihre Länge beträgt mindestens 10 heliographische Grade. Sie ist also um rund 5° kleiner als eine F-Gruppe. Ohne die Messung der Position der Gruppe ist aber eine Festlegung, welche F-Gruppe sie einstmals war, nicht möglich. Daher ist die Klassifikation hier eher Geschmackssache. Ich habe sie als D eingestuft, aber mit einem gewissen Grummeln in der Magengegend.

Unproblematisch dagegen war die H-alpha-Beobachtung mit dem PST. Am Sonnenrand befanden sich 6 zumeist auffällige Protuberanzen, während sich auf der Oberfläche neben einem einzigen Flaregebiet - und das im Umfeld der AR 12424 stand - 11 regellos verteilte Filamente. Leider blieb für Detailbeobachtungen keine Zeit mehr, denn die ersten Äste meiner horizontnahen Bäume machten sich störend im Bildfeld bemerkbar. Aber angesichts der Wetterlage kann man schon froh sein, überhaupt die Sonne zu Gesicht zu bekommen. Und das am Frühlingsanfang …

Samstag, 19. März 2016

Sonne am 19.3.2016

Trotz für den Norden Deutschlands katastrophal schlechter Wetteraussichten für den heutigen 14. bundesdeutschen Astronomietag zeigten sich am Himmel einige kleine Wolkenlücken. Genau genommen waren es keine echten Lücken, denn die Mehrschichtbewölkung hatte sich an einigen Stellen bis auf eine Schicht aufgelöst und zeigte ein wenig blauen Himmel. Diese Lücken trafen zwar die Position der Sonne, die zu dem Zeitpunkt aber noch hinter Bäumen stand. Also musste ich durch dünne Äste hindurchschauen, um überhaupt etwas zu sehen. 

Die Folge war ein leicht verschwommenes Bild der Sonne, aber es reichte aus, um die beiden einzigen Fleckengruppen zu sehen, die es heute im Weißlicht zu bestaunen gab: die AR 12519 als J1 und die AR 12524 als D2, die in den letzten beiden Tagen alle ihre Einzelflecken außerhalb der Penumbren verloren hatte. Man kann Wetten darüber abschließen, ob sie noch den Westrand erreichen, oder sich vorher auflösen wird.

Im H-alpha war die Sicht wegen der leicht dahinsiechenden Äste schon schwieriger, wenn es auch einiges zu sehen gab: Im Nordwesten stand eine große, torbogenähnliche Protuberanz, im Südwesten ein Flatschen und am Ostrand etwas büschelartiges. Im Südosten dann noch eine flache Erhebung, sodass ich heute nur auf 4 Protuberanzen kam. Auf Anhieb fand ich auf der Oberfläche 3 große Flaregebiete und nach und nach - die Lücken wurden nun rasch wieder kleiner und ich musste länger pausieren, während die Sonne nun hinter dickere Äste des Baumes kam - erfasste ich 9 unspektakuläre und ziemlich regellos verteilte Filamente. Kaum fertig mit der Beobachtung, schloss sich die Lücke binnen Sekunden. Weitere Öffnungen der dichten Wolkendecke waren nicht mehr zu sehen. Ein kleines Glück am trostlos erscheinenden Astronomietag.

Donnerstag, 17. März 2016

Sonne am 17.3.2016

Endlich kann ich eine Schönwetterperiode auch mal für meine Sonnenbeobachtungen nutzen. Bei abermals gutem Seeing - schwarzer Himmelshintergrund und fein gezeichnete Details in Heißlicht und H-alpha - war sie heute wieder ein Vergnügen, wenn auch die Zahl der Fleckengruppen nicht bedeutend angestiegen ist.

Im Weißlicht wurde die größte Veränderung durch die neu AR 12524 hervorgerufen, die als große D4-Gruppe am Ostrand steht. Ein wenig weiter westlich davon stand eine nummernlose A3. Die AR 12519 war eine C5, deren Einzelflecken trotz guter Sichtbedingungen recht schwierig zu erkennen waren. Schräg darunter stand die AR 12523 als A1 und von der AR 12521 war nur noch eine B2 übrig geblieben.

Im H-alpha war demgegenüber die Zahl der Erscheinungen gegenüber gestern leicht angestiegen. Am Rand zählte ich 9 Protuberanzen, die zwei größten befanden sich erstaunlicherweise aber nicht im Umfeld der neuen AR 12524 im Nordosten, sondern im Südosten. An der Position der neuen Region war dagegen nur eine kleine Protuberanz sowie eines von insgesamt 5 hellen Flaregebieten zu sehen. Ziemlich regellos und nur grob entlang des Sonnenäquators orientiert waren die 10 Filamente. Abermals waren weite Teile der Nord- und der Südhalbkugel der Sonne erscheinungsfrei.

Mittwoch, 16. März 2016

Sonne am 16.3.2016

Bei ähnlich gutem Wetter und nur leicht schlechterem Seeing war mir heute eine Beobachtung nach Feierabend vergönnt. Der Sonnenrand war nur etwas mehr in Bewegung als gestern und die Oberfläche zeigte wieder sehr feine Details.

Im Weißlicht galt es, vor allem die Zahl der vielen kleinen Fleckengruppen irgendwie ausfindig zu machen.Die AR 12521 war zu einer B4 zerfallen und die AR 12519 eine C8, deren Einzelflecken heute genauso schwer auszumachen waren, wie die weiter dahinter stehende, gestern noch der Klasse B zugerechnete Gruppe. Mir erschien sie heute nur noch als A1. Die AR 12523 südlich der AR 12519 war eine B2. Östlich der AR 12519 waren zwei neue Gruppen zu finden: eine J1 ganz am Ostrand und eine weitere A1 auf gleicher Höhe, nur weiter nach Westen versetzt. Insbesondere die kleinen Gruppen waren heute nicht so auffällig wie gestern.

Im H-alpha wirkte die Sonne dagegen heute noch ruhiger als gestern. Der Rand offenbarte 8 kleine Protuberanzen, die oft kaum über selbigen hinausreichten. Drei kleine Flaregebiete und 9 Filamente, die sich bis auf zwei Ausnahmen alle entlang des Sonnenäquators positionierten, bestätigten den Eindruck einer sehr ruhigen Sonne, denn weite Teile der Nord- und der Südhälfte waren frei von irgendwelchen Erscheinungen solarer Aktivität.

Dienstag, 15. März 2016

Sonne am 15.3.2016

Endlich mal eine Beobachtung unter guten Bedingungen: Verschiedene Wolkenanimationen im Internet deuteten darauf hin, dass aus Richtung Osten eine umfassende Wolkenlücke herankam, die gegen 14:30 Uhr Hamburg erreichen sollte. Zumindest der Citybereich kam erst eine halbe Stunde später in den Genuss des Sonnenscheins und kurz nach 16:30 Uhr kam die Sonne dann auch, nun deutlich höher stehend, um das störende Hochhaus herum. Bei gutem bis fast sehr gutem Seeing, das sich durch den schwarzen Himmelshintergrund im Okular offenbarte, waren viele, bisweilen filigrane, Einzelheiten zu sehen.

Im Weißlicht war die Aktivität weiterhin sehr niedrig. Die AR 12522 stand als A1 ganz nah am Westrand, die AR 12521 hatte sich zu einer D12 weiterentwickelt - wobei besonders die neuen penumbralen Strukturen im f-Teil der Gruppe zu erwähnen sind - und die AR 12519 war zu einer C8 geworden mit vielen kleinen Flecken, die erst auf den zweiten Blick erkennbar waren. Dahinter hatte sich eine B3 gebildet und zwischen der AR 12519 und der 12521 stand noch eine weitere, allerdings leichter zu sehende B4, sodass ich heute auf 5 Gruppen kam.

Selbst im H-alpha war die Sonne heute ruhiger als noch vor ein paar Tagen. Dafür war die Beobachtung beim gutem Seeing ein Genuss. Am Rand standen 5 Protuberanzen und nur eine im Westen ragte etwas höher über den Sonnenrand hinaus. Auf der Oberfläche waren 3 kleine Flaregebiete und 7 Filamente zu erkennen, wobei sich im Osten und südlich der Aktiven Region 12519 zwei schöne Bögen zeigten. Langsam geht es wieder aufwärts mit den Beobachtungen und das ist gut so.

Montag, 14. März 2016

Sonne am 14.3.2016

Nachdem in meinem Astrourlaub die Beobachtungsmöglichkeiten sehr rar waren - dafür hatte ich freie Sicht auf den Himmel - kam die Sonne heute morgen, an meinem vorerst letzten Urlaubstag, aus dem Gemisch aus Wolken und Hochnebel heraus und ließ sich bei relativ gutem Seeing ordentlich beobachten.

Im Weißlicht waren allerdings nur noch drei Gruppen zu sehen, die AR 12513 am Westrand als C2, die AR 12521 im Norden auf dem Sonnenmeridian als D6 und östlich davon die AR 12519 als H1.

Mehr Aktivität zeigte sich hingegen im H-alpha. Eine große Protuberanz stand am südöstlichen Sonnenrand, eine weitere genau im Osten und die restlichen drei am Westrand. Sie waren aber gegenüber der großen eher beschaulich klein und kamen kaum über den Rand hinaus. Drei größere Flaregebiete standen genau da, wo auch die Flecken im Weißlicht zu sehen waren und nahmen abermals im H-alpha eine weitaus größere Fläche ein. Außerdem waren noch 12 Filamente zu sehen, die auffälligsten zogen sich entlang einer breit gefächerten Kette vom Ostrand her über die Sonne und bildeten hübsch anzusehende Bögen. Alle anderen waren von erheblich kleinerer Ausdehnung und ziemlich regellos verteilt. Zumindest im H-alpha bleibt die Sonnenaktivität spannend.

Mittwoch, 9. März 2016

Sonne am 9.3.2016

Nach einer klaren und frostigen Nacht ging die Sonne an einem tiefblauen Himmel auf. Noch vor dem Tageseinkauf konnte ich daher meine tägliche Beobachtung erstellen. Schön, wenn man dazu nur vor die Haustür gehen muss und alles stressfrei erledigen kann. Das Seeing war abermals sehr gut und ich konnte feinste Details von Feinstruktur auf der Oberfläche sehen. 

Die Aktivität hatte sich gegenüber gestern etwas verringert, was in der Hauptsache dem Umstand geschuldet war, dass die beiden kleinsten Gruppen entweder wegrotiert waren oder sich in den letzten Stunden aufgelöst hatten. Die AR 12512 stand dicht am Westrand und war eine J1, die Ar 12511 stufte ich als C8 und die AR 12513 als H1 ein. Die gestern aufgetauchte Gruppe dazwischen hatte immer noch keine NOAA-Nummer erhalten und war heute eine kleine D7.

Die Sicht mit dem PST im H-alpha war heute erheblich besser als gestern. Am Rand konnte ich zwar nur 6 Protuberanzen finden - eine im Nordosten und eine weitere im Osten - waren besonders auffällig. Sie glichen einem aufrecht stehenden Turm, bzw. einem kleinen Bogen. Der Rest war eher klein und guckte kaum über den Rand hinaus.

Auf der Oberfläche gab es insgesamt 4 helle Flaregebiete, die weiter mit den Aktiven Regionen im Weißlicht assoziiert waren sowie 10 Filamente, die heute etwas größer waren und von denen es zwei im Süden und 8 im Norden gab. Schon seit Tagen ist die nördliche Hemisphäre deutlich aktiver als der Süden, ein Effekt, der typisch ist für die Zeit nach dem Maximum, wenn davor der Norden aktiver war. Die geringe Größe der Flecken ist überdies ein weiteres, sicheres Zeichen für den endenden Zyklus.

PS: Bei einer späteren Nachbeobachtung, bei der das Seeing schon spürbar schlechter geworden war, entdeckte ich am Ostrand noch eine J1-Gruppe, die in den vergangenen Stunden um den Ostrand herum rotiert ist.

Dienstag, 8. März 2016

Sonne am 8.3.2016

Der Tag auf der Sternwarte in Kirchheim nahe Erfurt begann neblig-trüb, doch dann klarte es zunehmend auf und um um kurz nach 12 Uhr konnte ich bei sehr gutem Seeing - Ruhe und Schärfe 2 nach der Kiepenheuer-Skala - mit der Beobachtung beginnen. Der Himmel war zwar immer noch ein wenig von leichten Nebel getrübt, doch sorgte gerade das für herausragende Sichtbedingungen, wie ich sie in Hamburg nur selten antreffe.

Das ermöglichte mir dann auch das Erkennen kleiner Gruppen wie der AR 12517, die auch heute eine A1 war und schon recht nah am Westrand stand. Ebenfalls genau im Westen, aber etwas südlicher davon, befand sich die AR 12512 als J2, deren beide Flecken von einer gemeinsamen Penumbra umrahmt wurden. Leicht versetzt dazu in Richtung Sonnenrand war die AR 12514 als A3 zu sehen. Westlich davon hatte sich eine C7 neu gebildet und besaß noch keine NOAA-Nummer. Nordöstlich von dieser Gruppe war die AR 12510 als A1 zu erkennen, während die AR 12513 nach wie vor eine H1 war. Alle Gruppen standen im Norden, weite Teile der östlichen Hälfte der Sonne und der gesamte Süden waren fleckenfrei.

Im H-alpha waren die Bedingungen heute deutlich besser als gestern. Am Rand erkannte ich 9 Protuberanzen. Das gestern schon auffällige Gebiet im Nordosten wurde durch eine hohe bogenförmige Erhebung dominiert, während genau gegenüber liegend im Südwesten ein weiterer Bogen zu sehen war, der allerdings sehr lichtschwach erschien. Die übrigen Materieerhebung verteilten sich fast ausschließlich am Ostrand.

Die aktiven Regionen im Weißlicht waren im H-alpha weiter als 4 helle Flaregebiete zu sehen, ein weiteres stand im Südosten, war aber mit keiner Gruppe im Weißlicht assoziiert. Die 14 Filamente waren ebenfalls sehr schön anzusehen. Die meisten gab es im Norden, wozu auch ein recht langes Exemplar zu zählen war.. War die Südhalbkugel im Weißlicht völlig fleckenfrei, so zeigen sich die im H-alpha nur das bereits erwähnte  kleine Flaregebiet sowie drei Mini-Filamente. Die Sonne scheint mal wieder in einem ihrer kleinen Aktivitätsminima zu stecken, die zum Minimum hin immer häufiger werden.

Montag, 7. März 2016

Sonne am 7.3.2016

Der Morgen begann mit Schneefall und leichten Regen, sodass eine Beobachtung zunähst nicht zu denken war. Nach unserer Vor-Frühstücks-Einkaufstour nach Rudisleben klarte der Himmel immer weiter auf, sodass ich noch vor Kaffee und Brötchen mit einer kurzen Beobachtung beginnen konnte.

Das Seeing in der Auflockerung war ausgesprochen gut und in den kleinen Fleckengruppen sehr viel Detail zu sehen. Am Westrand war die AR 12517 dicht an der Nachweisgrenze für meinen 80/400er Refraktor schwach als A1 zu sehen. Die darunter stehende AR 12514 konnte dagegen eindeutig als A2 klassifiziert werden. Die AR 12512 war eine C7, die AR 12510 eine weitere A1 und die AR 12513 eine H1. Alle Gruppen befanden sich auf der Nordhalbkugel, der Süden war fleckenfrei.

Angespornt durch das gute Seeing wechselte ich gleich zum PST und wurde herbe enttäuscht, denn in dieser Wellenlänge zeigten sich die Sichtbedingungen weit weniger gut. Das lag zum Teil aber auch daran, dass der Himmel schon wieder leicht zuzuschleimen begann. Daher erschienen die 12 Protuberanzen am Sonnenrand reichlich lichtschwach. Die meisten - nämlich 8 an der Zahl - waren am Ostrand zu finden, der Rest im Westen und Südwesten. Beeindruckend war eine Protuberanz am Westrand, die wie ein gerupfter Tannenbaum aussah, der seine beste Zeit schon hinter sich hatte.

Auf der Oberfläche zeigten sich im Norden an der Stelle der fünf Aktiven Regionen jeweils helle Flaregebiete, die auch heute deutlich umfangreicher waren, als die dazu gehörigen Flecken im Weißlicht. Im Nordwesten erhob sich hier ein kleiner Bogen heller Sonnenmaterie. Zwischen den aktiven Regionen gab es immer noch das lange Filamente, das bereits gestern zu sehen war. Insgesamt gab es 8 Filamente, die ansonsten aber eher unscheinbar und ziemlich regellos über die Sonne verteilt waren. 

Kurz nach Ende der Beobachtung zog es dann wieder zu. Und es klarte bis zum Erstellen dieser Zeilen auf der Sternwarte auch nicht wieder auf, nur kurz während einer Fahrt nach Erfurt. Und so bestätigte sich wieder die alte Weisheit: „Wenn Du die erste Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, erhälst Du keine zweite“ … Zum Glück konnte Murphy ausgetrickst werden, denn der zweite Satz griff bisher nicht: „Nutzt Du die erste Gelegenheit, dann kriegst Du auch eine zweite.“

Sonntag, 6. März 2016

Sonne am 6.3.2016

Gleich am ersten Tag unserer Astroreise zur Sternwarte Kirchheim bemerkte ich - noch im Bett liegend - wie aus Richtung Norden der Himmel immer klarer wurde und sich diese Zone in südliche Richtung auf die Position der Sonne zubewegte. Den Sonnenaufgang um 6:46 MEZ erwartete ich beinahe schon sehnsüchtig, verbunden mit der Hoffnung, dass sich das kleine Wolkenloch über der Sternwarte halten würde.

Zunächst gab es noch horizontnahes Gewölk, doch dann kam die Sonne heraus und etwas mehr als eine Stunde später konnte ich mit der Beobachtung bei allerdings eher durchschnittlichem Seeing beginnen.

Im Weißlicht waren nur auf der Nordhalbkugel Fleckengruppen zu sehen und die waren allesamt nur den kleineren Waldmeiergruppen zuzuordnen. Im Osten sand die AR 12513 als H1, in Richtung Westen folgte die AR 12510 als J1. Westlich des Sonnenmeridians waren die AR 12512 als B3 und die AR 12514 als C6 auszumachen. Darüber fand ich noch eine nummernlose A1, die allerdings trotz der zwischendurch besser gewordenen Sichtbedingungen immer nur für kurze Momente erkennbar war.

Das Seeing erlaubte dann noch eine Beobachtung im H-alpha, wo ich mit dem PST am Rand 7 Protuberanzen entdeckte. Im Nordosten stand eine schöne und goße Bogenprotuberanz, im Nordwesten ein ziemlich zerfasertes Teil, das man kaum beschreiben konnte. Der Rest war dann eher klein und von geringerer Ausdehnung. Interessant waren die 6 Flaregebiete in den Regionen, in denen die kleinen Fleckengruppen standen. Sie gingen weit über das hinaus, was man im Weißlicht sehen konnte. Eher enttäuschend waren die Filamente, von denen es zwar 8 Stück gab, die aber ebenfalls nicht sonderlich groß waren. Nur eines schlängelte sich über mehrere Flaregebiete hinweg. Der abklingende Zyklus ist unverkennbar.

Mittwoch, 2. März 2016

Sonne am 2.3.2016

Für den späten Nachmittag war ein Auflockern der dichten Wolkenschicht angekündigt worden und sie kam tatsächlich. Allerdings kämpfe ich immer noch mit dem kurzen zeitlichen Abstand, der zwischen dem Auftauchen der Sonne rechts neben dem Hochhaus und der daneben stehenden Tanne, hinter der die Sonne gleich wieder verschwinden würde. Erst in rund zwei Wochen wird sie wieder so hoch stehen dass sie über der Krone der Tanne hinweggeht. So musste ich, um den Winkel zwischen den beiden Störenfrieden zu erweitern, auf den Dachboden ausweichen. Dafür war das Seeing abermals vergleichsweise gut.

Im Weißlicht hatte sich nach meiner letzten Beobachtung von vor zwei Tagen einiges verändert, denn es ist eine Vielzahl kleiner Fleckengruppen aufgetaucht bzw. hat sich kurzfristig gebildet. Es ist daher damit zu rechnen, dass diese Kleingruppen auch kurzfristig wieder verschwinden werden. Auf der Nordhalbkugel war am Ostrand eine D2 erschienen. Die Klassifizierung war schwierig, da die beiden Flecken senkrecht zueinander standen. Davor lag eine A1, schräg Richtung Pol noch eine. Die AR 12509 und die AR 12508 waren auf die Stufe A zurückgefallen, beide jeweils nur noch mit einem Fleck. Die einzig größere Gruppe war die AR 12506 auf der Südhälfte. Und auch sie hatte abgenommen, denn sie war heute nur noch eine C5.

Für die H-alpha-Beobachtung im PST musste ich erst den Tannenbaum-Encounter abwarten. Dann zeigten sich eindrucksvoll 5 Protuberanzen am Sonnenrand, wobei die größte im Westen einen schönen Bogen formte. Auf der Oberfläche befanden sich 5 mittelhelle Flaregebiete und 9 kleine und kleinste Filamente. Ein durchaus sehenswerter Anblick, der durch das Absacken der Sonne hinter horizontnahe Bäume vorzeitig beendet wurde.